
Ein Privileg für Chenna
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Ein Privileg für Chenna ist der dritte Band der Snappy-Kisses-Reihe.
Inhalt
1
Niemand kann dich ersetzen
Sonny zog sich ihre Bluse über die Schultern und schloss die Knöpfe, während sie versuchte, Danil davon abzuhalten, ihr weiter von hinten auf den Hals zu küssen.
»Ich muss gehen«, flüsterte sie.
»Geh noch nicht! Es ist doch noch gar nicht so spät.«
»Ich muss aber morgen früh aufstehen.« Sie drehte sich in seinem Arm. »Im Gegensatz zu dir hab ich einen Job.«
Seine dunklen Augen blickten enttäuscht auf sie herab.
»Nein, bitte nicht dieser Blick«, flehte sie.
»Warum nicht? Wirkt er?«, fragte er siegesgewiss.
»Du weißt genau, dass ich dem nichts entgegenzusetzen habe.«
»So hatte ich es geplant.« Er beugte sich zu ihr und küsste sie innig.
Ihre Hände legten sich auf seine Brust. Ihr Verstand wollte ihn wegdrücken, wollte vernünftig sein, doch die Hände hörten nicht darauf und schoben sich hinauf zu seinem Nacken, wo sie sich festhielten und seinen Körper noch ein wenig näherzogen.
»Du wirst es nicht bereuen«, versprach er zwischen zwei Küssen und hob sie auf den Arm, um sie zurück zu seinem Bett zu tragen.
Mit kleinen Augen öffnete Sonny am nächsten Morgen die Tür zu dem Friseurstudio, das im Erdgeschoss von Haus 4 eingerichtet war.
»Guten Morgen«, grüßte Anna, die Chefin des Studios, und konnte sich ein schadenfreudiges Grinsen nicht verkneifen. »Na, lange Nacht gehabt? Wer war denn der Glückliche?«
Sonny seufzte. »Frag nicht. Ich muss noch an meinem 'Nein' arbeiten.«
»Das scheint mir aber auch so. Du weißt, dass wir heute volles Haus haben? Es ist Freitagmorgen, da kommen die ganzen Anfängerinnen.«
Sie nickte. »Ich mach mir erstmal einen Kaffee. Bin gleich voll da. Versprochen!« Sonny begab sich in den hinteren Bereich, wo sie sich umziehen konnte. Mit einem Knopfdruck brühte der Vollautomat ihr einen schwarzen Kaffee, den sie nur mit etwas Zucker verfeinerte. Der erste Schluck tat gut. Mit dem Becher in der Hand kam sie wieder nach vorne. Anna stand am Tresen und überflog das Terminbuch.
»Womit fangen wir an?«, wollte Sonny wissen und legte ihre Hände um die Tasse.
»Dein erstes Herzchen ist Jacco. Kannst du das schon ertragen?«
Sonny riss die Augen auf. »Kein Scherz?« Sie blickte selbst auf die Eintragung. »Seit wann kommen die Vampire tagsüber rausgekrochen?«
»Ist doch klar: Er steht auf dich.«
»Aber ich hab mich gestern Abend mit Danil getroffen. Du kannst mir nicht erzählen, dass das ein Zufall ist.«
»Oh oh! In deinen Schuhen möchte ich nicht stecken. Er hat den Termin auch gestern Abend erst gemacht.«
»War ja klar.« Sonny schüttelte den Kopf. »Was für ein Kindergarten.« Doch die beiden hatten keine Zeit mehr, das weiter auszudiskutieren. Die Tür ging auf und Annas erste Kundin kam herein. Kurz darauf erschien auch Jacco in der Tür. Er kam auf Sonny zu und begrüßte sie mit einem Kuss rechts und links auf die Wange.
Und obwohl sie nicht wusste, was sie von seinem Gebaren halten sollte, spürte sie sofort die Schmetterlinge in ihrem Bauch tanzen. Er setzte sich direkt ans Waschbecken. »Nur waschen heute. Ich will sie mal wieder etwas länger tragen.«
Sie wusste es doch. Und obwohl sie das kindische Verhalten der beiden albern fand, freute sie sich dennoch, ihn zu sehen.
Die beiden Vampire Danil und Jacco bemühten sich seit Monaten auf eine Art um Sonny, die nur schwer zu ertragen war. Wenn der eine sie auf ein Date einlud, war der andere schon wieder in den Startlöchern, seinen Konkurrenten zu übertrumpfen, auszubooten oder auf irgendeine Art dazwischenzufunken. Ihrer Fantasie waren dabei keinerlei Grenzen gesetzt.
Für Sonny war es nur anstrengend. Sie konnte das Zusammensein weder mit dem einen noch dem anderen richtig genießen. Sie war es langsam leid und dachte bereits seit längerem darüber nach, ob sie nicht einfach aus diesem Dilemma aussteigen sollte.
Sie mochte beide wirklich gerne. Ihr Herz schlug aber insgeheim nur für einen. Jacco. Wenn er sich endlich dazu entscheiden würde, eine feste Beziehung mit ihr einzugehen, könnte alles perfekt sein. Doch er lehnte genau das rigoros ab. Zu ihrem großen Bedauern.
Während sie nun hinter ihm stand und sanft mit ihren Fingerspitzen seine Kopfhaut massierte, musste sie sich sehr zusammenreißen, professionell zu bleiben.
Er hatte seinen Kopf auf die Kuhle im Waschbecken zurückgelegt und die Augen geschlossen. Sie betrachtete liebevoll seine Züge, die nicht ganz so ebenmäßig und makellos waren, wie bei den anderen Vampiren. Dennoch war er für sie der Schönste von allen. Er war besonders. Und sie war sehr froh, dass er sich inzwischen nicht mehr verstecken musste, wie er es getan hatte, als sie noch Anfängerin gewesen war. Die Salbe von Harlan, dem Wunderheiler der Gesellschaft, hatte nur noch einen Hauch der alten Verletzung zurückgelassen. Er würde diese Salbe weiterhin verwenden müssen, doch sie hatte ihm eine ganz neue Freiheit beschert. Früher war Jacco immer nur vermummt herumgelaufen und hatte sich auf den Partys meist gar nicht erst blicken lassen.
Anna kam gerade vorbei, als sie mit dem Waschen fertig waren und Sonny ihn bat, zum Frisierplatz zu wechseln.
»Hey Sexy! Ganz schön früh heute, hm?«, neckte Anna ihn.
Er lachte auf und schlug angedeutet nach ihr. »Keine unangebrachten Kommentare aus der zweiten Reihe, wenn ich bitten darf. Du bist ja nur verstimmt, weil ich gestern nicht zu dir gekommen bin.«
»Ach, träum weiter, Liebchen«, gab sie frech zurück und verschwand im Lager.
Er lachte in sich hinein und setzte sich dann auf den angewiesenen Platz. Sonny stellte sich hinter ihn. Und obwohl sie nicht hinsah, spürte sie, dass er sie im Spiegel beobachtete. Sie knetete sein langes Haar vorsichtig trocken, dann legte sie ihm das Handtuch um die Schultern.
»Und du willst wirklich nichts gekürzt haben?«, fragte sie und griff nach der Schere, um sie hochzuhalten.
»Wirklich nicht.« Diesmal trafen sich ihre Blicke im Spiegel und beide hielten kurz inne.
»Okay«, zuckte sie mit den Schultern, »du traust mir also immer noch nicht.«
»Das ist es nicht«, versicherte er ihr. »Ich würde sie mir von dir schneiden lassen, wenn ich es wollte.«
Sie nickte bedächtig. Dann packte sie die Schere wieder weg. Sie nahm Bürste und Föhn und begann, seine dunklen Wellen zu stylen.
»Wie war deine Woche?«, fragte er beiläufig.
»Gut«, antwortete sie knapp.
»Warst du in Haus 3?«
»Japp.« Sie schluckte. Was erwartete er von ihr? Dass sie ihm in allen Einzelheiten von ihrem Date mit Danil berichtete?
»Sehen wir uns heute Abend?«, wollte er jetzt wissen.
»Ich habe mich noch nicht entschieden.«
»Wovon hängt denn deine Entscheidung ab?« Seine Hand legte sich ganz sanft von hinten auf ihren Oberschenkel, während sie neben ihm stand. Und obwohl sie, nein, gerade weil sie diese Geste sehr genoss, blies sie ihm mit dem Föhn einmal kurz direkt ins Gesicht und er zog die Hand zurück.
»Hey!«
»Von deinem Benehmen womöglich?«
»Ist das so unangemessen?«
»Ich arbeite hier. Was soll denn mein Chef denken?«, gab sie trocken von sich.
»Der ja ich bin.«
Sie räusperte sich. »Ich hatte eher von Anna gesprochen, aber okay.«
»Ach, Anna hat damit kein Problem.« Er hielt ihren Arm fest und sah ihr direkt in die Augen. Sie wusste, was dieser Blick bedeutete. Doch so lange er ihr nicht wenigstens ein kleines bisschen entgegenkam, würde es ihr nur das Herz brechen, wenn sie dem nachgab.
Daher hatte sie sich vor dieser Art von Annäherung verschlossen und erwiderte den Blick nur kühl. »Aber ich vielleicht.«
Er ließ sie los und wandte sich wieder nach vorn. Trotz der leichten Spannung in der Luft ließ sie sich so viel Zeit, wie nur möglich. Doch irgendwann war auch die letzte Strähne trocken und wenn sie sie nicht grillen wollte, musste sie leider aufhören.
Die Zeit verging viel zu schnell. Wenn sie sich auch im ersten Moment über sein typisch eifersüchtiges Auftauchen geärgert hatte, wollte sie seine Gegenwart jetzt doch am liebsten noch ein wenig in die Länge ziehen. Aber es gab keinen Grund. Sein Haar saß perfekt und er betrachtete kritisch sein Spiegelbild. Dann erhob er sich langsam.
»Danke, Sonny.« Er umarmte sie flüchtig und drückte ihr einen Kuss aufs Haar. »Wir sehen uns.« Noch bevor sie etwas sagen konnte, war er hinaus. Sie blickte ihm bedauernd nach. Trotzdem würde sie sich heute Abend nicht in seinem Haus anmelden, nahm sie sich fest vor. Wohin sie gehen würde, wusste sie wirklich noch nicht. Sie würde später eine Entscheidung...
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