
Die IFRS im Deutschen und Europäischen Rechtsraum
Einfluss, Auslegung, gerichtliche Kontrolle
Marvin Barnecki(Autor*in)
V&R unipress
1. Auflage
Erschienen am 18. Januar 2021
360 Seiten
978-3-8470-1235-1 (ISBN)
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Beschreibung
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Die von einem privatrechtlich organisierten Standardsetter entwickelten International Financial Reporting Standards (IFRS) gewinnen weltweit zunehmend an Bedeutung. Die vereinfachte Übernahme in europäisches und deutsches Recht wirft daher rechtsstaatliche Bedenken auf, die unlängst auch durch den Maystadt-Bericht gestärkt wurden. Der Autor widmet sich im Schwerpunkt der Auslegung von Normen eines privaten Standardsetters, die deutliche Bezüge zum angelsächsischen Recht haben. Daneben wird geprüft, inwieweit die rechtsverbindlich anzuwendenden Standards der gerichtlichen Kontrolle unterliegen und ob eine Einstrahlung der IFRS auf die handelsrechtliche Rechnungslegung denkbar ist. In die Untersuchung einbezogen ist die Meinungsherrschaft der Wirtschaftsprüfer, die jüngst wieder in die Kritik gerückt ist.
The International Financial Reporting Standards (IFRS) - developed by the standard setter organized under private law - are becoming increasingly important worldwide. The simplified incorporation into European and German law therefore raises concerns about the rule of law, which were also recently reinforced by the Maystadt report. The author focuses on the interpretation of norms of a private standard-setter, which have clear similarities to Anglo-Saxon law. In addition, it is examined to what extent the legally binding standards are subject to judicial control. The research also includes the domination of auditors' opinion, which has recently come under fire.
Weitere Details
Reihe
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
Verlagsort
Göttingen
Deutschland
Illustrationen
mit einer Abbildung
ISBN-13
978-3-8470-1235-1 (9783847012351)
Schweitzer Klassifikation
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Marvin Barnecki
Die IFRS im Deutschen und Europäischen Rechtsraum
Einfluss, Auslegung, gerichtliche Kontrolle
Buch
01/2021
1. Auflage
Brill Deutschland
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Person
Dr. Marvin Barnecki hat Rechts- und Wirtschaftswissenschaften studiert und arbeitet als Rechtsanwalt im Wirtschaftsrecht mit Schwerpunkt Gesellschaftsrecht, Bankrecht sowie M&A-Transaktionen.
Inhalt
- Intro
- Title Page
- Copyright
- Table of Contents
- Body
- Abkürzungsverzeichnis
- Tabellen- und Abbildungsverzeichnis
- Einführung
- A. Einleitung
- B. Forschungsbedarf
- I. Problemaufriss
- II. Stand der Wissenschaft und Forschung
- III. Fragestellung
- C. Methodik und Gang der Untersuchung
- Teil 1: Themenspezifische Grundlagen
- A. Rechnungslegung im Deutschen und Europäischen Rechtsraum
- I. Entstehung und Entwicklung der Rechnungslegung
- 1. Systematisierung des Rechnungswesens
- 2. Historische Entwicklung und Zweck der Rechnungslegung
- 3. Europäisierung und Internationalisierung
- II. Bilanzwissenschaft
- 1. Bedeutung der Bilanzwissenschaft für die Auslegung und Anwendung von Rechnungslegungsnormen
- 2. Entwicklung der Bilanzwissenschaft
- III. Bilanzrecht als Richterrecht
- B. Regulierung als Ausübung von Staatsgewalt
- I. Staatsgewalt
- II. Dreigliedrigkeit der Staatsgewalt und Kernbereichstheorie
- III. Das demokratische Prinzip auf europäischer Ebene
- C. Auslegungstheoretische Grundlagen
- I. Erforderlichkeit einer methodischen Gesetzesanwendung
- II. Hermeneutik
- III. Ziel der Auslegung
- IV. Auslegung und Lückenschließung
- V. Der Klassische Auslegungskanon nach Savigny und heutiger Stand juristischer Auslegungslehre
- VI. Wertungsjurisprudenz
- VII. Überblick der geschichtlichen Entwicklung rechtsphilosophischer Strömungen
- VIII. Europarechtliche Methodik
- D. System des case law vs. code law
- Teil 2: Anwendung und Auslegung der IFRS im Deutschen und Europäischen Rechtsraum
- A. Stand der Rechnungslegungsnormierung
- I. Einordnung unterschiedlicher Rechnungslegungsphilosophien
- II. Ebenen der Rechnungslegungsnormierung
- 1. Mitgliedsstaatliche Rechnungslegungsnormen
- 2. EU-Bilanzrecht
- 3. Globale Bilanzierungsstandards
- III. Rechnungslegung nach IFRS
- IV. Rechnungslegung im öffentlichen Sektor
- B. Die "EU-IFRS" als pseudo-legitimierte Normsetzung
- I. Private Selbstregulierung in der Rechnungslegung
- II. Strukturelle Grundlagen des IFRS-Standardsetting
- III. Vereinfachtes Verfahren zur Übernahme in europäisches Sekundärrecht
- 1. EU-Komitologie
- 2. Endorsementverfahren der IFRS
- IV. Schlussfolgerungen
- C. Demokratiedefizite und Auslegung der IFRS
- I. Private Selbstregulierung und staatliche Willensbildung
- 1. Grundlagen
- 2. Praxis des Gesetzgebungsoutsourcing
- 3. Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur privaten Selbstregulierung im Bereich der internationalen Rechnungslegung
- 4. Legitimationsbedürfnis für private Selbstregulierung und außerdemokratische Legitimation
- 5. Konzept der steuernden Rezeption
- 6. Schlussfolgerungen
- II. Öffentliche und private Interessen in der Rechnungslegung
- 1. Adressaten von Finanzinformationen
- 2. Rechenschaft über wirtschaftliches Handeln
- 3. Informationsbasis für Unternehmensbewertung
- 4. Private Interessen an der Geheimhaltung und Informationsasymmetrie
- 5. Institutioneller Rahmen in Deutschland
- 6. Institutioneller Rahmen in der EU
- 7. Schlussfolgerungen
- III. Implikationen des Maystadt-Berichts
- 1. Die ARC und EFRAG als europäische Endorsement-Institutionen
- 2. Einflussnahme der EU auf das IFRS-Standardsetting bzw. das IASB
- 3. Empfehlungen Maystadts
- 4. Stellungnahmen zum Maystadt-Bericht
- 5. EFRAG-Governance-Reform
- IV. Einflussnahme und Willensbildung der EU im Rahmen des Standardsettings
- 1. Standardinitiative
- 2. Standardsettingprozess
- 3. Anpassungen im Übernahmeverfahren
- 4. Schlussfolgerungen
- V. Auslegungsmethodik
- 1. Die "wirtschaftliche Betrachtungsweise" im Rahmen der Auslegung
- 2. Das System der IFRS
- 3. Vereinbarkeit der klassischen Auslegungstheorie mit dem "case-law"-System
- 4. Anwendung der klassischen Auslegungstheorie auf die IFRS unter Einfluss der privaten Selbstregulierung
- 5. Schlussfolgerungen zur Auslegungskonzeption
- 6. "Gefahr" der Bildung von EU-IFRS
- VI. Auslegung handelsrechtlicher Vorschriften nach den IFRS
- 1. Keine Rezeption der IFRS durch das BilMoG
- 2. Mögliche Einfallstore
- 3. Einstrahlungen des HGB auf IFRS-Auslegung
- 4. Schlussfolgerungen
- Teil 3: Jurisdiktion der IFRS im Deutschen und Europäischen Rechtsraum
- A. Grundsatz: Gerichtliche Kontrolle des Europäischen Gerichtshofs
- I. Letztentscheidungskompetenz für europäisches Bilanzrecht
- II. Letztentscheidungskompetenz für handelsrechtliches Bilanzrecht
- III. Wirtschaftliche Betrachtungsweise
- IV. Integrationsfreundliche Rechtsprechung und Brexit
- B. Einfluss nationaler Gerichte
- C. Faktische Bedeutung von Schiedsgerichten
- D. Verdrängung der Auslegungskompetenz der Gerichte durch das Auslegungssystem der IFRS und die Stellungnahmen des IFRS IC
- I. Empirie zur richterlichen Auslegung der IFRS
- 1. Wege gerichtlicher Kontrolle
- 2. Überlegungen zur Ursache mangelnder gerichtlicher Kontrolle
- II. Verbindlichkeit der IFRS IC-Interpretations
- III. Schlussfolgerungen
- E. Die Jurisdiktion des BFH - Keine Maßgeblichkeit der IFRS für die Steuerbilanz
- I. Ausgangspunkt: Maßgeblichkeitsprinzip, § 5 Abs. 1 EStG
- II. Abkehr von der Einheitsbilanz
- III. BFH-Rechtsprechung - IFRS und Steuerbilanz
- IV. Bedeutung der Judikatur der Finanzgerichte in Bezug auf die Fortentwicklung des Bilanzrechts
- V. Schlussfolgerungen
- Fazit
- Ausblick
- Literaturverzeichnis
- Leere Seite
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