
Sämtliche Werke - Band 10
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Gesamtwerk / Teilwerk

Person
ISNI: 0000 0001 2276 4229 GND: 118558587
Inhalt
- Cover
- Reihenübersicht
- Haupttitel
- Impressum
- Inhaltsverzeichnis
- Der Arbeiter
- Herrschaft und Gestalt
- Vorwort
- Vorwort zur ersten Auflage
- Erster Teil
- Das Zeitalter des dritten Standes als ein Zeitalter der Scheinherrschaft
- Der Arbeiter im Spiegelbilde der bürgerlichen Welt
- Die Gestalt als ein Ganzes, das mehr als die Summe seiner Teile umfaßt
- Der Einbruch elementarer Mächte in den bürgerlichen Raum
- Innerhalb der Arbeitswelt tritt der Freiheitsanspruch als Arbeitsanspruch auf
- Macht als Repräsentation der Gestalt des Arbeiters
- Das Verhältnis der Gestalt zum Mannigfaltigen
- Zweiter Teil
- Von der Arbeit als Lebensart
- Der Untergang der Masse und des Individuums
- Die Ablösung des bürgerlichen Individuums durch den Typus des Arbeiters
- Der Unterschied zwischen den Rangordnungen des Typus und des Individuums
- Die Technik als Mobilisierung der Welt durch die Gestalt des Arbeiters
- Die Kunst als Gestaltung der Arbeitswelt
- Der Übergang von der liberalen Demokratie zum Arbeitsstaat
- Die Ablösung der Gesellschaftsverträge durch den Arbeitsplan
- Schluß
- Übersicht
- Maxima - Minima
- Adnoten zum »Arbeiter«
- Aus der Korrespondenz zum »Arbeiter«
- An der Zeitmauer
- Fremde Vögel
- Meßbare und Schicksalszeit
- Gedanken eines Nichtastrologen zur Astrologie
- An der Zeitmauer
- Humane Einteilungen
- Siderische Einteilungen
- Urgrund und Person
- Informationen zum Autor
Das Werk über den Arbeiter erschien im Herbst 1932, zu einer Zeit, in der bereits an der Unhaltbarkeit des Alten und der Heraufkunft neuer Kräfte kein Zweifel mehr bestand. Es stellte und stellt den Versuch dar, einen Punkt zu gewinnen, von dem aus die Ereignisse in ihrer Vielfalt und Gegensätzlichkeit nicht nur zu begreifen, sondern, obwohl gefährlich, auch zu begrüßen sind.
Das Erscheinen des Buches kurz vor einer der großen Wenden ist nicht zufällig; und es fehlte nicht an Stimmen, die ihm einen Einfluß darauf zubilligten. Das war natürlich nicht immer anerkennend gemeint, und leider kann ich dem auch nicht zustimmen - einmal, weil ich den Einfluß von Büchern auf die Aktion nicht überschätze, und sodann, weil dieses zu kurz vor den Ereignissen erschien.
Hätten die großen Akteure sich nach den hier entwickelten Prinzipien gerichtet, so würden sie viel Unnötiges, ja Unsinniges unterlassen und Notwendiges getan haben, vermutlich sogar ohne Waffengewalt. Statt dessen leiteten sie einen Mahlgang ein, dessen Bedeutung sich dort verbarg, wo sie es am wenigsten vermuteten: in der weiteren Auflösung des Nationalstaates und der mit ihm verknüpften Ordnungen. Aus diesem Aspekt heraus erklärt sich, was über den 'Bürger' gesagt worden ist.
Was sich auf anderen Teilen des Planeten ereignet und Millionen das Leben gekostet hatte, war nicht zu übersehen, und ebenso wenig, daß die herkömmlichen Mittel nicht ausreichten. Demgegenüber bleibt es eine akademische Frage, ob die Doppelaufgabe sowohl einer rücksichtslosen Gepäckerleichterung unter Wahrung der Kernsubstanz als auch einer Marschbeschleunigung über den Fortschritt hinaus überhaupt noch zu bewältigen oder ob nicht hinsichtlich der Bereitstellung zunächst 1848, sodann 1918 Unwiederbringliches versäumt worden war. Das betrifft den Unterschied der deutschen
zur Weltdemokratie und rührt nicht an das Problem.
Daß hier nicht nur nationale, ökonomische, politische, geographische und ethnologische Größen, sondern Vorhuten einer neuen Erdrnacht geahnt und abgetastet wurden, konnte inzwischen eingehender belegt werden. Es wurde auch bereits damals von manchem Leser erkannt, obwohl das Episodische und Akzidentielle, der politische und polemische
Vordergrund eines Problems, zu allen Zeiten die Aufmerksamkeit stärker fesseln als sein substantieller Kern. Dieser wirkt jedoch auf die Dauer, wenn auch in stets wechselnden Verkleidungen.
So sehen wir, während die historischen Mächte sich erschöpfen, und zwar selbst dort, wo sie Imperien bildeten, zugleich im Weltmaßstab und über ihn hinaus ein Größeres wachsen, von dem wir zunächst nur die dynamische Potenz fassen. Das ist ein Zeichen dafür, daß der Gewinn an anderer Stelle zu Buche schlägt, als innerhalb der Händel vermutet wird. Partielle Blindheit gehört jedoch zum Plan. Unerschütterlich, stets wirksamer aus dem Chaos hervortretend, bleibt allein die Gestalt des Arbeiters.
Seit langem, eigentlich schon seit dem Druck der ersten Auflage, beschäftigen mich Pläne zur Revision des Buches über den Arbeiter. Sie sind mehr oder weniger ausgeführt und variieren von einer 'durchgesehenen' und einer 'gründlich durchgesehenen' Ausgabe bis zu einer Zweit- oder Neufassung.
Wenn trotzdem der unberührte Text der dritten Auflage (1942) in die Gesamtausgabe übernommen wurde, so vor allem aus Gründen der Dokumentation. Vieles von dem, was damals überraschend oder auch provokatorisch wirkte, ist heute in die alltägliche Erfahrung eingerückt. Zugleich ist vergangen, was zur Replik herausforderte. Eben deshalb läßt sich auch leichter als damals die Ausgangslage und das Episodische an ihr dem unveränderlichen Kern des Buches unterordnen: der Konzeption der Gestalt.
Immerhin sind auch die Ansätze im Lauf der Jahre zu mehr oder minder umfangreichen Betrachtungen gediehen. Einige davon finden sich in den Essaybänden dieser Ausgabe, andere sind hier im Anhang zusammengefaßt.
Wilflingen, den 16. November 1963
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