
Reinhard Pharmazeutische Biologie
Beschreibung
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Die biologischen Grundlagen der Pharmazie
Der "Reinhard" bietet als didaktisch ausgereiftes Standardwerk alles, was Studierende von einem hervorragenden Lehrbuch erwarten
die überzeugende Kompetenz von vier Hochschullehrern
eine vorbildliche Ausstattung
viele überarbeitete und neue Abbildungen und Fotos
Neu: Jetzt mit den Inhalten der Humanbiologie.
Da das Werk auch benachbarte Wissensgebiete erschließt, eignet es sich ebenso als Nachschlagewerk für alle praktisch tätigen Apotheker.
Rezensionen / Stimmen
"Es besticht gerade durch seine übersichtliche Einteilung und Genauigkeit, die für das Studium und speziell für's erste Staatsexamen einfach unschlagbar sind.Pflichtkauf!"
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Personen
Inhalt
2 - Inhaltsverzeichnis [Seite 8]
3 - 1 Einleitung [Seite 12]
3.1 - 1.1 Sachkunde § 50 AMG und Prüfungsgebiete [Seite 12]
3.2 - 1.2 Gebrauchsinformation (Beipackzettel) für dieses Buch [Seite 13]
4 - Teil I - Fragen [Seite 14]
4.1 - 2 Gesetzliche Bestimmungen/Begriffsbestimmungen [Seite 16]
4.1.1 - 2.1 Fragengebiet 1: Was müssen Sie in dieser Prüfung wissen? [Seite 16]
4.1.2 - 2.2 Fragengebiet 2: Für welche freiverkäuflichen Arzneimittel brauchen Sie Sachkunde/keine Sachkunde? [Seite 17]
4.1.3 - 2.3 Fragengebiet 3: Abgrenzung von Arzneimitteln zu anderen Mitteln (Lebensmittel, Diätetika, Kosmetika, Medizinprodukte) [Seite 19]
4.1.4 - 2.4 Fragengebiet 4: Fertigarzneimittel und Nicht-Fertigarzneimittel (auf direktes Verlangen des Kunden hergestellt) [Seite 21]
4.1.5 - 2.5 Fragengebiet 5: Welche Arzneimittel dürfen Sie abfüllen und welche nicht? [Seite 23]
4.1.6 - 2.6 Fragengebiet 6: Kennzeichnung von Arzneimitteln - Verpackung (§ 10) und Packungsbeilage (§ 11) [Seite 24]
4.1.7 - 2.7 Fragengebiet 7: Zulassung und Prüfung von Arzneimitteln [Seite 26]
4.1.8 - 2.8 Fragengebiet 8: Behördenbefugnisse, Haftung und Pflichten des sachkundigen Einzelhändlers [Seite 27]
4.1.9 - 2.9 Fragengebiet 9: Wichtige Begriffe - DAB, Charge, Herstellen und Inverkehrbringen [Seite 29]
4.2 - 3 Freiverkäufliche und apothekenpflichtige Arzneimittel [Seite 31]
4.2.1 - 3.1 Fragengebiet 10: Das Sortiment übersehen, Anlagen zur Verordnung nach § 45 AMG [Seite 31]
4.2.2 - 3.2 Fragengebiet 11: Das Sortiment übersehen, Instanttees - Anwendungsgebiete und erlaubte Pflanzen (Anlagen 1d und 1e) [Seite 33]
4.2.3 - 3.3 Fragengebiet 12: Negativliste, verbotene Pflanzen (Anlage 1b) [Seite 35]
4.2.4 - 3.4 Fragengebiet 13: Negativliste, verbotene chemische Stoffe (Anlage 4) [Seite 37]
4.2.5 - 3.5 Fragengebiet 14: Negativliste, Krankheitsliste (Anlage 3), Arzneimittelgesetz (AMG) und Heilmittelwerbegesetz (HWG) [Seite 38]
4.2.6 - 3.6 Fragengebiet 15: Veränderung von Arzneimitteln und Stoffen/Zubereitungen mit Mindest- oder Höchstkonzentration [Seite 39]
4.3 - 4 Begriffsbestimmung und Darreichungsform, Beschaffenheit, Zubereitungsformen, Inhaltsstoffe [Seite 41]
4.3.1 - 4.1 Fragengebiet 16: Stoffe, Stoffgruppen - Zuordnung [Seite 41]
4.3.2 - 4.2 Fragengebiet 17: Unterschiede zwischen Stoffen und Zubereitungen aus Stoffen [Seite 42]
4.3.3 - 4.3 Fragengebiet 18: Pflanzenteile und Wirkstoffgruppen von Heilpflanzen [Seite 44]
4.3.4 - 4.4 Fragengebiet 19: Heilpflanzen - Anwendungsgebiete und Wirkungen [Seite 46]
4.3.5 - 4.5 Fragengebiet 20: Mineralstoffe - Mengen- und Spurenelemente [Seite 47]
4.3.6 - 4.6 Fragengebiet 21: Vitamine und ihre Wirkungen [Seite 48]
4.3.7 - 4.7 Fragengebiet 22: Sonstige Stoffe wie chemische Stoffe, Desinfektionsmittel, Flohhalsbänder, Hühneraugen-/Hornhautmittel [Seite 49]
4.3.8 - 4.8 Fragengebiet 23: Darreichungsformen, fiktive Arzneimittel, Gegenstände [Seite 51]
4.4 - 5 Lagerung und Abgabe [Seite 55]
4.4.1 - 5.1 Fragengebiet 24: Lagerung [Seite 55]
4.4.2 - 5.2 Fragengebiet 25: Abgabe von Arzneimitteln, Verfalldatum [Seite 56]
4.5 - 6 Gefahren, Wirkungen und Nebenwirkungen [Seite 58]
4.5.1 - 6.1 Fragengebiet 26: Arzneimittelrisiken, Gegenanzeigen, Neben- und Wechselwirkungen [Seite 58]
4.5.2 - 6.2 Fragengebiet 27: Gefahren bei alkoholhaltigen Arzneimitteln [Seite 60]
4.5.3 - 6.3 Fragengebiet 28: Tierarzneimittel [Seite 61]
4.6 - 7 Werbung [Seite 63]
4.6.1 - 7.1 Fragengebiet 29: Heilmittelwerbegesetz - Fachkreise, Laien, Kennzeichnung und Produktbereiche [Seite 63]
4.6.2 - 7.2 Fragengebiet 30: Heilmittelwerbegesetz - Verbotene Werbung außerhalb der Fachkreise/Strafen [Seite 66]
5 - Teil II - Lösungen [Seite 70]
5.1 - 8 Gesetzliche Bestimmungen/Begriffsbestimmungen [Seite 72]
5.1.1 - 8.1 Lösungen zu Fragengebiet 1 [Seite 72]
5.1.2 - 8.2 Lösungen zu Fragengebiet 2 [Seite 73]
5.1.3 - 8.3 Lösungen zu Fragengebiet 3 [Seite 73]
5.1.4 - 8.4 Lösungen zu Fragengebiet 4 [Seite 74]
5.1.5 - 8.5 Lösungen zu Fragengebiet 5 [Seite 75]
5.1.6 - 8.6 Lösungen zu Fragengebiet 6 [Seite 75]
5.1.7 - 8.7 Lösungen zu Fragengebiet 7 [Seite 76]
5.1.8 - 8.8 Lösungen zu Fragengebiet 8 [Seite 77]
5.1.9 - 8.9 Lösungen zu Fragengebiet 9 [Seite 77]
5.2 - 9 Freiverkäufliche und apothekenpflichtige Arzneimittel [Seite 79]
5.2.1 - 9.1 Lösungen zu Fragengebiet 10 [Seite 79]
5.2.2 - 9.2 Lösungen zu Fragengebiet 11 [Seite 80]
5.2.3 - 9.3 Lösungen zu Fragengebiet 12 [Seite 80]
5.2.4 - 9.4 Lösungen zu Fragengebiet 13 [Seite 81]
5.2.5 - 9.5 Lösungen zu Fragengebiet 14 [Seite 82]
5.2.6 - 9.6 Lösungen zu Fragengebiet 15 [Seite 82]
5.3 - 10 Begriffsbestimmung und Darreichungsform, Beschaffenheit, Zubereitungsformen, Inhaltsstoffe [Seite 84]
5.3.1 - 10.1 Lösungen zu Fragengebiet 16 [Seite 84]
5.3.2 - 10.2 Lösungen zu Fragengebiet 17 [Seite 85]
5.3.3 - 10.3 Lösungen zu Fragengebiet 18 [Seite 85]
5.3.4 - 10.4 Lösungen zu Fragengebiet 19 [Seite 86]
5.3.5 - 10.5 Lösungen zu Fragengebiet 20 [Seite 87]
5.3.6 - 10.6 Lösungen zu Fragengebiet 21 [Seite 87]
5.3.7 - 10.7 Lösungen zu Fragengebiet 22 [Seite 88]
5.3.8 - 10.8 Lösungen zu Fragengebiet 23 [Seite 89]
5.4 - 11 Lagerung und Abgabe [Seite 90]
5.4.1 - 11.1 Lösungen zu Fragengebiet 24 [Seite 90]
5.4.2 - 11.2 Lösungen zu Fragengebiet 25 [Seite 90]
5.5 - 12 Gefahren, Wirkungen und Nebenwirkungen [Seite 92]
5.5.1 - 12.1 Lösungen zu Fragengebiet 26 [Seite 92]
5.5.2 - 12.2 Lösungen zu Fragengebiet 27 [Seite 93]
5.5.3 - 12.3 Lösungen zu Fragengebiet 28 [Seite 93]
5.6 - 13 Werbung [Seite 95]
5.6.1 - 13.1 Lösungen zu Fragengebiet 29 [Seite 95]
5.6.2 - 13.2 Lösungen zu Fragengebiet 30 [Seite 96]
6 - Teil III - Drogen [Seite 98]
6.1 - 14 Drogenmerkmale [Seite 100]
6.2 - 15 Drogenabbildungen [Seite 104]
6.2.1 - 15.1 Blattdrogen [Seite 104]
6.2.2 - 15.2 Blütendrogen [Seite 105]
6.2.3 - 15.3 Fruchtdrogen [Seite 107]
6.2.4 - 15.4 Krautdrogen [Seite 108]
6.2.5 - 15.5 Rindendrogen [Seite 110]
6.2.6 - 15.6 Samendrogen [Seite 110]
6.2.7 - 15.7 Wurzeldrogen [Seite 111]
7 - Teil IV - Testprüfungen [Seite 112]
7.1 - 16 Prüfungsfragen IHK Sachkunde [Seite 114]
7.2 - 17 Testprüfung 1 [Seite 115]
7.2.1 - 17.1 50 Fragen beantworten [Seite 115]
7.2.2 - 17.2 Fünf Drogen erkennen [Seite 122]
7.3 - 18 Testprüfung 2 [Seite 124]
7.3.1 - 18.1 50 Fragen beantworten [Seite 124]
7.3.2 - 18.2 Fünf Drogen erkennen [Seite 130]
8 - Teil V - Lösungen zu den Testprüfungen [Seite 132]
8.1 - 19 Lösungen zu Testprüfung 1 [Seite 134]
8.1.1 - 19.1 Lösungen zu den 50 Fragen [Seite 134]
8.1.2 - 19.2 Lösungen zu den fünf Drogen [Seite 135]
8.2 - 20 Lösungen zu Testprüfung 2 [Seite 136]
8.2.1 - 20.1 Lösungen zu den 50 Fragen [Seite 136]
8.2.2 - 20.2 Lösungen zu den fünf Drogen [Seite 137]
9 - Sachregister [Seite 138]
10 - Der Autor [Seite 142]
Zytologie
Wolfgang Kreis
1.1Morphologische Grundlagen der Zelle
Das Leben auf der Erde hat im Lauf der Evolution eine ungeheure Vielfalt von Organismen hervorgebracht. Die drei Domänen der Lebewesen (Bacteria, Archaea, Eukarya) haben vieles gemeinsam: Ablauf der Glykolyse (» Kap. 4.5.2), semikonservative Replikation der DNA (» Kap. 3.3), genetischer Code (» Kap. 3.1.3), Synthese von Proteinen durch Transkription und Translation (» Kap. 3.2.3), Besitz von Plasmamembranen (» Kap. 1.3), Ribosomen (» Kap. 1.4.9) und andere.
In Gestalt von Archaea, Bakterien, Protisten, Pilzen, niederen und höheren Pflanzen, den verschiedenartigsten Organismen im Tierreich begegnet uns das Leben in den unterschiedlichsten Organisations- und Differenzierungsstufen, in einer überwältigenden Formenfülle. Zudem begegnet man einer Vielfalt physiologischer Leistungen sowie der Anpassung an unterschiedliche Lebensbedingungen.
Alle Lebewesen sind aus Zellen aufgebaut, aus einer Zelle die Einzeller, z. B. Bakterien, aus vielen Zellen die Vielzeller. Die Zelle ist die kleinste, noch selbstständig lebensfähige morphologische Einheit. Auch im vielzelligen Organismus sind die einzelnen Zellen relativ selbstständig. Unter bestimmten Bedingungen können aus dem Verband herausgelöste Zellen in geeigneter Nährlösung lange weiterleben, sich teilen und vermehren. Viren, Viroide und Prionen zählen nicht zu den Lebewesen; sie nehmen eine Sonderstellung ein (» Kap. 6).
Einzelne Zellen eines vielfältig differenzierten Organismus können über die genetische Information des gesamten Organismus verfügen. Aus bestimmten, aus Pflanzen isolierten Zellen können wieder ganze Pflanzen regeneriert werden. Solche Zellen sind omnipotent.
Die Zelle steht mit ihrer Umgebung in einem stetigen Energie- und Stoffaustausch. Sie kann auf Änderungen ihrer Umgebung reagieren. Hierbei spielen vielfältige zelluläre Strukturen und Prozesse zusammen (Rezeptoren, Signaltransduktionskaskaden, Genexpressionskontrolle etc.). Zellen können sich durch Teilung oder Sprossung (Hefe) vermehren. Man kann die Zelle in Partikel aufteilen, welche außerhalb der Zelle in sogenannten zellfreien Systemen noch Teilfunktionen erfüllen können. Alle Funktionen, die einer lebendigen Substanz zugeordnet sind, können jedoch nur innerhalb der elementaren Funktionseinheit Zelle erfüllt werden.
Merke
Zellen können nur aus Zellen hervorgehen, entweder durch Teilung oder bei der Befruchtung durch Verschmelzung von Zellen. Stoffwechsel, Wachstum und Vermehrung sind charakteristische Eigenschaften der lebenden Zelle.
Zellen begegnen uns in den verschiedensten Differenzierungsformen. Bereits die einzelligen Lebewesen zeigen vielfältige, morphologische und physiologische Abwandlungen dieser Grundeinheit des Lebens. Noch vielfältiger abgewandelt ist die Zelle in den vielzelligen hochdifferenzierten Organismen. Hier begegnen uns Zellen als Leitelemente, als Nervenzellen, als Epidermiszellen, als Drüsenzellen, als Assimilationszellen, als Blutzellen usw.
Zellen können verschiedene Formen und Größen besitzen. Dies entspricht ihren unterschiedlichen Funktionen. Die kleinsten Zellen finden sich bei Bakterien. Mikrokokken haben einen Durchmesser von etwa 0,2 µm. Die Größe einer Tier- oder Pflanzenzelle liegt zwischen 10 und 200 µm. Jedoch gibt es von diesen Durchschnittsgrößen sehr starke Abweichungen (» Tab. 1.1, » Abb. 1.1).
Tab. 1.1 Zellgrößen
Zelle
Größe ca.
Lein (Fasern)
5 cm
Mark (Parenchymzelle)
0,4 mm
Epidermiszelle
0,05 mm (50 µm)
Escherichia coli
0,003 mm (3 µm)
Abb. 1.1 Größenordnungen von Zellen und Molekülen
Vereinfachend kann man sagen, dass die Größe von Viren im unteren Nanometer-, die von Bakterien im unteren Mikrometer- und die von Zellen höherer Lebewesen im oberen Mikrometer-Bereich liegt.
1.1.1Zellen der Bakterien, Samenpflanzen und Säugetiere
Eine Zelle ist vom Protoplasma erfüllt. Im Protoplasma von Eukaryonten lassen sich Zellkern und Zytoplasma unterscheiden. Das Zytoplasma besteht aus einer hyalinen, flüssigen Grundsubstanz, dem Cytosol, und den darin eingebetteten Zellorganellen und Einschlüssen. Eukaryontische Zellen besitzen in der Regel einen Zellkern, sie sind monoenergid. Dieser ist durch eine Doppelmembran, die Kernhülle, vom Zytoplasma abgetrennt und besteht aus Kernplasma (Karyoplasma), Chromosomen und Nukleoli. Manche Zellen haben mehrere Zellkerne, sind also polyenergid. Kernlose Zellen, wie Zellen in Siebröhren oder Erythrozyten, haben nur eine sehr kurze Lebensdauer. Prokaryonten besitzen nur sogenannte Kernäquivalente (Nukleoide). Diese lassen sich im Mikroskop nach entsprechender Anfärbung als unregelmäßig geformte Strukturen erkennen.
Das Protoplasma ist immer von einer Hülle umgeben, die es nach außen begrenzt, der Plasmamembran. Diese Plasmamembran ist eine Lipoproteidmembran, die in ihren Grundstrukturen und in ihrem chemischen Aufbau bei den Zellen aller Lebewesen weitgehende Übereinstimmungen zeigt. Bei tierischen Zellen ist der Plasmamembran eine sehr dünne Schicht von Glykolipiden, Glykoproteinen und Mucopolysacchariden aufgelagert. Diese Schicht, die Glykocalyx, trägt u. a. Antigenstrukturen und Hormonrezeptoren. Sie spielt eine wesentliche Rolle bei immunologischen Vorgängen, bei Wechselwirkungen zwischen Zellen und bei der Kommunikation der Zelle mit der Außenwelt. Tierische Zellen besitzen jedoch keine den pflanzlichen Zellen vergleichbare Zellwand (» Tab. 1.2).
Tab. 1.2 Beispiele für Unterschiede zwischen pflanzlichen und tierischen Zellen
Parameter
Tierische Zelle
Pflanzliche Zelle
Zellwand
–
+
Zentralvakuole
–
+
Plastiden
–
+
Streckungswachstum
–
+
Glykocalyx
+
...Systemvoraussetzungen
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