Claus und Claudia
Nach neueren Dokumenten
Erik Neutsch(Autor*in)
EDITION digital (Verlag)
1. Auflage
Erschienen am 15. April 2013
124 Seiten
978-3-86394-408-7 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
für ePUB mit Wasserzeichen-DRM
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Beschreibung
Claus Salzbach, Diplomat der DDR im auswärtigen Dienst, erhält in Paris die erschütternde Nachricht, dass seine Tochter Claudia eine tiefe Nervenkrise durchlebt. Sofort kehrt er in die Heimat zurück, doch womit er dann hier konfrontiert wird, erscheint ihm zunächst unglaubhaft: An der medizinischen Fachschule, an der Claudia studiert, werden Erziehungsmethoden praktiziert, die von erstarrtem Denken und Herzlosigkeit der Lehrkräfte zeugen, bis zu Verdächtigungen und Drangsalierungen gegenüber den Schülerinnen reichen und gegen die seine Tochter sich vergebens gewehrt hat.
Salzbach, wie weiland Michael Kohlhaas, beginnt um die Gerechtigkeit in der Beurteilung junger Menschen zu kämpfen, doch auch er stößt auf Anmaßung, Opportunismus, gar Feigheit. Als er schließlich Verbündete findet und die unhaltbaren Zustände an der Fachschule untersucht werden - welche Chancen hat da noch Claudia, ihre Krise zu überwinden?
Wie schon vorher in seinen literarischen Arbeiten zielt Erik Neutsch mutig und kritisch auf wesentliche moralische Fragen der DDR-Gesellschaft, wobei er den Leser auffordert, darüber mitzubefinden.
Das ergreifende, durchaus aktuelle Buch, wurde erstmals 1989 im Mitteldeutschen Verlag Halle - Leipzig veröffentlicht.
Salzbach, wie weiland Michael Kohlhaas, beginnt um die Gerechtigkeit in der Beurteilung junger Menschen zu kämpfen, doch auch er stößt auf Anmaßung, Opportunismus, gar Feigheit. Als er schließlich Verbündete findet und die unhaltbaren Zustände an der Fachschule untersucht werden - welche Chancen hat da noch Claudia, ihre Krise zu überwinden?
Wie schon vorher in seinen literarischen Arbeiten zielt Erik Neutsch mutig und kritisch auf wesentliche moralische Fragen der DDR-Gesellschaft, wobei er den Leser auffordert, darüber mitzubefinden.
Das ergreifende, durchaus aktuelle Buch, wurde erstmals 1989 im Mitteldeutschen Verlag Halle - Leipzig veröffentlicht.
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Personen
Neutsch, Erik
Geboren 21. Juni 1931 in Schönebeck/Elbe, Studium der Philosophie und Publizistik an der Universität Leipzig, Diplom 1953, bis 1960 Kultur- und Wirtschaftsredakteur in Halle, Reporter.
Seit 1962 freischaffender Schriftsteller, Mitglied der Akademie der Künste der DDR 1974-1991, Mitglied des Schriftsteller-Verbandes Deutschlands.
Veröffentlichungen
Romane:
Spur der Steine, Halle 1964, Bergisch-Gladbach 1991, München 1994, Leipzig 1996 (35 Aufl.)
Auf der Suche nach Gatt, Halle 1973, Benshausen 2009 (15 Aufl.)
Der Friede im Osten, bisher 4 Bände, Halle 1974-1987 (29 Aufl.)
Totschlag, Querfurt 1994 (2 Aufl.)
Nach dem großen Aufstand - Ein Grünewald-Roman, Leipzig 2003, Dößel 2010 (2 Aufl.)
Erzählungen:
Die Regengeschichte, Halle 1960 (3 Aufl.)
Die zweite Begegnung, Halle 1961
Bitterfelder Geschichten, Sammelband, Halle 1961 (3 Aufl.)
Die anderen und ich, Sammelband, Halle 1970 (5 Aufl.)
Tage unseres Lebens, Leipzig 1973
Heldenberichte, Sammelband, Berlin 1976
Akte Nora S., Berlin 1976
Der Hirt, Halle 1978, Berlin 1998
Zwei leere Stühle, Halle 1979 (10 Aufl.)
Forster in Paris, Halle 1981, Querfurt 1994 (3 Aufl.)
Claus und Claudia, Halle 1989 (3 Aufl.)
Stockheim kommt, Berlin 1998
Verdämmerung, Kückenshagen März 2003 (2 Auflagen)
Kinderbücher:
Olaf und der gelbe Vogel, Berlin 1972 (5 Aufl.)
Vom Gänslein, das nicht fliegen lernen wollte, Leipzig 1995.
Bühnenwerke:
Haut oder Hemd, Schauspiel, Urauff. Halle 1971
Karin Lenz, Opernlibretto zur Musik von Günter Kochan, Urauff. Deutsche Staatsoper Berlin 1971
Haut oder Hemd, Text und Dokumentation, Halle 1972
Da sah ich den Menschen, Dramatik und Gedichte, Berlin 1983
Lyrik:
Die Liebe und der Tod, Gedichtband, Halle 1999
Essays:
Fast die Wahrheit, Sammelband, Berlin 1979
Forster in Halle oder Wie fern sind sich im Geiste die Deutschen?, Halle 1994
Gothardt-Nithardt, ein Maler (über Matthias Grünewald), Halle 1996
Wo es keine leeren Flächen gibt (Rundfunkporträt über den Maler Willi Sitte),Berlin 1972.
Mitautor in ca. 70 Anthologien und Sammelbänden.
Mitherausgeber:
Vietnam in dieser Stunde, Halle 1968
Chile - Gesang und Bericht, Halle 1975
Filme (nach seinen Texten):
Spur der Steine, DEFA 1966
Die Prüfung, DEFA 1967
Akte Nora S., Deutscher Fernsehfunk 1975
Auf der Suche nach Gatt, DFF 1976
Zwei leere Stühle, DFF 1982
Hörspiele (nach seinen Texten):
Der Neue, 1965
Haut oder Hemd, 1971
Übersetzungen seiner Texte in über 20 Sprachen.
Verkaufte Bücher (ohne Anthologien): ca. 2,2 Millionen in Deutschland.
Literatur über Erik Neutsch:
Wie Spuren im Stein / Das literarische Werk von Erik Neutsch, Texte des Kolloquiums zum 75. Geburtstag des Autors, Herausgeber Klaus-Detlef Haas, Berlin 2007
Spur des Lebens, Interview-Band von Klaus Walther, Berlin 2010
Auszeichnungen u.a.:
Nationalpreis der DDR für Kunst und Literatur 1964 und 1981
Heimich-Mann-Preis der Akademie der Künste der DDR 1971
Kunstpreis der Stadt Halle 1971
Händelpreis der Stadt Halle 1973
Geboren 21. Juni 1931 in Schönebeck/Elbe, Studium der Philosophie und Publizistik an der Universität Leipzig, Diplom 1953, bis 1960 Kultur- und Wirtschaftsredakteur in Halle, Reporter.
Seit 1962 freischaffender Schriftsteller, Mitglied der Akademie der Künste der DDR 1974-1991, Mitglied des Schriftsteller-Verbandes Deutschlands.
Veröffentlichungen
Romane:
Spur der Steine, Halle 1964, Bergisch-Gladbach 1991, München 1994, Leipzig 1996 (35 Aufl.)
Auf der Suche nach Gatt, Halle 1973, Benshausen 2009 (15 Aufl.)
Der Friede im Osten, bisher 4 Bände, Halle 1974-1987 (29 Aufl.)
Totschlag, Querfurt 1994 (2 Aufl.)
Nach dem großen Aufstand - Ein Grünewald-Roman, Leipzig 2003, Dößel 2010 (2 Aufl.)
Erzählungen:
Die Regengeschichte, Halle 1960 (3 Aufl.)
Die zweite Begegnung, Halle 1961
Bitterfelder Geschichten, Sammelband, Halle 1961 (3 Aufl.)
Die anderen und ich, Sammelband, Halle 1970 (5 Aufl.)
Tage unseres Lebens, Leipzig 1973
Heldenberichte, Sammelband, Berlin 1976
Akte Nora S., Berlin 1976
Der Hirt, Halle 1978, Berlin 1998
Zwei leere Stühle, Halle 1979 (10 Aufl.)
Forster in Paris, Halle 1981, Querfurt 1994 (3 Aufl.)
Claus und Claudia, Halle 1989 (3 Aufl.)
Stockheim kommt, Berlin 1998
Verdämmerung, Kückenshagen März 2003 (2 Auflagen)
Kinderbücher:
Olaf und der gelbe Vogel, Berlin 1972 (5 Aufl.)
Vom Gänslein, das nicht fliegen lernen wollte, Leipzig 1995.
Bühnenwerke:
Haut oder Hemd, Schauspiel, Urauff. Halle 1971
Karin Lenz, Opernlibretto zur Musik von Günter Kochan, Urauff. Deutsche Staatsoper Berlin 1971
Haut oder Hemd, Text und Dokumentation, Halle 1972
Da sah ich den Menschen, Dramatik und Gedichte, Berlin 1983
Lyrik:
Die Liebe und der Tod, Gedichtband, Halle 1999
Essays:
Fast die Wahrheit, Sammelband, Berlin 1979
Forster in Halle oder Wie fern sind sich im Geiste die Deutschen?, Halle 1994
Gothardt-Nithardt, ein Maler (über Matthias Grünewald), Halle 1996
Wo es keine leeren Flächen gibt (Rundfunkporträt über den Maler Willi Sitte),Berlin 1972.
Mitautor in ca. 70 Anthologien und Sammelbänden.
Mitherausgeber:
Vietnam in dieser Stunde, Halle 1968
Chile - Gesang und Bericht, Halle 1975
Filme (nach seinen Texten):
Spur der Steine, DEFA 1966
Die Prüfung, DEFA 1967
Akte Nora S., Deutscher Fernsehfunk 1975
Auf der Suche nach Gatt, DFF 1976
Zwei leere Stühle, DFF 1982
Hörspiele (nach seinen Texten):
Der Neue, 1965
Haut oder Hemd, 1971
Übersetzungen seiner Texte in über 20 Sprachen.
Verkaufte Bücher (ohne Anthologien): ca. 2,2 Millionen in Deutschland.
Literatur über Erik Neutsch:
Wie Spuren im Stein / Das literarische Werk von Erik Neutsch, Texte des Kolloquiums zum 75. Geburtstag des Autors, Herausgeber Klaus-Detlef Haas, Berlin 2007
Spur des Lebens, Interview-Band von Klaus Walther, Berlin 2010
Auszeichnungen u.a.:
Nationalpreis der DDR für Kunst und Literatur 1964 und 1981
Heimich-Mann-Preis der Akademie der Künste der DDR 1971
Kunstpreis der Stadt Halle 1971
Händelpreis der Stadt Halle 1973
Inhalt
'Nein. Ich kenne andere. Auch aus der FDJ-Leitung welche.' Sie stockte, schien sich noch immer vorsichtig herantasten zu wollen. 'Du bist Genossin, nicht wahr? So ziemlich die einzige hier weit und breit. Ich hab's mir zusammengereimt, als ich zufällig Zeuge eines Gesprächs wurde. Zwischen zwei Hebammen. Wenn du Dienst hast, warnte die eine die andere, solle sie bloß nicht den Norddeutschen Rundfunk hören, der, wie du ja weißt, hier unentwegt dudelt. Sie bezeichnete dich als Spitzel.'
'Als was?'
'Als Spitzel der SED. Dein Vater muß irgendwas angestellt haben. Und von dir hieß es, du habest Doktor Braune in eurer Parteiversammlung angeschwärzt.'
'Doktor Braune?' Ein wenig erschrak Claudia jetzt. 'Warum sollte ich?'
'Im Aufenthaltsraum, als dort die neuen Übergardinen aufgehängt wurden. Sie verdeckten jedoch in voller Breite die Wand mit dem Bild von Honecker daran. Jemand vom Personal wies Doktor Braune darauf hin, und er ordnete an, es abzunehmen. Was macht das schon, soll er geantwortet haben, da guckt doch sowieso keiner hin.'
'Ich schwör es dir, Heike. Ich weiß nicht das geringste davon. Was geht mich der Hetzsender an. Jeder ist selber schuld, der sich davon berieseln läßt. Und auch das mit der Parteiversammlung ist eine Lüge.'
'Ich dachte es mir. So eine bist du nicht.'
Stunden später, nachdem sie ihren Dienst beendet hatten, auf dem gemeinsamen Weg von der Klinik zur Bushaltestelle, setzte Heike ihr Gespräch mit einer anderen Eröffnung fort.
'Claudia, ich habe Angst.'
Sie sah sie mit ihren blauen, furchtsam geweiteten Augen an, wirkte verzagt wie ein Kind plötzlich, obwohl sie bereits achtzehn war.
'Wovor denn?'
'Versprich mir, es für dich zu behalten.'
'Bin ich etwa eine Tratsche?'
'Irgendwem muß ich es sagen. Und du - du bist selber Mutti. Ich bin im dritten Monat. Zum Wochenende, sofort nach dem Praktikum, fahr ich nach Haus und lasse mir das Kind nehmen. Ich habe schon einen Arzt konsultiert, und der meint, jetzt sei der günstigste Zeitpunkt für einen Eingriff. Mein Verlobter ist bei der Armee. Er erfährt erst gar nichts.' Sie schnupfte und trocknete sich ein paar Tränen ab, die über ihr pummliges Gesicht rannen.
'Aber, Mädchen, du weinst ja.' Claudia legte ihren Arm um sie.
'Ach, weißt du, ich würde mein Baby so gern austragen. Aber bei den Aversionen hier, an unserer Schule? Die Baumholder predigt doch ständig, daß wir uns keine Kinder anschaffen sollen. Sie würden uns nur beim Studium stören. Und bekämen wir doch eins, müßten wir es in die Wochenkrippe abschieben.'
Ja, davon wußte auch Claudia ein Lied zu singen.
Nun säuberte sie den Kreißsaal und gewahrte hin und wieder, wie nebenan Heike desgleichen tat. Der letzte Tag ihres Praktikums war herangerückt, und am Montag würde sie sich in das Krankenhaus ihres Heimatortes begeben.
'Als was?'
'Als Spitzel der SED. Dein Vater muß irgendwas angestellt haben. Und von dir hieß es, du habest Doktor Braune in eurer Parteiversammlung angeschwärzt.'
'Doktor Braune?' Ein wenig erschrak Claudia jetzt. 'Warum sollte ich?'
'Im Aufenthaltsraum, als dort die neuen Übergardinen aufgehängt wurden. Sie verdeckten jedoch in voller Breite die Wand mit dem Bild von Honecker daran. Jemand vom Personal wies Doktor Braune darauf hin, und er ordnete an, es abzunehmen. Was macht das schon, soll er geantwortet haben, da guckt doch sowieso keiner hin.'
'Ich schwör es dir, Heike. Ich weiß nicht das geringste davon. Was geht mich der Hetzsender an. Jeder ist selber schuld, der sich davon berieseln läßt. Und auch das mit der Parteiversammlung ist eine Lüge.'
'Ich dachte es mir. So eine bist du nicht.'
Stunden später, nachdem sie ihren Dienst beendet hatten, auf dem gemeinsamen Weg von der Klinik zur Bushaltestelle, setzte Heike ihr Gespräch mit einer anderen Eröffnung fort.
'Claudia, ich habe Angst.'
Sie sah sie mit ihren blauen, furchtsam geweiteten Augen an, wirkte verzagt wie ein Kind plötzlich, obwohl sie bereits achtzehn war.
'Wovor denn?'
'Versprich mir, es für dich zu behalten.'
'Bin ich etwa eine Tratsche?'
'Irgendwem muß ich es sagen. Und du - du bist selber Mutti. Ich bin im dritten Monat. Zum Wochenende, sofort nach dem Praktikum, fahr ich nach Haus und lasse mir das Kind nehmen. Ich habe schon einen Arzt konsultiert, und der meint, jetzt sei der günstigste Zeitpunkt für einen Eingriff. Mein Verlobter ist bei der Armee. Er erfährt erst gar nichts.' Sie schnupfte und trocknete sich ein paar Tränen ab, die über ihr pummliges Gesicht rannen.
'Aber, Mädchen, du weinst ja.' Claudia legte ihren Arm um sie.
'Ach, weißt du, ich würde mein Baby so gern austragen. Aber bei den Aversionen hier, an unserer Schule? Die Baumholder predigt doch ständig, daß wir uns keine Kinder anschaffen sollen. Sie würden uns nur beim Studium stören. Und bekämen wir doch eins, müßten wir es in die Wochenkrippe abschieben.'
Ja, davon wußte auch Claudia ein Lied zu singen.
Nun säuberte sie den Kreißsaal und gewahrte hin und wieder, wie nebenan Heike desgleichen tat. Der letzte Tag ihres Praktikums war herangerückt, und am Montag würde sie sich in das Krankenhaus ihres Heimatortes begeben.
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