
Management von IT-Architekturen
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Nachdem in den Kapiteln 7 bis 9 die Workflows zur Architekturplanung erarbeitet wurden, werden nun die Workflows der Architekturentwicklung vorgestellt. Im Fokus dieser Workflows steht die iterative Entwicklung der konzeptionellen, logischen und physischen Ebene von IT-Architekturen. Dabei werden auf jeder dieser Ebenen Sichten "im Großen", zum Beispiel übergreifende Blaupausen, und Sichten "im Kleinen", zum Beispiel die Sicht zur Verfeinerung eines Management- Dienstes in der Systemarchitektur, erarbeitet. Die den Ebenen zugeordneten Workflows sind nicht als sequenziell auszuführende Aktivitätenfolgen zu verstehen. Sie sind vielmehr darauf ausgerichtet, die Sichten der an der Architektur- und Softwareentwicklung Beteiligten zu bedienen und werden dementsprechend situationsbezogen eingesetzt.
Die Workflows zur Architekturentwicklung fungieren als Leitfaden, der es dem IT-Architekten erlaubt, die für den gegebenen Kontext adäquaten Aktivitäten und Artefakte auszuwählen. Auf diese Weise hat der Nutzer der Workflows die Möglichkeit, die Vollständigkeit der geplanten Aktivitäten einer Architekturentwicklung zu verifizieren.
Das Vorgehen zur Architekturentwicklung wird durch die Workflows so strukturiert, dass die systematische Durchführung von Architekturenentwicklungen gezielt unterstützt wird. Die detaillierte Umsetzung der Workflows innerhalb eines Unternehmens, die dabei gewählte Detailtiefe und Formalisierung liegen in der Hand derjenigen, die die Rollen des IT-Architekten auf Unternehmensebene und des IT-Architekten auf Projektebene ausfüllen. Durch die Anwendung der Workflows auf die Multikanalplattform der Fantasia Versicherung, erhält der Leser einen unmittelbaren Einblick in die Anwendung der Workflows.
Dazu werden die Ergebnisse der Initialisierung Architekturentwicklung aufgegriffen, und die Entwicklung der Referenzarchitektur der Multikanalplattform wird an der System- und Sicherheitsarchitektur sowie der Softwarearchitektur beleuchtet. Ein weiteres umfang reiches Beispiel zur Anwendung der Workflows der Architekturentwicklung findet der Leser in Kapitel 11. Der Begriff "Architekturbaustein" wird verwendet, um allgemein eine abgrenzbare Einheit einer Architektur zu bezeichnen. Das kann zum Beispiel eine Softwarekomponente oder ein zentraler Dienst sein. Der Begriff "Komponente" bezieht sich rein auf eine Softwarekomponente. Sichtbildung als Prinzip der Architekturentwicklung Sichtbildung bildet bei allen drei Workflows zur Architekturentwicklung das zentrale Prinzip.
Der IT-Architekt wählt Architektursichten, um Schlüsselstellen der Architektur zu bearbeiten und die Ergebnisse, zugeschnitten auf den Informationsbedarf der Beteiligten, aufzubereiten. Jede Architektursicht, gleich welcher Detaillierung, wird über die Durchführung derselben Teilschritte gestaltet. Dazu zählt zum Beispiel die Definition von Szenarien und Varianten, die zur Ausarbeitung von Sichten - sei es eine Sicht "im Großen" oder "im Kleinen" - genutzt werden.
Jede Sicht wird durch die Ausführung der folgenden Teilschritte ausgearbeitet: Anforderungsanalyse Szenarien- und Variantendefinition Blaupausenerstellung Sichtbildung Stabilisierung Abstimmung und Abnahme Der Entwurf einer übergreifenden Blaupause einer Anwendungsarchitektur wird demnach ebenso mittels dieser sechs Teilschritte vollzogen, wie die Ausarbeitung einer Sicht "Lastverteilung" einer physischen Systemarchitektur. Unterschiedlich ist lediglich der Umfang der jeweiligen Sicht. Während die Stabilisierung in einem Fall ein Review unter externer Beteiligung umfasst, beschränkt sie sich ein anderes Mal auf die abschließende Konsistenzprüfung durch IT-Architekten und Software und System- Ingenieure.
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