
200 Jahre Volksheld Andreas Hofer auf der Bühne und im Film
Beschreibung
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Nach einer Einführung in die Geschichte Tirols gibt die Autorin einen Überblick über die Rezeption Andreas Hofers in der Dramatischen Kunst im Laufe von 200 Jahren. Es folgt eine ausführliche Darstellung und Analyse der ersten Dramen in Tirol, der Volkstheaterbewegung, des Kulturkampfes in Tirol, der Dramen und Opern auf internationaler Ebene sowie der Filme bis ins einundzwanzigste Jahrhundert. Die Autorin hat die gänzlich unbekannte Rossini-Oper Hofer von James Robinson Planché in London entdeckt und eine deutsche Interpretation durch Karl August Lichtenstein gefunden. In eigenen Kapiteln werden die sorgfältig recherchierten Biographien der Dramatiker und Drehbuchautoren dargestellt. Dazu war es vielfach notwendig, in örtliche Sterberegister von Pfarreien zu gehen oder über Ortsvorsteher und Landesarchive Informationen zu erfragen. Zum Abschluß des Buches folgt eine Darstellung der politischen Funktionalisierung Andreas Hofers in den verschiedenen Epochen bis zur Lösung des Südtirol-Konflikts.
Im Anhang befindet sich eine Auswahl von Abbildungen der Gemälde über die schicksalshaften Jahre 1809 und 1810, die Einfluß auf die Dramatische Kunst nahmen sowie Fotos von Denkmälern, die Andreas Hofer gesetzt wurden.
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Inhalt
2 - Inhaltsverzeichnis [Seite 8]
3 - 1 Einleitung [Seite 14]
4 - 2 Helden [Seite 23]
4.1 - 2.1 Ursprung und Bedeutung des Begriffes "Held" [Seite 23]
4.2 - 2.2 Entstehung eines Heldenmythos [Seite 23]
5 - 3 Geschichte Tirols bis zum Tod Andreas Hofers 1810 [Seite 28]
5.1 - 3.1 Geschichtliche Marksteine, die zum Verständnis der sogenannten "Tiroler Erhebung" beitragen [Seite 28]
5.2 - 3.2 Tirol als bayerische Provinz [Seite 32]
5.3 - 3.3 Vorbereitung zur "Erhebung" [Seite 35]
5.4 - 3.4 Die kriegerische Auseinandersetzung [Seite 37]
5.5 - 3.5 Andreas Hofer als Oberkommandant in Innsbruck [Seite 44]
5.6 - 3.6 Das letzte Gefecht und Andreas Hofers Tod [Seite 46]
6 - 4 Der "Held" Andreas Hofer [Seite 53]
6.1 - 4.1 Andreas Hofer in jungen Jahren [Seite 53]
6.2 - 4.2 Haltung des Hauses Habsburg zu Andreas Hofer nach seinem Tod [Seite 54]
6.3 - 4.3 Andreas Hofer in der Bildenden Kunst [Seite 56]
7 - 5 Übersicht über die Rezeption Hofers [Seite 60]
7.1 - 5.1 Hofer als klassischer Held mit Gott für Kaiser und Vaterland [Seite 60]
7.2 - 5.2 Hofer als "deutscher Held" [Seite 62]
7.3 - 5.3 Der völkische Hofer [Seite 63]
7.4 - 5.4 Hofer als Sühnender und Zweifelnder - Hinweise auf die Passion [Seite 64]
7.5 - 5.5 Hofer als Rebell (offizielle Linie des Habsburger Hauses) [Seite 67]
7.6 - 5.6 Der menschliche Hofer [Seite 67]
7.7 - 5.7 Die Apotheose Hofers, lebende Bilder, Einflüsse durch und auf die Bildende Kunst [Seite 68]
7.8 - 5.8 Das böse Omen [Seite 70]
7.9 - 5.9 Der "Rütlischwur" [Seite 72]
7.10 - 5.10 Hoamaterdn [Seite 72]
8 - 6 Übersicht über die Rezeption der Tiroler Frauen [Seite 73]
8.1 - 6.1 Treue Ehefrauen, Hausfrauen, Mütter, liebende Bräute [Seite 73]
8.2 - 6.2 Die Kämpferinnen [Seite 77]
8.3 - 6.3 Alte Frauen und flotte Kellnerinnen [Seite 78]
8.4 - 6.4 Eine böse, habgierige Frauenfigur [Seite 78]
8.5 - 6.5 Keine Frauen [Seite 79]
8.6 - 6.6 Frauen in Filmen rund um Hofer [Seite 79]
9 - 7 Andreas Hofer in Drama, Libretto und Film [Seite 81]
9.1 - 7.1 Die ersten Dramen in Tirol [Seite 81]
9.2 - 7.2 Die Rezeption Andreas Hofers in deutschen Ländern und in England [Seite 85]
9.3 - 7.3 Volksstücke, Fest- und Freilichtspiele [Seite 162]
9.4 - 7.4 Dramen zur Zeit des Kulturkampfes in Tirol [Seite 201]
9.5 - 7.5 Andreas Hofer in der Darstellenden Kunst am Vorabend des Ersten Weltkrieges [Seite 220]
9.6 - 7.6 Andreas Hofer in der Zwischenkriegszeit [Seite 235]
9.7 - 7.7 Dramen und Filme am Beginn des Zweiten Weltkriegs [Seite 248]
9.8 - 7.8 Filme im 20. und 21. Jahrhundert [Seite 252]
10 - 8 Die politische Funktionalisierung Andreas Hofers [Seite 264]
11 - 9 Biographische Daten der Autoren [Seite 274]
11.1 - 9.1 Paul Wigand (Ps. Paul Treulieb) [Seite 274]
11.2 - 9.2 Karl Leberecht Immermann [Seite 276]
11.3 - 9.3 James Robinson Planché [Seite 276]
11.4 - 9.4 Karl August Freiherr von Lichtenstein [Seite 277]
11.5 - 9.5 Gustav Albert Lortzing [Seite 278]
11.6 - 9.6 Wilhelm Gärtner [Seite 282]
11.7 - 9.7 Berthold Auerbach [Seite 282]
11.8 - 9.8 Catherine Swanwick [Seite 283]
11.9 - 9.9 Emil Kaiser [Seite 283]
11.10 - 9.10 Franz Xaver Reitterer (Ps. Franz von Friedberg) [Seite 284]
11.11 - 9.11 Hans Leiß [Seite 285]
11.12 - 9.12 Josef Kerausch [Seite 285]
11.13 - 9.13 P. Vigil Angerer [Seite 286]
11.14 - 9.14 August Adolph Friedrich Kassau [Seite 286]
11.15 - 9.15 Joseph Böhm [Seite 287]
11.16 - 9.16 Eduard Dorn [Seite 287]
11.17 - 9.17 Carl Wolf [Seite 288]
11.18 - 9.18 Dr. Robert Weißenhofer [Seite 289]
11.19 - 9.19 Gustav Müller [Seite 289]
11.20 - 9.20 Alois Johannes Lippl [Seite 290]
11.21 - 9.21 Franz Kranewitter [Seite 291]
11.22 - 9.22 P. Ferdinand von Scala [Seite 292]
11.23 - 9.23 Karl Domanig [Seite 293]
11.24 - 9.24 Karl Schönherr [Seite 293]
11.25 - 9.25 Peter/Pierre Schinhofen [Seite 294]
11.26 - 9.26 Theobald Werner Hofmann [Seite 294]
11.27 - 9.27 Felix Renker [Seite 294]
11.28 - 9.28 Demetrius Schrutz [Seite 296]
11.29 - 9.29 Theodor Walther Lutz [Seite 297]
11.30 - 9.30 P. Edmund Frey [Seite 298]
11.31 - 9.31 Oskar Gluth [Seite 299]
11.32 - 9.32 Gustav Turneck [Seite 299]
12 - 10 Biographien der Drehbuchautoren [Seite 300]
12.1 - 10.1 Carl Froelich [Seite 300]
12.2 - 10.3 Hanns Prechtl [Seite 301]
12.3 - 10.3 Luis Trenker [Seite 301]
12.4 - 10.4 Dr. Hans Curjel [Seite 303]
12.5 - 10.5 Anton Bossi-Fedrigotti von Ochsenfeld [Seite 304]
12.6 - 10.6 Thomas Pluch [Seite 305]
12.7 - 10.7 Christian Berger [Seite 306]
12.8 - 10.8 Felix Mitterer [Seite 307]
12.9 - 10.9 Werner Asam [Seite 309]
13 - 11 Filmische Daten [Seite 310]
14 - 12 Literatur [Seite 315]
15 - Anlage zu 200 Jahre Volksheld Andreas Hofer auf der Bühne und im Film Dissertation von Ilse Wolfram [Seite 332]
7.1 Die ersten Dramen in Tirol
Die ersten Dramen wurden noch zu Lebzeiten Andreas Hofers oder kurz nach seinem Tod geschrieben. Sie sind nur handschriftlich überliefert und befinden sich im Tiroler Landesmuseum, dem Innsbrucker Ferdinandeum.174 Es handelt sich um Benitius Mayrs Andreas Hofer, oder das getäuschte Tirol, ein Trauerspiel in 6 Aufzügen zur Rettung der Ehre meines Vaterlandes175und um Johann Caspar von Wörndles Andreas Hofers Gefangennehmung und Tod, ein tirolisches National-Trauerspiel in fünf Aufzügen.
Benitius Mayr (1760-1826) war der Sohn eines Aufsehers im Haller Salzbergwerk, studierte Theologie und Philosophie in Innsbruck, trat 1777 in den Servitenorden ein und wurde 1784 zum Priester geweiht. 1806 wurde er Professor der Ästhetik an der Universität Innsbruck, wo er 1811 auch den Lehrstuhl für Philosophie erhielt. Er war hoch angesehen und als friedliebend bekannt, hatte das Jahr 1809 persönlich miterlebt und später eine Festpredigt zum Gedenken an Andreas Hofer gehalten.
Sein Drama über Andreas Hofer wurde erst im Nachlaß 1826 gefunden und Erzherzog Johann 1828 auf Wunsch in Abschrift zugesandt (wie im vorgebundenen Blatt des Werkes unter dem Titel "Erinnerung" erwähnt wird). Benitius Mayr scheint sich trotz seiner Friedensliebe kein Blatt vor den Mund genommen zu haben, denn schon der Einstieg in das Theaterstück (1. Aufzug) mit einem tobenden Hormayr177 ("Hölle! Teufel!"), der seiner Enttäuschung über den Befehl zum Abzug der österreichischen Truppen unter General Buol Ausdruck verleiht und um seine Karriere fürchtet, sowie ein späterer Vergleich des Bayern mit einem Primaten: "Hormayr ( im Gespräch mit einem gefangenen bayerischen Major):
,Da haben Sie recht, Herr Major, denn der Baier steht in dem Urtheile der übrigen Welt eine Stufe ober dem Orangutang,'"178 versprachen spannende Momente. Aber auch die Großzügigkeit des Sandwirts, der den bayerischen Major (geschichtlich handelte es sich um Baron von Völderndorff, der einen Austausch der Gefangenen zwischen München und Wien vermittelte179) mit dem Versprechen auf Rückkehr ziehen läßt, wurde auf den wenigen mir zugänglichen Seiten deutlich.180 Hier ein Auszug aus der Rede Hofers im 1. Auftritt des 2. Aufzuges, die etwas mehr zum Stil des Stückes aussagen kann:
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