
Das Prinzip Mütterlichkeit - geschlechterübergreifende soziale Ressource
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Im Folgenden sollen Aspekte der Situation der Elternbildung- und beratung sowie einige Ansätze dargestellt werden. Daran schließt die Darstellung und Begründung des handlungsorientierten Ansatzes „Reflexive Elternbildung“ als ein Instrument und Prozess zur Entwicklung von kritischem transitivem Bewusstsein (Freire) für die soziale Ressource „Mütterlichkeit“ und zur Stärkung von Elternkompetenzen an. 7.1 Elternbildung – ein Randthema der Erziehungswissenschaft
7.1 Elternbildung – ein Randthema der Erziehungswissenschaft
Der Sozialphilosoph Theodor W. Adorno hat bereits in der 50er Jahren eine „Erziehung der Erzieher“ gefordert (vgl. Adorno, 1971). Diese Forderung blieb weitgehend unbeachtet. Elternbildung war bisher in der Erziehungswissenschaft ein kaum beachtetes Randthema. Der Fokus lag hauptsächlich auf der öffentlichen Erziehung der Kinder. Dies hat mehrere Gründe. Zum einen findet Kindererziehung bis heute hauptsächlich im geschützten Rahmen der Familie statt.
Die Erziehungshoheit der Eltern ist von solch fundamentalem Wert in unserer Gesellschaft, dass sie im Grundgesetz gesichert und geregelt ist (Artikel 6, Abs. 2). Der Schutz von Kindern vor staatlicher Einmischung nach den fatalen Erfahrungen im Dritten Reich ist sicherlich ein Aspekt dieses deutschen Wegs, der m. E. dazu beigetragen hat, dass die Betreuung und Erziehung von Kindern als Privatsache betrachtet wurde. Hinzu kommt, dass die Modernisierung der Gesellschaft als Entwicklung und Bewegung, welche die öffentlichen Räume gestaltete, vor den Türen der Familien haltgemacht hat. Beck (1996) beschreibt diesen Umstand als „halbmodern“ (ebd., S. 56).
Wir leben in einer Gesellschaft, in deren Architektur moderne Elemente mit Elementen einer Gegenmoderne kombiniert werden. Kaufmann (1995) beschreibt dieses Phänomen als einen „Strukturbruch“ der Moderne, der es ermöglicht hat, dass die Errungenschaften des modernen gesellschaftlichen Lebens, die sich auf fast alle anderen Lebensbereiche ausgewirkt haben, im Leben der Familien jedoch nur bruchstückhaft wirksam wurden.
Jahrhundertelang konnten Eltern ihr Erziehungsverhalten an der Nachahmung anderer Erwachsener orientieren. Die Tradition sicherte die Qualität der Erziehung. Kinder erziehen war ins Alltagsleben integriert. Es gab also wenig Veranlassung für die öffentliche Hand, bzw. die von ihr finanzierte erziehungswissenschaftliche Forschung, Erziehung in der Familie zum Gegenstand von Reflexion zu machen. Heute ist das anders. Zum einen gibt es in den einzelnen Generationen immer weniger ältere Geschwister, Onkel und Tanten, die als Vorbilder für junge Eltern fungieren könnten.
Doch selbst wenn Vorbilder existieren, werden sie immer weniger in Anspruch genommen, was sich im Phänomen der Enttraditionalisierung zeigt. Aus der ursprünglich quasi naturwüchsigen Kindererziehung ist eine „Spezialdisziplin“ geworden und die dazu nötigen Kompetenzen können nicht selbstverständlich vorausgesetzt werden. Hier spielt auch der gesellschaftliche Prozess der Individualisierung eine Rolle (vgl. Kap. 3.2.4). Früher war es die Hauptaufgabe von Erziehung, die Kinder an die Gruppe anzupassen, sie zu gehorsamen, leistungsbereiten Bürgern zu erziehen. Heute ist die Aufgabe der Eltern wesentlich komplexer. Neben Gruppenanpassung kommt die Aufgabe hinzu, dem Kind zur Entfaltung seiner Individualität zu verhelfen.
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