Standort Deutschland

Herausforderungen und notwendige Reformen
 
 
Kohlhammer (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 16. Juni 2021
  • |
  • 279 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-17-039329-5 (ISBN)
 

Schon vor der Pandemie zeichneten sich verschiedene Herausforderungen für den Standort Deutschland ab, die nun zum Teil noch stärker hervortreten. Bei der Digitalisierung bescheinigen Experten sehr große Versäumnisse. Ökologie und Klimawandel benötigen immense Anstrengungen. Die Globalisierung verschärft den Wettbewerb und erfordert agilere Unternehmen sowie eine viel höhere Gründungsdynamik. Im Arbeitsleben gilt es, das "New Normal" zu etablieren. Auch ordnungspolitische Veränderungen sind unabdingbar, werden jedoch meist kontrovers diskutiert und nur zaghaft umgesetzt.

Neben Wissenschaftlern und Politikern kommen in dem Band insbesondere Vertreter der Wirtschaft zum "Standort Deutschland" zu Wort. Alle Autoren nehmen eine pointierte Bestandsaufnahme zu ihren jeweiligen Themen vor und zeigen klare, praxisorientierte Handlungsoptionen auf.

1. Auflage 2021
  • Deutsch
  • Stuttgart
  • |
  • Deutschland
  • Wirtschaftlich interessiertes (Fach-)Publikum, Fach- und Führungskräfte, Berater, Studierende und Dozierende der BWL und in der Aus- und Weiterbildung
  • 4,94 MB
978-3-17-039329-5 (9783170393295)
weitere Ausgaben werden ermittelt

Prof. Dr. Dieter Thomaschewski und Prof. Dr. Rainer Völker lehren und forschen an der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft, Ludwigshafen am Rhein, und sind Leiter des Instituts für Management und Innovation (IMI).

Mit Beiträgen von:

Blum, Ulrich / Brechtken, Benedikt / Bünte, Claudia / Diedrich, Dago / Ehlers, Ulf-Daniel / Flege, Dirl / Freytag, Andreas / Gleißner, Werner / Grosse-Entrup, Wolfgang / Henkelmann, Sarah / Kleuker, Hans Heinrich / Menter, Matthias / Palmer, Boris / Reuter, Wolfgang / Roth, Florian / Rump, Jutta / Scherf, Wolfgang / Schön, Nadine / Weber, Stephan / Wuttke, Jörg

  • Deckblatt
  • Titelseite
  • Impressum
  • Inhalt
  • Einführung und Überblick
  • I Wettbewerbsdynamik
  • 1 »Staat-Up« für eine neue Gründerzeit
  • 1.1 Mit politischen Reformen zu wirtschaftlichem Erfolg
  • 1.2 Von der industriellen in die digitale Revolution - mit 4 Säulen
  • 1.3 Kapital für das Start-up-Ökosytem
  • 1.4 Konkrete Vorschläge für mehr Gründungsdynamik
  • 1.5 Transfer exzellenter Forschung und Entwicklung in exzellente junge Unternehmen
  • 1.6 Die Mitarbeiter stehen im Zentrum der neuen Gründerzeit
  • 1.7 Ein Update im Unternehmensrecht macht Start-ups wettbewerbsfähiger
  • 1.8 Mitarbeiterbeteiligung gezielt fördern - auch über das eigene Unternehmen hinaus
  • Literatur
  • 2 Die Corona-Krise und ihre Folgen: Herausforderungen für deutsche Unternehmen
  • 2.1 Zukunftsfähigkeit: Innovative Geschäftsmodelle
  • 2.2 Versorgungssicherheit: Lieferketten neu denken
  • 2.3 Ob remote oder agil: Die resilientere Zukunft der Arbeit
  • 2.4 Checkliste
  • 2.5 Und wie wird die Welt für Unternehmen in den kommenden Jahren aussehen?
  • Literatur
  • 3 China: Ansporn oder Bedrohung für die deutsche Wirtschaft?
  • 3.1 Die Herausforderung durch China
  • 3.2 Was Deutschland und China unterscheidet
  • 3.3 Wie soll Europa dieser Herausforderung begegnen?
  • 3.4 Der Green Deal und die europäische Wirtschaft
  • 3.5 Digitalisierung
  • 3.6 Sustainable Finance
  • 3.7 Kapitalmarktunion
  • 3.8 Venture Capital (VC)
  • 3.9 Globale Herausforderungen
  • II Nachhaltigkeit
  • 4 Nachhaltigkeit: Wie ein Leitbild zum Zukunftsimperativ für das Umsteuern bei Klima und Umwelt wird
  • 4.1 Kontext
  • 4.2 Vom Wissen und Reden zum Handeln
  • 4.2.1 Voranschreitender Klimawandel
  • 4.2.2 Übernutzung der Natur
  • 4.2.3 Verlust der Biodiversität
  • 4.3 Die Grundsatzfrage und der Zukunftsimperativ
  • 4.4 Bitte wenden!
  • 4.4.1 Energiewende
  • 4.4.2 Mobilitätswende
  • 4.4.3 Ernährungswende
  • 4.4.4 Materialwende
  • 4.5 Zeigen, dass es geht!
  • 4.6 Schlussfolgerung: Vorausschauend denken, urteilen und handeln
  • Literatur
  • 5 Innovation als Treiber für Klimaschutz: Die zentrale Rolle von Wirtschaft und Politik
  • 5.1 Einführung
  • 5.2 Marktwirtschaftlicher Klimaschutz: Effizient und effektiv zugleich
  • 5.3 Die deutsche Klimapolitik vor dem Hintergrund globaler Anstrengungen
  • 5.4 Die Rolle der Unternehmen im globalen Kampf um das Klima
  • 5.5 Schlussfolgerungen
  • Literatur
  • 6 Klimaschutz als Teil der Nachhaltigkeitsstrategie der chemischen Industrie
  • 6.1 Nachhaltigkeit in der chemischen Industrie
  • 6.2 Klimaschutz: Die Chemie als Verursacher und Lösungsgeber
  • 6.3 Emissionsquellen aus der Chemie
  • 6.4 Bisherige Erfolge und weitere Optimierungen
  • 6.5 Transformation der Branche und Roadmap 2050
  • 6.6 Voraussetzungen für eine treibhausgasneutrale Chemie
  • 6.7 Branchenweites Engagement
  • 7 Verkehrswende als Chance für den Standort Deutschland
  • 7.1 In der Mobilität haben wir zu lange auf »Weiter so« gesetzt
  • 7.2 Mobilität im tiefgreifenden Strukturwandel
  • 7.3 Verkehrswende als Chance für den Standort Deutschland
  • 7.4 Schiene als Innovationstreiber einer nachhaltigen Mobilität
  • 7.5 Politik muss handeln
  • Literatur
  • 8 Innovationen im Energiemarkt und daraus folgende Herausforderungen
  • 8.1 Vorbemerkung
  • 8.2 Erneuerbare Erzeugung und Übertragungsnetze
  • 8.3 Speicherung
  • 8.4 Verteilnetze und dezentrale Erzeugung
  • 8.5 Kunden
  • III Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI)
  • 9 Digitalisierung in Deutschland - Status quo und was zu tun ist
  • Literatur
  • 10 Keine KI ist auch keine Lösung: Wie Deutschland sich gerade abhängen lässt und was wir dagegen tun sollten
  • 10.1 KI als Wachstumspotential
  • 10.2 Deutsche KI-Defizite
  • 10.3 Vorreiterländer bei KI
  • 10.4 Deutschland ist nicht China - aber keine KI ist auch keine Lösung
  • Literatur
  • 11 Unsere unbegründete Angst vor KI und warum wir uns dennoch sorgen sollten
  • 11.1 Wer werden alle sterben
  • 11.2 Ist Siri intelligent?
  • 11.3 Die Erde ist keine Kugel
  • 11.4 Ein Blick in unsere Köpfe
  • 11.5 Silberdistel statt Playboy-Cover
  • 11.6 Künstliche Intelligenz lernt auch zu diskriminieren
  • 11.7 Wann ist ein Fußgänger ein Fußgänger?
  • 11.8 Künstliche Intelligenz hat keinen Wertekatalog
  • 11.9 Die unsichtbare Vielfalt
  • 11.10 Wie Künstliche Intelligenz den Hass im Internet schürt
  • 11.11 Ist der selbstbestimmte, freie Mensch eine Illusion?
  • Literatur
  • 12 Die Chancen der digitalen Transformation nutzen - Was Unternehmen von Start-ups lernen können
  • IV Arbeit
  • 13 Die Neue Normalität - künftige Anforderungen für Beschäftigte, Arbeitgeber, Wirtschaft und Gesellschaft
  • 14 Transformation, Digitalisierung, Corona: Warum wir ein Update für Mitbestimmung und Sozialpartnerschaft brauchen
  • 14.1 Strukturwandel trifft auf Akut-Krise
  • 14.2 Gemeinsam Wandel gestalten
  • 14.3 Transformation sprengt alle bisherigen Maßstäbe
  • 14.4 Altes Lagerdenken überwinden
  • 14.5 Mitbestimmung braucht ein Update
  • 14.6 Sozialpartnerschaft 2.0
  • 15 Arbeitsmarkt und Innovation - die Rolle der hochqualifizierten Selbständigen
  • 15.1 Einleitung
  • 15.2 Die Arbeitswelt verändert sich, und wir uns mit ihr
  • 15.3 Die Herausforderungen für die Arbeitswelt
  • 15.4 Gesellschaftlicher Wandel begleitet die Veränderungen in der Arbeitswelt
  • 15.5 Wettbewerbsfähige Innovation braucht Spezialisten und kreative Köpfe - das gesamte Potential muss genutzt werden!
  • 15.6 »Smart markets need smart regulation«
  • Literatur
  • V Bildung
  • 16 Wie Bildung im Jahr 2030 aussehen muss - ein Brief an künftige Generationen
  • 16.1 Mein großer Wunsch für euch
  • 16.2 Mit Kreidetafel Künstliche Intelligenz lehren?
  • 16.3 Erster Gedanke: Technologie verstehen und Verantwortung übernehmen
  • 16.4 Zweiter Gedanke: Unterricht neu denken
  • 16.5 Dritter Gedanke: Alle müssen an Bildung teilhaben können!
  • 16.6 Vierter Gedanke: Neue Kompetenzen für neue Arbeitswelten
  • 16.7 Wunschdenken oder Wirklichkeit?
  • 17 Kompetenzen für die Zukunft - was und wie lernen wir im deutschen Bildungssystem
  • 17.1 Was lernen wir?
  • 17.2 Wie lernen wir?
  • 17.3 Wo lernen wir?
  • 17.4 Was folgt daraus?
  • 18 Eine Agenda für die Hochschule der Zukunft
  • 18.1 Einleitung
  • 18.2 Eine Agenda wofür?
  • 18.3 Lernen neu denken: Leitkonzepte für das Lernen an der Hochschule der Zukunft
  • 18.3.1 Digitalisierung: Jenseits der Technisierung
  • 18.3.2 Jenseits der Disziplinen
  • 18.3.3 Personalisierte Studienpfade
  • 18.3.4 Der neue Stellenwert von Soft Skills als harte Währung
  • 18.3.5 Ein neues Verständnis von Lernen und Prüfen in der Hochschule
  • 18.4 Zusammenfassung: Die Zukunft der Hochschulen kommt schneller als gedacht
  • Literatur
  • VI Staat und Wirtschaft
  • 19 Handlungsfelder des Staates aus Unternehmersicht
  • 20 Die Zukunft des Wirtschaftsstandortes - wirtschaftspolitische Weichenstellungen
  • 20.1 Die Renaissance des staatlichen Interventionismus
  • 20.2 Grenzen staatlichen Handelns
  • 20.3 Private Initiative statt staatlicher Interventionismus
  • 21 Kommunale Wirtschaftsentwicklung am Beispiel der Stadt Tübingen
  • 22 Staatsverschuldung - Fluch oder Segen?
  • 22.1 Werden zukünftige Generationen belastet?
  • 22.2 Defizite zur Stabilisierung der Konjunktur
  • 22.2.1 Konjunkturbedingte Defizite bremsen die Rezession
  • 22.2.2 Antizyklische Defizite fördern den Aufschwung
  • 22.2.3 Die Ambivalenz der Corona-Schulden
  • 22.3 Die Problematik der strukturellen Defizite
  • 22.3.1 Strukturelle Defizite haben ungünstige Nebenwirkungen
  • 22.3.2 Staatsverschuldung und Geldpolitik im Teufelskreis
  • 22.3.3 Haushaltskonsolidierung benötigt Zeit und Regeln
  • 22.4 Ausblick
  • Literatur
  • 23 Deutschlands bauliche Infrastruktur auf dem Prüfstand
  • 23.1 Einführung und Erläuterung des Themas
  • 23.2 Wie ist unsere Infrastruktur gewachsen?
  • 23.3 Wo liegen die großen Aufgaben bei der vorhandenen Infrastruktur?
  • 23.4 Welche Lösungsansätze gibt es für die Zukunft?
  • 23.5 Schlussbemerkungen
  • Literatur
  • 24 Die Corona-Krise und andere Extremrisiken: eine Bewertung der Robustheit Deutschlands
  • 24.1 Der Staat und seine Bedrohung - was charakterisiert den robusten Staat?
  • 24.2 Was bedroht einen freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat?
  • 24.3 Risikomanagement als Essenz des Staats
  • 24.4 Kriterien des robusten Staats
  • 24.5 Die Beurteilung der Bundesrepublik Deutschland anhand von zwölf Kriterien eines robusten Staats
  • 24.5.1 Wissen über Risiken und Bedrohungen sowie Wunsch nach Sicherheit
  • 24.5.2 Institutionen und Krisen-Governance
  • 24.5.3 Stabilität von Bündnissen und Partnerschaften
  • 24.5.4 Finanzielle Stabilität und Bonität
  • 24.5.5 Technologie und ökonomische Potentiale
  • 24.5.6 Krisenfrüherkennung, Risikoanalysen, Krisenvorbereitung und Krisenübungen
  • 24.5.7 Kritische materielle Abhängigkeiten
  • 24.5.8 Redundanzen und spezifische Reserven
  • 24.5.9 Verfügbarkeit universell einsetzbarer Ressourcen der Krisenbewältigung
  • 24.5.10 Kritische finanzielle Abhängigkeiten und Haftungsverbunde
  • 24.5.11 Existenz von Brandmauern
  • 24.5.12 Flexibles Krisenmanagement und Krisenkommunikation
  • 24.6 Fazit
  • Literatur
  • Epilog
  • Anmerkungen

Einführung und Überblick
Dieter Thomaschewski und Rainer Völker

Einschneidende, von außen kommende Veränderungen bedingen normalerweise, dass interne Anpassungen vorgenommen werden müssen. Diese grundsätzliche Feststellung gilt auf vielen Betrachtungsebenen - für einzelne Individuen, für Organisationen wie Unternehmen oder schließlich für ganze Gesellschaften. Idealerweise erfolgen solche Anpassungen proaktiv, zumindest aber frühzeitig und nicht zu spät. Schon vor der durch Corona ausgelösten Krise zeichnete sich ab, dass am Wirtschaftsstandort Deutschland durch die Politik bzw. die Wirtschaft solche grundlegenden Anpassungen vorgenommen werden müssen: Mehrere Veränderungen gleichzeitig stellen die deutsche Wirtschaft seit einiger Zeit vor große Herausforderungen. Nachhaltigkeitsanforderungen und Klimawandel bedingen z. B. eine noch stärkere Abkehr vom reinen Shareholder-Value-Denken und immense Anstrengungen, um ökologischen und sozialen Zielen gerecht zu werden. Die Automobilindustrie, das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, befindet sich in einer Situation großer Unsicherheit und radikaler Umbrüche. Bei der Digitalisierung bescheinigen Wirtschaftsexperten unisono vor allem der Politik große Versäumnisse und sehen den Wirtschaftsstandort gar schon »abgehängt«. Die Globalisierung mit vielen neuen Anbietern und der technologische Wandel verschärfen seit Jahren den Wettbewerb und erfordern agilere Unternehmen. Digitalisierung und neue Wettbewerbsdynamik stellen auch veränderte Anforderungen an die Quantität und vor allem an die Qualität von Mitarbeitern sowie an das Verständnis von Arbeit. Insofern scheinen hier ebenfalls neue Ansätze bei Unternehmen und Reformen seitens des Staates erforderlich. Auch wenn die jeweiligen Handlungsalternativen durchaus kontrovers diskutiert werden, so sind die meisten Wirtschaftswissenschaftler und Wirtschaftspraktiker der Überzeugung, dass grundlegende Veränderungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland unabdingbar sind.

Dieser Band versucht zum einen eine Bestandsaufnahme der Herausforderungen, die den Wirtschaftsstandort zentral tangieren. Nicht alle anstehenden Themenfelder können dabei behandelt werden. Digitalisierung, Klimawandel, internationaler Wettbewerb, notwendige Veränderungen der Arbeitswelt, des Bildungssektors und der Infrastruktur stehen in diesem Buch im Mittelpunkt. Zum anderen werden entsprechende Handlungsoptionen und Lösungswege dargestellt. Allzu einfache Antworten oder widerspruchsfreie Aussagen sind aufgrund der komplexen Thematiken nicht zu erwarten. Insofern wird versucht, bei jedem Themenkreis zentrale Fakten und - durchaus konträre - Meinungen abzubilden. Dabei kommen neben Wissenschaftlern vor allem Verantwortliche aus der Wirtschaft zu Wort: Führungskräfte, Vorstände von Verbänden und politische Mandatsträger, die natürlich ihre spezifische Sicht vertreten. Das ist zum einen legitim und zum anderen auch beabsichtigt. In vielen Fällen gibt es nicht die augenscheinliche Lösung, sondern es gibt Vorschläge, die idealerweise auf logischer Argumentation bzw. auf gesicherter Empirie basieren. Die verschiedenen Positionen und Argumentationen sollen bei der Lektüre des Buches deutlich werden und es dem Leser gestatten, sich selbst an der einen oder anderen Stelle sein Urteil über sinnvolle und passende Lösungsansätze zu bilden. Das Buch will - gemäß der Intention der Reihe, in der es als erster Titel erscheint - Denkanstöße geben.

Eine weitere Anmerkung an dieser Stelle: Das Buch betrachtet den Wirtschaftsstandort Deutschland. Es stellt also den Blickwinkel der deutschen Politik, von Unternehmen in Deutschland und auch entsprechender Verbände in den Mittelpunkt. Nun kann man sich durchaus auf den Standpunkt stellen, dass in einer immer mehr vernetzten Welt oder zumindest im Hinblick auf eine wie auch immer definierte europäische Einheit mit dem »Standort« Deutschland eine enge Perspektive eingenommen wird. Deutsche Unternehmen und deutsche Politik sollen ja schließlich auch für globalen Klimaschutz, generell für ökologisches und soziales Wirtschaften im Rahmen von weltweiten Lieferketten oder für ein wirtschaftlich starkes Europa Verantwortung übernehmen. Diese Aspekte entbinden aber weder Unternehmensverantwortliche noch Politik von der primären Anforderung die jeweiligen direkten Verantwortungsspielräume möglichst optimal zu nutzen. Mit Verweisen z. B. auf noch ausstehende Einigungen auf europäischer Ebene werden kaum Veränderungen erfolgen. Insofern sind eine gewisse nationale Sicht und das Streben nach einer vorteilhaften kompetitiven Situation im internationalen Wettbewerb notwendig. Zudem - so zeigen es entsprechende Erkenntnisse aus den Wirtschaftswissenschaften - ist der internationale Austausch von Waren und Dienstleistungen auf Basis kompetitiver Strukturen der globalen Wohlstandssteigerung grundsätzlich dienlich. Insofern ergibt es durchaus Sinn zu fragen, welche Veränderungen im nationalen Verantwortungsbereich vorgenommen werden können.

In den nachfolgenden Kapiteln greifen wir die eingangs genannten Handlungsfelder im Einzelnen auf. Wir beginnen in Kapitel 2 mit den Anforderungen, die sich durch neue Wettbewerbsdynamiken ergeben haben. Schon vor dem Pandemie-Schock stand das Thema »Start-ups« und die Notwendigkeit erhöhter Gründungsdynamik im Raum. Nadine Schön - Mitglied des Deutschen Bundestages und Herausgeberin des Buches »Neustaat« geht in ihrem Beitrag darauf ein. Eine wichtige Rolle spielen bei Wettbewerbsdynamiken auch Wertschöpfungsprozesse. Schon durch moderne 3D-Druckverfahren gab es teilweise einen Trend mehr »vor der Haustüre« zu produzieren. Durch Corona sehen viele Unternehmen aber auch die Notwendigkeit, ihre Lieferketten zu sichern und ihre Wertschöpfungsketten zu überdenken. Dago Dietrich von der Beratungsgesellschaft McKinsey & Company macht in seinem Beitrag auf diesen und andere Aspekte, die jetzt durch Corona ausgelöst oder verstärkt wurden, aufmerksam. Dynamik von außen kam und kommt zweifelsohne durch die politische und wirtschaftliche Weltmacht China. Jörg Wuttke - Präsident der Europäischen Handelskammer in China - als profunder Kenner des Landes und seiner wirtschaftlichen Möglichkeiten zeigt uns, welche Chancen, aber auch Risiken im Wettbewerb mit China für den Standort Deutschland existieren.

Eine weitere zentrale Herausforderung existiert durch das Ziel »Klimaneutralität«. Das Kapitel 3 beleuchtet Möglichkeiten, die es aus Sicht verschiedener Branchen und generell in einer Marktwirtshaft gibt, Klimaschutz zu erreichen und gleichzeitig ökonomisch erfolgreich zu sein. Der Beitrag von Andreas Freytag und Matthias Menter - Professoren an der Universität Jena - versteht sich als Plädoyer für marktwirtschaftliche Lösungen der Klimaschutzproblematik. Solche Lösungen - so die Autoren - stimulieren letztlich Innovationen, die es einem Land wie Deutschland, dessen wesentliche Ressourcen Fachkräfte und Wissen sind, gestatten, Ökonomie und Ökologie sinnvoll zu verknüpfen. In den Beiträgen von Wolfgang Große Entrup - Hauptgeschäftsführer und Präsidiumsmitglied des Verband der Chemischen Industrie e. V. (VCI) -, von Dirk Flege - Geschäftsführer des Verkehrsbündnisses »Allianz pro Schiene« - und Hans-Heinrich Kleuker - ehemaliger Vorstand eines Energieunternehmens - werden zum Thema Klimaschutz die Branchen Chemie, Bahn sowie Energie adressiert. Auch hier geht es u. a. darum, die Möglichkeiten des Zusammenspiels von wirtschaftlichem Erfolg und Klimaschutz zu beleuchten. Holger Glockner - Managing Partner eines Beratungsunternehmens mit Schwerpunkt Zukunftsforschung - gibt schließlich eine Übersicht, wie unter der Zielsetzung Nachhaltigkeit Klima- aber eben auch Umweltschutz generell sowohl für einzelne Unternehmen als auch in Summe für den Wirtschaftsstandort Deutschland positiv genutzt werden kann.

Eine weitere Herausforderung wird unter dem Stichwort Digitalisierung kolportiert. Die Bandbreite aller diesbezüglichen Themen ist sehr groß - ebenso wie der entsprechende Bedarf an »digitalen Transformationen« in den verschiedenen Branchen sowie im öffentlichen Bereich. Florian Roth - Chief Information Officer der SAP SE - zeigt in einem ausführlichen Gespräch in Kapitel 4 wo Deutschland »hinterherhinkt«, aber auch wo wir durchaus im internationalen Vergleich führende Positionen haben. Für beide Bereiche erläutert er, wie wir ggf. wieder Anschluss finden bzw. wie wir führend bleiben. Das Thema künstliche Intelligenz (KI) ist ein zentraler Aspekt der Digitalisierungsdebatte. KI schafft in vielerlei Hinsicht...

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