
Ralph Cudworth - System aus Transformation
Beschreibung
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Das True Intellectual System of the Universe des englischen Philosophen Ralph Cudworth (1617-1688) gilt als Höhepunkt der Philosophie der Cambridge Platonists. In ihm bündelt Cudworth die zentralen Probleme der Naturphilosophie und Theologie seiner Zeit und versucht, sie einer Lösung zuzuführen, die umfänglich erklärt, wie Gott in der Natur wirkt.
Die vorliegende Arbeit zeigt erstmalig umfassend, wie Cudworth sein neuplatonisches System aus einer kongenialen Verbindung von Textform und Inhalt entwickelt und dabei zugleich ein komplettes Panorama der antiken Philosophie entfaltet. Dabei zeigt sich, dass Cudworths welterklärendes System aus dem system- und sinngenerierenden Zusammenspiel der (spät-)antiken Referenztexte hervorgeht: Es basiert auf einem neuplatonischen Prinzipien- und Gottesbegriff und lässt die Struktur der Welt als ein intelligibles Kräftekontinuum verstehbar werden, das seinen Ursprung in einem vernünftigen Gott besitzt. Gleichzeitig berücksichtigt die vorliegende Untersuchung, wie dieser metaphysische Inhalt leserlenkend und gleichsam performativ inszeniert wird und derart beim Lesen eine intelligible Einsicht hervorbringen kann.
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Inhalt
- Intro
- 1. Einleitung: Text, System und Methode
- 1.1 Autor und Text: Der Anspruch
- 1.2 Transformationsanalyse und Intertextualität
- 1.2.1 Cudworths Antike
- 1.3 Johann Lorenz Mosheim und sein Kommentar zum True Intellectual System
- 1.4 Das naturphilosophische System - Synthese aus Atomismus, Neuplatonismus und christlicher Theologie
- 1.4.1 Gott - ein binnendifferenziertes Prinzip
- 1.4.2 Die Seelen - Energiezentren und Wirksphären
- 1.4.2.1 Plastic natures - teleologisches Wirken auf atomarer Ebene
- 1.4.3 Die Materie - Passivität und Prädisposition
- 1.4.4 Zu Gott - von Gott: Die Argumentationsbewegung im System und die Lektüre als Weg zur deificatio
- 1.5 Transformationsfaktor Konstellation: Descartes, Hobbes, Charleton und Conway - antagonistische Formationsbedingungen und Parameter für Cudworths True Intellectual System
- 1.5.1 Descartes: Mechanist und Atheist
- 1.5.2 Hobbes: Radikalisierter Mechanismus
- 1.5.3 Walter Charleton: Religiöser Atomist und reduktionistischer Atheist
- 1.5.4 Anne Conway - christlicher Hylozoismus
- 2. Transformation und Konstruktion: Empedokles als "religious atomist" und exemplum eines "true system" of the universe
- 3. Der Weg zur plastic nature als Alternative zu Atomismus und Hylozoismus
- 4. Die plastic nature: Immanentes Wirken der göttlichen, transzendenten Ursache
- 4.1 Cudworths Gott als sich entäußernde Kraft
- 4.2 Der ontologische Status der plastic nature als "dienende Kraft"
- 4.2.1 Die plastic nature als Ergebnis einer kombinierenden Transformation stoischer Vorstellungen
- 4.3 Die Wirkweise der plastic nature: Naturgesetze, Magie und Liebe: Neuplatonische Transformationen vorsokratischer Philosophie -Fokussierung, Ausblendung und Kombination
- 4.3.1 Die plastic nature als law of nature
- 4.3.2 Die weitere Beschreibung des Wirkens der plastic nature in der Welt
- 4.3.3 Pneumatische Magie
- 4.3.4 Cudworths Empedokles: Neuplatoniker und Magier
- 5. Die Metaphysik Gottes: Der allen Menschen gemeinsame Begriff von Gott als liebendem Ursprung der Welt
- 5.1 Ein konstruierter Monotheismus: Cudworths Umgang mit antik-paganen Texten und sein systematischer Gehalt
- 5.1.1 Präfigurationen der Trinität
- 5.1.2 Der allen gemeinsame Gott als d??aµ?? p??t??
- 5.1.3 Eros oder die Liebe Gottes
- 5.2 Die Gründungsväter der prisca theologia - metaphysische Theologie zu Beginn der Geschichte
- 5.3 Metaphysik in der Dichtung - Cudworth und die integumentale Hermeneutik als Möglichkeit, Religionsphilosophie zu betreiben
- 6. Cudworths neuplatonische Trinität oder die Binnendifferenzierung Gottes als dynamische Wirkeinheit und Lektüreerfahrung
- 7. Die weitere Explikation und Funktionalisierung des Gottesbegriffs in Bezug auf Gottes Verhältnis zur Natur - Cudworths Trinität im Diskurs der Umstände
- 7.1 "God is always understood a creator [...] out of nothing" - Die Trinität als schöpferische Kraft
- 7.2 "The Deity [...] is [...] more indivisible, and more one with itself, than any thing that is little, and more powerful than any thing that is great" - Gott als Minimum und Maximum der Schöpfung
- 7.3 "God himself is called place" - die Notwendigkeit eines trinitarischen Gottes und wie seine Anwesenheit in der Welt zu denken ist
- 7.4 Engelhafte Wesen als virtutes Dei - Ursächlichkeitsformen Gottes in der stofflichen Welt
- 7.5 "An energy as is within the very substance or essence of that which thinketh" - Die Seele als gottähnliche Kraft in der Welt
- 7.6 "Angelical and human souls are [...] not bodies, yet they are always in bodies, or clothed with bodies" - Die Seele, der Körper und die vital union: Imago der Anwesenheit Gottes in der Welt
- 7.7 "[...] that an unextended Deity is no impossible idea [...] because there is something unextended even in our very selves" - die Seele als Abbild göttlicher Schöpferkraft
- 7.8 "So that 'cogitation' is, in order of nature, before 'local motion'" - Nous und Seele als ??s??de?? d???µe?? und ihr Platz in der Hierarchie des Seins
- 8. Die Kontinuität des Seins - "But however thus much is certain, that brute animals [...] cannot be quite excluded"
- 8.1 "Nor does justice in God clash with goodness" - das Problem der Verschränkung von göttlicher Vorsehung und Naturphilosophie als Normativ
- 8.2 "[...] there must of necessity be some natural bond or vinculum to hold them all together" - die Verschränkung von göttlich durchwobener Natur und Staat im System
- Schlussbemerkung
- Literaturverzeichnis
- Primärtexte
- Sekundärliteratur
- Personenregister
- Sachregister
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