
Preis der Leipziger Buchmesse 2026 | Die Gewinner
Auch dieses Jahr wurde wieder der Preis der Leipziger Buchmesse (19.-22. März 2026) verliehen. Aus insgesamt 485 Einreichungen wurden 15 Werke in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung nominiert. Am 19. März wurden schließlich die Sieger auf der Messe in Leipzig feierlich verkündet.
Entdecken Sie hier die preisgekrönten Titel, die innerhalb Deutschlands versandkostenfrei bei uns bestellbar sind. Viel Spaß beim Stöbern und Entdecken!

Gewinner der Kategorie Belletristik: „Goldstrand”
Eine baufällige Villa in Rom, eine rätselhafte Dottoressa, ein Mann auf der Couch erzählt um sein Leben: In ihrem neuen Roman »Goldstrand« fügt Katerina Poladjan Splitter des alten Europas zu einem heiter-melancholischen Bild der Gegenwart.
Begründung der Jury: "Wie erzählen wir unser Leben, wenn wir es selbst kaum fassen können? Meisterlich führt Katerina Poladjan vor, wie eine Biographie aus Selbstbefragung und Erfindung entsteht, aus Fabulieren und dem Umschiffen von Schmerz. Ihre Sprache ist leicht und abgründig zugleich, ihre Hauptfigur betrachtet sie mit Zuneigung und sanftem Spott, solange, bis das Bild eines Menschen entsteht, der sich auf einen Abschied vorbereitet und selbst noch nicht weiß, wohin ihn die Reise führt."

Gewinner der Kategorie Sachbuch/Essayistik: „Balkan-Odyssee. 1933-1941”
Der Theaterstar Tilla Durieux, die Schriftsteller Manès Sperber und Ernst Toller, der Dramatiker Franz Theodor Csokor, der Maler Richard Ziegler und viele andere - sie alle flohen vor Hitler nach Südosteuropa und fanden dort Unterschlupf. Doch diese erste Balkanroute ist heute so gut wie vergessen. Marie-Janine Calic ruft sie in Erinnerung und erzählt berührende Geschichten von Mut und Menschlichkeit, von Elend und Verrat, von Rettung und Untergang.
Begründung der Jury: "Südosteuropa ist bislang in der Exilforschung kaum beachtet – Marie-Janine Calic schließt eine Lücke mit diesem eindrucksvollen Werk. In ihrer enormen und akribischen Recherche erzählt sie die wechselvolle Geschichte der Balkanroute anhand vieler Einzelschicksale, erschließt politisch-historische Zusammenhänge und zeigt den Balkan als Region der Hoffnung und des Übergangs."

Gewinner der Kategorie Übersetzung: „Unten leben”
Es beginnt in Peru, als der amerikanische Filmemacher George Bennett an dem Tag, an dem der Anführer der Guerillagruppe Sendero Luminoso gefangen genommen wird, im Keller eines Hauses einen finsteren Mord begeht. Die Vorgeschichte dieses Verbrechens reicht fünfundzwanzig Jahre zurück, und es wird weitere fünfundzwanzig Jahre dauern, bis es aufgeklärt wird. Erstaunlich, wie die Teile des Rätsels aus Katakomben, Irrenanstalten und unterirdischen Gefängnissen sich zusammenfügen, während man sich auf eine unendliche Reise durch die dunklen Verliese der Geschichte Lateinamerikas, Europas und der Vereinigten Staaten begibt.
Begründung der Jury: "Dutzende Stimmen bilden in diesem meisterhaften Horror- und Schelmenroman ein Mosaik der düsteren Geschichte Lateinamerikas. Manfred Gmeiner hat diese labyrinthische Erzählung mit spielerischer Eleganz übertragen, ohne jemals den Blick auf ihre eigensinnigen Figuren, die literarischen Querverweise und das magische Funkeln der Poesie zu verlieren. Seine ebenso furchtlose wie packende Übersetzung macht die Lektüre zu einer unvergesslichen Erfahrung."
Liste der ursprünglich nominierten Titel

1985 nimmt sich eine junge Pianistin in Neubrandenburg das Leben. Dreieinhalb Jahrezehnte später stößt die Schriftstellerin Helene Bukowski auf ihre Geschichte. Behutsam nähert sie sich Christina, sucht in ihrer Biografie nach Rissen und Erschütterungen, aber auch nach Augenblicken großen Glücks.

Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Wie leben im Schatten der Kriege und des Tötens? Mit einem furchtlosen Blick in die Vergangenheit stellt sich „Im ersten Licht” dieser großen Frage der Gegenwart. Norbert Gstreins überwältigender neuer Roman.

Vom Mut einer Frau in einer Welt, die ihr keinen Platz mehr lassen will. Anja Kampmann erzählt in einer unvergleichlich atmosphärischen Sprache, der es auch an Leichtigkeit nicht fehlt, eine Geschichte weiblicher Selbstbehauptung aus einer ganz und gar von Männern dominierten Zeit.

Eine baufällige Villa in Rom, eine rätselhafte Dottoressa, ein Mann auf der Couch erzählt um sein Leben: In ihrem neuen Roman „Goldstrand” fügt Katerina Poladjan Splitter des alten Europas zu einem heiter-melancholischen Bild der Gegenwart.

Der Roman „erzählt von einer untergegangenen Zeit in einer ländlichen Umgebung in Kasachstan. Sentimentalität kommt dennoch nicht auf. Der Roman ist voller Konkreta und atmosphärisch dicht. Weil Unruh den Figuren meist nah ist und der Tonfall dem Mündlichen angenähert, entsteht der Eindruck großer Unmittelbarkeit.” (Deutschlandfunk, Jörg Plath)

Der Theaterstar Tilla Durieux, die Schriftsteller Manès Sperber und Ernst Toller, der Dramatiker Franz Theodor Csokor, der Maler Richard Ziegler und viele andere sie alle flohen vor Hitler nach Südosteuropa und fanden dort Unterschlupf. Doch diese erste Balkanroute ist heute so gut wie vergessen.

Auch 80 Jahre nach der Befreiung von Buchenwald ist die Erinnerung an den Holocaust nicht in der demokratischen Mitte angekommen. Die Angriffe auf das, was im Land Gedächtniskultur heißt, kommen nicht mehr nur von rechts. Warum? Was ist da los?

Fesselnd und stimmungsvoll, anhand bisher unveröffentlichter Dokumente aus Archiven in Los Angeles zeichnet Jan Jekal nach, wie sich die Exilierten gegen das autoritäre Amerika wehrten – mit Aktivismus, Witz, Courage und mit Filmen, die zu Klassikern geworden sind –, aber auch, wie einige von ihnen an Amerika verzweifelten.

Der mit Spannung erwartete Nachfolgeband zu Ulli Lusts Sachcomic-Besteller „Die Frau als Mensch”, der als erster Comic überhaupt mit dem Deutschen Sachbuchpreis geehrt wurde.

Epoche der Widersprüche und des Aufbruchs – die ganze Welt der englischen Renaissance. In über 500 von ihm ausgewählten, eingeleiteten und übersetzen Originaltexten entfaltet Manfred Pfister ein immens vielfältiges Panorama, das von Chaucer und Erasmus über Shakespeare bis zu Milton reicht.

Inspiriert vom Leben und Werk der britischen Schriftstellerin Emily Brontë schafft Anjet Daanje ein kaleidoskopisches Meisterwerk über die ewige Suche des Menschen nach Stabilität und Sinn – und inszeniert dabei ein packendes literarisches Verwirrspiel. (Ulrich Faure übersetzte aus dem Niederländischen)

Das berührende Porträt einer verschlossenen Sprachwissenschaftlerin aus Reykjavík, die ihre akademische Laufbahn an den Nagel hängt und aufs Land zieht. Von der Dorfgemeinschaft aus der Reserve gelockt, beginnt sie ein neues, ein ganz anderes Leben. (Tina Flecken übersetzte aus dem Isländischen)

„Unten leben” ist ein Meisterwerk und Meilenstein der lateinamerikanischen Literatur des 21. Jahrhunderts – ein Buch voller Abenteuer, eine Horrorgeschichte, ein Kriminalroman, eine Geschichte, die aus tausend Geschichten besteht. (Manfred Gmeiner übersetzte aus dem Spanischen)

András, der Erzähler, jüngstes von sieben Kindern, liebt seine tapfere Mutter Julia über alles – wo sie ist, lauert das Glück, egal, was geschieht. Vier Jahre lang zieht sie mit ihren Kindern in der ostrumänischen Steppe umher. (Timea Tankó übersetzte aus dem Ungarischen)

Irene Solà übertritt alle Grenzen des Erzählens und verbindet Legenden der Pyrenäen, Szenen aus dem Bürgerkrieg und katalanische Märchen zu einem wilden und sinnlichen Totentanz. (Petra Zickmann übersetzte aus dem Katalanischen)