
Wochenkinder in der DDR
Gesellschaftliche Hintergründe und individuelle Lebensverläufe
Heike Liebsch(Author)
Psychosozial-Verlag
2nd Edition
Published on 1. June 2023
296 pages
978-3-8379-6116-4 (ISBN)
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Description
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Wochenkrippen und Wochenheime stellten in der DDR eine spezielle Form der Fremdbetreuung von Kindern dar. In diesen Einrichtungen wurden Kinder in der Anfangsphase bereits ab der sechsten Lebenswoche, später ab einem Alter von einem Jahr bis zum Schuleintritt untergebracht. Hier blieben sie während der Woche rund um die Uhr. Nur an den Wochenenden kamen die Kinder nach Hause zu ihren Familien. Damit sollten vor allem die Mütter umfassend entlastet werden, um ein ungestörtes Studieren oder Arbeiten zu ermöglichen. Gemäß offizieller DDR-Politik standen dabei zwei große Ziele im Fokus: die gleichberechtigten Entwicklungsmöglichkeiten für Frauen und eine kollektive Erziehung der Kinder. Doch es waren vorrangig ökonomische Faktoren, die hinter dieser institutionalisierten Kinderbetreuung standen: Die Frauen wurden als Arbeitskräfte gebraucht.
Heike Liebsch arbeitet das System der Wochenunterbringung in der DDR umfassend auf. Sie skizziert die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und die historische Entwicklung der Wochenbetreuung ebenso wie die individuellen Auswirkungen auf die Menschen und Familiensysteme. Dabei geht Sie unter anderem den Fragen nach: Welche Folgen hatte die heimähnliche Unterbringung für die Wochenkinder? Was ist aus ihnen geworden? Es zeigt sich, dass Betroffene oftmals bis ins hohe Alter an psychischen und gesundheitlichen Spätfolgen leiden.
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Series
Edition
2. Auflage 2023
Language
German
Place of publication
Gießen
Germany
File size
15,78 MB
ISBN-13
978-3-8379-6116-4 (9783837961164)
DOI
10.30820/9783837961164
Schweitzer Classification
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Book
06/2023
Psychosozial-Verlag
€29.90
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Author
Heike Liebsch hat an der TU Dresden Philosophie studiert und an der HS Fulda einen Master Soziale Arbeit/Gemeindepsychiatrie erworben. Seit 1990 arbeitet sie im Bereich der Erwachsenenbildung. Als Historikerin forscht und publiziert sie vorrangig zu jüdischer Lokalgeschichte, jüdischen Friedhöfen und Biografien. Seit 2016 befasst sie sich aus sozialwissenschaftlicher und historischer Sicht mit dem Thema der Wochenkrippen- und Wochenheimkinder in der DDR. 2023 promovierte Sie zum Thema »Wochenkinder in der DDR« an der Universität Erfurt.
Stand: August 2023
ISNI: 0000 0000 4213 6652
ISNI: 0000 0000 4213 6652
Content
Vorwort
1 Einleitung
2 Begriffsklärung: Wochenkinder,Wochenkrippen,Wochenheime
2.1 Differenzierung zwischen Wochen- und Heimunterbringung
2.2 Individuelle Bewertung der Unterbringung durch die Wochenkinder
2.3 Eigene Erinnerungen an die Zeit der Wochenunterbringung
3 Kein alleiniges DDR-Phänomen
4 Zur historischen Entwicklung der Wochenunterbringung
4.1 Die Zugangsbedingungen
4.2 Der Betreuungsschlüssel
4.3 Bauliche Entwicklungen
4.4 Säuglingsschwestern und Erzieherinnen
4.5 Das ThemaWochenkinder in der DDR-Kunst
5 Kein statisches System: Wochenkindereinrichtungen imVerlauf von 40 Jahren
5.1 Ab 1945: Die Nachkriegszeit
5.2 Die Jahre zwischen 1950 und 1969: Vom kleinen ich zum großen WIR
5.3 Die 1970er Jahre: Zuwachs für das Nationaleinkommen
5.4 Die 1980er Jahre: So selbstverständlich, dass kaum noch jemand darüber redet
5.5 Zeitenwende nach 1989
6 Leben nach Plan
6.1 Normerfüllung
6.2 »Geh nicht fort. Ich habe Angst!«
6.3 Eingewöhnung
6.4 Tages- undWochenpläne nach Maß
6.5 Pfeifen in der Dunkelheit
7 Gefahren der Wochenbetreuung
7.1 Entwicklungsverzögerungen
7.2 Gesundheitliche Probleme
8 Zur Bedeutung sicherer Bindung
8.1 Bindungstheorie
8.2 Bindungstheorie in der DDR
8.3 Bindungserfahrungen von Wochenkindern
8.4 Emotional verwaiste Eltern
9 Emotionale Deprivation
10 Traumatisches Erleben
10.1 Traumatisierung und Transgenerationalität
10.2 Kumulative Traumatisierung
10.3 Sequentielle Traumatisierung und gesellschaftliche Dimension
10.4 Individuelle Bewältigungsstrategien
11 Resümee:Wochenkinder in der DDR
12 Anhang
12.1 Zum Forschungsprojekt »Die Wochenkinder in der DDR«
12.2 Leitfrageninterviews von Ute Stary
Abkürzungsverzeichnis
Literatur
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