
Killing Time in a Warm Place
Roman
Jose Dalisay(Autor*in)
Transit (Verlag)
1. Auflage
Erschienen am 26. August 2024
Buch
Hardcover
180 Seiten
978-3-88747-414-0 (ISBN)
Beschreibung
Der Roman »Killing Time in a Warm Place« erzählt von einer Kindheit und Jugend in der Marcos-Zeit, von Menschen und Familien, die auf dem Land oder in Städten wohnen, immer auf dem Sprung nach einer besseren Arbeit, einem besseren Leben für sich und ihre Kinder. Die meisten arrangieren sich mit der Diktatur, mit der allgegenwärtigen Polizeigewalt und der Korruption; sie folgen dem Marcos-Regime auch noch dann, als das Kriegsrecht ausgerufen wird.
Es gibt aber auch politischen Widerstand, ausgehend von Studentinnen und Studenten, die sich teils der maoistischen Bewegung anschließen, teils eigene riskante Wege gehen, um die Diktatur zu bekämpfen. Dalisay beschreibt diese Situation aus den Augen junger Menschen, die auf der Suche nach Idealen sind, ihre Karriere opfern, von Militär und Geheimpolizei beobachtet, verhaftet und auch gefoltert werden, dann lange Jahre in Lagern verbringen müssen, bis das Regime unter Massenprotesten endlich zusammenbricht.
Der Roman entfaltet ein gewaltiges und buntes Panorama über das Leben auf den Philippinen, über das Abstumpfen in einer Diktatur, über politisches Wachwerden und auch über Irrungen und Wirrungen des studentischen Widerstands. Und das alles in einer lebendigen, facettenreichen Sprache, gewürzt mit viel Ironie und Witz.
Rezensionen / Stimmen
Westdeutscher Rundfunk WestArt, Holger Heimann Wie die Dinge laufen auf den Philippinen, das ist im Roman von Jose Dalisay offensichtlich. Unter dem Diktator Ferdinand Marcos blühen in den 1960er Jahren Vetternwirtschaft und Korruption. Als Studenten gegen das Regime aufbegehren, verhängt Marcos 1972 das Kriegsrecht und lässt die Aufrührer verfolgen. Es ist »Killing Time«. Jose Dalisay war auf der Seite der Aufständischen, der Opposition. Es sind seine Erfahrungen und die seiner Freunde, die in den Roman einfließen. Dalisay blickt nicht ohne Selbstironie und Sarkasmus auf die Träume seiner Generation zurück. Jose Dalisay zeichnet mit wenigen kraftvollen Strichen ein so eindrucksvolles wie entlarvendes Porträt einer zynischen Gesellschaft, die von tradierten Hierarchien und Abhängigkeiten bestimmt wird. Wer das Buch liest, wird weniger überrascht davon sein, dass heute der Sohn von Ferdinand Marcos Präsident des Landes ist. "Killing Time in a Warm Place" macht überzeugend deutlich, dass der Aufstand einer Gruppe junger Idealisten nicht genügte, um festgefügte Strukturen und machtvolle Traditionen aufzulösen. Die Geschicke des Landes werden gegenwärtig - wie vor 50 Jahren - von Familiendynastien bestimmt.Weitere Details
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Personen
Autor*in
Schriftsteller, Professor für Literaturwissenschaft
Jose Dalisay, 1954 geboren, war als junger Student aktiv in der Widerstandsbewegung gegen das Regime von Ferdinand Marcos, wurde in der Zeit des Kriegsrechts auf den Philippinen inhaftiert; nach seiner Freilassung studierte er Literaturwissenschaften in Manila und in den Usa. Sein erstes Buch »Killing Time in a Warm Place« erschien 1992. Dalisay ist einer der bekanntesten und meist ausgezeichneten Autoren der Philippinen. Neben zahlreichen Gastdozenturen in verschiedenen Ländern war er Professor für Vergleichende Literaturwissenschaft in Manila. Er schreibt Romane, politische Kolumnen, Gedichte, Theaterstücke und Kurzgeschichten. 2023 erschien »Last Call Manila«. Er lebt in Quezon City.
ISNI: 0000 0000 5159 8517
Jose Dalisay, 1954 geboren, war als junger Student aktiv in der Widerstandsbewegung gegen das Regime von Ferdinand Marcos, wurde in der Zeit des Kriegsrechts auf den Philippinen inhaftiert; nach seiner Freilassung studierte er Literaturwissenschaften in Manila und in den Usa. Sein erstes Buch »Killing Time in a Warm Place« erschien 1992. Dalisay ist einer der bekanntesten und meist ausgezeichneten Autoren der Philippinen. Neben zahlreichen Gastdozenturen in verschiedenen Ländern war er Professor für Vergleichende Literaturwissenschaft in Manila. Er schreibt Romane, politische Kolumnen, Gedichte, Theaterstücke und Kurzgeschichten. 2023 erschien »Last Call Manila«. Er lebt in Quezon City.
ISNI: 0000 0000 5159 8517
Übersetzung
Übersetzer, Jorunalist
NIKO FRÖBA, 1985 geboren, studierte Volkswirtschaft, Politik und Literatur in Freiburg, Berlin und Würzburg. Er arbeitet als Übersetzer und Journalist.
ISNI: 0000 0000 5159 8517
NIKO FRÖBA, 1985 geboren, studierte Volkswirtschaft, Politik und Literatur in Freiburg, Berlin und Würzburg. Er arbeitet als Übersetzer und Journalist.
ISNI: 0000 0000 5159 8517
Inhalt
Ich begann 1986 diesen Roman zu schreiben, kurz nach dem Sturz des Marcos-Regimes. Dieser Sturz war die Folge massenhafter Proteste in den Straßen Manilas, die überall Schlagzeilen machten und weltweit zu einem Modell für friedliche, antiautoritäre Bewegungen wurden. Ich war stolz, Teil dieser Revolte zu sein und war voller Begeisterung über die Befreiung, nachdem unter Marcos mehr als ein Jahrzehnt das Kriegsrecht herrschte. Dieses Gefühl überkam mich dann wieder, als der Eiserne Vorhang fiel und viele andere und meist friedliche Revolutionen stattfanden, der arabische Frühling eingeschlossen.
Knapp vierzig Jahre später ist das eigentlich Undenkbare geschehen, die Rechte ist zurück, nicht nur auf den Philippinen, auch in vielen anderen Ländern, die wir für stabile Demokratien hielten. Der Optimismus, der die Welt am Ende des 20. Jahrhunderts erfüllte, ist einem sich verdunkelnden Horizont gewichen, einer Verhärtung der Herzen und einer Einengung des Denkens.
Und wieder höre ich die Lockrufe des Despotismus, sehe die glasigen Augen von Menschen, die sich verzweifelt nach einer schnellen Lösung ihrer Probleme sehnen, der sofortigen Heilung. Ich sehe all dies und überlege, ob ich eine Fortsetzung des Romans schreiben sollte, ein Update für dieses neue Jahrhundert, aber was würde das bringen? Mein Roman sollte eigentlich von der Vergangenheit handeln. Warum ist er plötzlich wieder so aktuell?«