Die Einmischer
Wie sich Schriftsteller heute engagieren
Thomas Wagner(Autor*in)
Argument Verlag mit Ariadne
1. Auflage
Erschienen am 7. Mai 2013
216 Seiten
978-3-86754-944-8 (ISBN)
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Beschreibung
Wie politisch sind unsere Schriftsteller?
Allem Gerede vom Verstummen der engagierten Literatur zum Trotz: Schriftstellerinnen und Schriftsteller mischen sich ein. Sie thematisieren Probleme und Missstände, die von der Politik tabuisiert sind und in den großen Medien oft zu kurz kommen.
Die Einmischung der Literatur leugnen kann nur, wer einem bürgerlichen Literaturverständnis folgt und sich ganz auf den Gegenwartsroman fixiert. Denn seit Jahren findet sich die Befassung mit brisanten politischen Themen auch und gerade in der Spannungsliteratur, im Jugendbuch oder in der Poesie. Thomas Wagners Interviews zeigen die Vielfalt heutigen Engagements und der beteiligten literarischen Gattungen.
Die Gespräche sind so unterschiedlich wie die künstlerischen Werke, doch sie machen eines deutlich: Inmitten der deutschsprachigen Literatur entsteht derzeit eine regelrechte Ideenwerkstatt für konkrete Utopien - sprachlich überzeugend, sachkundig und politisch vorwärtsweisend.
Gespräche mit Dietmar Dath, Raul Zelik, Juli Zeh, Ilija Trojanow, Robert Menasse, Wolfgang Schorlau, Sabine und Saddek Kebir, Erasmus Schöfer, Michael Wildenhain, Sabine Kuegler, Jürgen Todenhöfer, Wladimir Kaminer, Eva Jantschitsch ('Gustav'), Kai Degenhardt, Biermösl Blosn, Erwin Riess, Christine Lehmann, Dagmar Scharsich, Michael Mäde, Matthias Frings.
"Ich bin in der luxuriösen Situation, eine Art Plattform für Ansichten zu haben, und die nutze ich." Juli Zeh
"Momentan ist alles sehr zersprengt. Gewerkschaftliche Arbeit, politische Publizistik - das müssen wir alles neu lernen, unter nicht mehr sozialpartnerschaftlichen Bedingungen, sondern wieder antagonistischen." Dietmar Dath
"Eigentlich müsste es eine Erschütterung der herrschenden Gewissheiten geben. Stattdessen existiert so eine sozialdemokratische Schönheitsoperationsmentalität." Ilija Trojanow
"In unserer Gesellschaft ist noch nicht angekommen, dass die Unterscheidung in weibliche und männliche Rollen nicht sinnvoll ist und vor allem den Frauen schadet, sie zuweilen sogar das Leben kostet, wenn man das Gebaren der Kriegsherren betrachtet." Christine Lehmann
"Das Prinzip, dass das Kapital sich immer weiter verzinsen muss, dass tatsächlich alles andere untergeordnet wird, dieses Prinzip ist verrückt, weil es nach oben keine Grenzen kennt." Wolfgang Schorlau
"Alles wird privatisiert. Alles wird diesem Gentrifizierungswahn ausgesetzt. Ich möchte einen Ort haben, auf den diese Strukturen und Ordnungen keinen Zugriff haben." Eva Jantschitsch (>Gustav<)
"Ich will Herrschaftsverhältnisse kenntlich machen, die hier und heute in der Mainstream-Kunst und den Medien gerne verschleiert werden." Kai Degenhardt
"Ich bin offen gestanden, nennen Sie mich ruhig einen Idealisten, der Meinung, dass das Publikum nicht dumm ist." Matthias Frings
"Das schreiende Unrecht auf dieser Welt bleibt für die meisten Menschen abstrakt und wird verdrängt. Man kann ja umschalten. Wozu gibt es eine Fernbedienung. Dagegen schreibe ich an." Michael Mäde
"Aus der DDR gerettet habe ich meine Sozialisation, mich mit anderen solidarisch fühlen zu wollen. Das war damals unser ganz großes Pfund." Dagmar Scharsich
"Ich halte die Antiterrorpolitik gegenüber Afghanistan, Irak und anderen muslimischen Staaten für eine Sackgasse, weil sie unintelligent, uninformiert und unmoralisch ist." Jürgen Todenhöfer
"Der Staat ist ein facettenreiches und widersprüchliches Feld, auf dem man sich illusionslos bewegen muss." Raul Zelik
"Ich bin für eine Verfassung, die die Grundlage für das Handeln der Bürger bildet." Robert Menasse
"In einer menschlichen Gesellschaft würde der Mensch an Stelle des Kapitals stehen. Die Menschen werden dann vermehrt, gestreichelt und gebildet." Wladimir Kaminer
Rezensionen / Stimmen
"Die Klagen wollen nicht verstummen: Mit dem Zusammenbruch des so genannten 'real existierenden Sozialismus', andere meinen mit dem Verblassen der 68er-Bewegung, seien politisch engagierte, gesellschaftskritische Schriftsteller mehr und mehr ausgestorbenWeitere Details
Sprache
Deutsch
Verlagsort
Hamburg
Deutschland
Dateigröße
1,11 MB
ISBN-13
978-3-86754-944-8 (9783867549448)
Schweitzer Klassifikation
Weitere Ausgaben
Person
1967; Dr. phil., freier Autor für Publikumszeitschriften. Veröffentlichungen: Irokesen und Demokratie. Ein Beitrag zur Soziologie interkultureller Kommunikation (2004); Herrschaftsfreie Institutionen (Mitverf., 1999). Arbeitsgebiete: Ideologiekritik; Literatur; Think Tanks; Militainment
Inhalt
- Intro
- Titel
- Impressum
- Inhaltsverzeichnis
- Einleitung - Worum es geht
- Die Gespräche
- Die Gegner schlafen auch mal
- Nichts legitimiert, dass der Staat zu terroristischen Mitteln greift
- Mit dem Fingerabdruck können Geheimdienste anrichten, was sie wollen
- Das Gegenmodell heißt: völlige Umwälzung der Verhältnisse
- Die Jasager und Mitmacher sind für mich Faschisten
- Dank Marx verstehe ich, wie unsere Gesellschaft funktioniert
- Die Nation kann nur multikulturell sein
- Widerstand braucht Literatur, um sich zu verständigen
- Politische Literatur braucht einen Resonanzraum
- Am wichtigsten ist, dass das Töten und die Unterdrückung aufhören
- Die Lösung ist: Mit dem Krieg aufhören und verhandeln!
- Die Angst, was zu verlieren
- Ein Rock'n'Roll-Leben ist strukturell nicht möglich
- Wie es sein könnte
- Wir haben dieses Scheißfernsehen nicht gebraucht
- Die Donau als Ausweg
- Unsere Kultur hat ein Y-Chromosom
- Ich wollte die DDR erhalten und zu einem demokratischen Land machen
- Ich hielt die DDR für den besseren deutschen Staat
- Über Ronald M. Schernikau: Die Revolution wäre für ihn das Unterhaltendste gewesen
- Danksagung
- Anmerkungen
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