
Poseidon
Beschreibung
Poseidon, der Herr des Dreizacks, hat viele Seiten: Er hat viele Geliebte unter den Göttinnen, Nymphen und irdischen Frauen, er ist der Vater vieler Helden, die Delphine sind seine Helfer, und er ist der Herr der Jenseitsinsel, die als "Atlantis" weltberühmt geworden ist. Er ist in mehr als 60 Tempeln verehrt worden, an richten sich viele Bitten, Hymnen und Dankesverse und er tritt sogar in zwei der altgriechischen Dramen auf.
Poseidon hat viele "Brüder" bei den Indogermanen wie den römischen Neptun, den keltischen Lir, den germanischen Ägir usw. Die Wurzeln dieser Gottheiten reichen bis in die Jungsteinzeit zurück.
... und seit 2017 sind die altgriechischen Götter, zu denen auch Poseidon zählt, in Griechenland wieder eine offiziell anerkannte Religion.
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Seit 2007 habe ich meine jahrzehntelange Nebentätigkeit ausgeweitet und bin nun hauptberuflich Lebensberater. Dies umfasst die eigentlichen Beratungen, aber auch das Deuten von Horoskopen, Heilungen, Rituale, Schwitzhütten, Feuerläufe, Hilfe bei Spukhäusern u.ä. Problemen, Ausbildung in Meditation und Feng Shui und vieles mehr. Auf meiner Website www.HarryEilenstein.de finden sich ein Teil meiner Artikel und auch einen ausführlichen Lebenslauf.
Inhalt
II Poseidon
Vor dem in dem vorigen Kapitel kurz skizzierten Hintergrund der damaligen religiösen Weltanschauungen kann nun der Gott Poseidon in der griechischen Mythologie betrachtet werden.
II A Der Name "Poseidon"
Nostratisch: In der Sprache der Bewohner Mesopotamiens in der frühen Jungsteinzeit lautete das Wort für das Wasser "Nu". Dieses Wort findet sich in später z.B. als Wort für "Süßwasser" im Sumerischen und generell für "Wasser" im Altägyptischen.
Der Name des sumerischen Himmelsgott "Anu", der zusammen mit der Erdgöttin Urash die erste Gottheit gewesen ist, bedeutet "Wasser", d.h. Himmelsmeer". Sein Name taucht bei den Römern als Bestandteil des Gottesnamens "Uranus" (Griechen: Kronos) auf. Das "ur" in diesem Namen ist eine indogermanische Bezeichnung für das Wasser. Dieses "Ur" findet sich im Deutschen z.B. noch als "Auer" in "Auerochse", d.h. "Wasserbüffel". Auch die beiden Worte "Aue" und "Eiland" (Insel) haben diesen Ursprung.
Indogermanisch: Da die Indogermanen in der südrussischen Steppe gelebt haben, ist bei ihnen kein Meeresgott zu erwarten. Allerdings grenzte ihr Siedlungsgebiet an das Schwarze Meer und an das Kaspische Meer, weshalb ein Name für das Meer und eine Meeresgottheit nicht ganz auszuschließen ist.
Gut nachgewiesen ist jedoch die Flußgöttin Dehnu, deren Name bei den Kelten als die Urgöttin "Dana" erscheint und von dem auch die Flußnamen "Donau", "Don", "Dnjepr", "Dnjestr" und "Donets", die alle in das Schwarze Meer münden und in dem Siedlungsgebiet der frühen Indogermanen liegen. Ihr Name ist wahrscheinlich aus "diu-nu" gebildet worden und bedeutet daher "Göttin des Wassers".
Der Gottesname "Neptun" (Griechen: Poseidon) stammt von dem Wort indogermanischen "apam nepots" ab, das "Sohn des Wassers" bedeutet. Damit ist anscheinend ein Gott, der der Sohn des Wassers ist, gemeint - wofür hauptsächlich der Sonnengott-Göttervater in Frage kommt, da dieser am Morgen von der Jenseitsgöttin wiedergeboren wird und der Sohn des am Abend gestorbenen Sonnengott-Göttervaters ist. Der Sonnengott-Göttervater in seinem Palast am Grunde des Meeres ist bei den Indogermanen gut bekannt: Poseidon bei den Griechen, Neptun bei den Römern, Lir bei den Kelten, Ägir bei den Germanen, Forseti bei den Friesen (ein Stamm der Germanen) usw.
Da Lir und Ägir sowie die übrigen Meeresgötter der Kelten und Germanen wie Mannan oder Hler alle deutlich als der Sonnengott-Göttervater in der nächtlichen bzw. winterlichen Wasserunterwelt erkennbar sind, ist anzunehmen, daß dies auch für Neptun und Poseidon zutrifft. Neptun wäre dann ursprünglich Jupiter in der Wasserunterwelt gewesen und Poseidon Zeus in der Wasserunterwelt.
Das Wasser, auf das sich der Name "apam nepots" ("Sohn des Wassers") bezieht, ist daher wahrscheinlich nicht das Meer, sondern das Süßwasser unter der Erde, also die Wasserunterwelt. Dieser unterirdische Süßwasser-Ozean ist u.a. auch aus der sumerischen Mythologie bekannt - das Motiv muß also bis mindestens um 7000 v.Chr. zu den gemeinsamen Vorfahren der Indogermanen und Sumer in Mesopotamien zurückreichen.
Mit dem Wort "nu" für Wasser und mit dem Gottesnamen "apam nepots" steht nicht nur der Name "Neptun", sondern auch Namen wie "Nixe", "Najade", Nöck", "Nereide" und ähnliche Wasserwesen-Namen in Verbindung.
Es besteht die Möglichkeit, das auch der griechische Meeresgott Triton mit dem altirisch Wort "triath" für "Meer" zusammenhängt und auf ein indogermanisches "trihaton" zurückgeht. Das ist jedoch sehr unsicher.
Linarschrift A: Diese Schrift wurde in der minoischen Kultur auf Kreta um 1800 v.Chr. als Ergänzung zu der kretischen Hieroglyphenschrift entwickelt, als die Griechen sich dort niederließen. Die gleichzeitige, noch schriftlose griechische Kultur auf dem Festland wird zur Unterscheidung "helladische Kultur" genannt.
Die Schrift "Linear A", die sehr wahrscheinlich eine Silbenschrift ist, ist noch nicht entziffert worden. Daher ist nicht bekannt, ob der Name "Poseidon" in ihr vorkommt. Ihre Verwendung endete um ca. 1500 v.Chr.
Linear B: Diese Schrift wurde um 1500 v.Chr. in Knossos auf Kreta aus der Schrift "Linear A" entwickelt. Sie ist eine Silbenschrift, die bis ca. 1200 v.Chr., also bis zum Untergang der kretischen Kultur durch den Ansturm der vorwiegend griechischen Flotte der Seevölker untergegangen ist. Ein Teil dieses groß angelegten Piraten-Überfalls an der gesamten westlichen Mittelmeerküste ist auch der trojanische Krieg der Griechen gegen die Hethiter, über den Homer in der "Ilias" und teilweise auch noch in der "Odyssee" berichtet.
In dieser Schrift erscheint der in Silben geschriebene Name "Po-se-da-o", mit dem Poseidon gemeint ist. Es fällt auf, daß im Linear B der Name Poseidon (po-se-da-wone) häufiger vorkommt auf den Tontäfelchen vorkommt als der Name Zeus (di-u-ja). Poseidon scheint damals demnach wichtiger als Zeus gewesen zu sein. Poseidon ist auch bei den Griechen der einzige Gott, der stark genug ist, um mit Zeus einen Streit beginnen zu können.
Es gab auch eine weibliche Form des Namens "Poseidon", der "Po-se-de-ia" gelautet hat. Sie ist offenbar eine "Frau des Poseidon", d.h. entweder seine Frau, oder die Göttin, die ihn in der Wasserunterwelt wiedergebiert. Das paßt genau zu den bisherigen Betrachtungen über den Meeresgott bei den Indogermanen.
In den Schriften des Linear B erscheint Poseidon auch schon mit dem Beinamen "E-ne-si-da-o-ne", d.h. "Erderschütterer". Diesen Beinamen trägt Poseidon auch später bei den Griechen - er erscheint sehr häufig um 800 v.Chr. bei Homer in der "Ilias" und in der "Odyssee".
Die Silbe "Da" ist identisch mit dem späteren griechischen "Ga" in "Gaia" und dem "De" in "Demeter - alle drei bedeuten "Erde". Der Name "Demeter" erscheint in Linear B als "Da-ma-te", d.h. "Erd-Mutter". Dies ist ein passender Name für die Frau bzw. Mutter des Erderschütterers Poseidon - zumal Poseidon und Demeter in den späteren griechischen Mythen sowohl Geschwister als auch ein Paar sind.
Der Name "Poseidon" läßt sich als "posis-da" deuten, d.h. als "Herr/Mann der Erde". Das paßt wieder vollständig zu den bisherigen Betrachtungen. Poseidon scheint also zuerst wie sein Bruder Hades ein Erdgott, d.h. genau genommen ein "Gott in der Erd-Unterwelt" gewesen zu sein.
Der Name "Poseidon" läßt sich jedoch auch als "posis-dawon", also als "Herr des Wassers" herleiten. Dieses griechische "Dawon" ist mit den Flußnamen Donau, Don, Dnjepr, Dnjester und Donets sowie mit dem Namen der keltischen Göttin Dana verwandt. Da Poseidon jedoch in Linear B als Mann der Erdmutter Demeter aufgefaßt wird, wird Poseidon zunächst eben ein Erdgott und erst später auch ein Meeresgott gewesen sein.
Dieser Übergang vom Erdunterwelt-Gott zum Wasserunterwelt-Gott wird bei der Strukturierung der griechischen Mythen in Form von Sippen stattgefunden haben, bei der Zeus und seine beiden Jenseits-Gestalten Hades und Poseidon den Himmel, die Erde und das Meer zugewiesen bekommen haben. Diese Form der Systematisierung in Sippen und Hierarchien fand in der Phase statt, in der die Stammesgemeinschaft zu einer Königtum-ähnlichen Organisationsform übergegangen ist, in der ein Fürst mit weitgehenden Machtbefugnissen das Volk anführt und seine Position auch seinem Sohn vererbt.
Dieser Übergang wird bei den Griechen um ungefähr 1200 v.Chr. stattgefunden haben. Vorher in Linear B erscheint Poseidon nach als "Mann der Erdgöttin" und in den frühen griechischen Schriften bei Homer um 800 v.Chr. ist die Götter-Sippe schon voll ausgebildet. Auch die Organisation einer so großen Piraten-Flotte wie die der von den Griechen angeführten Seevölker um 1200 v.Chr. spricht dafür, daß es zu dieser Zeit schon eine hierarchische Organisation mit einem dauerhaft herrschenden Fürsten an der Spitze gegeben hat.
Im Linear B, also zwischen 1500 v.Chr. und 1200 v.Chr., trug Poseidon den Titel "Wa-na-ka-te", d.h. "Herr, König, Gott" und Demeter den Titel "Si-to Po-tini-ja", d.h. "Herrin, Königin, Göttin". Es hat den Anschein, als ob Poseidon und Demeter auf Kreta dieselbe Position gehabt hätten wie Zeus und Hera in der späteren Mythologie der Griechen. Der Titel "Wa-na-ka-te" hat sich...
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