Wir haben für Sie 30 besondere Bücher zusammengestellt: Ob wunderschöne Romane, humorvolle Geschichten, spannende Thriller oder anspruchsvolle Sachbücher – lassen Sie sich inspirieren.

Romane

Olga Tokarczuk – Die Jakobsbücher

Den einen galt er als Weiser und Messias, den anderen als Scharlatan und Ketzer. Eine der bedeutendsten Figuren des 18. Jahrhunderts ist er allemal: Jakob Frank, 1726 im polnischen Korolówka geboren, 1791 in Offenbach am Main gestorben. Als Anführer ei­ner mystischen Bewegung, der Frankisten, war Jakob fest entschlossen, sein Volk, die Juden Osteuropas, endlich für die Moderne zu öffnen; zeit seines Le­bens setzte er sich für ihre Rechte ein, für Freiheit, Gleichheit, Emanzipation.

Das schillernde Porträt einer kontroversen historischen Figur und das Panorama ei­ner krisenhaften Welt an der Schwelle zur Moderne. Zugleich aber ist Olga Tokar­czuks eben­so metaphysischer wie lebenspraller Roman ein Buch ganz für un­se­re Zeit, stellt es doch die Frage danach, wie wir uns die Welt als eine gerechte vor­stel­len können - ein Buch, das Grenzen überschreitet.


Sasa Stanisic – Herkunft

HERKUNFT ist ein Buch über den ersten Zufall unserer Biografie: irgendwo geboren wer­den. Und was danach kommt.
HERKUNFT ist ein Buch über meine Heimaten, in der Erinnerung und der Erfindung. Ein Buch über Sprache, Schwarzarbeit, die Stafette der Jugend und viele Sommer. Den Som­mer, als mein Großvater meiner Großmutter beim Tanzen derart auf den Fuß trat, dass ich beinahe nie geboren worden wäre. Den Sommer, als ich fast ertrank. Den Som­mer, in dem Angela Merkel die Grenzen öffnen ließ und der dem Sommer ähn­lich war, als ich über viele Grenzen nach Deutschland floh.
HERKUNFT ist ein Abschied von meiner dementen Großmutter. Während ich Erinne­run­gen sammle, verliert sie ihre. HERKUNFT ist traurig, weil Herkunft für mich zu tun hat mit dem, das nicht mehr zu haben ist.


Norbert Scheuer – Winterbienen

Januar 1944: Egidius Arimond, ein frühzeitig aus dem Schuldienst entlassener Latein- und Geschichtslehrer, schwebt wegen seiner Frauengeschichten, seiner Epilepsie, aber vor allem wegen seiner waghalsigen Versuche, Juden in präparierten Bie­nen­stöcken ins besetzte Belgien zu retten, in höchster Gefahr. Gleichzeitig kreisen über der Eifel bri­ti­sche und amerikanische Bomber.

Arimonds Situation wird nahezu ausweglos, als er keine Medikamente mehr be­kommt, er ein Verhältnis mit der Frau des Kreisleiters beginnt und schließlich bei der Gestapo de­nunziert wird. Mit großer Intensität erzählt Norbert Scheuer in "Win­ter­bie­nen" ein­fühl­sam, präzise und spannend von einer Welt, die geprägt ist von Zer­stö­rung und dem Wunsch nach einer friedlichen Zukunft.


Nora Bossong – Schutzzone | Hörbuch

Nach Stationen in New York und Burundi arbeitet Mira Wendler für die Vereinten Na­tio­nen in Genf. Tagsüber schreibt sie Berichte über Krisenregionen, abends eilt sie durch die Gänge der Luxushotels, um zwischen verfeindeten Staatsvertretern zu ver­mitteln. Bei einem Empfang begegnet sie Milan wieder, dessen Familie einst für sie ein Zuhause war. Die Konfrontation mit ihrer Kindheit, aber auch Milans Spiel mit Nä­he und Distanz überrumpeln und faszinieren sie zugleich. Als seine Ehe zu zer­bre­chen droht und ihre Rol­le bei der Aufarbeitung des Völkermords in Burundi hinterfragt wird, gerät Mi­ras Le­ben ins Wanken.


Jackie Thomae – Brüder

Zwei Männer. Zwei Möglichkeiten. Zwei Leben. Jackie Thomae stellt die Frage, wie wir zu den Menschen werden, die wir sind.

Mick, ein charmanter Hasardeur, lebt ein Leben auf dem Beifahrersitz, frei von Ver­bind­lich­kei­ten. Und er hat Glück - bis ihn die Frau verlässt, die er jahrelang be­tro­gen hat. Gabriel, der seine Eltern nie gekannt hat, ist frei, aus sich zu machen, was er will: einen erfolgreichen Architekten, einen eingefleischten Londoner, einen Fa­mi­li­en­va­ter. Doch dann verliert er in einer banalen Situation die Nerven und steht plötzlich als Ag­gres­sor da - ein prominenter Mann, der tief fällt. Brüder erzählt von zwei deut­schen Männern, ge­boren im gleichen Jahr, Kinder desselben Vaters, der ih­nen nur seine dunkle Haut hin­terlassen hat. Die Fragen, die sich ihnen stellen, sind die­sel­ben. Ihre Leben könn­ten nicht unterschiedlicher sein.


Alexander Osang – Die Leben der Elena Silber

Russland, Anfang des 20. Jahrhunderts. In einer kleinen Provinzstadt östlich von Moskau wird der Revolutionär Viktor Krasnow hingerichtet. Wie eine gewaltige Welle erfasst die Zeit in diesem Moment Viktors Tochter Lena. Sie heiratet den deutschen Textilingenieur Robert Silber und flieht mit diesem 1936 nach Berlin.
In Schlesien überleben sie den Zweiten Weltkrieg, aber dann verschwindet Robert in den Wirren der Nachkriegszeit, und Elena muss ihre vier Töchter alleine durch­brin­gen.

Sie sollen den Weg weitergehen, den Elena begonnen hat zu gehen - hinaus aus ei­nem zu engen Leben, weg vom Unglück. Doch stimmt diese Geschichte, wie Elena sie ihrer Familie immer wieder erzählt hat?


Jamel Brinkley – Unverschämtes Glück

Zwei Studenten erscheinen auf einer Party, um dort Frauen zu treffen, werden aber mit der unangenehmen Wahrheit ihrer eigentlichen Wünsche konfrontiert. Ein kleiner Junge, dessen Vater vermisst wird, verbringt in rasender Wut über einen schlechten Haar­schnitt die Nacht auf den Straßen von Brooklyn. Und bei einer Capoeira-Ver­an­stal­tung kämpfen zwei Brüder mit ihrer schmerzhaften Familiengeschichte.

Mit scharfem Blick fängt Jamel Brinkley das Innenleben von Menschen ein, die Mo­men­te des Glücks und familiäre Geborgenheit suchen und dabei die Wucht des ech­ten Lebens zu spüren bekommen.


Delia Owens – Der Gesang der Flusskrebse | Hörbuch

Chase Andrews stirbt, und die Bewohner der ruhigen Küstenstadt Barkley Cove sind sich einig: Schuld ist das Marschmädchen. Kya Clark lebt isoliert im Marschland mit sei­nen Salzwiesen und Sandbänken. Sie kennt jeden Stein und Seevogel, jede Mu­schel und Pflan­ze. Als zwei junge Männer auf die wilde Schöne aufmerksam wer­den, öffnet Kya sich einem neuen Leben - mit dramatischen Folgen. Delia Owens erzählt intensiv und at­mos­phärisch davon, dass wir für immer die Kinder bleiben, die wir ein­mal waren. Und den Geheimnissen und der Gewalt der Natur nichts ent­ge­gen­set­zen können.


Ocean Vuong – Auf Erden sind wir kurz grandios

"Lass mich von vorn anfangen. Ma ..." Der Brief eines Sohnes an die vietnamesische Mut­ter, die ihn nie lesen wird. Die Tochter eines amerikanischen Soldaten und eines viet­namesischen Bauernmädchens ist Analphabetin, kann kaum Englisch und arbeitet in ei­nem Nagelstudio.

Sie ist das Produkt eines vergessenen Krieges. Der Sohn, ein schmächtiger Außen­sei­ter, erzählt - von der Schizophrenie der Großmutter, den geschundenen Hän­den der prü­geln­den Mutter und seiner tragischen ersten Liebe zu einem ame­ri­ka­ni­schen Jungen. Vuong schreibt mit alles durchdringender Klarheit von einem Leben, in dem Gewalt und Zartheit aufeinanderprallen. Das kraftvollste Debüt der letz­ten Jahre, ge­schrie­ben in ei­ner Sprache von grandioser Schönheit.


Karsten Dusse – Achtsam morden | Hörbuch

Björn Diemel wird von seiner Frau gezwungen, ein Achtsamkeits-Seminar zu be­su­chen, um seine Ehe ins Reine zu bringen, sich als guter Vater zu beweisen und die un­aus­ge­gli­chene Work-Life-Balance wieder herzustellen. Denn als erfolgreicher An­walt hat Björn sehr wenig Zeit für seine Familie. Der Kurs trägt Früchte und Björn kann das Gelernte so­gar in seinen Job integrieren, allerdings anders als gedacht. Denn als sein Mandant, ein brutaler und mehr als schuldiger Mafiaboss, beginnt, ihm ernstliche Pro­ble­me zu be­reiten, bringt er ihn einfach um - und zwar nach allen Re­geln der Acht­sam­keit.


Eugen Ruge – Metropol

Moskau, 1936. Die deutsche Kommunistin Charlotte ist der Verfolgung durch die Na­tio­nal­sozialisten gerade noch entkommen. Im Spätsommer bricht sie mit ihrem Mann und der jungen Britin Jill auf zu einer mehrwöchigen Reise durch die neue Heimat Sow­jet­union. Die Hitze ist überwältigend, Stalins Strände sind schmal und steinig und die Rei­sen­den bald beherrscht von einer Spannung, die beinahe körperlich greif­bar wird. Es ver­bindet sie mehr, als sich auf den ersten Blick erschließt: Sie sind Mit­ar­bei­ter des Nach­rich­ten­dienstes der Komintern, wo Kommunisten aller Länder be­schäf­tigt sind. Um­so schwerer wiegt, dass unter den "Volksfeinden", denen ge­ra­de in Moskau der Pro­zess gemacht wird, einer ist, den Lotte besser kennt, als ihr lieb sein kann.


Ian McEwan – Maschinen wie ich

Charlie ist ein sympathischer Lebenskünstler Anfang 30. Miranda eine clevere Stu­den­tin, die mit einem dunklen Geheimnis leben muss. Sie verlieben sich, gerade als Charlie sei­nen "Adam" geliefert bekommt, einen der ersten lebensechten An­dro­i­den. In ihrer Lie­bes­ge­schich­te gibt es also von Anfang an einen Dritten: Adam.

Kann eine Maschine denken, leiden, lieben? Adams Gefühle und seine moralischen Prin­zi­pien bringen Charlie und Miranda in ungeahnte - und verhängnisvolle - Si­tu­a­ti­o­nen.


Elif Shafak – Unerhörte Stimmen

So sehr Leila es auch dreht und wendet: Sie wurde ermordet.Wie konnte es zu die­ser Tat kommen? Fieberhaft denkt sie zurück an die Schlüsselmomente ihres auf­rei­ben­den Lebens, an den Geschmack von gewürztem Ziegeneintopf aus ihrer Kindheit, an den Ge­stank der Straße der Bordelle, wo sie arbeitete, und den Geruch von Kar­da­mom­kaf­fee, den sie mit einem jungen Mann teilte, der zu ihrer großen Lie­be wur­de.

Elif Shafak erzählt in ihrem neuen Roman von einer Frau, die am Rand der Ge­sell­schaft Halt sucht, wo Freundschaften tief sind, aber das Glück flüchtig.


Leïla Slimani – All das zu verlieren

Kann man sich zu seinem Glück zwingen? Prix Goncourt-Preisträgerin Leïla Slimani er­zählt von der Zerrissenheit einer Frau und schafft eine "moderne Madame Bovary" (Libération).

Nach außen hin führt Adèle ein Leben, dem es an nichts fehlt. Sie arbeitet für eine Pa­ri­ser Tageszeitung, ist unabhängig. Mit ihrem Ehemann, einem Chirurgen, und ih­rem klei­nen Sohn lebt sie in einem schicken Viertel, ganz in der Nähe von Mont­martre. Sie rei­sen, sie fahren übers Wochenende ans Meer. Dennoch macht Adèle dieses Leben nicht glücklich. Gelangweilt eilt sie durch die grauen Straßen, trifft sich mit Männern, hat Sex mit Fremden. Sie weiß, dass ihr die Kontrolle entgleitet. Sie weiß, dass sie ihre Fa­mi­lie ver­lie­ren könnte. Trotzdem setzt sie alles aufs Spiel.


Pedro Badrán – Der Mann mit der magischen Kamera

Pedro Badrán erzählt die Geschichte eines vom Abriss bedrohten Hotels am Strand von Cartagena de Indias und damit die Geschichte all derer, die mit dem Hotel ver­bun­den sind: Gäste, Eigentümer, Angestellte und Fans der mythischen Gestalt Tony Lafont, des Mannes mit der magischen Kamera, der verschwand und auf des­sen Rückkehr alle war­ten.

Pedro Badrán hat mit diesem Roman die kolumbianische Hafenstadt Cartagena als li­te­ra­rischen Ort entdeckt und dabei die ganze Magie der Karibik eingefangen, das Licht, die Fülle der Farben und Klänge, die Sinnlichkeit, die Würde der Armut, die ein­zig­ar­ti­ge At­mosphäre von Verfall und Poesie, die Zugewandtheit der Menschen zum Leben und die Traurigkeit der Tropen.

Sachbücher

Heinrich August Winkler – Werte und Mächte

Heinrich August Winklers vierbändige "Geschichte des Westens" ist ein vielfach ge­rühm­tes Meisterwerk der deutschen Geschichtsschreibung und mit rund 150.000 ver­kauf­ten Exemplaren zugleich ein eindrucksvoller Bucherfolg. Doch nicht jeder kann die ge­wal­ti­gen Dimensionen dieser vieltausendseitigen Gesamtdarstellung be­wäl­ti­gen. Des­halb hat der große Historiker diese einbändige Weltgeschichte ge­schrie­ben, die den Weg des Wes­tens von den Anfängen in der Antike bis in unsere unmittelbare Gegenwart erzählt und zugleich die großen Deutungslinien prägnant herausarbeitet.


Volker Gerhardt – Humanität

Wir sind in einem Zeitalter der globalen Vernetzung angekommen, in dem vom Klima­wan­del bis zur Genforschung alle Menschen von einer neuen Verwandlung der Welt be­trof­fen sind. Mehr denn je ist deshalb heute die Frage nach der einen Menschheit und dem, was sie verbindet, aktuell, ja überlebenswichtig - denn viele Heraus­for­de­run­gen der Zukunft werden sich nicht isoliert, sondern nur gemeinsam lösen lassen. Auch die Phi­losophie muss darauf reagieren und ihre althergebrachten Begriffe in Frage stellen. Volker Gerhardt tut das und stellt in seinem Buch den "Geist der Mensch­heit" auf eine er­wei­ter­te, zur Erhaltung von Natur und Kultur ver­pflich­ten­de Grundlage.


Jill Lepore – Diese Wahrheiten

In einer Prosa von funkelnder Schönheit erzählt die preisgekrönte Historikerin Jill Lepore die Geschichte der USA von ihren Anfängen bis zur Gegenwart. Sie schildert sie im Spie­gel jener "Wahrheiten" (Thomas Jefferson), auf deren Fundament die Na­tion ge­grün­det wurde: der Ideen von der Gleichheit aller Menschen, ihren na­tur­ge­ge­be­nen Rechten und der Volkssouveränität. Meisterhaft verknüpft sie dabei das wi­der­sprüch­li­che Ringen um den richtigen Weg Amerikas mit den Menschen, die seine Geschichte ge­stal­tet oder durch­litten haben. Sklaverei und Ras­sen­dis­kri­mi­nie­rung kom­men ebenso zur Sprache wie der Kampf für die Gleich­be­rech­ti­gung der Frauen oder die wachsende Bedeutung der Medien.


Johannes Krause/Thomas Trappe – Die Reise unserer Gene

Modernste Genanalysen zeugen von spektakulären Einwanderungen, ohne die Eu­ropa nicht denkbar wäre. Die Gene erzählen aber auch von Konflikten, Kriegen und Krank­hei­ten, die seit Urzeiten auf Migration zurückzuführen sind. Als einer der füh­ren­den Wis­sen­schaft­ler hat Johannes Krause die Geschichte unserer Vorfahren er­forscht. Zu­sam­men mit Thomas Trappe erzählt er vom unbändigen Drang des Men­schen, die Welt zu erobern und Grenzen, gleich welcher Art, nicht zu akzeptieren.

"Johannes Krauses Forschungen öffnen das Fenster in ein neues Verständnis zu un­se­rer Vergangenheit." Ranga Yogeshwar


Bruno Preisendörfer – Als die Musik in Deutschland spielte

Wie die Familie Bach im Alltag lebte, Händel sich kurieren ließ und Telemann sein Geld anlegte: Bruno Preisendörfers Zeitreise führt in die Zeit der Fürstenfeste und Bau­ern­hoch­zei­ten, der Stadtpfeifer und Bierfiedler, der Kaffeehäuser und Kastraten - näm­lich ins Barock.

"Ein einzigartiges Kompendium, man bekommt plötzlich ein ganz konkretes Gefühl für Geschichte." Deutschlandradio Kultur
"Handfester, reicher, kundiger kann ein Buch kaum sein. Es liest sich wie ein his­to­ri­scher Atlas, in dem jeder Ort lebt, egal wo man aufschlägt." DIE ZEIT


Aldo Leopold – Ein Jahr im Sand County

"Das bedeutendste Buch des 20. Jahrhunderts über Umwelt." Nature Study

Der Almanach des Pioniers des ökologischen Denkens zählt zu den wirkmächtigsten Schrif­ten über die Folgen des menschlichen Eingriffs in das komplexe Zusammenspiel der Wildnis.
Als in den 30er-Jahren auch die bisher größte Dürre in den Great Plains nicht zu ei­nem Umdenken in den USA führt, bricht Aldo Leopold nach Deutschland auf, um im Land sei­ner Vorfahren Anregungen für eine nachhaltige Forstwirtschaft zu be­kom­men. Be­geis­tert von den dort entwickelten Ideen versucht er nach seiner Rückkehr deren Um­set­zung. Seine heute noch drängenden philosophischen Fragen zum Natur­schutz be­schließen die­se so eigenwillige wie prophetische Naturethik ei­nes sich zeit­le­bens für die Erhaltung von Wildnisgebieten einsetzenden Visionärs.


Armin Nassehi – Muster

Schon seit dem 19. Jahrhundert werden in funktional ausdifferenzierten Ge­sell­schaf­ten statistische Mustererkennungstechnologien angewandt, um mensch­li­che Ver­hal­tens­wei­sen zu erkennen, zu regulieren und zu kontrollieren. Oft genug wird die Di­gi­ta­li­sie­rung unserer Lebenswelt heutzutage als Störung erlebt, als He­raus­for­de­rung und als In­fra­ge­stel­lung von gewohnten Routinen.

Im vorliegenden Buch unternimmt Armin Nassehi den Versuch, die Digitaltechnik in der Struktur der modernen Gesellschaft selbst zu fundieren. Er entwickelt die These, dass bestimmte gesellschaftliche Regelmäßigkeiten, Strukturen und Muster das Ma­te­ri­al bil­den, aus dem die Digitalisierung erst ihr ökonomisches, politisches und wis­sen­schaft­liches Kontroll- und Steuerungspotential schöpft. Infolge der Di­gi­ta­li­sie­rung wird die Ge­sell­schaft heute also regelrecht neu entdeckt.


Stuart Jeffries – Grand Hotel Abgrund

Stuart Jeffries entwirft eine vielschichtige Biographie der Frankfurter Schule, die sich mit­ten im Zeitalter der Extreme des 20. Jahrhundert ereignet. Mitreißend schildert er, wie Mitte der 20er bis Ende der 60er Jahre ihre gesellschaftlichen Utopien entstehen. Kritisch beobachtet Jeffries, wie die 68er-Bewegung aus der Frankfurter Schule her­vor­geht und sich etliche 68er zur Gewalt bekennen. Ironisch hält er fest, wie auch diese Rebellion scheitert und vermerkt bitter, dass die "Schule" geschlossen wird. Und den­noch stellte die Frankfurter Schule fast alles vom Kopf auf die Füße: Ent­schie­den wehr­ten sie sich gegen die Seilschaften alter Nazis und äußerten sich über Jahrzehnte hin­weg unmissverständlich gegen Populismus, rechte Ideologie, Frem­den­feind­lich­keit, Ras­sis­mus, Kapitalismus, Beherrschung von Natur und Mensch. Die deutsche Ge­sell­schaft ist seither eine ganz andere: freier, offener, (selbst-)­kritischer.


Jonathan Safran Foer – Wir sind das Klima! | Hörbuch

Der Klimawandel ist zu abstrakt, deshalb lässt er uns kalt. Foer erinnert an die Kraft und Notwendigkeit gemeinsamen Handelns und führt dazu anschaulich viele ge­lun­ge­ne Bei­spie­le an, die uns als Ansporn dienen sollen.

Foer nähert sich diesem wichtigen Thema eloquent, überzeugend, sehr persönlich und mit wachem Blick und großem Herz für die menschliche Unzulänglichkeit. Und das Bes­te: Seinen Lösungsansatz können Sie gleich in die Tat umsetzen.


Jürgen Habermaß – Auch eine Geschichte der Philosophie

Das neue Buch von Jürgen Habermas ist auch eine Geschichte der Philosophie. Es gibt im Stil einer Genealogie darüber Auskunft, wie die heute dominanten Gestalten des westlichen nachmetaphysischen Denkens entstanden sind. Als Leitfaden dient ihm der Diskurs über Glauben und Wissen, der aus zwei starken achsenzeitlichen Traditionen im römischen Kaiserreich hervorgegangen ist. Habermas zeichnet nach, wie sich die Phi­lo­so­phie sukzessive aus ihrer Symbiose mit der Religion gelöst und säkularisiert hat. In systematischer Perspektive arbeitet er die entscheidenden Kon­flikte, Lernprozesse und Zäsuren heraus sowie die sie begleitenden Trans­for­ma­tio­nen in Wissenschaft, Recht, Politik und Gesellschaft.

Das neue Buch von Jürgen Habermas ist aber nicht nur eine Geschichte der Phi­lo­so­phie. Es ist auch eine Reflexion über die Aufgabe einer Philosophie, die an der ver­nünf­ti­gen Freiheit kommunikativ vergesellschafteter Subjekte festhält: Sie soll da­rü­ber aufklären, "was unsere wachsenden wissenschaftlichen Kenntnisse von der Welt für uns bedeuten - für uns als Menschen, als moderne Zeitgenossen und als in­di­vi­du­el­le Personen".


Edward Snowden – Permanent Record

Als Datenspezialist und Ge­heim­nis­trä­ger für NSA und CIA deckt Edward Snowden auf, dass die US-Regierung heimlich das Ziel ver­folgt, jeden Anruf, jede SMS und jede E-Mail zu überwachen. Das Ergebnis wäre ein nie da­ge­we­se­nes System der Mas­sen­über­wa­chung, mit dem das Privatleben je­der ein­zel­nen Per­son auf der Welt durch­leuch­tet wer­den kann.

Er trifft eine folgenschwere Entscheidung und macht die geheimen Plä­ne öffentlich. Da­mit gibt er sein ganzes bisheriges Leben auf. Ein junger Mann, der im Netz auf­ge­wach­sen ist. Der zum Spion wird, zum Whistleblower und schließ­lich zum Ge­wis­sen des In­ter­nets. Dieses Buch bringt den wichtigsten Konflikt un­se­rer Zeit auf den Punkt: Was ak­zep­tie­ren wir - und wo müssen wir anfangen Widerstand zu leisten?


Jens Bisky – Berlin

Parvenü der Großstädte, Labor der Moderne, Symbol des zerrissenen 20. Jahr­hun­derts: In Berlin konzentriert sich nicht nur deutsche, sondern auch eu­ro­pä­i­sche Ge­schich­te. Bei­des hat Jens Bisky im Blick, wenn er die Entwicklung der Stadt seit ih­rem Aufstieg zur preußischen Residenz schildert.

Jens Bisky legt eine Gesamtdarstellung der Geschichte Berlins vor, wie es sie seit Jahr­zehn­ten nicht gegeben hat, vom Dreißigjährigen Krieg bis in die Gegenwart. Eine fas­zi­nie­ren­de Erzählung über Entstehung und Aufstieg, Fall und Neubeginn - und zu­gleich ein packendes Panorama deutscher wie europäischer Geschichte im Spiegel ei­ner ein­zig­ar­ti­gen Metropole.


Sascha Lobo – Realitätsschock

Haben Sie das Gefühl, die Welt sei aus den Fugen geraten? Sie sind nicht allein - die meisten Menschen haben in den letzten Jahren einen Realitätsschock erlitten: Unser Bild der Welt hat sich oft als kollektive Illusion entpuppt.

Sascha Lobo erklärt in seinem neuen Buch, warum die Welt plötzlich aus den Fugen ge­ra­ten zu sein scheint. In seiner großen Analyse untersucht er, woher diese dras­ti­schen Veränderungen kommen und was wir daraus lernen können und müs­sen. Wer "Re­a­li­täts­schock" liest, wird verstehen, warum so viele frühere Selbst­ver­ständ­lich­kei­ten ein­fach verpufft sind. Wird erkennen, dass die meisten Krisen auf Glo­ba­li­sie­rung und Di­gi­ta­li­sie­rung zurückgehen. Wird für die kommenden Brüche und Ver­än­de­run­gen bes­ser ge­wappnet sein, in Politik und Alltag.


Ronald Reng – Miro

Miroslav Klose war einzigartiger Torjäger und selbstloser Teamspieler. Einen wie ihn wird es im Profifußball nicht mehr geben: Mit 20 spielte er noch in der Bezirksliga und wurde dann Weltmeister und bester Torschütze in der Geschichte der Na­tio­nal­mann­schaft.

In enger Kooperation mit Miroslav Klose erzählt Ronald Reng von einem Mann, den jeder aus dem Fernsehen kennt - den aber keiner wirklich kannte: Mit acht kam er aus Polen, lernte Zimmermann und wurde Weltstar. Er spielte als Kopfballspezialist und Techniker in europäischen Topclubs. Mitreißend und berührend bringt uns "Miro" eine Zeit im Fußball nahe, die längst untergegangen ist: die Zeit des Straßen­fuß­bal­lers, der aus einfachsten Verhältnissen den Weg nach ganz oben geschafft hat.


Kwame Anthony Appiah – Identitäten

In den politischen Auseinandersetzungen der Gegenwart wird immer wieder eine Ka­te­go­rie aufgerufen: Identität. Wer sind wir? Oder besser: Was sind wir? Diese Fra­gen be­ant­wor­ten wir gewohnheitsmäßig mit kollektiven Kategorien wie Religion, Na­tionalität, Hautfarbe, Klasse oder Kultur. Kwame Anthony Appiah zeigt, dass hinter den politischen Ka­te­go­ri­en von Zugehörigkeit und Abgrenzung häufig paradoxe Zu­schrei­bun­gen stehen, und schöpft dabei aus einem schier unendlichen Reservoir his­to­ri­schen Wissens sowie persönlicher Erfahrungen - und schafft mit dem Hand­werks­zeug des Philosophen Ord­nung und Orientierung in einer häufig un­ü­ber­sicht­li­chen und politisch brisanten Dis­kus­sion. Sein Buch ist grundlegende Lek­tü­re für eine komplexe Welt.