
Neue und alte Techniken der Radierung und Edeldruckverfahren - Ein alchemistisches Werkstattbuch für Radierer
Vom 'Hexenmehl und Drachenblut' zur Fotopolymerschicht. Tipps,Tricks, Anleitungen und Rezepte aus fünf Jahrhunderten, 7.Auflage 2020
Wolfgang Autenrieth(Autor*in)
Edition Wolfgang Autenrieth (Verlag)
7. Auflage
Erschienen am 1. Februar 2020
Buch
Softcover
232 Seiten
978-3-9821765-0-5 (ISBN)
Beschreibung
Von "einfachen" Kratz- und Schabtechniken der Kaltnadel und des Kupferstiches sind im Buch zahlreiche Verfahren, Varianten, experimentelle Techniken der Tiefdrucktechniken gesammelt und beschrieben. Enthalten sind Ablaufbeschreibungen und Rezepturen für Abdecklacke, Ätzmittel u.v.a.m. für Aquatinta, Abspreng- und Edeldruckverfahren bis zum fototechnischen "Non-toxic-printing". Aus der privaten Rezeptsammlung für die eigene künstlerische Arbeit entwickelte sich das Buch über 30 Jahre und mehrere Auflagen und Revisionen zum Kompendium.
In der Manier eines Kochbuches, das Zutaten und Herstellungsverfahren von Tiefdrucktechniken der vergangenen 500 Jahre sammelt, bietet das Buch Anregungen und Hinweise für Anfänger sowie für erfahrene Künstler. Beschrieben werden Rezepturen für Ätzmittel für verschiedene Metalle sowie galvanische Verfahren und Methoden zum Härten der Druckplatte.
Die Heliogravüre und die Ausbildung des Autors als Reprofotograf bilden die Brücke zu den analogen fotografischen Methoden des 19. Jahrhunderts zur Erzeugung fotografischer Abbildungen.
Anleitungen für Mischungsrechnungen sowie zur Belichtungsmathematik sind ebenso enthalten wie Tipps zum Papierschöpfen und zur Herstellung eigener Wasserzeichen.
Hinweise zur Einrichtung der Druck- und Radierwerkstatt, zum Druckablauf ein- und mehrfarbiger Drucke mit der Beschreibung verschiedenster Passertechniken sowie ein Kapitel zur Durchführung von Radierkursen in Schule und Volkshochschule runden das Buch ab.
Im umfangreichen Chemikalienverzeichnis werden die Chemikalien (darunter historische Begriffe wie "Weingeist", "salarmoniacum", "Erdpech", "Drachenblut", "Federweiß", "Hexenmehl" und viele andere in heute gültige Chemikalienbezeichnungen übersetzt, sowie deren Gefährdungspotential beschrieben. Das Literaturverzeichnis enthält auf 9 Seiten Quellenangaben und Hinweise für weiter führende Lektüre.
Weitere Details
Auflage
überarb. u. erw. Aufl. 2020
Sprache
Deutsch
Verlagsort
Krauchenwies
Deutschland
Zielgruppe
Für Beruf und Forschung
Für die Erwachsenenbildung
Für Jugendliche
Für höhere Schule und Studium
Das 'Werkstattbuch der radierenden Alchemie und der Edeldruckverfahren' ist ein Nachschlagewerk und Handbuch für Künstler, Kunststudenten und Fotografen, die sich mit Druckgrafik sowie analoger Fotografie beschäftigen (wollen). Beschrieben werden in "Kochbuchmanier" und Schritt-für-Schritt-Anleitungen die verschiedensten Tiefdrucktechniken der vergangenen 500 Jahre sowie die historischen analogen Techniken aus den Anfangsjahren der Fotografie im 19.Jahrhundert. Über fotochemische Verfahren zur Herstellung des Druckstockes ergibt sich über die Heliographie die Verbindung dieser Techniken.
Zielgruppe des Buches sind Menschen, die sich über die vielfältigen Verfahren des Tiefdruckes und der analogen Fotochemie informieren möchten - um sich an die praktische Umsetzung zu wagen. Ebenso wendet es sich an Kunsterzieher*innen und Dozent*innen an VHS und Kunsthochschulen.
Editions-Typ
Überarbeitete Ausgabe
Produkt-Hinweis
Klappenbroschur
Illustrationen
133
Maße
Höhe: 29.7 cm
Breite: 21 cm
Dicke: 1.5 cm
Gewicht
695 gr
ISBN-13
978-3-9821765-0-5 (9783982176505)
Schweitzer Klassifikation
Person
Autor*in
Lehrer
Wolfgang Autenrieth, *1956 Studium: Kunst, Mathematik, Philosophie Beruf: Lehrer, Dozent, Lithograf & Reprofotograf
ISNI: 0000 0001 2037 151X GND: 1254709657
Wolfgang Autenrieth, *1956 Studium: Kunst, Mathematik, Philosophie Beruf: Lehrer, Dozent, Lithograf & Reprofotograf
ISNI: 0000 0001 2037 151X GND: 1254709657
Inhalt
Dieses Werkstattbuch der radierenden Alchemie entstand in Grundzügen 1981 als Semesterarbeit über die Ätzradierung. Im weiten Umkreis war mir kein Kunstfachhandel bekannt, in dem die klassischen Materialien der Ätzradierung zu kaufen waren, meine finanziellen Mittel waren beschränkt und ich begann damit zu expe rimentieren, was Haushalt, Drogerie, Apotheke und sonstige naheliegende Quellen hergaben. In der Fachliteratur hantieren die Kollegen mit Rezeptbegriffen wie "Holländisches Bad", Chemikalienbezeichnungen wie "Weingeist", "sal armoniacum", "Erdpech", "Drachenblut", "Federweiß" und technischen Begriffen wie "Heliogravüre" usw, unter denen ich mir als Studiosus nichts vorstellen konnte und deren Bedeutung und Zu sammensetzung ich mir nach und nach aus enzyklopädischen Lexika und Fachliteratur heraussuchte. Diese Rezeptsammlungen und Übersetzungen in heute gebräuchliche Bezeichnungen bildeten den Grundstock dieses "Bastelbuches".
Nach dem Staatsexamen blieb ich der schwarzen Kunst treu und absolvierte eine Ausbildung zum Lithographen und Reprophotographen in einer Offsetdruckerei. Durch diese Ausbildung kamen neue Ideen, Anregungen und Techniken dazu. Manche davon sind in Tiefdruckerfachkreisen altbekannt, manche schon so alt, dass man sie kaum mehr kennt.
Je mehr ich mich mit dieser künstlerischen Technik beschäftigte, umso mehr konnte ich Krejcas Satz nachvollziehen: "Die Techniken der Radierung sind so reich an verschiedenartigsten Ausdrucksmitteln, dass man sie als eine der dankbarsten und wirksamsten Zweige der künstlerischen Grafik bezeichnen kann." Als passionierter Jäger und Sammler von Informationen, Kruscht und Krempel schrieb ich diese Informationen immer in verschiedene Sudelhefte und zuletzt kam mit dem Computer Ordnung in das Sammelsurium. Die Informationssammlung wurde immer ausführlicher und präziser. Schließlich lag es nahe, sie zu veröffentlichen und anderen die jahrelange Sucharbeit zu ersparen.
Nun, mehr als 40 Jahre nach der ersten Fassung, werden sowohl Radierungs-Novizen als auch potenzielle Rembrandt-Nachfolger etwas Neues in diesem Buch über die Techniken der Ätzradierung finden, Anregungen für eigene Experimente schöpfen oder es zumindest als "tiefdrucktechnisches Lexikon" gebrauchen können. Die Sammlung wurde aus ihrer Entstehungsgeschichte heraus als Radierer-Steinbruch konzipiert, aus dem jeder die Brocken herausbrechen kann, die er für sich und seine Arbeit fruchtbar hält. Inhaltsverzeichnis und Index sind so ausführlich als möglich gestaltet, damit Sie möglichst schnell die Information finden, die Sie suchen.
Das Chemikalienverzeichnis ist ebenfalls sehr ausführlich geraten. Weil die Radierung ein chemischer Prozess ist, in dem jede Menge chemische Produkte entstehen, war es mir wichtig herauszufinden "was denn das für'n Zeugs ist", wie gefährlich mir und andern das werden kann und wie man die verwendeten Chemikalien so umweltschonend als möglich wieder los wird. Keine Pflichtlektüre, aber reinschauen nützt der eigenen und allgemeinen Gesundheit.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß, Erfolg und Freude bei der Arbeit und die nötige Umsicht, die Anregungen des nächsten Kapitels zu beherzigen: "Damit Sie gesund bleiben".