
Zukunft der transkulturellen Bildung - Zukunft der Migration
Description
Alles über E-Books | Antworten auf Fragen rund um E-Books, Kopierschutz und Dateiformate finden Sie in unserem Info- & Hilfebereich.
More details
Other editions
Additional editions

Persons
Content
Einleitung
"Ein Haus stirbt nicht, das einen Gast willkommen heißt."
Afrikanisches Sprichwort
Wir haben genug soziale und Verteilungsprobleme innerhalb unserer Gesellschaft und zwischen den Staaten. Eine berechtigte Frage wäre deshalb, warum wir uns in diesem Buch mit der Zukunft der Migration beschäftigen.
Die Antwort ist komplex: Die Zukunftsforschung ist keine Flucht aus der Gegenwart. Und Migration ist Alltag, nicht nur für Europa. Die meisten Länder weisen eine große kulturelle Vielfalt auf. Über die Hälfte aller Länder weltweit hat einen Anteil über 25 Prozent an ethnischen und religiösen Minderheiten, in weiteren 17 Prozent der Länder variiert der Anteil zwischen 10 und 25 Prozent, nur ein Drittel der Länder hat einen Anteil von weniger als 10 Prozent (UNDP 2003, 37). Diese Vielfalt ist zumeist auf Migration zurückzuführen. In Europa hat man den Eindruck, dass Migranten mehrheitlich nach Europa strömen. Tatsächlich gehen aber 70 Prozent aller Migranten weltweit woanders hin. Unter den ersten zehn Ländern mit dem höchsten Anteil von Migranten befindet sich nur ein einziges europäisches Land mit einem 25-prozentigen Anteil von Migranten an der Bevölkerung, und das ist die Schweiz an siebter Stelle. An erster Stelle stehen die Vereinigten Arabischen Emirate mit einem Anteil von 68 Prozent. (UNDP, 109) Europa wird, so die allgemeine Annahme, in Zukunft wegen der negativen demografischen Entwicklung auf längere Sicht auf Migranten angewiesen sein. Die Zukunft kann man nur planen, wenn man in der Lage ist, Gegenwartsprobleme zu lösen. Dies ist Voraussetzung für die Zukunftsgestaltung. Deswegen gehen Regierungen aller Länder regelmäßig in Klausur (vgl. z. B. "Die Kanzlerin lädt zur Zukunftsklausur", in: HAZ, 10./11.4.2010). Diese Planungen beziehen sich meist auf die Zeit bis zur nächsten Wahl. Die wissenschaftliche Zukunftsforschung ist nicht an Wahlperioden gebunden und kann deshalb einen längeren Zeitraum berücksichtigen.
Lange bevor Flechtheim 1941 den Begriff "Futurologie" in den deutschen Sprachraum eingebracht hat, gab es auch Zukunftsforschung und erschienen Zukunftsromane von Jules Verne und H. G. Wells. Auch der Klassiker von George Orwell 1984 (geschrieben im Jahre 1948) beschreibt die Befürchtung, wie eine Gesellschaft in Zukunft total überwacht werden kann ("Big Brother is watching you"). Drei Jahre zuvor hatte Orwell Animal Farm geschrieben, auch eine Beschreibung einer totalitären Gesellschaft, in der manche Tiere gleicher sind als die anderen ("Some animals are more equal than others"). Auch Aldous Huxyleys Brave New World (1932) beschreibt die drei Stufen in der Gesellschaft und die Manipulierbarkeit der Massen. Die Zukunftsromane sind Produkte der Fantasien, die vom jeweiligen Kenntnisstand der technischen oder gesellschaftlichen Entwicklung abgeleitet wurden und werden. Was damals nicht vorauszusehen war, kam in den Romanen nicht vor. Wir haben zwar nicht vor, in die Fußstapfen von Alvin Toffler, Daniel Bell oder Herman Kahn zu treten. Aber jede wissenschaftliche Beschäftigung mit Problemen von heute geschieht sebstverständlich auch in Sorge um die Zukunft. Nicht nur die erste Club of Rome-Studie Die Grenzen des Wachstums (1972) ist ein Zeugnis dieser These. Wissenschaftlich gesehen lag z. B. Thomas Malthus mit seiner Theorie der Nahrungsmittelknappheit deshalb daneben, nicht nur weil er die Veteilungsprobleme außer Acht ließ, sondern auch weil er die Entwicklung der Bewässerungmethoden, landwirtschaftliche Hightechgeräte oder der chemischen Industrie (Düngemittel) nicht vorausahnen konnte. Beschäftigung mit der Zukunft setzt genaue Kenntnisse von Vergangenheit und Gegenwart voraus. Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft, meinte Wilhelm von Humboldt. Im Bereich der Pädagogik ist Zukunftswerkstatt eine Methode (Jungk/Müllert), die den Lernenden hilft, aus den Kenntnissen von heute für die Zukunft Phantasie systematisch zu entwickeln.
"Moderne Zukunftsforschung ist nach mein
System requirements
File format: PDF
Copy protection: Watermark-DRM (Digital Rights Management)
System requirements:
- Computer (Windows; MacOS X; Linux): Use the free software Adobe Reader, Adobe Digital Editions, or any other PDF viewer of your choice (see eBook Help).
- Tablet/Smartphone (Android; iOS): Install the free app Adobe Digital Editions or another reading app for eBooks, e.g., PocketBook (see eBook Help).
- E-reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino and many more (only limited: Kindle).
The file format PDF always displays a book page identically on any hardware. This makes PDF suitable for complex layouts such as those used in textbooks and reference books (images, tables, columns, footnotes). Unfortunately, on the small screens of e-readers or smartphones, PDFs are rather annoying, requiring too much scrolling.
This eBook uses Watermark-DRM, a „soft” copy protection. This means that there are no technical restrictions to prevent illegal distribution. However, there is a personalised watermark embedded in the eBook that can be used to identify the purchaser of the eBook in the event of misuse and to provide evidence for legal purposes.
For more information, see our eBook Help page.