
Zur Verfassung Europas
Ein Essay
Jürgen Habermas(Autor*in)
Suhrkamp (Verlag)
5. Auflage
Erschienen am 16. November 2011
Buch
Softcover
140 Seiten
978-3-518-06214-2 (ISBN)
Beschreibung
Die anhaltende Euro-Krise sowie die halbherzigen, oft populistischen Reaktionen der Politik lassen ein Scheitern des europäischen Projekts derzeit als reale Möglichkeit erscheinen. In seinem Essay verteidigt Jürgen Habermas Europa gegen die sich ausbreitende Skepsis, der er ein neues überzeugendes Narrativ für die Geschichte und vor allem die Zukunft der Europäischen Union entgegensetzt. Denkblockaden in Bezug auf die Transnationalisierung der Demokratie räumt er aus dem Weg, indem er den Einigungsprozess in den langfristigen Zusammenhang der Verrechtlichung und Zivilisierung staatlicher Gewalt einordnet. An die Politik richtet Jürgen Habermas schließlich den Appell, das bisher hinter verschlossenen Türen betriebene europäische Projekt endlich auf den hemdsärmeligen Modus eines lärmend argumentierenden Meinungskampfes in der breiten Öffentlichkeit umzupolen.
Neben diesem Essay zur Verfassung Europas enthält dieser Band den Aufsatz »Das Konzept der Menschenwürde und die realistische Utopie der Menschenrechte« aus dem Jahr 2010 sowie drei Interventionen, die Jürgen Habermas seit dem Ausbruch der Finanzkrise veröffentlicht hat.
»Angesichts eines politisch ungesteuerten Komplexitätswachstums der Weltgesellschaft, das den Handlungsspielraum der Nationalstaaten systemisch immer weiter einschränkt, ergibt sich die Forderung, die politischen Handlungsfähigkeiten über nationale Grenzen hinaus zu erweitern, aus dem normativen Sinn der Demokratie selbst.« Jürgen Habermas
Rezensionen / Stimmen
»In seinem neuen Buch schweigt Habermas keineswegs vom Kapitalismus und seinen unter Gemeinwohlgesichtspunkten destruktiven Konsequenzen. Er kritisiert ihn. Aber im Zentrum seiner Auseinandersetzung steht etwas anderes: der mangelnde regulative Gestaltungswille und die Restriktionen staatlicher Politik. Deshalb kann der normative Fluchtpunkt nichts anderes sein als die demokratische Selbstbestimmung der Bürger.«Weitere Details
Reihe
Sprache
Deutsch
Verlagsort
Berlin
Deutschland
Produkt-Hinweis
Klappenbroschur
Maße
Höhe: 201 mm
Breite: 121 mm
Dicke: 22 mm
Gewicht
230 gr
ISBN-13
978-3-518-06214-2 (9783518062142)
Schweitzer Klassifikation
Weitere Ausgaben
Person
Autor*in
Jürgen Habermas wurde am 18. Juni 1929 in Düsseldorf geboren. Von 1949 bis 1954 studierte er in Göttingen, Zürich und Bonn die Fächer Philosophie, Geschichte, Psychologie, Deutsche Literatur und Ökonomie. Er lehrte unter anderem an den Universitäten Heidelberg und Frankfurt am Main sowie der University of California in Berkeley und war Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg. Jürgen Habermas erhielt zahlreiche Ehrendoktorwürden und Preise, darunter den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (2001) und den Kyoto-Preis (2004). Habermas verstarb am 14. März 2026 in Starnberg.
ISNI: 0000 0001 2146 8372 GND: 118544209
ISNI: 0000 0001 2146 8372 GND: 118544209
Inhalt
Das Konzept der Menschenwürde und die realistische Utopie der Menschenrechte
Die Krise der Europäischen Union im Lichte einer Konstitutionalisierung des Völkerrechts - Ein Essay zur Verfassung Europas
I. Warum Europa heute erst recht ein Verfassungsprojekt ist
II. Die Europäische Union vor der Entscheidung zwischen transnationaler Demokratie und postdemokratischem Exekutivfederalismus
III. Von der internationalen zur kosmopolitischen Gemeinschaft
Anhang: Das Europa der Bundesrepublik
I. Nach dem Bankrott. Ein Interview
II. Am Euro entscheidet sich das Schicksal der Europäischen Union
III. Ein Pakt für oder gegen Europa?
Nachweise
Die Krise der Europäischen Union im Lichte einer Konstitutionalisierung des Völkerrechts - Ein Essay zur Verfassung Europas
I. Warum Europa heute erst recht ein Verfassungsprojekt ist
II. Die Europäische Union vor der Entscheidung zwischen transnationaler Demokratie und postdemokratischem Exekutivfederalismus
III. Von der internationalen zur kosmopolitischen Gemeinschaft
Anhang: Das Europa der Bundesrepublik
I. Nach dem Bankrott. Ein Interview
II. Am Euro entscheidet sich das Schicksal der Europäischen Union
III. Ein Pakt für oder gegen Europa?
Nachweise