
Der Rappel - Teil 2
Beschreibung
Immer wieder grübelt er über sein bisheriges Leben nach, über seine Schulzeit als schüchternes, hochbegabtes Kind, über die Jahre als Zuckerwatteverkäufer und in Abrisshäusern und schließlich seine Ausreise in den Westen. Aber vor allem träumt er mehr und mehr von außerehelichen sexuellen Kontakten, denn er möchte das, was er in seiner Jugend versäumt hat, nun endlich nachholen. Es kommt zur Trennung von seiner Frau und er beginnt, die Welt der Escort-Agenturen zu erkunden, wodurch sein Leben vollends aus den Fugen zu geraten droht. Stoisch plündert er sein Konto und lässt sich nun Abend für Abend Callgirls in sein Schlafzimmer kommen. Russische Studentinnen, junge Polinnen und Rumäninnen, Mädchen aus dem Baltikum, Deutsche.
Nur die Verantwortung seinen Kindern gegenüber hält ihn noch davon ab, gänzlich in dieser Halbwelt zu versinken. Allerdings entstehen zu einigen der Mädchen sehr intensive Beziehungen, auch rein privat und an den Agenturen vorbei, was ihn in so manchen emotionalen Strudel stürzt. Doch schließlich beginnt er, die Dinge allmählich wieder neu zu ordnen.
"Der Rappel" ist die Geschichte einer sexuellen Befreiung, aber darüber hinaus auch die Geschichte eines Mannes, der seine ganze bisherige Existenz auf den Prüfstand stellt und dabei Gefahr läuft, sich durch das verspätete Ausleben seiner Individualität komplett zu ruinieren.
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Inhalt
135. Kapitel
Kata I
Oksana stand die ganze Woche auf Urlaub, was aber nicht weiter schlimm war, weil ich sowieso mal wieder eine Andere ausprobieren wollte.
Also warf ich den Computer an und guckte, was sich in der Sexworker-Szene so Neues tat, und siehe da: Kata. Sexy Bilder im knappen Bikini, Gesicht leider durch eine Art Nebelfleck unkenntlich gemacht. Laut Freierbericht 'sehr passiv, aber ein Spitzengewächs, echte KG 32'.
Nun denn, carpe noctem, sagte ich mir, und orderte.
Vor Anstrengung pustend kam sie die Treppe hoch, sah mich bloß ganz kurz an und dann gleich wieder zur Seite und nach unten. Sie war richtig hübsch, stellte ich sofort fest. Ein sanftes Kleinmädchengesicht, sogar noch mit ganz leichten, kindlichen Pausbäckchen. Wie süß! Sehr zarter Teint, leicht gebräunt und mit Sommersprossen. Irgendwie erinnerte sie mich entfernt an jemanden, aber ich kam nicht drauf. Sie trug eine dunkle Bluse und Jeans; der Gürtel hatte einen silbernen Schmetterling als Schnalle.
Schon ihren ersten Sätzen nach zu urteilen, schien ihr Deutsch recht gut zu sein.
Wir setzten uns, sie holte ihre Zigaretten aus der Handtasche, und ich gab ihr erstmal zweihundert Euro für zwei Stunden.
"Ich habe aber kein Wechselgeld", sagte sie. "Kommst du nachher mit zum Fahrer runter, okay? Der kann rausgeben."
"Schon gut so", winkte ich ab.
Während sie rauchte und an ihrem Saft nippte, unterhielten wir uns eine Weile oberflächlich über irgendwelche Gemeinsamkeiten und Unterschiede verschiedener Sprachen, wobei wir uns probeweise schon immer mal etwas länger in die Augen sahen. Sie wäre Kroatin, meinte sie, würde aber auch Deutsch und Englisch und sogar ein wenig Französisch sprechen.
Nach zwanzig Minuten bat sie um einen Kaffee, und als ich ihr dann eine frisch gebrühte Tasse servierte, rührte sie sie überhaupt nicht an. "Muss noch abkühlen", erklärte sie, und es dauerte ziemlich lange, bis sie einen winzigen ersten Schluck nahm. Außerdem steckte sie sich immer wieder eine neue Zigarette an.
Sie versuchte Zeit zu schinden, das hatte ich natürlich längst begriffen.
Nach einer dreiviertel Stunde legte ich behutsam meine Hand auf ihren Arm und sah ihr in die Augen.
"Ich will mit dir ins Bett", sagte ich ruhig. "Ganz locker, und kein Französisch."
"Kein Französisch?", echote sie verschreckt zurück.
"Nein, nur ganz sanften Sex", antwortete ich. "Brauchst keine Angst zu haben."
Sie stand auf und ging ins Bad, duschte und kam schließlich alsbald in ein Handtuch gewickelt wieder raus, und allein schon, was ich da zu sehen kriegte, veranlasste mich, sie mit einer standing ovation zu begrüßen. Und natürlich sorgte ich dafür, dass das Handtuch schon bald fiel.
So, und zu ihrem Aussehen muss ich an dieser Stelle nun mal etwas mehr kundtun. Inzwischen hatte ich ja reichlich hübsche Damen in meiner Behausung gehabt, keine Frage. Frauen, bei deren Anblick ein normaler Mann unweigerlich Zustände kriegte. Jede dieser Perlen für sich betrachtet war schön und hatte ihre Reize, aber Kata war auch im Vergleich mit allen anderen noch an oberster Stelle einzuordnen. Zierliche Gestalt und kleine, aber volle Apfelbrüste; richtige niedliche, stramme Halbkugeln. Zarte Oberschenkel, der Hintern ein Traum. Zu Hause hatte sie jahrelang in einer Leistungssportgruppe trainiert, und das sah man. Nun, wie soll ich es sagen? Ich meine, Nicoles Brüste zum Beispiel, die waren ja eigentlich ein bisschen zu klein, aber weil es die liebe Nicole war, machte es wirklich überhaupt nichts. Doch bei Kata stimmte einfach alles, auch die Seitenansicht. Also sie war zwar eine von der schmalen Sorte, aber der entscheidende Pluspunkt war eben, dass trotzdem oben ordentlich Brust abstand und unten der Po auch nicht irgendwie platt und einfach nur 'so da' war, sondern sich in vollendeter Wölbung präsentierte (in zwei vollendeten Wölbungen, um genau zu sein). Bei diesem straffen Gesäß sah man jedenfalls, dass der Musculus gluteus maximus wirklich ein Muskel war.
Wenn ich der liebe Gott wäre, wüsste ich jedenfalls nicht, wo ich da noch etwas hätte wegnehmen oder aufpusten sollen. Besser ging es einfach nicht. Summa summarum: nach meinem Geschmack hatte sie den schönsten Körper von allen. Perfekte Proportionen wie Galina oder Inna aus Minsk, aber eben noch um das entscheidende, magische Milligramm mädchenhafter. Wie eine leckere Sechzehnjährige, sweet little sixteen! Wie die unerreichbaren Oberschülerinnen, nach denen ich insgeheim lechzte. Selbst ich als Monohoden war vollkommen hin und weg (Monohoden? - 'tschuldjung Freunde, hier also ein Nachtrag: Als Kind hatte ich eine Leistenhoden-OP gehabt, damals verstand ich allerdings immer 'Leistungshoden', und seitdem besaß ich nur ein einziges dickes fettes Mono-Monsterei nebst kümmerlicher Minimurmel im Sack, bin also halb Zuchtstier und halb Mäusemännchen).
Also, wo war ich stehen geblieben, hätte ich jetzt fast gefragt...
Mannomann, was für ein Körper!
Mit dem Body hätte sie jedenfalls definitiv als Starmodel arbeiten können. Auch ihr Gesicht war außergewöhnlich hübsch, mit sehr zarten, fast noch kindlichen Zügen. Aber das hatte ich ja wohl schon erwähnt. Große Augen, kleine Nase, volle Lippen, eben das typische 'Kindchenschema', das die Attraktivitätsforscher wohl nicht ohne Grund favorisierten.
Nackt kletterten wir beide aufs Bett, und während ich meinen Händen keinen Zwang antat, griff sie bloß eher zaghaft (oder gar widerwillig?) nach meinem Schwanz. Ich versuchte erst selber, mir ein Kondom überzustülpen, verhedderte mich aber irgendwie dabei, so dass sie mir schließlich doch ihr eigenes, das sie schon vorher bereit gelegte hatte, überzog.
Es dauerte nicht lange, und ich vögelte sie. Ohne Küsse, und ohne temperamentvolle Seufzer. Sie stellte sich lediglich zur Verfügung; die Augen geöffnet, aber den Blick zur Seite gerichtet. Beinahe 'wie ein toter Fisch', zumindest hatte es jemand im Freierforum mal so krass ausgedrückt. Ein banaler Gestattungsfick, nichts weiter.
Als ich hinterher merkte, dass sie ein bisschen unbequem lag, schob ich ihr ein Kissen unter den Kopf.
"Chef hat gesagt: Kata, hast du heute Premiere, vielleicht will er mal wieder mit Mädchen Deutsch sprechen", meinte sie, als ich rauszogen hatte und neben ihr lag. "Nina hat gekonnt gut Deutsch, aber Oksana spricht bloß bisschen Englisch, du weißt."
Sie kannte meine Straße schon lange, erfuhr ich, weil sie nämlich oft mit im Auto gesessen hätte, als andere Mädchen zu mir gebracht worden waren.
"Weißt du, normalerweise ich mache immer nur eine Stunde, wenn ich Klient nicht kenne", erklärte sie mir, "weil ich nicht weiß, wie ist der Mann, und ich nervös und weiß nicht, was reden. Bei dir ist Ausnahme, weil auch Oksana hat gleich gesagt, du machst keine Problem nie für Mädchen und bist intelligent und kann ich was lernen."
Ihr Vater wäre angeblich Bankdirektor, erzählte sie als nächstes, "Geld zu Hause war nie Problem". Sie hätte sogar eine Privatschule besucht, daher auch ihre guten Sprachkenntnisse.
"Was war denn dann das Problem?", fragte ich.
"Mein Vater wollte immer alles bestimmen", antwortete sie, "hat erst so gemacht mit meine Bruder, und später versucht mit mir."
Aber im Gegensatz zu ihrem Bruder hätte sie sich nicht gefügt, und deswegen wäre sie am Ende durchgebrannt.
"Ich bin Strafe für ihn", sagte sie und schwieg.
Er aber auch für dich, dachte ich.
"Sogar als ich Freund hatte, richtig guten Freund mit den ich verliebt", fuhr sie fort, "da hat er gesagt: Nein, nicht von diese Familie, ist nicht gut für dich. Hat nicht geredet mit mir, nie, immer geschimpft nur und verboten."
Hm, dachte ich, wegen eines bornierten und tyrannischen Vaters ließ sich dieses edle Kind aus erster Familie nun also von der Berliner Halbwelt nageln.
Es klang ziemlich verrückt, fand ich, aber deswegen nicht unglaubwürdig.
Sicherlich war es meistens eine Mixtur von Gründen, die diese Mädchen zum einschlägigen Gewerbe gebracht hatte, und Geld spielte dabei in der Regel eine nicht unwesentliche Rolle. Aber Kata war anscheinend nicht in erster Linie deswegen hier, denn bei diesen Eltern hätte sie das ja wohl weiß Gott einfacher haben können.
Sie zeigte mir ein Foto ihrer Mutter auf dem Handydisplay. Man sah zwar nicht viel, nur sowas wie die Bikinisilhouette einer Strandnixe, aber immerhin.
"Sie trägt Sachen von mir, weil auch noch sehr schlanke Figur", erläuterte Kata.
Nach Deutschland wäre sie mit dem Auto gekommen, fing sie dann übergangslos an.
"Habe Führerschein, und bei Fahren immer abgewechselt mit kroatische Junge, der jetzt wohnt bei mir."
"Aha", erwiderte ich, fragte aber bewusst nicht weiter nach.
Um das Gespräch dennoch nicht ganz versanden zu lassen, übernahm ich wieder die Initiative.
"Findest du die Männer im allgemeinen nett?", erkundigte ich mich.
"Nee", erwiderte sie sofort, "zwei oder drei Mal in Woche...
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