
Literaturnobelpreis 2026 | Anne Carson
Der diesjährige Literaturnobelpreis geht an Anne Carson! Die kanadische Dichterin und Übersetzerin gilt als eine der renommiertesten Dichterinnen der Gegenwart. Anne Carson ist bekannt bekannt für ihre angesehenen Übersetzungen klassischer Autoren wie Sappho, Euripides und Sophokles, ebenso wie für ihre eigenen Gedichte, Essays und Versromane. Über sich selbst sagt die Autorin, dass die Etymologie der Wörter den Ausgangspunkt all ihrer Arbeit darstellt.
Finden Sie hier einige ihrer Werke auf Deutsch und Englisch. Nur so lange der Vorrat reicht!

Die Lyrikerin Anne Carson hat das Unbändigste und Verrückteste geschaffen, was die Literatur zur Zeit zu bieten hat. Sie setzt Homer in einen Teilchenbeschleuniger, um in der Zersplitterung alter Bedeutungen ein Spiegelbild unserer Gegenwart zu zeichnen. „Rot” ist ungeheuer erotisch und böse wie die griechischen Mythen, melancholisch und lasziv wie Velvet Underground.
„Rot” vereint zwei Werke in einem Band: „Autobiography of Red” und „Red Doc>”.

Die Punkphilologin Carson trifft Antigone nicht im Schauspiel und seinen Bildern: sie zielt auf ihre Buchstaben, spießt sie auf mit den Schwingungen ihrer Laute und Mitlaute, gewinnt sie in einem Spiel, in dem sie sich wie jeder Gewinn im Witz verliert: Volltreffer der Vergänglichkeit und Freisetzung eines unerhörten Sinns. Nie war Antigone so knapp, so klar; so grausam, so komisch; so frei und so gebunden.

In Norma Jeane Baker von Troja verschmilzt Anne Carson die ikonischen Frauengestalten Marilyn Monroe (geboren Norma Jeane Baker) und Euripides' Helena. Sie erkennen sich als überzeitliche Objekte männlichen Begehrens, und wir erkennen in ihnen widerständige Zauberinnen des Menschengeschicks.

Anne Carson ist eine der große Lyrikerinnen der Gegenwart, eine Meisterin, deren oszillierende Kreativität weit ausgreift: von Gedicht zu Essay, von Oper zu Ballett findet sie Gesten, um die Gegenwart zu bannen.

In vier poetischen Streifzügen von außerordentlicher Vorstellungskraft verbindet Carson Rhythmus und Metaphorik der Dichtung mit der schweifenden Natur des Essays und der Direktheit des Theaters. Die Lesenden erkennen, dass Geschichten und Mythen unsere Wirklichkeit durchweben.

Es war eine Dichterin, Sappho, die dem Eros das paradoxe Attribut „bittersüß” gab. Anne Carson geht Sapphos Werk nach. Sie tut dies als Dichterin und Philologin, und webt so eine gelehrte und subtile Studie, die zugleich poetisches Traktat und selbst Liebesrede ist. Eine fein und lakonisch gefugte Vielfalt, in der sich älteste Fragen wiederholen, um sich mit modernen Antwortversuchen zu mischen, in denen auch die Erfahrungen der Psychoanalyse spürbar sind

59 Liebesübungen sind Anne Carsons ganz persönlichen, eigenen Sprach- und Klangbildern folgenden Verrenkungen: 59 Aphorismen samt 16 Appendices zu Albertine, Proust, Samuel Beckett und Roland Barthes. Solch Lakonie war nie.






