
Paranoia in Hollywood
Beschreibung
»Dieses Buch hat das Zeug zu einem echten Blockbuster.«
- Jurybegründung zur Nominierung zum Preis der Leipziger Buchmesse 2026
Santa Monica, Pacific Palisades oder Beverly Hills - das sind die klingenden Namen des kalifornischen Idylls, in dem sie Zuflucht gefunden haben: Filmemacher und Schauspieler, Schriftsteller und Intellektuelle, die in den 1930er- und 1940er-Jahren vor den Nazis aus Europa fliehen mussten. Sie bilden eine Solidargemeinschaft der Exilierten: Bertolt Brecht, Helene Weigel und Hanns Eisler, Billy Wilder und Vicki Baum, Fritz Lang und William Wyler, Thomas und Heinrich Mann. Wer in Berlin, Wien oder Prag einen Namen hatte, folgte dem Ruf der boomenden Filmindustrie Hollywoods. Doch dieses romantische »Weimar am Pazifik« ist nicht die ganze Geschichte: Noch während sie im beginnenden Krieg ihren mal militärischen, mal moralischen Beitrag aufseiten der Alliierten leisten, werden die Geflüchteten zu Verdächtigen. Eben noch als noble Nazi-Gegner gefeiert, wird jetzt ihr Müll vom FBI durchsucht - der »red scare« und der McCarthyismus machen aus Freigeistern und Linksliberalen feindliche »Kommunisten«. Das Land, das Zuflucht war, wandelt sich zum Ort der Repression und Verfolgung.
Fesselnd und stimmungsvoll, anhand bisher unveröffentlichter Dokumente aus Archiven in Los Angeles zeichnet Jan Jekal nach, wie sich die Exilierten gegen das autoritäre Amerika wehrten - mit Aktivismus, Witz, Courage und mit Filmen, die zu Klassikern geworden sind -, aber auch, wie einige von ihnen an Amerika verzweifelten.
Rezensionen / Stimmen
»Glänzend und schnörkellos geschrieben erzählt Jan Jekal in seinem für den Sachbuchpreis der Leipziger Buchmesse nominierten Debüt die Geschichte einer schleichenden Entfremdung von Amerika. Mit feiner Balance zwischen differenzierter Ausgewogenheit und Empathie gegenüber seinen Sujets. Geradezu filmisch setzen sich die Werdegänge der zahlreichen Protagonisten zusammen. Sie ergeben das Panorama einer Gesellschaft, deren Freiheitsanspruch von Unsicherheit und Paranoia zurückgedrängt wird - ein Bild, das bedrückend aktuell wirkt.« - Tobias Sedlmaier, Neue Zürcher ZeitungWeitere Details
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