
Toxische Sprache und geistige Gewalt
Wie judenfeindliche Denk- und Gefühlsmuster seit Jahrhunderten unsere Kommunikation prägen
Monika Schwarz-Friesel(Autor*in)
Narr Francke Attempto (Verlag)
2. Auflage
Erschienen am 15. September 2025
Buch
Softcover
217 Seiten
978-3-381-14341-2 (ISBN)
Beschreibung
Judenfeindschaft und Sprache stehen seit zweitausend Jahren in einer untrennbaren Symbiose. Das Gift judenfeindlichen Denkens und Fühlens ist Teil unserer Kultur, und antisemitische Sprachgebrauchsmuster sind tief in unser kommunikatives Gedächtnis eingeschrieben. Auf diese Weise sorgen sprachliche Antisemitismen dafür, dass judenfeindliche Stereotype von Generation zu Generation weitergegeben werden.
Der Band macht diesen Zusammenhang anhand authentischer Beispiele anschaulich und verständlich. Er deckt die toxischen Sprachstrukturen mit ihrer Wirkung auf das kollektive Bewusstsein auf und weist auf die dringende Notwendigkeit eines sensiblen und geschichtsbewussten Sprachgebrauchs hin.
Stimmen zum Buch:
"Monika Schwarz-Friesel durchleuchtet das Thema Antisemitismus in einzigartiger historischer und sprachanalytischer Tiefe." - Sebastian Engelbrecht, Deutschlandfunk, Andruck: Das Magazin für politische Literatur (17.10.2022)
"Das Spannende an Schwarz-Friesels Unternehmen: Sie denkt die Befunde der historischen und sozialwissenschaftlichen Antisemitismusforschung mit Erkenntnissen der Neuro- und Kognitionswissenschaften zusammen." - Christoph Piorkowski, Der Tagesspiegel (20.9.2022)
"Das Buch muss von all denjenigen gelesen werden, die schreibende oder sprechende Multiplikatoren sind: Journalist:innen, Lehrer:innen, Dozent:innen." - Heidrun Kämper, Aptum 20,2 (2024)
Weitere Details
Reihe
Auflage
2., aktualisierte und erweiterte Auflage
Sprache
Deutsch
Verlagsort
Deutschland
Produkt-Hinweis
Klappenbroschur
Maße
Höhe: 221 mm
Breite: 148 mm
Dicke: 14 mm
Gewicht
356 gr
ISBN-13
978-3-381-14341-2 (9783381143412)
Schweitzer Klassifikation
Weitere Ausgaben
Person
Monika Schwarz-Friesel ist eine international führende Expertin auf dem Gebiet Antisemitismus und Sprache. Seit 2010 hat sie den Lehrstuhl für Linguistik am Institut für Sprache und Kommunikation der TU Berlin inne. Zu ihren Buchpublikationen gehören mehrere Standardwerke, u.a. Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert (mit Jehuda Reinharz, 2013, engl. Ausgabe 2017), Sprache und Emotion, Semantik (6. Auflage) und Judenhass im Internet. Sie ist Kuratoriumsvorsitzende der Leo-Trepp-Stiftung und Mitglied der Simon-Wiesenthal-Preis-Jury sowie des wissenschaftlichen Beirats der Antisemitism Studies (USA) und des Journal of Contemporary Antisemitism (UK).
Inhalt
Wieder ist Jetzt
1 Von einem Gift, das die Köpfe vernebelt und die Seelen mit Hass verdunkelt
2 Sprache als Weltenerschafferin und Menschenzerstörerin
3 Das geistige Gift Judenhass und seine Grundsubstanz
4 Am Anfang war das Wort: Die Sprache brachte den Judenhass in die Welt
5 Gebildete und aufgeklärte Judenfeindschaft
6 Judenfeindliche Topoi als Stilmittel
7 Indirekte Sprechakte: Jemand sagt X, meint aber erkennbar Y
8 Juden und Deutsche
9 Schweigen und Verschweigen als antisemitische Sprachhandlungen
10 "Es ist doch nur so dahingesagt und nicht böse gemeint": Du Jude! als Schimpfwort und andere alltagstaugliche Antisemitismen
11 Israelbezogener Antisemitismus und das Mantra seiner Strohmann-Abwehr
12 "Warum die schwarze Antwort des Hasses auf dein Dasein, Israel?" (Nelly Sachs, 1961)
13 Euphemismen und ihre Verschleierungsfunktionen
14 Wenn die Sprache versagt: Die Einsamkeit der jüdischen Trauer und warum der Bundestag hätte weinen müssen
15 "Den blinden und verstockten Juden helfen": Ratschläge und Moralpredigten vom Podest der hohen Moral
16 "Gestern die Juden, heute ...": Multifunktionale NS-Vergleiche und falsche Analogien als Sprachkonstruktionen, die in die Irre führen
17 Jews are News und Bad Jews are Good News: Massenmedien und ihre toxischen Narrative
18 Wo die Meinungsfreiheit enden und die Verantwortung anfangen sollte
Was ist jetzt zu tun? Nachwort zur zweiten Auflage
Bibliografie
Danksagung
Personenregister