
Studien zur Ontogenese wissenschaftlichen Schreibens
Beschreibung
In den »Studien zur Ontogenese wissenschaftlichen Schreibens« wird das Schreiben von Studierenden als Entwicklungsphänomen perspektiviert. Die generelle These des Buches ist die, dass das studentische Schreiben einem Entwicklungsprozess unterliegt und damit ein sprachliches Erwerbsphänomen bildet wie andere auch (z.B. Schriftspracherwerb, Erzählerwerb). Anhand eines schreibbiographischen Teilkorpus' (mehrerer Seminararbeiten eines Autors) und anhand zweier experimentell erhobener, quantitativer Teilkorpora (Schreibproben aus einem Lückentest und parodistische Einleitungstexte) werden unterschiedliche Teilleistungen der wissenschaftlichen Textproduktion untersucht: wissenschaftliches Formulieren, wissenschaftliches Einleiten, wissenschaftliche Intertextualität, wissenschaftliches Argumentieren und wissenschaftliche Alltagssprache. Die Rekonstruktion der Ontogenese zeigt eine dreiphasige Entwicklungsbewegung auf, in der zunächst die 'Gegenstandsdimension', dann die 'Diskursdimension' und zuletzt die 'Argumentationsdimension' integrativ aufgebaut werden: Die Studierenden beginnen mit einem Stadium starker Gegenstandsbezogenheit, auf das eine Phase folgt, in der es den Autoren zusehends gelingt, den wissenschaftlichen Forschungsdiskurs in ihr Schreiben zu integrieren, bis sie schließlich dazu fähig sind, eine selbstständige wissenschaftliche Argumentation zu entfalten.
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Inhalt
- Intro
- Zur Einfuhrung
- I. Kapitel: Die 'Debatte' um das wissenschaftliche Schreiben von Studierenden - Instruieren statt Imitieren
- 1. "Deutschland hat ein Schreibproblem"? - Zur hochschulexternen Seite der 'Debatte'
- 2. Schreibprozess versus Schreibprodukt - Oder: Was ist eigentlich das Problem?
- 3. "... weisen studentische Arbeiten durchaus Defizite auf" - Eine Mängelliste mit vielen offenen Fragen
- 4. Umfragen zum wissenschaftlichen Schreiben - Zwischen Bedarfsnachweis und Erkenntnisinstrument
- 5. Ein impliziter historischer Komparativ?
- 6. Exkurs zum kommunikativen Status der studentischen Hausarbeit - Oder: Die Doppelbödigkeit von wissenschaftlicher Fiktionalität und universitärer Realität
- 7. Die "Meisterlehre" in der Kritik
- 8. Das wissenschaftliche Schreiben und die Schule - Stichwort 'Facharbeit'
- 9. Neidvolle kulturelle Seitenblicke - Zum Vorbildcharakter institutionalisierter Vermittlungspraxen
- 10. Lösungsvorschläge für 'Schreibprobleme' - Oder: Vom Voraussetzungsreichtum instruierender Maßnahmen
- 11. Bilanz
- 12. Alternative Perspektiven - Anknüpfungspunkte
- 12.1 Entwicklung zwischen "Habitusanpassung" und "problemlösendem Handeln"
- 12.2 'Textqualität' im Spiegel institutioneller Evaluation
- 12.3 Textproduktion in ihrem Interagieren von kognitiver und sprachlicher Komplexität
- II. Kapitel: Vorbereitende Schritte - methodische Überlegungen: Textproduktanalyse' Schreibentwicklungsforschung' Wissenschaftslinguistik
- 1. Das Schreibprodukt als Untersuchungsgegenstand
- 2. Schreibentwicklungsforschung oder die Entwicklung schriftlich-konzeptualer Fähigkeiten
- 3. Wenn man von Entwicklung spricht... - Entwicklungsprinzipien und Entwicklungswege
- 4. Im Telos der Entwicklung: Wissenschaftslinguistik
- 4.1 Zum Ausdruck Wissenschaftslinguistik
- 4.2 Formalität und Funktionalität als Konstanten einer institutionellen Praxis
- 4.3 Wissenschaftslinguistische Kategorien und entwicklungssensitive Tiefendimensionen
- 5. Angaben zu den Teilkorpora' Aufbau der Studien und Katalog leitender Fragestellungen
- III. Kapitel: Studien zur Ontogenese wissenschaftlichen Schreibens
- Studie 1: Wissenschaftliches Formulieren
- 1.1 Vorüberlegungen: Formulieren und wissenschaftliches Formulieren
- 1.1.1 Innere Sprache - erster Annäherungsschritt
- 1.1.2 Ausdrucksfehler - zweiter Annäherungsschritt
- 1.1.3 Modelle des Formulierens
- 1.1.4 Das Formulieren als soziales Phänomen
- 1.1.5 Wissenschaftliches Formulieren
- 1.1.5.1 Wissenschaftliche Alltagssprache
- 1.1.5.2 Exkurs: Phraseologisch basierte Konzepte des Wissenschaftsenglischen
- 1.1.5.3 Denotative Exaktheit contra konnotatives Potential? Ein möglicher Einwand und Konsequenzen für den Erwerb
- 1.2 Wissenschaftliches Formulieren im Rahmen eines Lückentextes - Aufbau und Erläuterung des Testdesigns
- 1.2.1 Der Lückentext und seine Lücken
- 1.2.2 Kriterien und Vorgehensweise bei der Auswertung
- 1.2.3 Zur Motivation des Tests - Oder: Was testet der Test?
- 1.2.4 Umfang und Zusammensetzung der Stichprobe
- 1.3 Die Auswertungsergebnisse des Lückentests
- 1.3.1 Erfolgreiche akzeptable Einsetzungen
- 1.3.2 Auswertung nach drei Restriktionskategorien
- 1.3.3 U-Kurven-Effekt in den ersten Studiensemestern?
- 1.4 Entwicklungsorientierte Auswertung des Lückentests
- 1.4.1 Exemplarische Auswertung einzelner Lücken
- 1.4.2 Ableitung von Entwicklungsniveaus
- 1.4.3 Konstruieren' Imitieren und Entdecken - Oder: Sind die Entwicklungsniveaus als Entwicklungsstufen aufzufassen?
- 1.4.4 Lokal und global - Zur Weitung des kotextuellen und zur Verjüngung des kontextuellen Formulierungsskopus'
- 1.4.5 Vergleich der Ergebnisse mit dem Formulieren innerhalb selbstständiger wissenschaftlicher Textproduktion
- 1.5 Zusammenfassung der Ergebnisse zum wissenschaftlichen Formulieren
- Studie 2: Wissenschaftliche Titel
- 2.1 Sonja' Nadine und Ansgar - Drei Schreibbiographien im Überblick
- 2.2 Die Betitelung wissenschaftlicher Arbeiten
- Studie 3: Wissenschaftliches Einleiten
- 3.1 Vom Vorwort zur Einleitung - Institutionelle Konfusionen?
- 3.2 Von Zügen und Schritten in wissenschaftlichen Einleitungen
- 3.3 Die Dimensionen des wissenschaftlichen Einleitens
- 3.4 Auf dem Weg zum wissenschaftlichen Einleiten
- 3.5 Die Verfahren des Einleitens und die Muster ihres Erwerbs
- 3.5.1 Die Einleitungstexte Sonjas
- 3.5.2 Die Einleitungstexte Nadines
- 3.5.3 Die Einleitungstexte Ansgars
- 3.5.4 Gemeinsamkeiten und Unterschiede
- 3.6 Wissenschaftliches Einleiten - die quantitative Perspektive
- 3.7 Überblicksdarstellung: die Dimensionen und Verfahren wissenschaftlichen Einleitens ontogenetisch und strukturell
- Studie 4: Wissenschaftliche Intertextualität
- 4.1 Zum Begriff Intertextualität
- 4.2 Entwicklungsbedingt implizite Intertextualität
- 4.3 Explizit kontrollierte Intertextualität
- 4.4 Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse
- Studie 5: Wissenschaftliches Argumentieren
- 5.1 Das Wörtchen 'weil' - monologisch oder dialogisch?
- 5.2 Der monologische Reduktionismus in der Kritik
- 5.3 Phylogenetische und funktionale Aspekte wissenschaftlichen Argumentierens
- 5.4 Argumentative Vertextungsmuster in ihrer dialogischen Fundiertheit
- 5.5 Zur Ontogenese wissenschaftlicher Textorganisation
- 5.6 Zur Ontogenese wissenschaftlichen Argumentierens
- 5.7 Zur Ontogenese textorganisierender Metakommunikation
- 5.8 Tabellarische Übersicht und abschließende Einordnung
- Studie 6: Wissenschaftliche Alltagssprache
- 6.1 Zur Ontogenese lexiko-syntagmatischer Informationsvergabe
- 6.2 'Grammatical metaphors' oder Formative grammatischer Inkongruenz
- 6.3 Zur Ontogenese der wissenschaftlichen Alltagssprache
- 6.4 Die quantitative Perspektive: Integration' Inkongruenz und wissenschaftliche Alltagssprache
- 6.5 Zusammenfassende' tabellarische Überblicksdarstellung
- IV. Kapitel: Die Ontogenese des wissenschaftlichen Schreibens
- 1. Zur Phänomenologie der Ontogenese wissenschaftlichen Schreibens
- 2. Die Ontogenese als Verlagerung des primären studentischen Schreibfokus'
- 3. Die Ontogenese als Rückgang noch nicht ausgeprägter sprachlich-textueller Kompetenzen
- 4. Die Ontogenese als einander ablösende 'Subjektive Theorien' von Wissenschaftlichkeit
- 5. Zur Einordnung der studentischen Texte - Oder: Die entwicklungslogische Homogenität des studentischen Schreibprodukts
- 6. Kontinuität und Diskontinuität: die Zonen der nächsten Entwicklungsstufe
- 7. Das Movens der Ontogenese wissenschaftlichen Schreibens
- 7.1 Das fachliche Wissen als Schrittmacher der Entwicklung?
- 7.2 Die Effekte wissenschaftlicher Sozialisation in ihrer Anbahnungsqualität
- 7.3 Der Erwerb wissenschaftlicher Analyse- und Erkenntniskonzepte in der Ontogenese wissenschaftlichen Schreibens
- 7.4 Wissenschaftliche Textrezeption - Imitation versus Übernahme in der Ontogenese wissenschaftlichen Schreibens
- 7.5 Die wissenschaftliche Textproduktion - textkompositionelle Asymmetrien und dimensionale Konflikte als Movens der Ontogenese
- 7.6 Ein geheimer Lehrplan wissenschaftlichen Schreibens?
- V. Kapitel: Warum es so schwierig ist' Studierenden das wissenschaftliche Schreiben beizubringen - Sieben Dilemmata
- 1. Das sozialisatorische Dilemma
- 2. Das ontogenetische Dilemma
- 3. Das kommunikative Dilemma
- 4. Das fachliche Dilemma
- 5. Das strukturelle Dilemma
- 6. Das curriculare Dilemma
- 7. Das kreative Dilemma
- Anhang
- Abbildungsverzeichnis
- 1. Aufstellungen
- 2. Graphen
- 3. Figuren
- 4. Tabellen
- Literaturverzeichnis
- Abkürzungsverzeichnis
- Namensverzeichnis
- Stichwortverzeichnis
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