
Der Kick
Ein Lehrstück über Gewalt
Andres Veiel(Author)
Goldmann (Publisher)
Published on 8. September 2008
Book
Paperback/Softback
288 pages
978-3-442-15519-4 (ISBN)
Description
"Wie konnte das passieren?" Dieser Aufschrei geht immer dann durch die Medien, wenn wieder irgendwo eine entsetzliche Gewalttat verübt wurde. So auch nach dem brutalen Mord an Marinus Schöberl im uckermärkischen Dorf Potzlow. Der 16-Jährige wurde von seinen Kumpels nach stundenlanger Misshandlung durch einen Tritt ins Genick getötet. Jenseits aller Klischees geht nun der Dokumentarfilmer Andres Veiel den Geschehnissen nach und gibt den als Monster abgestempelten Tätern eine Biographie. Er taucht tief ein in deren gesellschaftliches Umfeld und die Geschichte des Dorfes sowie seiner Bewohner. Mit diesem Buch gelingt Andres Veiel die so fundierte wie einmalige Analyse einer Gewalttat und ihrer Umstände.
More details
Language
German
Place of publication
München
Germany
Dimensions
Height: 18.3 cm
Width: 12.5 cm
ISBN-13
978-3-442-15519-4 (9783442155194)
Schweitzer Classification
Other editions
Previous edition
Book
12/2008
CBT
€7.95
Article exhausted; check for reprint
Person
Author
Andres Veiel, geboren 1959, Psychologiestudium und Regieausbildung u.a. bei Kryzsztof Kieslowski, ist Filmregisseur und Drehbuchautor. Seine Filme wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Für den Dokumentarfilm "Black Box BRD" erhielt Veiel den Europäischen Dokumentarfilmpreis sowie den Bayerischen Filmpreis für den "Besten Dokumentarfilm".
Content
Jutta Sch?nfeld: Am Dienstag, da ging es los. Man kennt ja das mit der Zeitung und Fernsehen und pl?tzlich is man das selbst. RBB, Stern TV, RTL, alle wollten was erfahren, und der Polizist hat gesagt, alles abblocken. Die Nachbarschaft, wenn du raus kommst, denn wird grad noch so gegr??, und dann gehen sie wieder los.Und abends sitzen wir dann hier, kriegen Anrufe, M?rder, M?rder. Denn h?rt man blo?ein St?hnen im Hintergrund. Wir hatten so ne Angst gehabt, wir haben Bekannte angerufen, k?nnen wir bei Euch unterkommen? Die dann, wir rufen zur?ck, und dann haben sie zur?ckgerufen. - Ja, tut uns leid, musst uns verstehen, das geht nich, geh in ein Hotel. - Ich sage: - Aber ein Hotel kost ja aber auch Geld. - Ich hab denn gesagt, man kann nich wegrennen, wir haben nischt gemacht, wir sind keine M?rder. -Ich wusste, dass was passieren wird. Marco hat mich angerufen und gesagt, dass sie jetzt losziehen, Marcel und er, mit dem Sebastian. Am 12. Juli, in der Nacht. Ich war im Krankenhaus, da war Vollmond. Mir haben se ja R?ckenmarkwasser gezogen, und da hab ich gedacht, ich muss nach Hause. Diese Unruhe, war so warm gewesen.
Birgit Sch?berl: Am 12. Juli ist Marinus mal wieder nach Potzlow gefahren. Er hatte vorher noch Video geguckt, so ein Trickfilmvideo. Und dann kam er mit seinem Rucksack, was er immer so drin hat, Badehose, Handtuch, Wechselw?he, und dann hat er gesagt: Mutti, ich fahr nach Potzlow, ich schlaf da und komm Sonntag wieder. Tsch?ss, mach's gut. Das war's, was er zu mir gesagt hat. Hat er mir noch ne Kusshand zugeworfen, wie er es immer so machte.Hat immer zu mir gesagt, wo er hingeht, weil er wusste, ich wollte es wissen. Ich komme um die und die Zeit, oder ich schlafe im Bauwagen. Im Sommer ist das ein kleines Abenteuer.Er wurde verh?chelt. Er wurde ja von seinen Schwestern geliebt. Er war eben das K?ken. Marinus war nicht geplant, gefreut haben wir uns alle. S??s Baby. Die M?hen haben ihn manchmal ins Bett mitgenommen. Er durfte jede Nacht bei ner anderen schlafen. Man konnte ihm nicht b?se sein, wenn er einen mit seinen dunklen Augen angeguckt hat.Er hatte wohl Schulschwierigkeiten damals schon, aber, er hat sich M?he gegeben, was er konnte eben. Ich hab ihn dann runter genommen von der normalen Schule, nach der ersten Klasse. Ich hab ihn nicht ausgeschimpft. Ich hab's versucht mit Reden, Marinus, du m?chtest sp?r mal die Fahrerlaubnis machen, da musst du lesen und schreiben k?nnen.Und als er Sonntag nicht kam, da habe ich Montag angerufen. Vielleicht hat er sein Handy nicht geladen, oder er hat es ausgestellt. Oder er hat wieder mal die PIN vergessen. Wenn er kein Geld drauf hatte, dann hat er es mir eigentlich immer gesagt, hat ein fremdes Handy genommen. Na ja, es sind Ferien, wer wei? wo der ist. Da habe ich mir auch direkt keine Sorgen so gemacht. In Potzlow ist er aufgehoben, da kann ihm nichts passieren.Als er am Wochenende immer noch nicht da war, da war es mir mulmig. Und da bin ich Montag fr?h nachTemplin gefahren, um ihn als vermisst zu melden. Und dann passierte gar nichts.*
Verh?render: Verh?r Marcel Sch?nfeld. Marcel Sch?nfeld: Ich wurde an dieser Stelle belehrt, dass ich gegen meinen Bruder Marco das Recht der Aussageverweigerung habe. Davon mache ich keinen Gebrauch. Ich will die volle Wahrheit sagen. Verh?render: Familienname. Marcel Sch?nfeld: Sch?nfeld. Verh?render: Vorname. Marcel Sch?nfeld: Marcel. Verh?render: Geburtsort. Marcel Sch?nfeld: Prenzlau/Uckermark. Verh?render: Beruf. Marcel Sch?nfeld: ohne, Azubi. Verh?render: Geburtsdatum. Marcel Sch?nfeld: 30. 3. 1985. Verh?render: Ehren?er. Marcel Sch?nfeld: Was? Verh?render: Schule.Marcel Sch?nfeld: Abschluss der 8. Klasse der Gesamtschule in Gramzow.Verh?render: Beschuldigtenvernehmung, 18. 11. 02, 2.45 Uhr.Marcel Sch?nfeld: Mit dem Gegenstand meiner heutigen Beschuldigtenvernehmung wurde ich vertraut gemacht. ?er meine Rechte als Beschuldigter wurde ich belehrt.* Alle Zitate von Birgit Sch?berl stammen aus Interviews, die Gabi Probst vom Fernsehsender RBB 2003 mit ihr f?hrte und die sie uns freundlicherweise zur Verf?gung stellte.Mir wurde zu Beginn meiner Vernehmung mitgeteilt, dass ich im dringenden Verdacht stehe, an der T?tung eines Menschen beteiligt gewesen zu sein. Dazu kann ich folgende Aussage machen: Es ist richtig, dass ich dabei war, als eine Person zu Tode kam. Verh?render: Um wen handelt es sich dabei? Marcel Sch?nfeld: Es handelt sich hierbei um Marinus Sch?berl aus Gerswalde.Verh?render: Waren Sie an dieser Handlung allein beteiligt?Marcel Sch?nfeld: Au?r mir waren noch mein Bruder Marco Sch?nfeld und Sebastian Fink beteiligt. Verh?render: Schildern Sie bitte, was passiert ist. Marcel Sch?nfeld: Es war der 12. Juli 2002. Nachmittags kam mein Kumpel Sebastian mit dem Zug nach Seehausen. Mein Papa und ich haben ihn abgeholt.Dann kam mein Bruder Marco auf die Idee, nach Strehlow zu fahren, um dort Achim [Fiebranz] zu besuchen. Mein Bruder war erst neun Tage vorher aus der Haft entlassen worden. Die beiden kannten sich noch aus fr?heren Zeiten. Wir holten einen Kasten Bier ?Sternburger?. Der wurde dann durch die anwesenden Personen geleert. Nach ca. einer Stunde war der Kasten leer, und wir holten einen zweiten. Kurz zuvor kam Marinus Sch?berl mit einem Fahrrad auf den Hof von Achim gefahren.
Achim Fiebranz: Geb ich ehrlich zu, ich hab die dritte Klasse drei Mal nachgemacht. Ich bin nach acht Jahren hier aus der Schule entlassen worden. Die anderen, die schlauer waren wie ich, die sind dann nach Warnitz gegangen. Und als Abschiedsgeschenk hab ich von einer ganz lieben Lehrerin, meiner Geschichtslehrerin, nen Buch gekriegt von damals, aus der Steinzeit, Bogen bauen, Fallen stellen, Vogelfallen stellen, und wat die damals alles gemacht haben und aus Binsen: Boote bauen, immer Binse an Binse. Und dat wollt ich allen beibringen, sind wir zur Muschelstelle gefahren. Wei?e, wer am schlausten gewesen ist, am schnellsten kapiert hat? Det war Marinus, und Nancy hat gleich abgekiekt. Na und dann die anderen hinterher. Dann von unten wieder zusammen get?delt, und dann wurde det richtig so 'n Indianerkahn. Mann, ich hab fast zwanzig Dinger mit de Kinder gebaut in der Woche. Au, die paddeln, die Dinger gehen nich unter und die haben sich gefreut, die Kinder haben sich gefreut, det war ne richtige Kanu-Flotte gewesen bei uns da unten!Nancy und Marinus, die haben allet zusammen gemacht. Und dann sind sie bei mir ?fters gewesen. Da warn se schon so f?nfzehn, sechzehn. Wenn ich wusste, die kommen, hab ich mein Ehebett blo?an die Wand geschoben, Decke r?ber geschmissen und dann konnten se da drinne machen, was se wollten und ich hab mit Sieglinde meine Wohnstube gehabt, konnt ich Fernseh kieken und was willste denn machen als Arbeitsloser?Den Marinus hat die Nancy noch nicht ?berlebt, die waren fast sechs Jahre zusammen als Freunde und dann waren se fast en Jahr verlobt. Und dann auf einmal det. Da m?chte ich mal sehen, det steckt kener weg. Sie hat zwar en Freund von Berlin jetze, aber die h?rt sich jeden Abend die Gespr?e an, wat se aufm Handy gekriegt hat von Marinus, hat sie alles gespeichert. Ihr Bruder, derPatrick, hat oft genug gesagt - der hat det Zimmer neben ihr -, Papa, ich halt det nich aus, darf ich bei Oliver im Zimmer schlafen, Nancy heult schon wieder wie ne Sau, sind ja blo?so ne d?nnen W?e.Ich k?nnt, wenn die Br?der mir jetzt in die Pfoten lofen w?rden, ich k?nnt mit nem Kopp den Balken einrei?n, um die zu erwischen, wenn sie da vorne stehen w?rden jetzt, kannste glauben.An dem Abend, als die den Marinus da tot gemacht ham, da haben wir unten gesessen, in der alten Brennerei, haben gequatscht unter dem Schleppdach da. Det waren Nachbarn, waren bei mir gewesen, haben wir enen gezwitschert. Da kamen dann Marco, Marcel und Sebastian an. Den kannte ich nicht. Und sp?r dann der Marinus.
Birgit Sch?berl: Am 12. Juli ist Marinus mal wieder nach Potzlow gefahren. Er hatte vorher noch Video geguckt, so ein Trickfilmvideo. Und dann kam er mit seinem Rucksack, was er immer so drin hat, Badehose, Handtuch, Wechselw?he, und dann hat er gesagt: Mutti, ich fahr nach Potzlow, ich schlaf da und komm Sonntag wieder. Tsch?ss, mach's gut. Das war's, was er zu mir gesagt hat. Hat er mir noch ne Kusshand zugeworfen, wie er es immer so machte.Hat immer zu mir gesagt, wo er hingeht, weil er wusste, ich wollte es wissen. Ich komme um die und die Zeit, oder ich schlafe im Bauwagen. Im Sommer ist das ein kleines Abenteuer.Er wurde verh?chelt. Er wurde ja von seinen Schwestern geliebt. Er war eben das K?ken. Marinus war nicht geplant, gefreut haben wir uns alle. S??s Baby. Die M?hen haben ihn manchmal ins Bett mitgenommen. Er durfte jede Nacht bei ner anderen schlafen. Man konnte ihm nicht b?se sein, wenn er einen mit seinen dunklen Augen angeguckt hat.Er hatte wohl Schulschwierigkeiten damals schon, aber, er hat sich M?he gegeben, was er konnte eben. Ich hab ihn dann runter genommen von der normalen Schule, nach der ersten Klasse. Ich hab ihn nicht ausgeschimpft. Ich hab's versucht mit Reden, Marinus, du m?chtest sp?r mal die Fahrerlaubnis machen, da musst du lesen und schreiben k?nnen.Und als er Sonntag nicht kam, da habe ich Montag angerufen. Vielleicht hat er sein Handy nicht geladen, oder er hat es ausgestellt. Oder er hat wieder mal die PIN vergessen. Wenn er kein Geld drauf hatte, dann hat er es mir eigentlich immer gesagt, hat ein fremdes Handy genommen. Na ja, es sind Ferien, wer wei? wo der ist. Da habe ich mir auch direkt keine Sorgen so gemacht. In Potzlow ist er aufgehoben, da kann ihm nichts passieren.Als er am Wochenende immer noch nicht da war, da war es mir mulmig. Und da bin ich Montag fr?h nachTemplin gefahren, um ihn als vermisst zu melden. Und dann passierte gar nichts.*
Verh?render: Verh?r Marcel Sch?nfeld. Marcel Sch?nfeld: Ich wurde an dieser Stelle belehrt, dass ich gegen meinen Bruder Marco das Recht der Aussageverweigerung habe. Davon mache ich keinen Gebrauch. Ich will die volle Wahrheit sagen. Verh?render: Familienname. Marcel Sch?nfeld: Sch?nfeld. Verh?render: Vorname. Marcel Sch?nfeld: Marcel. Verh?render: Geburtsort. Marcel Sch?nfeld: Prenzlau/Uckermark. Verh?render: Beruf. Marcel Sch?nfeld: ohne, Azubi. Verh?render: Geburtsdatum. Marcel Sch?nfeld: 30. 3. 1985. Verh?render: Ehren?er. Marcel Sch?nfeld: Was? Verh?render: Schule.Marcel Sch?nfeld: Abschluss der 8. Klasse der Gesamtschule in Gramzow.Verh?render: Beschuldigtenvernehmung, 18. 11. 02, 2.45 Uhr.Marcel Sch?nfeld: Mit dem Gegenstand meiner heutigen Beschuldigtenvernehmung wurde ich vertraut gemacht. ?er meine Rechte als Beschuldigter wurde ich belehrt.* Alle Zitate von Birgit Sch?berl stammen aus Interviews, die Gabi Probst vom Fernsehsender RBB 2003 mit ihr f?hrte und die sie uns freundlicherweise zur Verf?gung stellte.Mir wurde zu Beginn meiner Vernehmung mitgeteilt, dass ich im dringenden Verdacht stehe, an der T?tung eines Menschen beteiligt gewesen zu sein. Dazu kann ich folgende Aussage machen: Es ist richtig, dass ich dabei war, als eine Person zu Tode kam. Verh?render: Um wen handelt es sich dabei? Marcel Sch?nfeld: Es handelt sich hierbei um Marinus Sch?berl aus Gerswalde.Verh?render: Waren Sie an dieser Handlung allein beteiligt?Marcel Sch?nfeld: Au?r mir waren noch mein Bruder Marco Sch?nfeld und Sebastian Fink beteiligt. Verh?render: Schildern Sie bitte, was passiert ist. Marcel Sch?nfeld: Es war der 12. Juli 2002. Nachmittags kam mein Kumpel Sebastian mit dem Zug nach Seehausen. Mein Papa und ich haben ihn abgeholt.Dann kam mein Bruder Marco auf die Idee, nach Strehlow zu fahren, um dort Achim [Fiebranz] zu besuchen. Mein Bruder war erst neun Tage vorher aus der Haft entlassen worden. Die beiden kannten sich noch aus fr?heren Zeiten. Wir holten einen Kasten Bier ?Sternburger?. Der wurde dann durch die anwesenden Personen geleert. Nach ca. einer Stunde war der Kasten leer, und wir holten einen zweiten. Kurz zuvor kam Marinus Sch?berl mit einem Fahrrad auf den Hof von Achim gefahren.
Achim Fiebranz: Geb ich ehrlich zu, ich hab die dritte Klasse drei Mal nachgemacht. Ich bin nach acht Jahren hier aus der Schule entlassen worden. Die anderen, die schlauer waren wie ich, die sind dann nach Warnitz gegangen. Und als Abschiedsgeschenk hab ich von einer ganz lieben Lehrerin, meiner Geschichtslehrerin, nen Buch gekriegt von damals, aus der Steinzeit, Bogen bauen, Fallen stellen, Vogelfallen stellen, und wat die damals alles gemacht haben und aus Binsen: Boote bauen, immer Binse an Binse. Und dat wollt ich allen beibringen, sind wir zur Muschelstelle gefahren. Wei?e, wer am schlausten gewesen ist, am schnellsten kapiert hat? Det war Marinus, und Nancy hat gleich abgekiekt. Na und dann die anderen hinterher. Dann von unten wieder zusammen get?delt, und dann wurde det richtig so 'n Indianerkahn. Mann, ich hab fast zwanzig Dinger mit de Kinder gebaut in der Woche. Au, die paddeln, die Dinger gehen nich unter und die haben sich gefreut, die Kinder haben sich gefreut, det war ne richtige Kanu-Flotte gewesen bei uns da unten!Nancy und Marinus, die haben allet zusammen gemacht. Und dann sind sie bei mir ?fters gewesen. Da warn se schon so f?nfzehn, sechzehn. Wenn ich wusste, die kommen, hab ich mein Ehebett blo?an die Wand geschoben, Decke r?ber geschmissen und dann konnten se da drinne machen, was se wollten und ich hab mit Sieglinde meine Wohnstube gehabt, konnt ich Fernseh kieken und was willste denn machen als Arbeitsloser?Den Marinus hat die Nancy noch nicht ?berlebt, die waren fast sechs Jahre zusammen als Freunde und dann waren se fast en Jahr verlobt. Und dann auf einmal det. Da m?chte ich mal sehen, det steckt kener weg. Sie hat zwar en Freund von Berlin jetze, aber die h?rt sich jeden Abend die Gespr?e an, wat se aufm Handy gekriegt hat von Marinus, hat sie alles gespeichert. Ihr Bruder, derPatrick, hat oft genug gesagt - der hat det Zimmer neben ihr -, Papa, ich halt det nich aus, darf ich bei Oliver im Zimmer schlafen, Nancy heult schon wieder wie ne Sau, sind ja blo?so ne d?nnen W?e.Ich k?nnt, wenn die Br?der mir jetzt in die Pfoten lofen w?rden, ich k?nnt mit nem Kopp den Balken einrei?n, um die zu erwischen, wenn sie da vorne stehen w?rden jetzt, kannste glauben.An dem Abend, als die den Marinus da tot gemacht ham, da haben wir unten gesessen, in der alten Brennerei, haben gequatscht unter dem Schleppdach da. Det waren Nachbarn, waren bei mir gewesen, haben wir enen gezwitschert. Da kamen dann Marco, Marcel und Sebastian an. Den kannte ich nicht. Und sp?r dann der Marinus.