
Das Ende vom Lied
Beschreibung
SWR BESTENLISTE JUNI 2026
Fremde Welt Westberlin - und die Sehnsucht nach der Liebe und dem Leben
Mit 13 Jahren ist der Junge in diesem Alter: Das Leben hängt schief in den Angeln, der Alltag gerät zum Schwelbrand, die erste Liebe überwältigt ihn und lässt die Tage beben. 1969 steht die Zeit in Westberlin vielerorts noch still, und doch ändert sich für den Jungen alles. Von dieser Zerrissenheit erzählt Michael Wildenhain in seinem Roman so virtuos und episch, wie es nur einer kann, der dabei war.
Weil der Vater eine neue Stelle antritt, muss auch der Sohn in die Belziger Straße ziehen, in eine Atmosphäre der Wut gegen die ganze Welt. Hier droht die von den Traumata des Krieges geprägte Familie - der versehrte Vater, die gezeichnete Mutter - zu zerfallen; dort lockt die Wirklichkeit der Straße, brutal und zärtlich, derb und schön, die den Jungen in eine Entscheidung von beträchtlicher Tragweite treibt. Was zählt: die Nähe zu Körschi, Bandenchef und bester Boxer der Belziger. Und Alina, die Angebetete, die Körschi als sein Eigentum betrachtet und von der der Junge dennoch nicht lassen kann. Manchmal, das erfährt er, musst du etwas riskieren, selten sogar das Leben.
»Das Ende vom Lied« erzählt von einem Westberlin jenseits der 68er Ereignisse, einer Stadt, wie es sie nie wieder geben wird, vom unstillbaren Durst nach der ungezähmten Realität und vom Licht, in dem wir träumen.
Rezensionen / Stimmen
»Was also können die "Enkel" daraus mitnehmen? Vielleicht dies: Dass es eine Geschichte gibt, über die man in Geschichtsbüchern nichts erfährt, sondern nur dank der Vorstellungskraft von Romanen wie >Das Ende vom Lied<, die sich und uns das Erinnern nicht zu einfach machen und die von der Vergangenheit als unheimlichem Gewebe erzählen.« Steffen Martus, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08. April 2026
»Ich glaube, es wird hohe Zeit, dass wir Michael Wildenhain als Chronisten dieser Stadt so nennen, wie wir E.L. Doctorow oder DonDelillo als Chronisten von New York nennen. Das ist für mich wirklich eine literarische Offenbarung.« Denis Scheck
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