
Werkstoffkunde und Werkstoffprüfung für Dummies
Beschreibung
Drum prüfe, wer den Werkstoff findet
Werkstoffkunde und Werkstoffprüfung sind für viele Studierende eher Pflicht als Leidenschaft. Rainer Schwab zeigt Ihnen, dass es auch anders geht: Mit Humor und Präzision, mit einfachen Erklärungen und passenden Beispielen erklärt er Ihnen in dieser aktualisierten Auflage die Werkstoffkunde und Werkstoffprüfung so spannend es nur geht. Von den Grundlagen zieht sich der Bogen über die Prüfmethoden hin zu den wichtigen konkreten Werkstoffen und Wärmebehandlungen. So ist dieses Buch das Rundumwohlfühlpaket für jeden, der sich mit dem Thema beschäftigt.
Sie erfahren
- Was die wichtigen Eigenschaften der Werkstoffe sind
- Wie Sie Härteprüfungen, Zugversuche und Co. richtig durchführen
- Warum Eisen und Stahl so vielfältig sind
- Welche wichtigen Werkstoffe es gibt, die nicht aus Eisen sind
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Person
Rainer Schwab war Professor für Werkstoffkunde an der Hochschule Karlsruhe. Er hat in Stuttgart und Birmingham Metallkunde studiert und arbeitete neun Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Materialprüfungsanstalt Stuttgart. 2006 erhielt er den Landeslehrpreis des Landes Baden-Württemberg.
Inhalt
Einleitung 25
Teil I: Ausgewählte Grundlagen als Basis 29
Kapitel 1: Von Atomen, Bindungen und Kristallen: Werkstoffe sind wunderschön 31
Kapitel 2: Einige Eigenschaften von Werkstoffen, die Sie kennen sollten 51
Kapitel 3: Manche mögen's heiß: Thermisch aktivierte Vorgänge 75
Kapitel 4: Legierungsbildung und Zustandsdiagramme: Berühmt, berüchtigt, gefürchtet 97
Kapitel 5: Legierungssystem Eisen-kohlenstoff, Basis für alle Eisenwerkstoffe 127
Teil II: Die wichtigsten Methoden der Werkstoffprüfung 149
Kapitel 6: Anspruchsvoller, als viele glauben: Der Zugversuch 151
Kapitel 7: Hart, aber fair: Die Härteprüfung 167
Kapitel 8: Das unbekannte Wesen: Die Kerbschlagbiegeprüfung 183
Kapitel 9: Unermüdlich: Die Schwingfestigkeitsprüfung 197
Kapitel 10: Blick ins Innerste: Die Metallografie 211
Kapitel 11: Macht nichts kaputt: Die zerstörungsfreie Prüfung 229
Teil III: Eisen und Stahl, noch lange kein Alteisen 257
Kapitel 12: Stahlherstellung - der Weg vom Erz zum Stahl 259
Kapitel 13: Nomen est omen: Die normgerechte Bezeichnung der Eisenwerkstoffe 267
Kapitel 14: Von heißen Öfen und kühlen Bädern: Die Wärmebehandlung der Stähle 279
Kapitel 15: Stahlgruppen, die unendliche Vielfalt 321
Kapitel 16: Eisengusswerkstoffe, genauso vielfältig wie die Stähle 373
Teil IV: Was es außer den Eisenwerkstoffen noch Hochinteressantes gibt 391
Kapitel 17: Nichteisenmetalle 393
Kapitel 18: Anorganische nichtmetallische Werkstoffe und was sich dahinter verbirgt 419
Kapitel 19: Nicht mehr wegzudenken: Die Kunststoffe 437
Teil V: Der Top-Ten-Teil 457
Kapitel 20: Zehn Tipps für ein erfolgreiches Studium 459
Glossar 463
Abbildungsverzeichnis 483
Stichwortverzeichnis 489
Werkstoffkunde und Werkstoffprüfung für Dummies
Schummelseite
BINDUNGEN UND KRISTALLE
- Bindung = stabiler Gleichgewichtszustand von anziehenden und abstoßenden Kräften zwischen benachbarten Atomen; Einfluss auf Eigenschaften eines Werkstoffs
- Wichtigste Kristallgitter: kubisch-flächenzentriertes (Cu, Al, Ni .), kubisch-raumzentriertes (Fe, Cr .) und hexagonal dichtest gepacktes (Zn, Mg .)
- Polymorphie = Abhängigkeit der Kristallstruktur von Temperatur und Druck, wichtigstes Beispiel ist Eisen
- Kristallbaufehler gibt es punktförmig (Leerstellen, Zwischengitteratome, Substitutionsatome), linienförmig (Versetzungen), flächenförmig (Korngrenzen, Stapelfehler, Zwillingskorngrenzen)
- Werkstoffe sind meist vielkristallin, manchmal amorph, selten einkristallin
EIGENSCHAFTEN
- Wärmeausdehnung:
- Wärmeleitung:
- Elektrischer Stromfluss:
- Hookesches Gesetz:
THERMISCH AKTIVIERTE VORGÄNGE
- Die Geschwindigkeit thermisch aktivierter Vorgänge ist abhängig von der Aktivierungsenergie Q und der Temperatur T:
- Diffusion ist thermische Bewegung von Atomen/Teilchen, in Kristallen gibt es den Zwischengittermechanismus und den Leerstellenmechanismus
- Rekristallisation ist die völlige Gefügeneubildung durch Glühen nach vorheriger plastischer Verformung
- Kriechen ist die zeitabhängige plastische Verformung eines Werkstoffs unter konstanter Kraft
- Spannungsrelaxation ist die zeitabhängige Abnahme der Spannung bei konstant gehaltener Gesamtverformung
ZUSTANDSDIAGRAMME
- Völlige Löslichkeit im flüssigen und festen Zustand tritt auf bei ähnlichem Atomdurchmesser, gleichem Kristallgitter und ähnlichen chemischen Eigenschaften; führt zum Linsendiagramm
- Völlige Löslichkeit im flüssigen, teilweise Löslichkeit im festen Zustand tritt auf bei Unterschieden in Atomdurchmesser, Kristallgitter und chemischem Verhalten; führt zu Eutektikum
- Hebelgesetz gibt Mengenverhältnisse von Phasen im Zweiphasengebiet an
EISEN-KOHLENSTOFF-ZUSTANDSDIAGRAMM
- Ferrit kann nur wenig Kohlenstoff lösen, Austenit viel
- Zementit: Verbindung Fe3C, 6,7 % C, silbrig, hart, spröde
- Im stabilen Legierungssystem Eisen-Kohlenstoff liegt der nicht gelöste Kohlenstoff in Form von Grafit vor, im metastabilen in Form von Zementit
- Das Zustandsdiagramm Eisen-Kohlenstoff besteht aus Linsendiagramm, Peritektikum, Eutektikum und Eutektoid
- Typische Gefüge nach langsamer Abkühlung: Ferrit bei 0 % C, Perlit (Ferrit und Zementit) bei 0,8 % C
ZUGVERSUCH
- Kurzer Proportionalstab: L0 = 5 · d0 bei Rundprobe; auch Flachprobe sinnvoll
- Streckgrenze ReH: größte elastisch ertragbare Spannung
- Dehngrenze Rp0,2: Spannung, die 0,2 % bleibende Dehnung bewirkt
- Zugfestigkeit Rm: größte Spannung im Zugversuch
- Gleichmaßdehnung Ag: größtmögliche plastische Dehnung ohne lokale Einschnürung
- Bruchdehnung A5: plastische Dehnung beim Bruch am kurzen Proportionalstab
- Brucheinschnürung Z: prozentuale Querschnittsverringerung an der Bruchstelle gegenüber der ursprünglichen Querschnittsfläche
HÄRTEPRÜFUNG
- Nach Brinell mit Hartmetallkugel, Durchmesser des Eindrucks gemessen, HBW = F/A
- Nach Vickers mit vierseitiger Diamantpyramide, Diagonalen des Eindrucks gemessen, HV = F/A
- Nach Rockwell mit Diamantkegel oder Hartmetallkugel, Eindringtiefe gemessen, HRC = (0,2-e) 500, e in mm
KERBSCHLAGBIEGEVERSUCH
- Zäher Werkstoff sicher wegen Warnung vor Bruch, hoher Energieaufnahme, keinen scharfkantigen Einzelbruchstücken
- Einflüsse auf die Zähigkeit: Werkstoff, Temperatur, Spannungszustand, Beanspruchungsgeschwindigkeit; Kerbschlagbiegeversuch prüft Zähigkeit unter ungünstigsten Bedingungen
- Werkstoffe mit krz-Struktur haben Zäh-spröd-Übergang, solche mit kfz-Struktur nicht
SCHWINGFESTIGKEITSPRÜFUNG
- Schwingbeanspruchung (Vorsicht mit dem Begriff) tut dem Werkstoff meist mehr »weh« als ruhende/statische Beanspruchung
- Oberspannung, Unterspannung, Mittelspannung, Spannungsausschlag und Lastspiel sind wichtige Größen
- Wöhlerkurve: Spannungsausschlag vorgegeben und nach oben aufgetragen, Bruchlastspielzahl nach rechts
- Übliche Baustähle mit krz-Gitter haben »echte« Dauerfestigkeit, Aluminium mit kfz-Gitter hat keine
METALLOGRAFIE
- Makroskopische Verfahren über große Bereiche, Ätzen macht Schweißnähte oder gehärtete Zonen sichtbar
- Mikroskopische Verfahren: besonders gute Präparation nötig, Ätzen (Korngrenzen, Kornflächen) macht den Gefügeaufbau sichtbar, Lichtmikroskop begrenzt durch Wellenlänge des Lichts
- Elektronenmikroskopie erlaubt höhere Vergrößerungen und chemische Analyse
ZERSTÖRUNGSFREIE PRÜFUNG
- Farbeindringprüfung nutzt Kapillareffekt; für alle Werkstoffe, aber nur für Fehler, die an Oberfläche grenzen
- Magnetpulverprüfung nutzt Streufelder an Fehlern in Oberflächennähe bei magnetisierten Proben, sichtbar gemacht mit Magnetpulveraufschlämmung; Werkstoff muss ferromagnetisch sein, Magnetisierungsrichtung wichtig
- Wirbelstromprüfung nutzt elektromagnetische Induktion und Wirbelströme; Stromrichtung/Fehlerlage wichtig
- Ultraschallprüfung nutzt Ultraschallwellen, piezoelektrisch erzeugt und registriert; Durchschallungs- und Impuls-Echo-Verfahren, Einschallrichtung/Fehlerlage wichtig
- Röntgen- und Gammastrahlenprüfung nutzen die Absorption elektromagnetischer Strahlen durch Werkstoff; Einstrahlrichtung/Fehlerlage wichtig
STAHLHERSTELLUNG
- Erz (enthält Eisen), Koks (Reduktionsmittel) und Zuschläge (für Schlacke) sind die wichtigsten Ausgangsstoffe beim Hochofen; Roheisen entsteht
- Unerwünschte Elemente im Roheisen werden mit Sauerstoff oxidiert und entfernt; das Sauerstoffaufblasverfahren nutzt vorwiegend flüssiges Roheisen, das Elektrostahlverfahren vorwiegend Schrott/Eisenschwamm
- Nachbehandlungen verbessern Stahlqualität, wichtig ist das Beruhigen (Entfernen von Sauerstoff und Stickstoff), wirkt gegen das Altern
BEZEICHNUNG DER EISENWERKSTOFFE
- Kurznamen enthalten Hinweise auf Verwendung und Eigenschaften oder chemische Zusammensetzung, Namen unterschiedlich aufgebaut
- Werkstoffnummern immer gleich, kurz, knackig, aber man sieht ihnen nicht viel an
WÄRMEBEHANDLUNG DER STÄHLE
- Glühbehandlungen: Normalglühen versetzt den Stahl in seinen »normalen«, feinkörnigen, guten Zustand zurück; Weichglühen verringert die Härte durch kugelige Karbide; Spannungsarmglühen reduziert die Eigenspannungen
- Härten durch Austenitisieren und ausreichend schnelles Abkühlen; unlegierte Stähle müssen schnell abgeschreckt werden, bei legierten Stählen genügt langsamere Abkühlung
- Vergüten ist Härten mit nachfolgendem Anlassen (Wiedererwärmen); führt zu optimaler Kombination aus Festigkeit und Zähigkeit
- Randschichthärten nutzt günstige Verschleißeigenschaften und gute Festigkeit der Randschicht in Verbindung mit zähem Kern
STAHLGRUPPEN
- Unlegierte Baustähle: einfach, weitgehend problemlos, kostengünstig, meist nicht so superfest
- Feinkornbaustähle sind aufgrund des feinen Korns fester und/oder zäher als normale Baustähle, überwiegend gut schweißgeeignet
- Vergütungsstähle sind gehärtet und angelassen, hochfest bei guter Zähigkeit
- Warmfeste Stähle haben verbesserte Festigkeit bei hohen Temperaturen
- Hitzebeständige Stähle: gute Oxidationsbeständigkeit durch Cr, Al, Si
- Kaltzähe Stähle haben bei tiefen Temperaturen eine verbesserte Zähigkeit, insbesondere Kerbschlagarbeit
- Rostbeständige Stähle enthalten mindestens 12 % Cr und noch andere Elemente; ferritische Stähle haben krz-Gitter, preisgünstig, nicht so gute Zähigkeit; martensitische Stähle sind gehärtet; austenitische Stähle haben kfz-Gitter durch hohen Ni-Gehalt, sehr zäh; austenitisch-ferritische Sorten weisen krz- und kfz-Kristalle nebeneinander auf; bei allen Stählen spezifische Korrosionsarten beachten
- Werkzeugstähle unterscheiden sich in Warmfestigkeit und Anlassbeständigkeit; werden eingeteilt in Kalt-, Warm- und Schnellarbeitsstähle
EISENGUSSWERKSTOFFE
- Stahlguss ist in Formen gegossener Stahl, der nicht mehr umgeformt...
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