
Nachhaltigkeit
Campus (Verlag)
1. Auflage
Erschienen im April 2006
Buch
Softcover
189 Seiten
978-3-593-37978-4 (ISBN)
Artikel ist vergriffen; siehe Neuauflage
Beschreibung
»Nachhaltigkeit« ist ein weltweit anerkanntes Leitbild in Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Es zielt auf eine Umsteuerung auf globaler, nationaler und lokaler Ebene, um die Lebenssituation der heutigen Generation in ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht zu verbessern. Gleichzeitig sollen die Lebens- und Entwicklungschancen künftiger Generationen nicht gefährdet werden. Die Autoren geben einen umfassenden Einblick in die Geschichte des Leitbilds der nachhaltigen Entwicklung sowie in Konzepte ihrer Realisierung. Sie stellen die wesentlichen Anwendungsfelder vor, die relevanten gesellschaftlichen Akteure sowie die konkreten politischen Strategien zur Umsetzung nachhaltiger Entwicklung.
Rezensionen / Stimmen
Blick aufs Ganze"Armin Grunwald und Jürgen Kopfmüller geben in ihrem klar strukturierten Buch einen guten Überblick über das komplexe Thema." (Frankfurter Rundschau, 05.07.2006)
"Hier finden sowohl Einsteiger in die Thematik als auch Experten genügend Anregungen, um dieses Buch für sie lesenswert zu machen." (Zeitschrift für Politikwissenschaft, 01.08.2007)
Weitere Details
Reihe
Sprache
Deutsch
Editions-Typ
Neue Ausgabe
Maße
Höhe: 18.6 cm
Breite: 12.3 cm
Gewicht
212 gr
ISBN-13
978-3-593-37978-4 (9783593379784)
Schweitzer Klassifikation
Weitere Ausgaben
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Personen
Armin Grunwald ist Leiter des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse des Forschungszentrums Karlsruhe (ITAS), Professor an der Universität Freiburg sowie Leiter des Büros für Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestags. Jürgen Kopfmüller, Dipl.-Volkswirt, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am ITAS sowie Vorsitzender der Vereinigung für Ökologische Ökonomie (VÖÖ).
Inhalt
Einleitung
2.Entstehungsgeschichte
2.1Ursprünge des Leitbildes nachhaltiger Entwicklung
2.2Internationale Debatten über Umwelt und Entwicklung
2.3Die Brundtland-Kommission
2.4 Der Weltgipfel von Rio und die Folgen
3.Grundlegende Prämissen
3.1Verantwortung für zukünftige Generationen
3.2Verantwortung für heute lebende Menschen
3.3Gestaltungserfordernisse und Operationalisierung
4.Konzeptionen nachhaltiger Entwicklung
4.1Starke und schwache Nachhaltigkeit
4.2Substanzielle und prozeduale Nachhaltigkeit
4.3Ein-Säulen-Konzepte: ökologische Nachhaltigkeit
4.4Mehr-Säulenkonzept
4.5Inegrative Nachhaltigkeitskonzepte
5.Nachhaltige Entwicklung konkret
5.1Indikatoren und Zielwerte
5.2Nachhaltigkeitsdiagnose für Deutschland
5.3Ansätze für Handlungsstrategien
6.Gesellschaftliche Handlungsfelder
6.1Energie
6.2Wasser
6.3Ernährung
6.4Landwirtschaft
6.5Wohnen und Bauen
6.6Mobilität
6.7Arbeit
7.Gesellschaftliche Akteure
7.1Unternehmen
7.2Konsumenten
7.3Zivilgesellschaft
8.Politische Umsetzungsebenen
8.1Lokale Agenda 21-Initiativen
8.2Nationale Nachhaltigkeitsstrategien: Das Beispiel Deutschland
8.3Die Europäische Union
8.4Die Vereinten Nationen
8.5Das Modell »Global Governance«
9.Wissen als Ressource
9.1Wissen im Kontext nachhaltiger Entwicklung
9.2Forschung
9.3Bildung
9.4Technik und Innovation
10.Rezeption und Kritik
10.1Begriffskritik
10.2Nachhaltigkeit als öffentliches Thema
10.3Interkulturelle Wahrnehmung
11.Zehn Thesen
Literatur
Abkürzungen
2.Entstehungsgeschichte
2.1Ursprünge des Leitbildes nachhaltiger Entwicklung
2.2Internationale Debatten über Umwelt und Entwicklung
2.3Die Brundtland-Kommission
2.4 Der Weltgipfel von Rio und die Folgen
3.Grundlegende Prämissen
3.1Verantwortung für zukünftige Generationen
3.2Verantwortung für heute lebende Menschen
3.3Gestaltungserfordernisse und Operationalisierung
4.Konzeptionen nachhaltiger Entwicklung
4.1Starke und schwache Nachhaltigkeit
4.2Substanzielle und prozeduale Nachhaltigkeit
4.3Ein-Säulen-Konzepte: ökologische Nachhaltigkeit
4.4Mehr-Säulenkonzept
4.5Inegrative Nachhaltigkeitskonzepte
5.Nachhaltige Entwicklung konkret
5.1Indikatoren und Zielwerte
5.2Nachhaltigkeitsdiagnose für Deutschland
5.3Ansätze für Handlungsstrategien
6.Gesellschaftliche Handlungsfelder
6.1Energie
6.2Wasser
6.3Ernährung
6.4Landwirtschaft
6.5Wohnen und Bauen
6.6Mobilität
6.7Arbeit
7.Gesellschaftliche Akteure
7.1Unternehmen
7.2Konsumenten
7.3Zivilgesellschaft
8.Politische Umsetzungsebenen
8.1Lokale Agenda 21-Initiativen
8.2Nationale Nachhaltigkeitsstrategien: Das Beispiel Deutschland
8.3Die Europäische Union
8.4Die Vereinten Nationen
8.5Das Modell »Global Governance«
9.Wissen als Ressource
9.1Wissen im Kontext nachhaltiger Entwicklung
9.2Forschung
9.3Bildung
9.4Technik und Innovation
10.Rezeption und Kritik
10.1Begriffskritik
10.2Nachhaltigkeit als öffentliches Thema
10.3Interkulturelle Wahrnehmung
11.Zehn Thesen
Literatur
Abkürzungen
Das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung (sustainable development) hat sich in den letzten zwanzig Jahren weltweit zu dem zentralen Begriff entwickelt, anhand dessen über die zukünftige Entwicklung der Menschheit diskutiert wird. Es bezeichnet einen Prozess gesellschaftlicher Veränderung, während der Begriff der Nachhaltigkeit (sustainability) das Ende eines solchen Prozesses, also einen Zustand beschreibt. In dieser Einführung werden wir vorwiegend den Begriff nachhaltige Entwicklung verwenden. Nach der heute überwiegend akzeptierten Definition ist nachhaltige Entwicklung dann realisiert, wenn sie
»die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können« (Hauff 1987: 46).
Sie zielt auf eine Umsteuerung, die die Lebenssituation der heutigen Generation verbessert (Entwicklung) und gleichzeitig die Lebenschancen künftiger Generationen nicht gefährdet (Erhalt der sozialen, wirtschaftlichen und natürlichen Grundlagen der Gesellschaft). Nachhaltige Entwicklung ist kein ausschließlich wissenschaftlich bestimmbarer Begriff, sondern ein gesellschaftlich-politisches und damit normatives Leitbild.
Nachhaltige Entwicklung hat in ethischer Hinsicht ein doppeltes Fundament: Einerseits betrifft sie die aktive Übernahme von Verantwortung für zukünftige Generationen (Zukunftsverantwortung), andererseits spielen Gerechtigkeitsüberlegungen unter den heute Lebenden (Verteilungsgerechtigkeit) ebenfalls eine tragende Rolle. Diese Situation hat Folgen: Ein begriffliches Doppelverständnis zieht sich durch sämtliche Diskussionen zur nachhaltigen Entwicklung hindurch. Zum einen geht es um eine - eher statische - Erhaltung von natürlichen und kulturellen Ressourcen im Interesse zukünftiger Generationen. Zum anderen steht - dynamisch - die nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft im Mittelpunkt, mit der Betonung auf dem Entwicklungsgedanken zur Verbesserung der Situation vieler heute lebender Menschen.
Das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung ist auf der politischen Ebene zumindest programmatisch weltweit anerkannt. Die Suche nach Kriterien, Leitlinien und Umsetzungsstrategien für eine nachhaltige Entwicklung ist zu einem zentralen Thema der nationalen und internationalen Umwelt-, Forschungs- und Entwicklungspolitik sowie von Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft geworden. Auf der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung (UNCED) 1992 in Rio de Janeiro verpflichtete sich die internationale Staatengemeinschaft, das Leitbild in konkrete Politik auf nationaler und globaler Ebene umzusetzen. Nationale Nachhaltigkeitsstrategien sind mittlerweile in vielen Ländern ausgearbeitet worden und befinden sich in der Umsetzung. In Deutschland wurde 2001 durch die Bundesregierung ein Rat für Nachhaltige Entwicklung berufen (www.nachhaltigkeitsrat.de). Im Jahre 2002 wurde die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie veröffentlicht (Bundesregierung 2002). Auf regionaler und lokaler Ebene wurde seit 1992 weltweit eine Fülle von Lokalen Agenda 21-Initiativen durchgeführt.
»die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können« (Hauff 1987: 46).
Sie zielt auf eine Umsteuerung, die die Lebenssituation der heutigen Generation verbessert (Entwicklung) und gleichzeitig die Lebenschancen künftiger Generationen nicht gefährdet (Erhalt der sozialen, wirtschaftlichen und natürlichen Grundlagen der Gesellschaft). Nachhaltige Entwicklung ist kein ausschließlich wissenschaftlich bestimmbarer Begriff, sondern ein gesellschaftlich-politisches und damit normatives Leitbild.
Nachhaltige Entwicklung hat in ethischer Hinsicht ein doppeltes Fundament: Einerseits betrifft sie die aktive Übernahme von Verantwortung für zukünftige Generationen (Zukunftsverantwortung), andererseits spielen Gerechtigkeitsüberlegungen unter den heute Lebenden (Verteilungsgerechtigkeit) ebenfalls eine tragende Rolle. Diese Situation hat Folgen: Ein begriffliches Doppelverständnis zieht sich durch sämtliche Diskussionen zur nachhaltigen Entwicklung hindurch. Zum einen geht es um eine - eher statische - Erhaltung von natürlichen und kulturellen Ressourcen im Interesse zukünftiger Generationen. Zum anderen steht - dynamisch - die nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft im Mittelpunkt, mit der Betonung auf dem Entwicklungsgedanken zur Verbesserung der Situation vieler heute lebender Menschen.
Das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung ist auf der politischen Ebene zumindest programmatisch weltweit anerkannt. Die Suche nach Kriterien, Leitlinien und Umsetzungsstrategien für eine nachhaltige Entwicklung ist zu einem zentralen Thema der nationalen und internationalen Umwelt-, Forschungs- und Entwicklungspolitik sowie von Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft geworden. Auf der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung (UNCED) 1992 in Rio de Janeiro verpflichtete sich die internationale Staatengemeinschaft, das Leitbild in konkrete Politik auf nationaler und globaler Ebene umzusetzen. Nationale Nachhaltigkeitsstrategien sind mittlerweile in vielen Ländern ausgearbeitet worden und befinden sich in der Umsetzung. In Deutschland wurde 2001 durch die Bundesregierung ein Rat für Nachhaltige Entwicklung berufen (www.nachhaltigkeitsrat.de). Im Jahre 2002 wurde die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie veröffentlicht (Bundesregierung 2002). Auf regionaler und lokaler Ebene wurde seit 1992 weltweit eine Fülle von Lokalen Agenda 21-Initiativen durchgeführt.