
Liebesehen
Entwicklungsvarianten von Luther bis Goethe
Hans-Georg Kemper(Author)
Königshausen & Neumann (Publisher)
1st Edition
Published on 16. July 2025
786 pages
978-3-8260-9031-8 (ISBN)
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Description
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Liebe galt in der Frühen Neuzeit als moralisch verdächtige, unbeständige Emotion. Wie sie sich von daher mit der staatstragenden, paternalistisch regulierten Institution der Ehe zur heute noch beliebtesten Gender-Gemeinschaft verbinden konnte, ist nicht zureichend geklärt.
In dieser Studie erweist sich ein in Luthertum und Renaissance entwickelter, moralisch anspruchsvoller und religiös fundierter "ehetauglicher" Liebesbegriff als des Rätsels Lösung. Er wurde schon im 17. Jahrhundert durch zahlreiche theologische und literarische Texte in bislang von der Eheforschung kaum untersuchten geistlichen, weltlichen und hybriden Konstellationen begründet und biographisch erprobt. Gott erschuf und erhielt, so ein Hauptargument bis zu Goethe, die Welt als große Liebeskette, und in diese sollte sich auch der Mensch als Liebes-Gemeinschaft einordnen.
Die Studie verbindet Ideen- und Realgeschichte, fiktionale Texte und Biographien sowie Wissenschaftlichkeit und Allgemeinverständlichkeit.
More details
Language
German
Place of publication
Würzburg
Germany
File size
3,64 MB
ISBN-13
978-3-8260-9031-8 (9783826090318)
Schweitzer Classification
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Book
07/2025
1st Edition
Königshausen & Neumann
€80.00
Available immediately
Person
Hans-Georg Kemper war von 1978 bis 2004 Professor für Neuere deutsche Literaturgeschichte an den Universitäten Bochum, Gießen und Tübingen. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die deutsche Literatur- und Kulturgeschichte des 16. bis 18. und des 20. Jahrhunderts.
Content
- Frontmatter
- Zur Einrichtung
- Einleitung
- 1 Liebe und Ehe - das ungleiche Paar
- 2 Die Zweit-Rangigkeit der Frauen in der Geschichte der Ehe
- 3 Frühe Sorge um Partner-Harmonie
- 4 Gottesliebe als Motor der geistlichen, hybriden und weltlichen Liebesehen
- 5 Wechselseitige Durchdringung von Liebe und Ehe als Ziel
- 6 Ideen- und Realgeschichte - Zur Konzeption
- I Liebesehe - historische Orientierung und Gegenstandsbestimmung
- 1 Ehe-Streit in der Forschung
- 1.1 Wirrwarr der Kompetenzen und Methoden
- 1.2 Diskursive Polyphonie - Ehe und Liebe im Mittelalter
- 1.3 Frühe Neuzeit und »Kernland der Reformation« als Untersuchungsschwerpunkt
- 1.4 Eheprozesse und Vorbeugung von Ehekonflikten
- 1.5 Das plurale Luthertum und die vielfältigen Verbindungen von Liebe und Ehe
- 2 Liebesketten - Eherelevante Liebeskonzepte
- 2.1 Liebe ohne libido - Das stärkste Gefühl als größte Sünde bei Augustinus
- 2.2 Von der frommen und keuschen zur natürlichen und selbstbestimmten Liebesehe
- 2.3 Gottesliebe - »Magnet« und »Himmelskette« der Herzen (Arndt, Harsdörffer)
- 2.4 Agape - »Lieben ist der Christen Leben«
- 2.5 Liebe als Tugend-Kette (Augustinus, Arndt, Harsdörffer)
- 2.6 Platons Stufen - Das Weib, der Mensch und der kosmische Eros
- 2.7 Die Große Liebeskette der Natur und Liebe als Magie bei Ficino
- 2.8 Das »heilge Band« von Freundschaft, Tugend, Liebe und Ehe (Aristoteles, Cicero, La Roche, Herder)
- 2.9 Religion, Kunst- und Liebesreligion
- 2.10 Weltliche Liebesehe als religiös motivierte Lebens-Kunst
- 3 Geistliche und weltliche Liebesehen-Dichtung
- 3.1 Liebesehe als Literatur
- 3.2 Selbsterkenntnis und Dialog mit Gott -Luthers Reform der Geistlichen Poesie
- 3.3 Geistliches Lied und Kirchenlied
- 3.4 Das Hohelied als Quelle für geistliche und weltliche Liebesehen
- 3.5 Heiliges Erbe des Humanismus - Poesie als >Sprache der Götter<
- 3.6 Zum Spannungsfeld von Sozialität und Individualität
- 3.7 »Keusche Jungfrau Poesie« in der Poetik (Kindermann)
- 4 Himmel und Hölle - Außerlutherische Ehe-Ansichten im 16. Jahrhundert
- 4.1 Die Ehe als Himmel auf Erden bei Erasmus
- 4.2 Glück im Ehestand und Lob der Frau - Agrippa von Nettesheim
- 4.3 Auf der Suche nach einer ehe-werten Liebe und einer liebes-würdigen Ehe - Margarete von Navarra
- II Ehe und Liebe im frühen Luthertum
- 1 Geistlicher Brautstand und weltliche Ehe für alle bei Luther
- 1.1 Gottesliebe und Eheliebe - Die >Herzens-Religion<
- 1.2 Der Glaube als mystischer »Brautring«
- 1.3 Reformatorische Neukonzeption der Ehe im Schöpfungs->ordo<
- 1.4 »Weltlicher Gottesdienst« vs. katholisches Sakrament
- 1.5 Der gottesfürchtige Ehestand als Erlösung vom Sündenfall - Luthers Ehepsalm-Lied
- 1.6 >Natürliche< Ehe- und Familien-Liebe beim Ehepaar Luther
- 1.7 Stiftung einer Frühehe als Liebesehe
- 1.8 »Sols sein / mus es sein« - Medienoffensive für Luthers Ehereform
- 1.9 Wachsende Obrigkeitskontrolle
- 1.10 Schandstrafen zum Schutz der Ehe
- 2 Liebesängstlich - Lutherische Hausstands-Ethik (Menius u. a.)
- 2.1 Historische und intertextuelle Orientierung
- 2.2 Lieben, als liebte man nicht - Sex als Pflicht in Herzenskeuschheit
- 2.3 Ernähren und gebären - Eheliche Partnerpflichten
- 2.4 Liebes-Prügel - Hand-greifliche Erziehung
- 2.5 Entwicklungsansätze bis 1600
- 3 Ehe-Lust durch Teufels-Angst
- 3.1 Der Teufel als Hauptfeind der Ehe
- 3.2 Mit dem Satan im Bunde - Sexuelle Sünden
- 3.3 >Hexenwahn< - Teufelsbuhlschaft als Perversion der Gottesliebe
- 3.4 Teufelsbuhlen - Die Frau als Hexe
- 3.5 Ängste um Liebesakt und Schwangerschaften
- 3.6 Dämonisierung der Einbildungskraft
- 3.7 Katastrophen um 1600: Kleine Eiszeit und Auszeit für die weltliche Ehe
- III Geistliche Liebesehen
- 1 Geistliche Liebes-Religion und weltliche Liebes-Passion
- 1.1 Vergleichbar und unvergleichlich - geistliche und weltliche Liebesehe (Abaelard und Heloisa)
- 1.2 Geistliche Liebesehe als Liebes- und Kunst-Religion
- 1.3 Interferenzen zwischen Brautmystik und allgemeiner Christusliebe
- 2 Das Genießen des irdisch-himmlischen Bräutigams
- 2.1 Aus Dogmen erstanden
- 2.2 »Vermenschte Gottheit du!« Geliebter mit Doppelnatur (Greiffenberg)
- 2.3 Das komplexe imaginative >Sehen< Christi
- 3 Vom Glauben zur geistlichen Liebesehe - Johann Arndts Frömmigkeitsreform
- 3.1 Die natürliche Eheliebe als Verlusterfahrung der göttlich-geistlichen Liebe
- 3.2 Das soteriologische Liebeswerk - Tugendhafte imitatio des geliebten Jesus
- 3.3 Liebessemantik der geistlichen Ehe
- 3.4 Doppelehe im Paradiesgärtlein - Christusmystik und Hausstand in Gottesfurcht
- 4 »Ein einges Ein« - Heilige Seelenlust im Gesang - Angelus Silesius
- 4.1 Interkonfessionelle Brautmystik
- 4.2 Liebes-Prozession durch das Geistliche Jahr
- 4.3 Nacherleben des Canticums
- 5 Doppelehe: Alt-väterlicher Gatte und »schöner Himmelsbräutigam« - Greiffenberg
- 5.1 Einseitige Liebesehe mit katastrophalen Folgen
- 5.2 Geistliche Liebesehe in Werk und Biographie
- 5.3 »Heilige Jeßus-gleicheit«
- 5.4 Poetik der Geister-Sprache und Poesie der Selbstvergottung
- 6 Versinnlichung geistlicher Liebesehen
- 6.1 Das »Liebes Band« zwischen geistlichem und weltlichem Ehestand (Harsdörffer)
- 6.2 Mit Herz und Leber - Wollust in geistlicher Liebe (Zesen)
- 6.3 Das unteilbare Herz - Zur Einheit geistlicher und weltlicher Emotionen (Herder)
- IV Hybridisierung - Geistlich-weltliche Liebesehen
- 1 Die Eheliebe als Gleichnis der Kirchen-Liebe Christi
- 1.1 Christus, Gemeinde und Ehe im Liebes-Gleichnis - Zur >Rekatholisierung< der Ehe
- 1.2 Ehe in der Spannung zwischen natürlicher und geistlicher Liebe
- 1.3 Heilige Partnerschaft - Christus als bester Freund und Dritter im Bunde
- 1.4 Der Diesseits- und Jenseits-Bräutigam - J.V. Andreae
- 2 Eheliebe durch Gottes Liebe - Paul Gerhardt
- 2.1 Von der Eiszeit zum Sommergesang - Neue Schöpfer-Liebe
- 2.2 Abschwächung von Arndts Brautmystik
- 2.3 Der liebreiche Gott als undurchschaubarer Ehe-Stifter
- 2.4 Der »heilge Stand« als Liebes- und Tugend-Gemeinschaft
- 2.5 Christus als >wort<-mächtiger Segen-Spender
- 3 Die glückselige »hauß=kirche« - Spener
- 3.1 Sakrale irdische Ehen aus dem Himmel
- 3.2 Die Ehe als Gleichnis für Christus und die Kirche
- 3.3 Zur Glückseligkeit des irdischen Ehestands
- 4 Liebesehen im radikalen Pietismus
- 4.1 (Un-)christliche Ehe-Arten - Hochmann von Hochenau
- 4.2 Paradiesische Rechtfertigung der Eheliebe - Pordage
- 4.3 Die Ehe als »allergrößte Vollkommenheit in der Natur« - Bourignon
- 4.4 Vize-Liebesehen mit Christus und natürliche Liebesehen - Zinzendorf
- V Impulse für die weltliche Liebesehe im 17. Jahrhundert
- 1 Ave Eva! Umstrittenes Frauenbild und polares Geschlechtermodell
- 1.1 Die katholische Himmelskönigin
- 1.2 Die Ekstatikerin - Pietistische Hochschätzung der Glaubens-Schwestern (Arnold)
- 1.3 Maria als lutherische Haus-Mutter
- 1.4 Anatomisches Gendern und Begehren nach Gebären
- 1.5 Der schwatzhafte und ungehorsame >Siemann<
- 1.6 »Er die Sonne, sie der Mond« - Das biblisch-kosmologische Zwei-Geschlechter-Modell
- 2 Eintracht als Liebes-Propädeutik - Heiratspolitik der Stände-Gesellschaft
- 2.1 »Ehstand« als »Wehstand« und Gleichheit als Ehekitt
- 2.2 Liebloser Alltag
- 2.3 Unliebsame Jugendliebe - Frühehe statt heimlicher Verlöbnisse
- 2.4 Wertschätzung der Person als >Heiratsgut<
- 2.5 Konventionelle Eheanbahnung
- 2.6 Heiratslust im Witwenstand
- 2.7 Jung und Alt endet bald - Unkonventionelle Ehen
- 2.8 Von der Äquivalenz zu Frieden und Liebe
- 2.9 Angleichungen von Eheliebe und Liebesehe durch Einklang der Gemüter
- 3 Die Hochzeit - das Liebesfest der Ehe
- 3.1 Abschluss und Höhepunkt der Eheanbahnung
- 3.2 Teurer Spaß - reguliertes Fest
- 3.3 Vom geistlichen Konzert bis zum »Tanzteuffel« - Der Beitrag der Künste
- 4 Feier der Liebesehe in Hochzeits- und Liebesdichtung
- 4.1 Wiederbelebung einer vergessenen Gattung
- 4.2 Zur Poetik der Epithalamia
- 4.3 Poetischer Liebes-Dienst mit moralischen und sozialen Funktionen
- 4.4 Seele, Leib und Weib - anti-platonische Hochzeitsscherze
- 4.5 Schock beim >Erstenmal<
- 4.6 Liebesziel Ehe in der pastoralen Dichtung
- 4.7 Liebesehe als Heilmittel für die petrarkistische Liebeskrankheit - Spenser, Weckherlin
- 5 Das Hohelied - Vorbild und Bildspender der Liebesehe
- 5.1 Begründung der Brautliebe durch das Canticum
- 5.2 Bukolik und (Anti-)Petrarkismus im Lied der Liebe - Opitz
- 5.3 Das Canticum und die sündlose Sinnen-Lust
- 5.4 Das Hohelied und die eine >herzliche< Liebe - Zesen
- 5.5 Anti-petrarkistisches >Hoheslied< auf die erfüllte Liebe - Fleming
- 6 Liebesehe als Gottes Schöpfungsauftrag
- 6.1 Das Buch der Natur - Von der Heilsgeschichte zur Schöpfungs-Liebe
- 6.2 Entfremdete Geschwister - Kette des Seins und Große Liebeskette
- 6.3 Der Liebes-Kosmos bei Castiglione, Bembo und Leone Ebreo
- 6.4 Imitatio naturae - Die Liebesbotschaft des Buchs der Natur bei Arndt
- 6.5 Zur Einführung der Liebeskette durch Opitz
- 7 Die Große Liebeskette der Natur als »Heirath Band« in der Hochzeitsdichtung
- 7.1 »Orbis ad exemplum se quoque formet homo« - Dach
- 7.2 »Dieser Ordnung festes Werck / Ist der Liebe groß Gemerck« - Robertin
- 7.3 »Alles freyet in dem Mayen« - Fleming
- 7.4 »Diß Gantze hier / Gott / Thiere / Kräuter / Stein« im Liebesehen-Dienst - Pegnitz-Schäfer
- 7.5 »Alles / was mann findet hier / [.] Das muß lieben für und für« - Zesen
- 7.6 »Schaut wie alles sich ergiebt / Und in Liebe weis zupaaren« - Tscherning und Rist
- 7.7 »Der Frühling schicke sich am besten zu dem lieben« - Brenner
- 7.8 Kalokagathie von Liebeskette und Liebesehe
- 7.9 Liebesehe mit der Natur - Novalis, Schleiermacher
- 8 Venus und Amor als Stifter christlicher Liebesehen
- 8.1 Streit um die >heidnische< Mythologie
- 8.2 Domestizierung, Christianisierung und Universalisierung der Liebes-Gottheiten
- 8.3 Liebesehen durch Venus und Amor
- 9 Das Natur-Recht der Herzen gegen paternalistischen Ehe-Zwang
- 9.1 Liebestreue gegen väterliche Fremdbestimmung - Sibylla Schwarz
- 9.2 Gegen Konfessionsgrenzen für die Liebe - Zesen
- 9.3 Gegen Standesgrenzen und Lustverbot im Namen der Natur - Hoffmannswaldau
- 10 Hauptsache Liebe: vor, außer und in der Ehe - J. Chr. Günther
- 10.1 Wilde Ehe durch >Blätter der Liebe<
- 10.2 Wilde Liebe statt Ehe-»Kercker«
- 10.3 Kluge Liebesehen durch liebeskluge Frauen
- VI Die Ehe im Zeitenwandel des 18. Jahrhunderts - ein Überblick
- 1 Die Vormoderne in der Moderne
- 1.1 Kopf und Herz - Das Jahrhundert der Vernunft und der Gefühlskultur
- 1.2 Unregierbares Reichsmonstrum und >Hoffnung besserer Zeiten<
- 1.3 Expansion des Buchmarktes und die Erziehung frommer >Frauenzimmer<
- 1.4 Von der Franko- zur Anglophilie oder von der Hof-Kultur zur bürgerlichen Identität
- 2 Eklektische Lektüren des Buchs der Natur
- 2.1 Synkretismus der Frühaufklärung
- 2.2 Verlust der einen Natur und divergente Naturkonzepte
- 2.3 Gottes vernünftige Liebe und die Mechanisierung der Liebeskette - Leibniz
- 2.4 Das Naturrecht als Vorschrift zu geselliger Glückseligkeit
- 3 Vernunftehen und Herzensehen
- 3.1 Luthers Erbe - Bestätigung und Transformation zur Liebesehe für alle
- 3.2 Wenig Liebe, viel Vernunft und Sittlichkeit - aufgeklärte Ehe-Ansichten
- 3.3 >Naturalisierung< der Geschlechtscharaktere
- 3.4 Emotionalisierung von Ehe und Familie in der Gefühlskultur
- 3.5 Die Qual der freien Wahl - Die Frauen mit alten Pflichten und neuen Chancen
- VII Natur und Liebesehe in der Frühaufklärung
- 1 Vernünftige Liebe - Thomasius
- 1.1 Der Vater der deutschen Aufklärung
- 1.2 Vernünftige Liebe als familiares und soziales Reformprogramm
- 1.3 Einführung der Großen Liebeskette
- 1.4 Voluntaristische Anthropologie
- 1.5 Poetische Nachahmung vorbildlicher Exempel
- 2 Die »Liebes-Pflicht« der Ehe und das »Vermehrungs-Werk« als Vergnügen - Brockes
- 2.1 Weltanschaulicher Wandel - Priorität des Buchs der Natur
- 2.2 Galante Hochzeitsdichtung und Eheanbahnung des Autors
- 2.3 Ein >neuer Arndt< als »Dollmetsch« der Natur
- 2.4 Die Große Liebeskette als Medium zwischen Gott und Mensch
- 2.5 Der Lebens-Quell des Samens
- 2.6 Lust am Sex
- 2.7 Die Ehe als »Liebes-Pflicht« des Naturgesetzes
- 3 Liebesehe als Natur - Haller
- 3.1 »Unselig Mittel-Ding von Engeln und von Vieh!« - Der Mensch in der Kette
- 3.2 Die Alpen - Symbiose von Natur, Liebe und Ehe
- 4 Robinson in lutherischer Liebesehe - J. G. Schnabels Insel Felsenburg
- 4.1 Die Insel Felsenburg - Ideal eines vernünftigen Luthertums
- 4.2 Warnung vor »hefftiger« und »übereilter Liebe«
- 4.3 Generationenkonflikt und Katastrophenbewältigung in Concordias erster Liebesehe
- 4.4 Liebesehe durch göttliche Vorsehung
- VIII Freundschaft, Liebesehe und Familie in der Gefühlskultur
- 1 Die natürliche Liebes-Religion der Neologie
- 1.1 Die >neue Lehre< vom Himmel auf Erden
- 1.2 Die anthropologische Wende in der Religionsphilosophie - Spaldings Bestimmung des Menschen
- 1.3 Fehlgeleitete geistliche und wahrhafte moralische Emotionen
- 1.4 Die Große Liebeskette und die Vervollkommnung zum Himmel auf Erden
- 1.5 Glückseligkeit in Wochenschriften und Roman - Lange, G. F. Meier, La Roche
- 1.6 Bremer Beiträger und Neologen - Gruppensoziologische Aspekte
- 2 Heilige Freundschaft und Liebesehe - Pyra und das Ehepaar Lange
- 2.1 Zärtliche Dreisamkeit aus pietistischem Geist
- 2.2 Freundschaft als Teil ehelicher Liebe
- 2.3 Die göttliche Sophia als Doris
- 2.4 Zum Einheitsideal von Geliebter, Hausfrau, Mutter und Muse
- 2.5 Exkurs: >Doris< in bukolischer Idylle und Anakreontik (E. Chr. von Kleist und Gleim)
- 3 Heilige Gefühle im Tempel der Freundschaft und Liebe - Klopstock
- 3.1 Enthusiasmus und Sakralisierung der Freundschaft
- 3.2 Heiligung der Herzen im Trennungsschmerz - An Giseke
- 3.3 Todes-Angst der »Seele zur Freundschaft erschaffen« - An Ebert
- 3.4 Freude beim Sterben - Klopstocks Liebesehe mit Meta Moller
- 3.5 Liebesehen in Ewigkeit: Zur Unsterblichkeitsliteratur - Wieland, Swedenborg
- 4 Ohn-/Macht gegenüber den alten Mächten - Ebert
- 4.1 Nähe zur Neologie
- 4.2 Orthodoxer Liebes-Entzug wegen eines Hochzeits->Vergnügens<
- 4.3 Liebestragödie durch Stände-Schranken
- 4.4 Glückliches Alter durch die Liebesehe als >Wiedergeburt<
- 5 Liebesehe als Bildungskonzept und Lebenskunst - Giseke
- 5.1 Poesie als Geschmacks-Bildung für das Schöne und die >schöne Seele<
- 5.2 Bildung der Geschlechter zur Kalokagathie
- 5.3 Gott als Herzens-Bildner und die >freie< Gattenwahl
- 5.4 Geschlechtsspezifische Glückserfüllung in der Ehe
- 5.5 Intimität als zärtlicher Liebesbeweis
- 6 Liebe als Botschaft der Tugend - Gellert
- 6.1 Ein regelkonformer Reformer und Lehrer des Miteinanders
- 6.2 Freundschaft als Anti-Depressivum, Liebes- und Familienersatz
- 6.3 Kongruenz von Freundschaft und Liebesehe in den Muster-Briefen
- 6.4 Neologische Moral und pietistischer Tugendrigorismus
- 6.5 »Ernste Scherze« in den Fabeln und Erzählungen
- 6.6 Mit Einsicht lieben lernen - Anbahnung der Liebesehe im Lustspiel
- 6.7 Die vernünftige Liebes-Religion im Leben der Schwedischen Gräfin von G***
- 6.8 Geordnete Gefühle - Liebesehen und Freundschaften in tugendhaftem Wechsel
- 6.9 Individualisierung und Intensivierung der Empfindungen in Teil II des Romans
- 7 Bildung zur Liebesehe im Roman - J. Th. Hermes
- 7.1 »Eifer für Tugend und Religion« - Selbstbestimmung eines Dichter-Pfarrers
- 7.2 Keusches Reisen zur »glücklichen Ehe«
- 7.3 Negative Heldin, Probleme mit Liebe und Ehe, Aporien der Partnerwahl
- 8 Reifeprüfung für die empfindsame Liebesehe - La Roche
- 8.1 Von Wielands himmlischer Geliebter zur Dichterin idealer Weiblichkeit
- 8.2 Das Fräulein von Sternheim - Individualisierung durch die Tugendkette
- 8.3 Von der Selbstliebe zur Selbstverachtung
- 8.4 Die Große Liebeskette der Natur als Stabilisierung des Ichs
- 8.5 Lieben als Lernprozess im Ausgleich von Eigen- und Nächstenliebe
- 8.6 Der Phantasie-Mann und die Leiden der jungen Sophie
- 8.7 Die Mesalliance von Venus- und Tugendliebe
- 8.8 Vorzug der »sympathetischen Liebe« vor einer »moralischen Vereinigung«
- 8.9 Freundschaft, Liebesehe und ein Sohn von drei Eltern - der >Glückseligkeitstriangel<
- 9 Polare Geschlechtererziehung zur gleichberechtigten Liebesheirat - J.-J. Rousseaus Émile
- 9.1 Abschied vom Gott der Liebe, Einklang mit der gestrengen Natur
- 9.2 Von Natur füreinander bestimmt - Konservative Genderprofile
- 9.3 Liebe als Lernprozess für die Ehe
- IX Ambivalente Experimente mit Liebe und Ehe - Goethe
- 1 Bindungssehnsucht und Ehescheu - Der >Stürmer und Dränger<
- 1.1 »Gehalt des eigenen Lebens« - Liebesdichtung und Liebesehe
- 1.2 Leipziger Selbstentwurf - >Verhimmelnde< Liebes-Bindung ohne »Priesters Segen«
- 1.3 Flucht vor der Liebesehe (Lili Schönemann)
- 1.4 Natur in »schöner Verknüpfung« - Begegnung mit der Aurea Catena Homeri
- 1.5 Religion der »ewigen Liebe« in den Pastor-Briefen
- 1.6 Werther und die Sprengung der empfindsamen Liebesehe
- 2 Himmelhoch betrübt in geistlicher Liebesehe mit Charlotte von Stein
- 2.1 Die Leiden des jungen Goethe in Weimar
- 2.2 Sakralisierung Charlottes zur Heilsfigur
- 2.3 Platonismus als Bildungs-Programm
- 2.4 »So heilig sonderbaar« platonisch »verheurathet«
- 2.5 Italien - uneingestandener Liebesverrat
- 3 »Willig gezwungen« - Liebe als Ehe mit Christiane Vulpius
- 3.1 Ein ungleiches Paar - Goethes »Kleine« und Christianes »Allersuperbester«
- 3.2 Skandal einer >wilden Liebesehe<
- 3.3 Statt Ehezwang das Glück der Liebes-»Fessel«
- 3.4 Die Liebesehe als Liebes-Dank in Weimarer Wirren
- 3.5 Metamorphose der Pflanzen - Die Liebeskette als Lebens- und Liebesgesetz
- 4 Idyllisierung der bürgerlichen Liebesehe - Herrmann und Dorothea
- 4.1 Rezeptions- und Form-Probleme
- 4.2 Quellen und Anregungen - Voß und die vertriebenen Salzburger
- 4.3 Ehe im Generationenwechsel
- 4.4 Spontane Liebe als vernünftiger Heiratsgrund
- 4.5 Das traditionelle Gender-Bild gegen das Chaos der Zeit
- 4.6 Beiderseitiges Liebesbekenntnis als Bedingung des Lebensbundes
- 5 Solve et coagula! Ehe und Liebe in Zeiten der Scheidung - Die Wahlverwandtschaften
- 5.1 Der mehrfache Schriftsinn im Wortsinn
- 5.2 Das Scheidungsrecht und die »Gleichnisrede« von der Scheidekunst der Natur
- 5.3 Probleme einer nachgeholten Liebesehe
- 5.4 Neues Liebes-Glück gegen »wohlerworbenes Glück der Ehe«
- 5.5 Liebes-Religion - Liebesmagie contra Entsagung und Sakralisierung im sensus anagogicus
- Aus-Blick in die Moderne - Scheidung von der Liebesehe
- Backmatter
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