
Webbasierte Dienste
Beschreibung
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Dienstbasierte Architekturen bilden zunehmend eine attraktive Ergänzung zu den klassischen Geschäftsmodellen der Softwarenutzung. Das Buch erläutert die für webbasierte Dienste relevanten technischen und ökonomischen Konzepte. Anschließend werden unter Zuhilfenahme von empirischen Analysen und Experimenten aktuelle Markttrends und Marktprozesse beschrieben. Dabei gehen die Autoren auch auf die aus dem Konsumgüterbereich bekannten Vertrauensprobleme und Informationsasymmetrien ein und erörtern deren Konsequenzen für den Entwurf von erfolgreichen Geschäftsmodellen und Märkten. Einschlägige Fallstudien ergänzen die Darstellung.
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Inhalt
2 Grundlegende Begriffe und Konzepte (S. 11-12)
Das vorliegende Kapitel beginnt mit einem Überblick zum aktuellen Forschungsstand im Bereich dienstbasierter Architekturen mit besonderem Fokus auf Anwendungsdienstleistern (ASPs). Hierbei wird auch der Versuch unternommen, die in der Literatur und in der Praxis verwendeten unterschiedlichen Begriffe voneinander abzugrenzen bzw. Synonyme als solche zu identifizieren. Des Weiteren geben wir einen aktuellen Einblick in die Marktlage, die Zielgruppen und das Entwicklungspotential für netz- bzw. webbasierte Dienste und damit assoziierte Ge- schäftsmodelle.
2.1 Forschungsstand
Dienstbasierte Architekturen und Geschäftsmodelle wie Webdienste und ASP werden in der wissenschaftlichen Literatur als besondere Form des IT-Outsourcings klassifiziert, bei der die Informationstechnologie und die zugehörige Infrastruktur im Rahmen eines Mietvertrages an einen externen Partner ausgelagert wird (Knolmayer 2000, Stahlknecht 2001). Eine ausführliche Darstellung der Zusammenhänge zwischen der Theorie des Outsourcing und dienstbasierten Architekturen erfolgt im Kapitel 4.1. Im Folgenden werden ausgewählte Publikationen zum Thema Outsourcing vorgestellt, welche zur Entwicklung einer einschlägigen Theorie herangezogen werden sollen.
In den Arbeiten von Lacity, Grover und Chaudhury werden die Anforderungen an die vertragliche Gestaltung und die Rahmenbedingungen einer Outsourcing- Entscheidung analysiert (Lacity und Willcocks 1998, Grover et al.1994, Grover und Teng 1993, Chaudhury et al. 1995). Lee und Grover entwickeln ein Bewertungsschema für die Qualität des Partner– und Servicenetzwerkes eines Auslagerungsprozesses, wobei neben ökonomischen und technischen Bewertungsattributen auch vertrauensbildende Attribute berücksichtigt werden (Lee und Kim 1999, Grover et al. 1996). Erste Veröffentlichungen zum Thema dienstbasierte Architekturen und zugehörige Geschäftsmodelle erschienen 1998/1999.
Die meisten der Arbeiten beziehen sich auf das ASP-Modell. Grundlegende Publikationen, welche primär die technologische Perspektive des ASP-Modells untersuchen, wurden von den ASPIndustrieverbänden (z.B. ASP Industry Consortium (ASPIC)4) und von Standardi sierungsinstitutionen (z.B. UDDI) erstellt. Einzelne Unternehmen bieten zudem umfangreiche Spezifikationen und Beschreibungen zu technischen Lösungen des ASP-Modells an (Microsoft 2002a).
Das Marktpotential und die Entwicklung des ASP-Modells werden seit 1999 auch zunehmend von Marktforschungsinstitutionen und Beratungsunternehmen in Studien analysiert (International Data Corporation 1999, Wendland 1999). Fantasia stellt das ASP-Modell als Alternative zu klassischen IT-Outsourcingformen dar (Fantasia 2000). Knolmayer beschreibt im Jahr 2000 das ASP-Modell als besondere Form der Auslagerung (Outsourcing) und liefert damit einen wesentlichen Beitrag zur Klassifizierung des ASP-Modells (Knolmayer 2000). Er erweitert in folgenden Arbeiten (Knolmayer 2002) die Klassifizierung des ASP-Modells hin zum xSP-Modell (vgl. Kapitel 4.1.2).
Eisenmann und Pothen analysieren die ökonomischen Merkmale des ASPGeschäftsmodells und gehen dabei im Besonderen auf Umsatz- und Kostenstrukturen ein (Eisenmann und Pothen 2001). Preisoptionsmodelle, welche die Transaktionsunsicherheit und das Risiko aus Sicht der ASP-Kunden erheblich reduzieren können, werden von Techopitayakul und Johnson im Jahr 2001 vorgestellt (Techopitayakul und Johnson 2001). Ihre Arbeit veranschaulicht die Wirkung innovativer Preisoptionsmodelle für den Vertrieb webbasierter Dienste (siehe hierzu auch Kapitel 3.2.3). Yong et al. untersuchen IT-Investitionsentscheidungen auf der Grundlage der Real-Option-Theorie (Kim und Sanders 2002).
Hierbei werden die wesentlichen Komponenten der IT-Wertschöpfung identifiziert. Zudem entwickeln die Autoren auf der Basis von ökonomischen und Real-Option-Werten eine quantitativ fundierte Grundlage für einschlägige Investitionsentscheidungen. Die Arbeiten von Akerlof bilden die Grundlage für die im weiteren Verlauf dieses Buchs präsentierten Untersuchungen zur Reduzierung der Informationsasymmetrie im Markt für webbasierte Dienste (Akerlof 1970).
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