
Netzwerkanalyse und Netzwerktheorie
Beschreibung
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Rezensionen / Stimmen
"Der Sammelband von Stegbauer ist ein gelungener Versuch, dem wachsenden Feld der Netzwerkforschung in den Sozialwissenschaften in Deutschland Sichtbarkeit zu verschaffen." Soziologische Revue, 1-2011"Das Buch bildet ein gutes Grundlagenwerk zur aktuellen Netzwerkforschung und vermittelt aufgrund der Heterogenität der Beiträge einen Überblick der gesamten Thematik, welche in der Regel anhand von Fallbeispielen verdeutlicht wird." www.socialnet.de, 05.11.2010
"Was das Ziel der Vernetzung betrifft, bietet das Buch nicht nur einen guten Überblick zu Themen oder Methoden, die zur Zeit in unterschiedlichen Fachgebieten im Rahmen der Netzwerkforschung Verwendung finden - es handelt sich auch um eine sehr interessante Mischung von 'NovizInnen' und Erfahrenen aus unterschiedlichsten Institutionen, die sich der Netzwerlforschung verbunden fühlen und eine gemeinsame Veröffentlichung zustande gebracht haben. Wer also interessiert ist, sich mit der deutschsprachigen Community der Netzwerkforschung zu vernetzen, in den Diskurs einzusteigen oder in vielleicht sogar mitzuformen, dem sei dieses Buch als herzliche Einladung dazu empfohlen." SWS Rundschau, 01/2009
"Der Sammelband liefert Kommunikationsprofis fundiertes Fachwissen zum Begriff Netzwerk - über den durch die Marketing-Sprache abgenutzten Terminus hinaus." Profile - Das Kundenmagazin der Cision Deutschland GmbH, 02/2008
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Inhalt
Christian Stegbauer
Netzwerkanalyse und Netzwerktheorie ist ein noch relativ junges Wissenschaftsfeld. Es werden zwar Anfänge bis in das vorletzte Jahrhundert konstruiert, und womit genau die Netzwerkforschung beginnt, lässt sich nicht unbedingt sagen. Es gibt eine Reihe von Strängen, die miteinander verwoben zur Netzwerkforschung wurden. Heute wird Netzwerkanalyse vor allem in den USA betrieben.
Im deutschsprachigen Bereich ist die Netzwerkforschung dagegen noch nicht weit entwickelt. Es gibt vor allem kaum eine Möglichkeit sich gemeinsam zu treffen, und die eigene Forschung zu reflektieren und die verwendeten Vorgehensweisen zu diskutieren und weiterzuentwickeln.
Das Buch ist der Versuch, diesbezüglich einen Anfang zu machen. Es ist der erste Versuch, bei dem das weite Feld der Netzwerkforschung in den Sozialwissenschaften so umfassend dokumentiert wird. Zwar liegen eine Reihe von Sammelbänden, Monographien und Lehrbücher in diesem Themengebiet vor, sie sind aber meist auf einen speziellen Schwerpunkt fokussiert oder aus der Perspektive eines eingegrenzteren Fachgebiets geschrieben.
Die Besonderheit der Netzwerkforschung ist es, dass der Beziehungskontext, die Beziehungsstruktur in die Analysen miteinbezogen wird. Meist werden in der klassischen Umfrageforschung die Menschen dekontextualisiert. Aus der Forschung zu Interviewereffekten wissen wir, dass sich Meinungen in der Interviewsituation bereits vollständig auflösen können (für ein drastisches Beispiel, siehe Steinert 1984), bzw. diese an sich neutral konstruierte Situation einen erheblichen Einfluss haben kann.
Ähnliches gilt sicherlich auch für Teile der traditionellen qualitativen Sozialforschung. Das bedeutet, dass wir noch mehr über die Wirkung des sozialen Kontextes, über die Bedeutung der Beziehungsstruktur erfahren müssen, um das Gebiet der sozialwissenschaftlichen Forschung voranzubringen.
Das bedeutet aber keineswegs, dass auf die hier kritisierten Forschungsdesigns, traditionelle quantitative und qualitative Forschung verzichtet werden kann: Die Netzwerkanalyse ist auf solche Daten angewiesen, damit die Strukturmuster interpretiert werden können.
Der hier vorliegende Band nun bietet zwar keinen vollständigen Überblick über die Forschungsaktivitäten in dem Feld, aber einen weitreichenden Blick. Ein näheres Betrachten zeigt, dass verschiedene verwandte Fachgebiete mit denselben Methoden arbeiten und auch weitestgehend auf dieselben Erklärungen zurückgreifen.
Er zeigt aber auch, dass die Methodenentwicklung genauso wie die Theorieentwicklung ungleichzeitig verläuft, bzw. nicht alle Fachwissenschaften(-ler) in den verschiedenen Gebieten über dieselbe Kompetenz verfügen.
Das bedeutet, dass Kongresse, wie die Frankfurter Netzwerktagung im September 2007, aus dem dieser Band hervorgegangen ist, sehr wichtig sind. Geplant wurde die Tagung, um das Spektrum der deutschsprachigen Netzwerkforschung aufzuzeigen und dieser Forschungsrichtung einen Schub zu geben. Ein Großteil der Forscher kannte sich bislang noch nicht oder nur von internationalen Zusammenhängen. Dies reicht aber nicht aus, um ein Forschungsgebiet in Schwung zu bekommen.
Wir benötigen solche Zusammentreffen, weil hier der für die Fachgebiete notwendige Austausch stattfindet und Kooperationen zum Auffüllen von "Schwachstellen" angebahnt werden können. Die Vielfalt der Themen und der Fachgebiete, auf denen Netzwerkforschung stattfindet, zeigt aber auch, dass das "neue", bzw. "wachsende" (Lothar Krempel in diesem Band) Paradigma bereits weit in die Fachgebiete diffundiert ist.
Das ist insofern gut, als durch die "Netzwerkbrille" neue Erkenntnisse möglich sind, besonders dort, wo sich in der Vergangenheit zeigte, dass die hergebrachten Methoden nur begrenzt Erfolge zeigten. Die im Titel des Buches genannten Begriffe Netzwerkanalyse und Netzwerktheorie spannen das Arbeitsfeld auf.
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