SHOAH Fortschreibungen

Sonderausgabe
 
 
Absolut Medien (Verlag)
  • 1. Auflage
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  • erschienen am 16. April 2021
 
  • Video
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  • DVD Video
978-3-8488-2015-3 (ISBN)
 
Für SHOAH bewältigte Claude Lanzmann 12 Jahre Dreharbeiten und Recherche mit 350 Stunden Material. Nach SHOAH entstanden - basierend auf unveröffentlichten Interviews, die das Konzept von SHOAH gesprengt hätten - vier eigenständigen Fortschreibungen:
EIN LEBENDER GEHT VORBEI - Was hatte ein Delegierter vom Internationalen Roten Kreuz von seinem Besuch in Theresienstadt zu berichten? 65 Min.SOBIBOR, 14. OKTOBER 1943, 16 UHR - Wie verlief der gelungene Aufstand in einem Vernichtungslager der Nationalsozialisten? 95 Min.
DER KARSKI-BERICHT - der legendäre Kurier des polnischen Widerstands, der Roosevelt persönlich von der Vernichtung der Juden Bericht erstattete. 49 Min.
DER LETZTE DER UNGERECHTEN - das ausführliche Gespräch mit Benjamin Murmelstein, der einzige "Judenälteste", der überlebte. 210 Min.
Mit ausführlichem Begleitmaterial im PDF-Teil.
  • Deutsch
  • Fridolfing
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  • Deutschland
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  • Höhe: 19 cm
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  • Breite: 13.5 cm
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  • 409 min
  • 100 gr
978-3-8488-2015-3 (9783848820153)
weitere Ausgaben werden ermittelt
1925 als Sohn assimilierter Juden in ­Paris geboren, schließt sich Lanzmann 1943 als Gymnasiast in Clermont-Ferrand der Résistance an und nimmt an Partisanenkämpfen teil. Nach dem Krieg Studium der Philosophie und Literatur. 1947 Universitätsabschluss in Tübingen mit einer Arbeit über Leibniz, 1948/49 Dozentur an der FU Berlin. Anfang der 50er Jahre Beginn seiner journalis­tischen Tätigkeit mit einer Serie von Reportagen über den Alltag in der DDR, die in ­Le Monde erscheinen. Seit 1952 und seit seiner Begegnung und engen Freundschaft mit Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir ständiger Mitarbeiter, später Herausgeber der von ihnen gegründeten politisch-litera­rischen Zeitschrift Les Temps ­Modernes. Er entdeckt seine tiefe Verbundenheit zu Israel, das er 1952 erstmals bereist. Zugleich vehementes antikolonialis­tisches Engagement gegen die französische Algerien-Politik. 1960 unterzeichnet er das >Manifest der 121<, das französische Soldaten zur Gehorsamsverweigerung im Algerienkrieg aufruft. Man erhebt Anklage gegen ihn. 1967 erscheint die von Lanzmann redigierte Sondernummer von Les Temps Modernes ­­­>Le conflit israélo-arabe<: Ein mehr als tausend­seitiges Zeitdokument, in dem erstmals Araber und Israelis gleichberechtigt ihre Beweggründe und Standpunkte darlegen. Noch heute ein Standardwerk zum Thema. Daneben verfasst er unterschiedlichste Artikel und Reportagen über Kriminal­fälle, Arbeiteraufstände, Hollywoodschauspielerinnen, Erdbeben oder den Dalai Lama für Elle, France-Soir, France Dimanche u. a. und arbeitet als Inter­viewer für die Swinging-Sixties-Fernsehsendung Dim Dam Dom. Ende der 60er Jahre erste Film- und Fernseharbeiten. 1968/69 Fernseh­reportage für das TV-Magazin Panorama über den >Abnutzungskrieg<; er erlebt schwere Bombardements am Suezkanal an der israelisch-ägyptischen Grenze. Die Filmarbeit wird Lanzmanns intensive Auseinandersetzung mit ­Israel über die Jahre stetig vertiefen. Sein Kinofilmdebüt WARUM ISRAEL, mit dem er sich gänzlich vom Fernsehen löst und zu einer eigenen Film­sprache findet, ist eine suchende und heitere Annäherung an die noch junge Nation. Nach dem Erfolg seines Erstlings bittet das israelische Außenministerium Lanzmann um einen Film über die Judenvernichtung, ohne zu wissen, worauf es sich einlässt: Im Sommer 1973 Beginn der Arbeit an SHOAH, den er 1985 - also fast 12 Jahre später und mit wechselnden Geldgebern - fertig stellt: biografisch ein Abenteuer mit offenem Ausgang, cineastisch und historisch ein Großereignis, das die Grenzen des Dokumentarfilms radikal verschiebt und weltweit große Anerkennung findet. Nach WARUM ISRAEL und SHOAH­ dreht Lanzmann mit TSAHAL den letzten Teil seiner jüdischen Trilogie, ­einen Film über die israelischen Streitkräfte und die »Eroberung des ­Mutes«. ­Außerdem entstehen aus den 350 Stunden Interview-Material, die er für sein Jahrhundertepos SHOAH gedreht hat, Jahre später weitere eigenständige Filmwerke: SOBIBOR, 14 OKTOBER 1943, 16 UHR; EIN LEBENDER GEHT VORBEI, DER KARSKI-BERICHT sowie zuletzt DER LETZTE DER UNGERECHTEN. 2009 erscheinen seine Memoiren (Le Lièvre de Pata­gonie) bei Gallimard - nicht nur in Frankreich ein großes Medienereignis. Zahlreiche Ehrungen: Lanzmann erhielt u. a. die Médaille de la Résistance, ist Kommandeur des Ordre National du Mérite sowie der Légion d'Honneur (Ehrenlegion) - die ranghöchste Auszeichnung in Frankreich für militärische und zivile Verdienste. Ehrendoktorate (Philosophie) der Hebräischen Universität Jerusalem, der Universität von Amsterdam, der Adelphi University, New York, und der European Graduate School in Saas-Fee, Schweiz. Seit 1998 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin, Sektion Film- und Medienkunst. Bei den Internationalen Filmfestspielen 2013 wurde Claude Lanzmann mit dem Goldenen Bären für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
DVD 1 Drei Filme von Claude Lanzmann Kapitel EIN LEBENDER GEHT VORBEI [1] Vorspann [2] Vorwort Lanzmann [3] Uber Berlin im Krieg, die Aufgaben des IKRK und den Unterschied von Kriegsgefangenen und »Zivilgefangenen« [4] Ohne Genehmigung nach Auschwitz [5] Auf Einladung nach Theresienstadt: Grosses Theater [6] Der Bericht: »Eine fast normale Provinzstadt« [7] Paul Eppsteins Rede SOBIBOR, 14. OKTOBER, 16 UHR [1] Prolog & Vorspann [2] Vorwort Lanzmann [3] Umschlagplatz: »Ich war in acht Lagern.« [4] Achtfache Flucht und Kriegsgefangenenlager Minsk [5] Anfang September 1943: Uber Umwege nach Sobibor [6] Ankunft im Lager: Selektion und Gänseschreie [7] Der Plan [8] »Hatte Herr Lerner schon mal getotet?« [9] 14. Oktober 1943, 16 Uhr [10] 16:05 Uhr [11] 17:00 Uhr [12] Liste der Transporte nach Sobibor vom 2. April 1942 bis Ende September 1943 [13] Abspann DER KARSKI-BERICHT [1] Prolog & Vorwort Lanzmann [2] Wem berichten? [3] Einsatzbesprechungmit dem polnischen Botschafter [4] Das Treffen mit Roosevelt [5] EnttauschteErwartungen? Roosevelts Namensliste [6] Das Treffen mit Richter Frankfurter: »Ich glaube Ihnen nicht.« [7] Ohne Beispiel [8] Abspann DVD 2 Ein Film von Claude Lanzmann Kapitel DER LETZTE DER UNGERECHTEN [1] Vorspann & Vorwort Lanzmann [2] Ankommen in Theresienstadt [Lanzmann 2012] [3] Eurydike oder uber die Gefahren des Zuruckblickens [Murmelstein 1975] [4] Original-Filmausschnitt: NS-Propaganda uber Theresienstadt [5] Zur Fragwurdigkeit des Uberlebens oder der >Judenalteste< als tragikomische Gestalt [6] Ab Sommer 1938: Adolf Eichmann »studiert« Auswanderung in Wien [7] Wien, 9./10. November 1938: Kristallnacht in der Hauptsynagoge unter Eichmanns Kommando [8] Wien 2012, Stadttempel: Gedenken [9] Von wegen »banal«: scharfe Kritik am Eichmann-Prozess [10] Ausreise? »Ich habe immer geglaubt, ich habe etwas zu erledigen.« [11] Nisko und Madagaskar: Erste Plane fur »Judenreservate« [Lanzmann 2012] [12] Ab Oktober 1939: Erste Deportationsexperimente [Murmelstein 1975] [13] Uber das Scheitern des Nisko-Plans [14] Prager Stadtansichten 2012: Gedenken [15] Illusion Theresienstadt: Exekutionen und Terror im »Vorzeige-Ghetto« [Lanzmann 2012] [16] Theresienstadt im Januar 1943: Murmelsteins Ankunft; erste Amter [Murmelstein 1975] [17] Uber seine Rolle bei der »Stadtverschönerung« [18] Was wusste man in Theresienstadt uber Auschwitz und die Vernichtungslager? [19] Vorschnelle Verurteilungen? [20] Abspann

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