
MARCO POLO Reiseführer Tirol
Beschreibung
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E-Book basiert auf: 11. Auflage 2016
Kompakte Informationen, Insider-Tipps, Erlebnistouren und digitale Extras:
Entdecken Sie mit MARCO POLO Tirol von der Zugspitzregion im Westen bis nach "Kitz" im Osten - mit dem MARCO POLO Reiseführer kommen Sie sofort in Tirol an. Erfahren Sie, welche Highlights Sie neben André Hellers Swarovski-Kristallwelten in Wattens und dem Silberbergwerk in Schwaz nicht verpassen dürfen, dass Sie Ihren Augen ruhig trauen dürfen, wenn Ihnen bei der Hinterhornalm ein Lama entgegenkommt und warum das Hotel "Mountain & Soul" im Zillertal seinem Namen alle Ehre macht.
Die Insider-Tipps des Autors lassen Sie Tirol individuell und authentisch erleben und mit den Low-Budget-Tipps sparen Sie bares Geld. Erkunden Sie Tirol in all seinen Facetten mit den maßgeschneiderten MARCO POLO Erlebnistouren. Die kostenlose Touren-App führt Sie digital (und ohne Roaminggebühren) auf den besonderen Wegen der Erlebnistouren.
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Inhalt
- Die besten MARCO POLO Insider-Tipps
- Best of.
- Auftakt
- Im Trend
- Fakten, Menschen & News
- Essen & Trinken
- Einkaufen
- Innsbruck & Umgebung
- Unterland
- Oberland
- Osttirol
- Außerfern
- Erlebnistouren
- Sport & Wellness
- Mit Kindern unterwegs
- Events, Feste & mehr
- Links, Blogs, Apps & Co.
- Praktische Hinweise
- Reiseatlas
- Register & Impressum
- Bloß nicht!
Bild: Kufsteiner Bauernhaus im Kaisergebirge
ALM
Die Alm - in Westtirol auch Alpe - bezeichnet Bergweiden, auf denen Kühe, Schafe und anderes Vieh den Sommer verbringen. Im touristischen Sinne ist die Alm natürlich jener Ort, an dem es am Ende einer Wander- oder Biketour eine Jause, ein Bier und ein Schnapserl gibt.
Doch kehren wir zurück zur landwirtschaftlichen Bedeutung: Im Frühsommer (Mai bis Ende Juni, je nach Höhenlage) findet der Almauftrieb statt. Heutzutage werden die Tiere meist relativ unspektakulär im Viehtransporter auf die Bergweiden gebracht. Ganz anders ist das dagegen beim sehenswerten Schauspiel der Wanderweidewirtschaft (Transhumanz): Dabei werden alljährlich Hunderte Schafe vom Südtiroler Schnalstal über das Hochjoch und den Gletscher ins Nordtiroler Ötztal auf die Weide getrieben. Überall feierlich begangen wird im September der Almabtrieb, wenn die Tiere bunt geschmückt wieder ins Tal gebracht werden.
BOLLYWOOD
Die größte Filmindustrie der Welt ist nicht etwa Hollywood, sondern das asiatische Pendant Bollywood - eine Wortkreation, zusammengestückelt aus der indischen Stadt Bombay und Hollywood. Und Bollywood hat sich in Tirol verliebt. Vor allem für die Traumszenen - in denen der Held seine Angebetete schon im Arm hält, während er im Film noch allerhand Abenteuer zu bewältigen hat - ist die Bergwelt hervorragend als Kulisse geeignet. Denn die Phantasiesequenzen spielen sich oft an für Inder exotischen Orten ab, und dafür wurde in den vergangenen Jahren immer öfter Tirol ausgewählt. In Indien gelten die schneeverwehten Berge und die saftig grünen Täler als besonders reizvoll. Mehr als 60 indische Filmproduktionen wurden deshalb schon teilweise in Tirol gedreht. Eine der bisher größten indischen Produktionen war "Yuvraaj". Fast zwei Monate lang drehten die Superstars Salman Khan, Anil Kapoor und Katrina Kaif in Innsbruck, Wattens, Kufstein, im Alpbach- und im Stubaital. Insgesamt werden jedes Jahr mehr als 1000 Spielfilme in der Bollywood-Traumfabrik produziert. Gemeinsamkeiten gibt es in fast allen Produktionen: Sie sind farbenprächtig, es wird getanzt und gesungen und die Handlung dreht sich oft um Liebe.
Die vielen Filme haben auch dazu geführt, dass mehr Inder nach Tirol in den Urlaub fahren: Inzwischen sind es fast 50 000 pro Jahr, die sich von der Kulisse Tirols anlocken lassen.
DIALEKT
Der Tiroler Dialekt ist hart. Einige Laute - vor allem k und ch - werden kehlig ausgesprochen, es entsteht das typische Krachen. Außerdem wird sch gern dort gesprochen, wo eigentlich ein s hingehört. Jedes Tal hat seinen eigenen Dialekt. Das Außerfern ist ein Sonderfall und teilt sich in zwei Regionen: Die Zugspitzarena bis Reutte wurde von Imst her besiedelt, die Aussprache ist ein raues Oberländlerisch. Das Lechtal jedoch besiedelten zuerst die Alemannen, die Aussprache ist deswegen mit dem Schweizerischen verwandt. Im Paznauntal verhält es sich ähnlich, überhaupt ist im Westen Tirols der Übergang zum Schweizerdeutsch überall zu erkennen.
Auch wenn die Tiroler in anderen Regionen Österreichs wegen ihrer Aussprache gern auf den Arm genommen werden: In Tirol ist man stolz auf dieses Unterscheidungsmerkmal zu den anderen Bundesländern. Zahlreiche Mundartdichter, darunter Hans Haid als einer der berühmtesten, haben mit ihren Werken Erfolg. Die Gruppe "Bluatschink" aus dem Außerfern stürmte mit mundartlichen Songs sogar die österreichischen Hitparaden, obwohl sie im Rest des Landes gar nicht verstanden wurden.
ERFINDERGEIST
Tiroler sind nicht nur ein findiges, sondern auch ein erfinderisches Volk. 1832 etwa baute der Osttiroler Simon Stampfer das Lebensrad, das bewegte Bilder vortäuschen konnte und als Vorläufer des Kinematografen gilt. Ohne den aus Südtirol stammenden Peter Mitterhofer würden wir den Computer heute wohl nicht so nutzen, wie wir es tun: Er erfand in den 1860er-Jahren die Schreibmaschine, die später ihren Siegeszug durch die Welt antrat. Der Tischler baute davon fünf Stück und präsentierte sie am Kaiserhof in Wien. Doch die Erfindung stieß auf keine Zustimmung. Gekränkt versteckte Mitterhofer die Schreibmaschinen auf seinem Dachboden, wo sie erst rund zehn Jahre nach seinem Tod gefunden wurden.
Überhaupt war das 19. Jh. ein sehr ideenreiches Jahrhundert. Der in Kufstein geborene und nach Wien ausgewanderte Josef Madersperger erfand 1814 die erste Nähmaschine. Christian Reitmann aus St. Jakob in Haus baute um 1870 die ersten Zwei- und Viertaktmotoren. Und der Welschtiroler Alois Negrelli plante 1846-56 den Suezkanal mit, der 1869 eröffnet wurde.
Mit dem 20. Jh. endete der Erfindungsreichtum der Tiroler nicht. Der Innsbrucker Arzt Anton Nagy etwa ersann den Sterilisationsapparat und der Bozener Schriftsteller Max Valier war einer der Pioniere des Raketenmotors und entwickelte zusammen mit Fritz von Opel ein Raketenauto. Er starb, als er eine seiner Raketen testete, und gilt als erstes Todesopfer der Raumfahrt.
FÖHN
Mit bis zu 150 km/h fällt dieser warme Wind in das Inntal herab. Föhn kommt aus Italien, lässt Luftfeuchtigkeit in Form von Regen dort, schleppt sich über die Berge und gewinnt beim Abstieg deutlich an Geschwindigkeit und Temperatur. Sogar im Winter kann es auf diese Weise zu Plusgraden kommen, dann schmilzt der Schnee. Fällt der Föhn zusammen, folgt meist schlechtes Wetter.
Am meisten betroffen ist wohl die Region Innsbruck. Der Brennerpass ist die niedrigste Alpenüberquerung, der Wind saust hinunter durch das Wipptal, wird beim Eingang zum Stubaital durch die Talenge beschleunigt und schlägt dann hart gegen die Nordkette. Innsbruck kann dadurch in zwei Hälften geteilt werden. Im Westen ist es kühl, im Osten bläst ein Sturm und es ist bis zu 10 Grad wärmer. Das schlägt sich auch aufs Gemüt: Der warme Wind sorgt bei vielen Menschen oft für Kreislaufbeschwerden, Kopfweh und Schlafstörungen. Weht er länger als eine Woche, können die Innsbrucker schon mal grantig werden. Durch den starken Wind sind schon Straßenbahnwaggons umgekippt und das Dach des Innsbrucker Eisstadions beschädigt worden.
GLETSCHER
Dass Ötzi 1991 aus dem Gletscher herausschmolz, war weniger ein Zufall als vielmehr die Folge des Treibhauseffekts, der sich in Tirol massiv bemerkbar macht: Die globale Erwärmung bringt die Gletscher, das Wasserreservoir der Alpen, zum Schmelzen. Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass am Ende dieses Jahrhunderts drei Viertel aller Gletscher verschwunden sein werden, manche Prognosen sprechen schon von 2050. Für Tirol hat das katastrophale Auswirkungen: Kurzfristig wird das Schmelzwasser vermehrt zu Überschwemmungen und Murenabgängen, also Schlamm- und Gerölllawinen, führen. Längerfristig aber trocknen die Wasserspeicher aus - Wasser wird knapp. Die Folgen wären fatal für die Menschen, die Natur und nicht zuletzt die Wirtschaft. Denn sind die Alpen eisfrei, bleiben auch die Touristen aus, die seit einem Jahrhundert dem Land den Wohlstand bringen. An der Innsbrucker Universität gibt es mehrere Projekte, die erforschen, wie das Abschmelzen der Gletscher zu verlangsamen ist. Beispielsweise durch Verdichten der Schneedecke: Wasser wird in die Schneeschicht oder den Gletscher gespritzt und mit einem Vlies abgedeckt - als Schutz vor der Sonne. Solche und ähnliche Maßnahmen zeigen kleine Erfolge, können den Prozess jedoch nicht aufhalten.
Die Natur als Tunnelbaumeister: Eishöhle im Tuxer Gletscher
GRÜNES LAND
Längst sind sich die Tiroler bewusst, dass sie ihr wichtigstes Gut, die Natur, schützen müssen. Mehr als ein Viertel der Gesamtfläche des Landes gilt mittlerweile als Schutzgebiet, insgesamt gibt es mehr als 80 derartig ausgewiesener Regionen. Viele Pflanzen, etwa das Edelweiß, stehen unter Naturschutz und dürfen nicht gepflückt werden. Und auch viele Tiere werden geschützt, für Fledermäuse etwa gibt es ein spezielles Programm.
Man setzt in Tirol schon immer auf Wasserkraft, auch wenn der Kraftwerksbau zuweilen übertrieben wird. Dieses grüne Denken spiegelt sich auch in der Politik wieder. Die Grüne Partei ist in Tirol konstant stark und hat bei vergangenen Wahlen meist zugelegt. Seit der letzten Tiroler Landtagswahl im Frühjahr 2013 sitzen sie gemeinsam mit der konservativen ÖVP auf der Regierungsbank. Aber nicht nur in der Politik, auch Tirolerinnen und Tirolern haben das grüne Denken längst verinnerlicht. Müll wird überall säuberlich getrennt und anschließend recycled, Sammelinseln für die verschiedenen Müllarten finden sich überall. Abfall auf den Boden zu werfen, ist in Tirol gar nicht gern gesehen.
Im heiligen Land Tirol: Fronleichnamsprozession bei wahrem Feiertagswetter
HEILIGES LAND
Dieser Beiname von Tirol geht auf die Zeit der Gegenreformation im 16. Jh. zurück. Die Habsburger regierten Österreich und setzten, teilweise mit Gewalt, den katholischen Glauben durch, von dem fast das ganze Land abgefallen war. Im Osten wandten sich die Menschen den Lehren Luthers zu, in Tirol erfreuten sich die Täuferbewegungen großen Zuspruchs. Also holte man katholische Orden ins Land, die den Katholizismus fördern sollten: Prozessionen und Wallfahrten erlebten einen neuen Aufschwung, Andersgläubige wurden gnadenlos verfolgt. Noch 1837, also 300 Jahre später, wurden 427 Zillertaler Protestanten des Landes verwiesen. Aufgrund der rigorosen Verfolgung und Vertreibung der Protestanten weist Tirol heute mit weit mehr als 90 Prozent den...
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