
Sarah und der weiße Opal
Beschreibung
Träume und Wahrheiten
spielt zu Beginn in der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn, der Geburtsstadt des Ludwig van Beethoven und anderer Berühmtheiten.
In Sarahs abenteuerlichen Leben dreht sich einiges um den weißen Opal,
ihre Reise führt sie zu verschiedenen fremden Menschen, deren Lebenswege
mysteriös erscheinen. Hat der schillernde Stein eine zentrale Bedeutung?
Kann ihr Jonas helfen, oder ist er selbst in mysteriöse Geschehnisse verwickelt?
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Person
Siehe Wikipedia.
Sie veröffentlichte bisher über 70 Bücher, unter anderem Sachbücher, Kriminalromane, Liebesromane, und Satire. Leyendecker schreibt auch als Ghostwriterin für namhafte Regisseure. Sie ist Mitglied in schriftstellerischen Verbänden und in einem italienischen Kulturverein. Erfahrungen für ihre Tätigkeit sammelte sie auch in ihrer Jahrzehntelangen Tätigkeit als Lebensberaterin.
Inhalt
Kapitel 3
Die junge, hübsche Frau öffnete das Fenster, das der gemütlich eingerichteten Essecke mildes Licht schenkte. "Was für eine geniale Idee, die Küche hier auslaufen zu lassen!" schwärmte Ninette mit leuchtenden Augen. "Da hat man nicht nur von den riesigen Wohnzimmerfenstern aus, diesen einmaligen Blick auf das Rheintal mit dem Siebengebirge, sondern auch beim Essen und sogar zwischendurch einmal, wenn man den Kochtopf allein lassen kann. Bist du dir ganz sicher, dass wir hier mit dieser Aussicht und dem paradiesischen Blumengarten den Opal überhaupt noch so oft benutzen müssen?"
Sarah seufzte. "Ich möchte lieber nichts riskieren, Ninette. Und als Medikation ist es wirklich nicht zu viel, dir einmal am Tag diesen Stein zu präsentieren und ihn vor dem nächsten Gebrauch wieder aufzuladen. Tante Dorothea hat uns dieses Rezept mehrmals vorgelesen und uns ans Herz gelegt, regelmäßig davon Gebrauch zu machen. Und wie du siehst, benötigst du momentan keinen Schleier mehr. Du siehst wunderschön aus."
"Oh, draußen nehme ich doch lieber noch den Schleier, sonst fühle ich mich unwohl. Aber ich fürchte, es könnte dir zu viel werden, wenn du ständig an mich denken musst und immer auf der Suche bist nach den schönen Blicken, Aussichten und Momenten des Lebens, um den Stein wieder aufzuladen. Du kannst doch nicht immer nur an mich denken. Du solltest auch ein eigenes Leben haben."
Sarah stellte sich neben Ninette und legte den Arm um ihre Schultern. "Wir haben hier ein herrliches Leben", entgegnete die junge Frau leidenschaftlich. "Ich habe hier mein Atelier und kann malen, so oft ich Lust dazu habe. Die alte Villa ist vollkommen modernisiert und bietet uns mit ihren verschiedenen Zimmern Raum für etliche Hobbys. Und vergiss nicht, meine Seele braucht auch einen Blick auf die Schönheiten der Natur oder des Himmels. Sonst hätte ich auch nicht den Beruf als Illustratorin ergriffen. Das Einzige, was mich hier tatsächlich noch etwas stört, ist, dass ich einen Haken an der Sache suche. Ich traue diesem Geoffrey Lothar nicht und auch nicht seinem Freund und Angestellten Donald Meurer."
Die Schwester lächelte. "Wie verschieden wir doch so sind! Da habe ich nun gar keine Besorgnis. Denn einmal gibt es Personen, die von Natur aus wirklich sehr hilfsbereit sind und herzlich gern anderen Menschen helfen, und zum anderen gibt es noch diejenigen, die es tun, damit sie ihr Gewissen erleichtern und sich dafür einen Bonus erwarten. Es gibt auch noch die mit einem Helfersyndrom, und die müssen sich ständig um andere kümmern. Die letzte Gruppe, das sind die, die dafür von anderen gelobt werden wollen und es für ihr Image tun. Ich weiß nicht, zu welcher Gruppe diese beiden Herren gehören, aber im Prinzip ist es mir auch egal. Was auch immer ihr Motiv ist, das Endergebnis ist doch genial."
"Wenn das so ist, erwacht in mir wieder neue Hoffnung, dass du eines Tages wieder ganz geheilt sein wirst", bemerkte die Schwester erfreut. "Dann hast du wieder so viel positive Kräfte in dir, dass du dich wieder ans Klavier setzt und deine Finger auf den Tasten tanzen lässt."
Ninette lächelte. "So weit wage ich noch gar nicht zu denken, ich bin wirklich schon sehr glücklich, dass sich seit einem Jahr meine linke Gesichtshälfte nicht mehr verändert hat. Und das habe ich allein dir und Tante Dorothea zu verdanken."
"Ich bin auch Bill sehr dankbar, der mit unserer Tante nach Australien gefahren ist, allein hätte sie das gar nicht geschafft, diesen Edelstein zu finden. Ich hatte so gehofft, dass aus euch beiden, aus Bill und dir, ein Paar wird, er war ein wunderbarer Mensch," erinnerte sich Sarah.
Ein Schatten huschte über das Gesicht der Schwester. "Ich glaube, ich war wirklich ein bisschen in ihn verliebt. Aber meine Gesundheit war mir wichtiger, deswegen habe ich ihm meine Gefühle verschwiegen. Und ich bin froh, dass er in Australien diese reizende Debby gefunden hat, mit der er jetzt glücklich verheiratet ist."
"Ich bin ihm auch dankbar, dass er versprochen hat, vielleicht noch einen Ersatzstein zu finden. Daher ist es vielleicht ganz gut, dass er noch drüben in Australien ist, wo er an Ort und Stelle suchen kann. Doch auf seinen Freund, den Jonas bin ich immer noch böse. Seit einem Jahr hat er nichts mehr von sich hören lassen, obwohl er doch versprochen hat, seinen Kollegen Pierre dazu zu bewegen, ihn ein bisschen im Labor forschen zu lassen."
Ninette runzelte die schöne Stirn. "Südfrankreich ist weit, meine Liebe! Von dort kann er nicht mal eben zu uns herüber joggen. Und du weißt, dass er das Fliegen hasst."
"Diese Entschuldigungen könnte ich nur gelten lassen, wenn wir noch im 20. und nicht im 21. Jahrhundert lebten. Mit dem Internet und allen Verbindungen, die einem ein Handy bietet, ist man heute von Südfrankreich aus durchaus in der Lage, sich ab und zu bei seinen Freunden zu melden."
In Ninettes hübschem Gesicht zeigte sich ein Grinsen. "Gib es doch zu, du warst auch verliebt in ihn. Und er hat auch ganz schön mit dir geflirtet. Es hätte mehr daraus werden können, wenn du dich ihm gegenüber nicht so kühl und reserviert verhalten hättest."
Die Schwester lachte. "Was nützt es jetzt, wenn wir hier in der Vergangenheit herumgraben, freuen wir uns lieber, dass wir es bis hierhin geschafft haben."
Es klopfte an der Tür, und die beiden Schwestern riefen gleichzeitig: "Herein!"
Eine kräftige, große Frau, die sich das blonde Haar auf dem Kopf zusammengebunden hatte, trat ein. "Ich habe die Betten eben noch frisch bezogen. Kann ich noch irgendetwas für Sie tun?"
Die beiden Frauen überlegten und sahen sich gegenseitig an.
"Ich glaube, Sie haben schon für heute genug gearbeitet, Leonie", fand Ninette. "Gehen Sie nach Hause und machen Sie sich einen schönen Nachmittag! Es ist doch alles blitzeblank, und ein bisschen Arbeit muss doch auch noch für uns übrigbleiben."
"Möchten Sie einen Kaffee mit uns trinken, Leonie?" erkundigte sich Sarah.
Die junge Frau lächelte und entledigte sich des Kittels. "Oh ja, gern, wenn ich Sie nicht störe."
"Auf gar keinen Fall", beteuerte die Malerin. "Wenn Sie uns demnächst hier öfters helfen, ist es doch nur gut, wenn wir uns etwas kennenlernen. Und Sie waren uns beiden sofort sehr sympathisch. Nehmen Sie doch schon einmal Platz! Ich mache uns allen rasch einen Kaffee. Mit den Maschinen der heutigen Zeit ist es ein Kinderspiel."
Leonie nahm am Esstisch Platz, setzte sich hinzu, und Sara begab sich in die anderen Ecke des langen Raumes, in der sich auf der breiten Arbeitsplatte zwei der modernsten Kaffeemaschinen befanden.
Ein schnurrendes Geräusch und ein angenehm aromatischer Duft zeigten den anwesenden Frauen, dass sich das heiße Getränk in Vorbereitung befand.
Wenige Augenblicke später erschien Sarah in der Essecke und servierte die gefüllten Kaffeetassen. "Kennen Sie Herrn Lothar schon länger?", wandte sie sich an die blonde, etwas verkrampft dasitzende Frau.
Leonie schüttelte den Kopf. "Nein, erst seit sechs Wochen. Ich habe seine Anzeige in der Zeitung gelesen und mich daraufhin prompt bei ihm gemeldet. Er hatte wohl eine ganze Menge Damen zum Vorgespräch bestellt, und ich weiß wirklich nicht, warum er gerade mich ausgesucht hat. Bei dieser guten Bezahlung haben sich eine ganze Menge von Frauen die Finger nach dieser Stelle geleckt. Zwei von ihnen sind mir im Wartezimmer begegnet."
Sarah hob die Augenbrauen. "Hat Herr Lothar besondere Fähigkeiten von Ihnen verlangt? Welche Ausbildung hat er von Ihnen erwartet?"
Die junge Frau atmete tief und nippte an der Kaffeetasse. "Zunächst ging es ihm einmal um Ordnung und Sauberkeit, und ich habe ihm meine Zeugnisse gezeigt, die beweisen, dass ich nur in exquisiten Haushalten gearbeitet habe. Und von dort bin ich auch nur weggegangen, weil meine Arbeitgeber fortgezogen sind. Zurückhaltung hat er von mir erwartet, und auch Bescheidenheit. Und natürlich absolute Diskretion. Insgesamt war er sehr freundlich und zuvorkommend. Er scheint ein angenehmer Chef zu sein."
"Haben Sie denn mit ihm jetzt noch irgendetwas zu tun, oder überweist er Ihnen sein Geld ganz vertrauensvoll aus der Ferne", erkundigte sich Sarah.
"Also, in den nächsten Wochen soll ich mich erst einmal einarbeiten", berichtete Leonie. "Und später soll ich ihm dann einmal Bescheid geben, ob ich mit der Arbeit zufrieden bin. Ich denke, dass Sie dann in der nächsten Zeit herausfinden sollten, ob Sie mit mir zufrieden sind. Darüber wäre ich sehr froh."
"Wenn Sie nicht allergisch gegen Katzenhaare sind, können Sie gern bei uns auf unbegrenzte Zeit arbeiten", versprach Ninette. "Sie dürfen sich schon einmal mit Vinci anfreunden. Er liegt gerade auf seiner Decke im Wohnzimmer-Sessel. Wenn Sie uns bitte einen Augenblick entschuldigen wollen! Ich...
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