Prostatakrebs

Der Therapiebegleiter für Paare
 
 
TRIAS (Verlag)
  • 1. Auflage
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  • erschienen am 25. Oktober 2017
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  • 232 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-432-10111-8 (ISBN)
 
Gemeinsam schaffen wir das!

Die Diagnose Prostatakrebs ist für die Betroffenen und ihre Partnerinnen oft ein Schock und stellt sie vor viele Fragen: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Wie gehen wir als Paar gemeinsam mit dieser Krankheit um? Was sind die nächsten Schritte? Die Autoren und Herausgeber beantworten Ihre Fragen mit ihrem großen Erfahrungsschatz. Professor Maximilian Burger ist Direktor der Klinik für Urologie an der Universität Regensburg, an der auch der niedergelassene Urologe PD Dr. Wolfgang Otto als Forschungskoordinator tätig ist. Dr. Georges Akoa ist leitender Urologe im Parksanatorium Aulendorf, einer Fachklinik für Onkologische Rehabilitation.

- Vor der Therapie: Operation, Hormon-, Strahlen-, oder Chemotherapie? Treffen Sie gemeinsam die beste Therapieentscheidung für sich.

- Während der Therapie: Akutfolgen und Nebenwirkungen. Erfahren Sie, was während der Behandlung auf Sie zukommt und wie Sie sich dabei gegenseitig unterstützen können.

- Nach der Therapie: Rehabilitation und psychosoziale Unterstützung. Lesen Sie, was Sie selbst für sich tun können und wie Sie es als Paar schaffen, mit den körperlichen Folgen der Krebstherapie wie Inkontinenz und Impotenz und den psychosozialen Belastungen umzugehen.

Gehen Sie als starkes Paar gemeinsam durch diese Zeit.
  • Deutsch
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  • Breite: 170 mm
  • 5,23 MB
978-3-432-10111-8 (9783432101118)
3432101112 (3432101112)
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Dr. med. Georges F. Akoa Mbida ist seit 2007 Facharzt der Urologie und leitender Urologe im Parksanatorium Aulendorf, Fachklinik für Onkologische Rehabilitation der Waldburg-Zeil Kliniken. Dort entwickelt er die Rehabilitationsbehandlung für urologische Patienten kontinuierlich weiter: "Ein Prostatakarzinom bringt nicht nur den Kampf gegen den Krebs mit sich, sondern ist eine große Belastung für Paare und die Beziehung. Dieses Buch soll Ihre Fragen beantworten und Ihnen helfen, sich in dieser Zeit gegenseitig eine Stütze zu sein."

Prof. Dr. med. Maximilian Burger ist seit 2013 Direktor der Klinik für Urologie an der Universität Regensburg. Er leitet dort das Prostatakarzinom-Zentrum. Seit 2013 hat er auch den Lehrstuhl für Urologie an der Universität Regensburg inne.

Priv.-Doz. Dr. med. Wolfgang Otto ist niedergelassener Urologe in Niederbayern, Privatdozent an der Universität Regensburg und Forschungskoordinator sowie Laborleiter am dortigen Lehrstuhl für Urologie. Er weiß: "Neueste Forschungsergebnisse und eine stark interdisziplinär ausgerichtete, individuelle Behandlung der Patienten sind wesentlich für den Therapieerfolg."

1 Was ist Prostatakrebs?


Georges Akoa

Wissen nützt, denn nicht jede Veränderung der Prostata ist gleichbedeutend mit Krebs und nicht jede Prostatakrebserkrankung ist gleichbedeutend mit schwerem Leiden.

1.1 Die Prostata


Die alten Schriften erzählen nicht viel über die Prostata. Vom Altgriechischen stammend »?protát es« »Vorsteher, Türsteher« ca. 300 v. Chr., fand die Erstbeschreibung des Organs durch Herophilos von Chalkedon statt. Die Wiederentdeckung erfolgte erst 1536 durch Niccolò Massa und 1538 erschienen die ersten Skizzen von der Hand des flämischen Anatomen Andreas Vesalius. Obwohl viel über die Prostata geredet wird, wissen die allerwenigsten, wo sie liegt und welche Aufgaben sie genau hat.

Markus W.

Was wussten Sie vor der Diagnose über die Funktion und Anatomie der Prostata?

Über die genaue Funktion und Anatomie der Prostata wusste ich nur wenig. Sie wurde erst vor ein paar Jahren aufgrund des etwas erhöhten PSA-Wertes von etwa 4 ng/ml ein Thema. Ich radelte viel, die Prostata war nicht auffällig und weich. Deswegen war es erst mal ein Beobachten und regelmäßiges Kontrollieren des Wertes. 

1.2 Lage und Aufbau der Prostata


Die Bezeichnung »Prostata« leitet sich von »prostates«, dem griechischen Wort für »Vorsteher« ab. Man findet sie vor der Harnblase, wenn man vom Damm zur Harnblase vordringt. Die Prostata liegt auch zwischen der Harnblase und dem Beckenboden. Sie umgreift ringförmig die Harnröhre vom Blasenausgang bis zum äußeren Harnröhrenschließmuskel. Mit der Rückseite grenzt sie an den Enddarm (Rektum) und ist von dort aus tastbar. Vor ihr befindet sich der Unterrand des Schambeins, mit dem sie fest verbunden ist. Nach oben und hinter der Prostata finden sich die Samenblasen und die Samenleiter, die schräg entlang der Prostata verlaufen. Die Samenleiter und die Ausführungsgänge der Samenblasen bilden zusammen die sogenannten Spritzkanälchen, die die Prostata durchziehen und am Samenhügel nahe dem äußeren Harnröhrenschließmuskel in die prostatische Harnröhre münden.

Die Prostata ist ein fibromuskuläres und drüsiges Organ, d. h., sie besteht aus gefäßreichem Bindegewebe, Muskelfasern und zahlreichen Drüsen (30-50 Einzeldrüsen), die mit ihren 15-25 Ausführungsgängen in die Harnröhre neben dem Samenhügel münden. Eine feste Bindegewebskapsel umgibt das prostatische Drüsengewebe und unterteilt es in fünf Lappen: zwei Seitenlappen und jeweils einen Vorder-, Mittel- und Hinterlappen. In der Praxis ist die Gliederung in vier Zonen üblich, diese Aufteilung verhilft zu einem besseren Verständnis des anatomischen Aufbaus der Prostata. Man unterscheidet:

  • periphere Zone (Außenzone): Sie macht bei erwachsenen Männern ca. 70 Prozent des Gesamtvolumens der Prostata aus. Nur dieser Teil ist vom Darm aus zu tasten und steht unter Testosteroneinfluss.

  • Übergangszone (Innenzone): Sie macht 5 Prozent des Volumens der Prostata aus und steht unter Östrogeneinfluss.

  • zentrale Zone: Sie macht 25 Prozent des Volumens der Prostata aus und befindet sich unmittelbar um die Harnröhre.

  • anteriore Zone (vordere Zone): Sie befindet sich vor der Harnröhre. Dieser Bereich ist klein, hat kaum noch Drüsen und besteht fast nur aus Bindegewebe und Muskulatur.

Die Prostata ist sehr gut durchblutet, die Blutversorgung und die Lymphabflusswege der Prostata stehen in enger Verbindung mit denen des Enddarms und der Harnblase. Zudem ist sie von vielen Nervenfasern umgeben. Die Nervenversorgung erfolgt durch Fasern des unwillkürlichen Nervensystems (Parasympathikus und Sympathikus).

Die Anatomie der Prostata

(Markus Voll, München)

1.3 Funktionen der Prostata


Die Prostata oder Vorsteherdrüse wird sehr oft als walnussgroßes oder kastaniengroßes Organ bezeichnet. Diese Darstellung beschreibt die normale gesunde Prostata bei einem jungen Mann, die ein Gewicht von ca. 20 bis 25 g bzw. ein Volumen von 20 bis 25 ml hat. Mit zunehmendem Alter kann das Gewicht der Prostata auf über 100 g ansteigen.

Die wenigsten Männer und Frauen wissen, dass die Prostata genauso wie die Hoden für die Fortpflanzung unverzichtbar ist. Für das Lustempfinden des Mannes sind beide Organe wichtig. Wie Hoden, Nebenhoden, Samenleiter, Samenstrang und Samenblase gehört sie zu den inneren männlichen Geschlechtsorganen.

1.3.1 Wachstum in der Pubertät


Erst während der Pubertät beginnt die Prostata unter dem Einfluss des männlichen Geschlechtshormons Testosteron zu wachsen und ihre Funktion, die Sekretbildung, zu erfüllen. Die Prostata selbst produziert keine Hormone, sie ist aber in erheblichem Maß am männlichen Hormonstoffwechsel beteiligt. In der Prostata findet durch den Einfluss von Enzymen (5a-Reduktase) die Umwandlung des männlichen Geschlechtshormons Testosteron in seine biologisch aktivste Form, das Dihydrotestosteron (DHT), statt. Das Dihydrotestosteron ist verantwortlich für die vermehrte Teilung der Prostatazellen und somit für die Größenzunahme der Prostata.

1.3.2 Aufgaben der Prostata


Eine der wichtigsten Aufgaben der Prostata besteht darin, einen Teil der Samenflüssigkeit zu produzieren, welche die Samenzellen transportiert. Diese Flüssigkeit ist für die Beweglichkeit der Samenzellen und somit für ihre Befruchtungsfähigkeit sehr wichtig. Sie enthält unter anderem zahlreiche andere Stoffe wie zum Beispiel Enzyme (Fermente). Das sind Eiweiße mit wichtigen Aufgaben. Hierzu gehört auch das prostataspezifische Antigen, abgekürzt PSA, das für die Verflüssigung des Spermas benötigt wird. Zu einem sehr geringen Anteil gelangt das PSA in den Blutkreislauf und kann nach einer Blutabnahme im Labor gemessen werden.

Beim Geschlechtsverkehr müssen die Samenzellen mit dem Prostatasekret vermischt werden. Diese sogenannte Emission geschieht in dem von der Prostata umschlossenen Teil der Harnröhre. Aktiviert durch Nervenimpulse pressen die Samenleiter die Spermien und die Samenblasen ihr Sekret in die Harnröhre. Dorthin wird auch das Prostatasekret abgegeben.

Die Muskulatur von Prostata und Blasenhals sorgt dafür, dass das nun entstandene Sperma nicht in die Harnblase gelangt. Beim anschließenden Samenerguss (Ejakulation) ziehen sich die Beckenbodenmuskeln und die Muskulatur um die inneren Teile der Schwellkörper rhythmisch zusammen und befördern so das Sperma durch die Harnröhre nach außen. Diese rhythmischen Kontraktionen der Prostatamuskulatur bilden einen wesentlichen Teil des männlichen Orgasmus.

Die Prostata ist andererseits auch am Verschluss der Harnblase beteiligt. Beim Wasserlassen werden die Spritzkanälchen und die Ausführungsgänge der Prostata durch die Muskulatur von Blase und Prostata verschlossen. So wird gewährleistet, dass kein Urin eindringen kann.

1.3.3 Prostatatumoren


Unter dem Begriff »Prostatatumoren« werden sowohl gut- als auch bösartige Veränderungen der Prostata zusammengefasst. Sowohl deren Entstehung als auch die Therapie sind sehr unterschiedlich.

  • Der gutartige Tumor der Prostata entsteht im Bereich der Übergangszone und macht sich hauptsächlich durch eine Blasenentleerungsstörung bemerkbar.

  • Der Ursprungsort des bösartigen Tumors der Prostata befindet sich meist in den Seitenlappen. Dieser Tumor wächst sehr langsam. Bis Beschwerden auftreten können viele Jahre vergehen.

1.4 Gutartige Prostatavergrößerung


Die Prostata, die bei einem Neugeborenen nur zwei Gramm wiegt, durchläuft zwei wichtige Wachstumsphasen: Die erste Wachstumsphase findet in der Pubertät statt. Unter Einfluss des Testosterons (männliches Geschlechtshormon) entwickelt sich die Prostata zu einem funktionstüchtigen Organ.

Die zweite Phase der Entwicklung beginnt etwa mit dem 25. Lebensjahr und führt mit zunehmendem Alter zur sogenannten benignen Prostatahyperplasie (gutartige Prostatavergrößerung). Die genauen Ursachen für die Entstehung einer gutartigen Prostatavergrößerung sind nach wie vor nicht vollständig geklärt worden und werden weiter erforscht.

Folgende Faktoren können zur Entwicklung einer gutartigen Prostatavergrößerung führen:

  • Alter

  • genetische Faktoren (gutartige Prostatavergrößerung in der Familie)

  • Bewegungsmangel

  • chronische Prostatitis (chronische Prostataentzündungen)

  • Adipositas (Fettleibigkeit)

  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

Obwohl die Rolle von Ernährung, Rauchen und Alkohol noch nicht geklärt ist, scheint...

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