
Digitaler Kolonialismus
Wie Tech-Konzerne und Großmächte die Welt unter sich aufteilen
C.H.BECK (Verlag)
1. Auflage
Erschienen am 20. Februar 2025
351 Seiten
978-3-406-82303-9 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
für ePUB mit Wasserzeichen-DRM
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Beschreibung
Innovativ, mächtig, rücksichtlos - kaum eine Geschichte wird so oft erzählt wie die vom unaufhaltsamen Aufstieg der Tech-Konzerne an die Spitze der global vernetzten Welt. Nur ein Kapitel wird dabei ausgelassen: Der Preis, den der Globale Süden dafür bezahlt. Der Tech-Journalist Ingo Dachwitz und der Globalisierungsexperte Sven Hilbig beleuchten diesen blinden Fleck und zeigen die weltweiten Folgen des digitalen Kolonialismus sowie bestehende Ansätze für eine gerechtere Digitalisierung auf. Soviel steht fest: AI will not fix it.
Das Versprechen der Digitalen Revolution ist die Heilserzählung unsererZeit. Dieses Buch erzählt eine andere Geschichte: Die des digitalen Kolonialismus. Statt physisches Land einzunehmen, erobern die heutigen Kolonialherren den digitalen Raum. Statt nach Gold und Diamanten lassen sie unter menschenunwürdigen Bedingungen nach Rohstoffen graben, die wir für unsere Smartphones benötigen. Statt Sklaven beschäftigen sie Heere von Klickarbeiter:innen, die zu Niedriglöhnen in digitalen Sweatshops arbeiten, um soziale Netzwerke zu säubern oder vermeintlich Künstliche Intelligenz am Laufen zu halten. Der Kolonialismus von heute mag sich sauber und smart geben, doch eines ist gleichgeblieben: Er beutet Mensch und Natur aus und kümmert sich nicht um gesellschaftliche Folgen vor Ort. Im Wettkampf der neuen Kolonialmächte ist Digitalpolitik längst zum Instrument geopolitischer Konflikte geworden - der Globale Süden gerät zwischen die Fronten.
Weitere Details
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
Verlagsort
München
Deutschland
Illustrationen
mit 9 Grafiken
Dateigröße
3,85 MB
ISBN-13
978-3-406-82303-9 (9783406823039)
Schweitzer Klassifikation
Weitere Ausgaben
Personen
Ingo Dachwitz ist Kommunikationswissenschaftler und arbeitet als politischer Tech-Journalist für das Investigativmedium
netzpolitik.org
. Auf seine Expertise zur Ethik der Digitalisierung griffen in den vergangenen Jahren unter anderem das Bundeskanzleramt und die Evangelische Kirche in Deutschland zurück. Für seine Recherchen zur globalen Datenindustrie wurde er 2024 mit dem Alternativen Medienpreis und dem Grimme Online Award ausgezeichnet.
Sven Hilbig ist Rechtswissenschaftler und Experte für Digitalisierung und Handelspolitik bei der gemeinnützigen Organisation Brot für die Welt . Gemeinsam mit Partnern aus dem Globalen Süden engagiert er sich gegen neue Formen des Kolonialismus. Seit Jahren begleitet er als einer der wenigen in Deutschland den Prozess der Welthandelsorganisation für ein neues Abkommen zum digitalen Handel. Er publiziert regelmäßig in den Blättern für deutsche und internationale Politik.
Sven Hilbig ist Rechtswissenschaftler und Experte für Digitalisierung und Handelspolitik bei der gemeinnützigen Organisation Brot für die Welt . Gemeinsam mit Partnern aus dem Globalen Süden engagiert er sich gegen neue Formen des Kolonialismus. Seit Jahren begleitet er als einer der wenigen in Deutschland den Prozess der Welthandelsorganisation für ein neues Abkommen zum digitalen Handel. Er publiziert regelmäßig in den Blättern für deutsche und internationale Politik.
Inhalt
- Intro
- Titel
- Impressum
- Inhalt
- Einleitung: Des Kolonialismus neue Kleider
- 1. Arbeitskraft: Die ausgebeuteten Arbeiter:innen hinter der Künstlichen Intelligenz
- 1.1 Geisterarbeit
- 1.2 Das Milliardengeschäft mit der Content Moderation
- 1.3 Die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen im Tech-Outsourcing
- 1.4 Die politische Ökonomie der globalen Arbeitsteilung
- 1.5 Der Widerstand der Geisterarbeiter:innen
- 2. Daten: Gefährlicher Extraktivismus der Tech-Konzerne
- 2.1 Die Datenökonomie: Fest in der Hand von Konzernen aus dem Globalen Norden
- 2.2 Daten und KI als koloniales Herrschaftswissen
- 2.3 Digitale Landwirtschaft: Reiche Ernte für Tech- und Agrarkonzerne
- 3. Rohstoffe: Digitaler Fortschritt auf Kosten von Menschen und Natur
- 3.1 Koloniale Kontinuität: Der «Ressourcenfluch» des Globalen Südens
- 3.2 Mythos grüne Digitalisierung
- 3.3 Kobalt-Abbau in der Demokratischen Republik Kongo: Die sozial-ökologischen Kosten des Ressourcenhungers
- 3.4 Lithiumabbau in Südamerika: Wer profitiert vom Boom des weißen Goldes?
- 4. Repression: Das blutige Geschäft mit Zensur, Überwachung und Kontrolle
- 4.1 Zensur, Hass und Propaganda: Wie sich Soziale Medien zu Handlangern von autoritären Regimen machen
- 4.2 Die Globale Überwachungsindustrie: Profit und Kontrolle im Dienst der kolonialen Ordnung
- 5. Infrastruktur: Wie Kabel- und Satellitenprojekte die Abhängigkeit des Globalen Südens aufrechterhalten
- 5.1 Tiefer, schneller, weiter: Unterseekabel und die digitale Souveränität des Globalen Südens
- 5.2 Satelliteninternet und das neue Wettrennen um den Weltraum
- 6. Geopolitik: Wie sich das Wettrennen der digitalen Großmächte USA und China auf den Globalen Süden auswirkt
- 6.1 Chinas Aufstieg zur digitalen Kolonialmacht
- 6.2 Die WTO, der Kalte Tech-Krieg und seine Folgen
- 7. Europa: Das falsche Versprechen vom Dritten Weg der Digitalisierung
- 7.1 Zwischen Werten und Wertschöpfung: Europas «Dritter Weg»
- 7.2 Global Gateway: Europas Tor zu den Daten und Rohstoffen Afrikas
- 7.3 Festung Europa: Mit Technik gegen Geflüchtete
- 7.4 Unsere Verantwortung
- Wider den digitalen Kolonialismus: Nachwort von Renata Ávila Pinto
- Danksagung
- Bildnachweis
- Anmerkungen
- Zum Buch
- Vita
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