
Jürgen Habermas | Seine wichtigsten Bücher und andere Lektüre-Empfehlungen
„Mit dem Tod von Jürgen Habermas hat uns einer der letzten intellektuellen Giganten des 20. Jahrhunderts verlassen”, so die US-amerikanische Philosophin und emeritierte Professorin Seyla Benhabib zum Tod von Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 im Alter von 96 Jahren verstorben ist.
Habermas zählte zur 2. Generation der Frankfurter Schule und war zuletzt Professor für Philosophie an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt. Er zählte zu den weltweit meistrezipierten Philosophen und Soziologen der Gegenwart und prägte über Jahrzehnte den politischen und wissenschaftlichen Diskurs. Jürgen Habermas erhielt zahlreiche Ehrendoktorwürden und Preise, darunter den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (2001) und den Kyoto-Preis (2004).
Finden Sie hier eine Auswahl seiner wichtigsten Werke sowie Einführungen in sein Denken.
Seine wichtigsten Werke – eine Auswahl

Dieses zweibändige Hauptwerk von Habermals erschien 1981. Die Theorie des kommunikativen Handelns dient der Klärung der Grundlagen einer kritischen Gesellschaftstheorie. Im Zentrum steht eine Rationalität, die der sprachlichen Interaktion von Menschen zugrundeliegt.

1962 erschien Strukturwandel der Öffentlichkeit, Jürgen Habermas' erstes Buch. In sozialhistorischer und begriffsgeschichtlicher Perspektive profiliert er darin einen Begriff von Öffentlichkeit, der dieser einen Platz zwischen Zivilgesellschaft und politischem System zuweist. Der Strukturwandel reihte sich alsbald ein unter die großen Klassiker der Soziologie des 20. Jahrhunderts und hat eine breite Forschung in den Geschichts- und Sozialwissenschaften angeregt.

Habermas' Rede ist eine Hommage an seinen Lehrer Max Horkheimer, die die Tradition der Kritischen Theorie aufnimmt und aktualisiert. Gleichzeitig ist sie ein Klassiker der Soziologie, dessen Titel geradezu sprichwörtlich geworden ist. Statt postmoderner Überwindung der Moderne soll das Erbe der Aufklärung in der Moderne als Projekt im Dienst einer offenen Gesellschaft verwirklicht werden.

Auch eine Geschichte der Philosophie stellt im Stil einer Genealogie dar, wie die heute dominanten Gestalten des westlichen nachmetaphysischen Denkens entstanden sind. Als Leitfaden dient der Diskurs über Glauben und Wissen, der aus zwei starken achsenzeitlichen Traditionen im römischen Kaiserreich hervorgegangen ist. Das bei seiner Erstpublikation 2019 gefeierte Buch finden Sie hier als Taschenbuch mit einem deutlich erweiterten Gesamtinhaltsverzeichnis und einem für diese Ausgabe geschriebenen Nachwort des Autors.








