Wir haben für Sie 30 besondere Bücher zusammengestellt: Ob wunderschöne Romane, humorvolle Geschichten, spannende Thriller oder anspruchsvolle Sachbücher – lassen Sie sich inspirieren.

Karen Duve – Fräulein Nettes kurzer Sommer

Fräulein Nette ist eine Nervensäge! Dreiundzwanzig Jahre alt, heftig, störrisch und vorlaut, ist sie das schwarze Schaf, das nicht in die Herde ihrer adligen Verwandten passen will.

Das Schlimmste aber ist ihre scharfe Zunge. Wenn die Künstlerfreunde ihres Onkels August nach Bökerhof kommen, über Kunst und Politik sprechen, mischt sie sich un­gefragt ein. Wilhelm Grimm bekommt bereits Panik, wenn er sie nur sieht. Ein Enfant terrible ist sie, wohl aber nicht für alle. Heinrich Straube, genialischer Mit­telpunkt der Göttinger Poetengilde, fühlt sich jedenfalls sehr hingezogen zu der Nich­te seines bes­ten Freundes. Seine Annäherungsversuche im Treibhaus der Fa­mi­lie bleiben durch­aus nicht unerwidert. Allerdings ist er nicht der einzige. Was folgt ist eine Lie­bes­ka­ta­stro­phe mit familiärem Flächenbrand.

George R.R. Martin – Feuer und Blut

Wie alles begann!
Die packende Vorgeschichte um die Herrschaft des Königshauses Targaryen.

Was für Tolkiens Fans das Silmarillion ist, erscheint nun von George R.R. Martin – die epische Vorgeschichte von "Das Lied von Eis und Feuer" / "Game of Thrones". Drei Jahr­hunderte, bevor die Serie beginnt, eroberte Aegon Targaryen mit seinen Schwes­ter­ge­mah­linnen und ihren drei Drachen den Kontinent Westeros. 280 Jahre währte die Herr­schaft seiner Nachkommen. Sie überstanden Rebellion und Bür­ger­krieg – bis Robert Baratheon den irren König Aerys II. vom Eisernen Thron stürzte. Dies ist die Geschichte des großen Hauses Targaryen, niedergeschrieben von Erz­maester Gyldayn, transkribiert von George R.R. Martin.

Yuval Noah Harari – 21 Lektionen für das 21. Jahrhundert

Wie unterscheiden wir Wahrheit und Fiktion im Zeitalter der Fake News? Was sollen wir unseren Kindern beibringen? Wie können wir in unserer unübersichtlichen Welt mo­ra­lisch handeln? Wie bewahren wir Freiheit und Gleichheit im 21. Jahrhundert?

Seit Jahrtausenden hat die Menschheit über den Fragen gebrütet, wer wir sind und was wir mit unserem Leben anfangen sollen. Dieses Buch will möglichst viele Men­schen dazu anregen, sich an den großen Debatten unserer Zeit zu beteiligen, damit die Ant­worten nicht von den blinden Kräften des Marktes gegeben werden.

Thomas Fischer – Über das Strafen

Was ist eine gerechte Strafe? Gibt es sie überhaupt?
Für den leidenschaftlichen und wortmächtigen Strafjuristen Thomas Fischer geht es um das, was unsere Gesellschaft zusammenhält: Ein selbstgegebenes Regelwerk, unser Rechts­system, das von vielen Bedingungen abhängt und in ständiger Be­we­gung ist. Wie kein anderes Rechtsgebiet steht das Strafrecht im Fokus öf­fent­lichen Interesses. Als Grund­lage staatlichen Handelns verspricht es Sicher­heit; aber es ist auch ein Ort, an dem grund­le­gen­de Fragen des ge­sell­schaft­lichen Lebens, der Frei­heits­spielräume und der Ver­ant­wortung verhandelt und besprochen werden.

Fischers These: Strafrecht ist Kommunikation und Gewalt. Keiner kennt seine Ent­wick­lung besser als der weit über seine Fachkreise hinaus bekannte frühere Bun­des­richter.

Michelle Obama – Meine Geschichte

Michelle Obama ist eine der überzeugendsten und beeindruckendsten Frauen der Ge­gen­wart. Als erste afro-amerikanische First Lady der USA trug sie maßgeblich dazu bei, das gastfreundlichste und offenste Weiße Haus zu schaffen, das es je gab. Sie wurde zu einer energischen Fürsprecherin für die Rechte von Frauen und Mädchen in der gan­zen Welt, setzte sich für einen dringend notwendigen ge­sell­schaft­lichen Wandel hin zu einem ge­sün­deren und aktiveren Leben ein und stärkte außerdem ihrem Ehemann den Rücken, wäh­rend dieser die USA durch ei­ni­ge der schmerzlichsten Momente des Lan­des führte.

In diesem Buch erzählt sie nun erstmals ihre Geschichte – in ihren eigenen Worten und auf ihre ganz eigene Art. Sie nimmt uns mit in ihre Welt und berichtet von all den Er­fah­rungen, die sie zu der starken Frau gemacht haben, die sie heute ist. Dieses Buch ist mehr als eine Autobiografie. Es enthält die ungewöhnlich intimen Er­in­ne­run­gen einer Frau mit Herz und Substanz, deren Geschichte uns zeigt, wie wichtig es ist, sei­ner ei­ge­nen Stimme zu folgen.

Sebastian Fitzek – Der Insasse

Sebastian Fitzek, Deutschlands prominentester Autor von Psychothrillern, mit seinem neu­en Bestseller aus dem Inneren der Psychiatrie!

Vor einem Jahr verschwand der kleine Max Berkhoff.
Nur der Täter weiß, was mit ihm geschah.
Doch der sitzt im Hochsicherheitstrakt der Psychiatrie und schweigt.
Max' Vater bleibt nur ein Weg, um endlich Gewissheit zu haben:
Er muss selbst zum Insassen werden.

Annette Hess – Deutsches Haus

Frankfurt 1963: Eva, gelernte Dolmetscherin und jüngste Tochter der Wirtsleute Bruhns, steht kurz vor ihrer Verlobung. Unvorhergesehen wird sie gebeten, bei ei­nem Prozess die Zeugenaussagen zu übersetzen. Ihre Eltern sind, wie ihr zu­künf­tiger Ver­lob­ter, da­ge­gen: Es ist der erste Auschwitz-Prozess, der in der Stadt ge­ra­de vor­be­rei­tet wird.

Eva, die noch nie etwas von diesem Ort gehört hat, folgt ihrem Gefühl und wi­der­setzt sich ihrer Familie. Sie nimmt die Herausforderung an, ohne zu ahnen, dass dieser Jahr­hundert­pro­zess nicht nur das Land, sondern auch ihr eigenes Le­ben un­wider­ruflich ver­än­dern wird.

Stephen Pinker – Aufklärung jetzt

Hass, Populismus und Unvernunft regieren die Welt, Wissenschaftsfeindlichkeit macht sich breit, Wahrheit gibt es nicht mehr: Wer die Schlagzeilen von heute liest, könnte so den­ken. Doch Bestseller-Autor Steven Pinker zeigt, dass das grundfalsch ist. Er hat die Ent­wick­lung der vergangenen Jahrhunderte gründlich untersucht und beweist in seiner ful­mi­nan­ten Stu­die, dass unser Leben stetig viel besser ge­wor­den ist. Heute leben wir län­ger, gesünder, sicherer, glücklicher, friedlicher und wohl­ha­ben­der denn je, und nicht nur in der westlichen Welt. Der Grund: die Auf­klä­rung und ihr Wertesystem.

Denn Aufklärung und Wissenschaft bieten nach wie vor die Basis, um mit Vernunft und im Konsens alle Probleme anzugehen. Anstelle von Gerüchten zählen Fakten, anstatt über­lie­fer­ten Mythen zu glauben baut man auf Diskussion und Argumente. Anschaulich und bril­lant macht Pinker eines klar: Vernunft, Wissenschaft, Hu­ma­nis­mus und Fort­schritt sind weiterhin unverzichtbar für unser Wohlergehen. Ohne sie wird die Welt auf keinen Fall zu einem besseren Ort für uns alle.

Jörn Leonhard – Der überforderte Frieden

Aus aller Welt kamen im Frühjahr 1919 Diplomaten und Staatsmänner nach Paris, um den größten Krieg, den die Welt bis dahin gesehen hatte, zu beenden und eine neue Friedensordnung zu errichten. Doch die Aufgabe musste die Akteure über­for­dern.

Meisterhaft und mit dem Blick für die globalen Zusammenhänge erzählt Jörn Leon­hard, wie die Welt vom Krieg in den Frieden schlitterte und was diese Zeiten­wende für den weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts bedeutete. Der Erste Weltkrieg war ein indus­trialisierter Massenkrieg. Je länger er dauerte, desto mehr veränderte er die Gesell­schaften, die ihn führten, und desto rasanter entwertete er das Wissen der Politiker. Wie sollte man ihn beenden?

Dennis Lehane – Der Abgrund in dir

Rachel war eine erfolgreiche Fernsehjournalistin, bis ein Zusammenbruch vor der Ka­me­ra ihrer Karriere und ihrem bisherigen Leben ein Ende setzt. Zermürbt von Pa­nik­attacken, verlässt sie kaum noch das Haus.

Es ist Brian, der sie aus diesem Alptraum befreit, und es ist Brian, der ihr zweites Le­ben zu einer Farce aus Betrug, Verrat und Gefahr macht. Nichts ist mehr, wie es scheint, und Rachel muss sich entscheiden: Wird sie kämpfen für das, was sie liebt, oder im Strudel einer unglaublichen Verschwörung untergehen?

Elena Ferrante – Lästige Liebe

Dreimal ruft sie an, sie klingt überdreht und verstört, und eigentlich sollte sie im Zug nach Rom sitzen, unterwegs zu Delia, ihrer Tochter. Wenig später wird ihre halb­nackte Leiche an Land gespült. Zur Beerdigung kehrt Delia nach Neapel zurück, in die er­sticken­de, chaotische Heimatstadt, in ihre verhasste Vergangenheit. Und sie bleibt, denn sie muss die Wahrheit wissen: Warum starb ihre Mutter? Und welche Rolle spielt Caserta, ein ehemaliger Freund ihres gewalttätigen Vaters, der plötzlich wieder auf­taucht? Er jedenfalls scheint der Letzte zu sein, der die Mutter lebend gesehen hat.

Zunehmend verzweifelt läuft Delia durch die Gassen der Stadt und entwirrt Er­in­ne­run­gen, die sie lange unterdrückt hatte. Noch ahnt sie nicht, wie schutzlos sie sein wird, gegen das schreckliche Geheimnis ihrer eigenen Kindheit ...

Bob Woodward – Furcht

Bob Woodward, die Ikone des investigativen Journalismus in den USA, hat alle ame­ri­ka­nischen Präsidenten aus nächster Nähe beobachtet. Nun nimmt er sich den der­zei­ti­gen Präsidenten vor und enthüllt den erschütternden Zustand des Weißen Hau­ses un­ter Donald Trump.

Woodward beschreibt, wie dieser Präsident Entscheidungen trifft, er berichtet von es­ka­lierenden Debatten im Oval Office und in der Air Force One, dem volatilen Cha­rak­ter Trumps und dessen Obsessionen und Komplexen. Woodwards Buch ist ein Dokument der Zeitgeschichte: Hunderte Stunden von Interviews mit direkt Be­tei­lig­ten, Ge­sprächs­pro­to­kol­le, Tagebücher, Notizen – auch von Trump selbst – bieten ei­nen dra­ma­ti­schen Ein­blick in die Machtzentrale der westlichen Welt, in der vor al­lem eines herrscht: Furcht.

Eva Meijer – Die Sprachen der Tiere

Die Philosophin und Schriftstellerin Eva Meijer beschreibt in diesem abwechs­lungs­rei­chen und unter­halt­samen Buch tierische Kommuni­ka­tions­formen. Sie wechselt dabei von wissen­schaftlichen Anek­doten zu deren Ana­lyse und von persön­lichen Erleb­nissen zu phi­lo­so­phi­schen Re­flexio­nen über Sprache und ihre Funk­tio­nen. Die laut­lichen Äuße­run­gen von Hun­den, Del­fi­nen oder Ele­fan­ten be­schreibt sie ebenso wie die er­staun­lichsten sys­te­mi­schen und kör­per­lichen Kom­mu­ni­ka­tions­formen bei Amei­sen oder Bie­nen. Es geht ihr neben der Ent­deckung einer bis heute fast un­er­forsch­ten Welt auch um die Mög­lich­kei­ten der Ver­stän­di­gung von Mensch und Tier.

Ihre über­raschen­den Ent­deckun­gen und Ein­sich­ten mün­den je­doch letzt­lich in der Fra­ge, ob es nicht an der Zeit wäre, die schwache po­li­tische Po­si­tion der Tie­re zu über­den­ken. Denn wer Sprache hat, ist ein Mensch und damit ein ethi­sches Sub­jekt, so je­den­falls eine jahr­hun­derte­alte philo­so­phische Über­zeugung, mit der man bis­lang den Men­schen über das Tier er­he­ben wollte.

Bernard Cornwell – Narren und Sterbliche

Ein ungeheuer spannender und farbiger historischer Roman über Eifersucht, Verrat, Liebe und die Kunst, wie ihn nur Bernard Cornwell schreiben kann.

Zur Hochzeit einer hochgestellten Dame soll die Theatertruppe von William Shakespeare ein neues Stück auf die Bühne brin­gen, eine Komödie mit dem Titel "Der Sommernachtstraum". Mit von der Partie: Richard, William Shakespeares jüngerer Bruder, vom Älteren wenig geliebt und auf der Bühne nur in Frauenrollen geduldet.
Dann geschieht eine Katastrophe: Ein konkurrierendes Schauspielhaus lässt das Stück steh­len. Aber Richard weiß, wie die Uraufführung zu retten ist. Er wird das Stück zu­rück­stehlen und damit William dazu bringen, ihn endlich zu respektieren, ihm endlich eine Män­nerrolle zu geben - und dann fehlt ihm zu seinem Glück nur noch die Hand der schö­nen Silvia...

Christian Berkel – Der Apfelbaum | Hörbuch

Für den Roman seiner Familie hat der Schauspieler Christian Berkel seinen Wurzeln nachgespürt. Er hat Archive besucht, Briefwechsel gelesen und Reisen un­ter­nom­men. Entstanden ist ein großer Familienroman vor dem Hintergrund eines ganzen Jahr­hun­derts deutscher Geschichte, die Erzählung einer ungewöhnlichen Liebe.

Sie führt über drei Generationen von Ascona, Berlin, Paris, Gurs und Moskau bis nach Buenos Aires. Am Ende steht die Geschichte zweier Liebender, die un­ter­schied­licher nicht sein könnten und doch ihr Leben lang nicht voneinander lassen.

Walter Isaacson – Leonardo da Vinci

Unehelich, Vegetarier, homosexuell, Linkshänder, leicht ablenkbar und durchaus ket­zerisch – Leonardo da Vinci verlangte der Gesellschaft des 15. und 16 Jahrhunderts so manches ab. Und er gab viel zurück. Er schälte das Fleisch von Schädeln, um die Ge­sichtsphysiognomie zu erkunden, zeichnete die Muskulatur der Lippen nach – und mal­te erst dann das einzigartige Lächeln der Mona Lisa! Er studierte, wie Licht­strah­len auf die Hornhaut treffen und schaffte dadurch die wechselnden Pers­pek­ti­ven in seinem Ge­mälde "Das Abendmahl".

Leonardo erinnert uns bis heute daran, wie wichtig es ist, nicht nur ständig neues Wis­sen zu erlangen, sondern dieses auch immer wieder zu hinterfragen, der Fan­ta­sie frei­en Raum zu lassen und abseits festgelegter Muster zu denken – so wie alle großen Geis­ter der Weltgeschichte.

Thomas Darnstädt – Verschlusssache Karlsruhe

Die Archive des Bundesverfassungsgerichts waren so verschlossen wie die des Va­ti­kans. Nun endlich sind die alten Akten der großen Prozesse um die junge De­mo­kra­tie des Grund­gesetzes zugänglich. Die Karlsruher Papiere illustrieren, wie hinter den Ku­lis­sen um die Grundwerte der neuen Verfassung gerungen wurde – und wie auf den Trüm­mern eines Staates, der von Rassenhass und Kriegsgeschrei geprägt war, eine frei­heit­liche Ge­sel­lschaft entstehen konnte, die sich der Menschenwürde und dem Frie­den verschrieben hat.

Nach Sichtung hunderter Akten zeigt Thomas Darnstädt anhand der Debatten um Par­tei­verbote, Schwangerschaftsabbruch oder Gleichberechtigung und um Polit-Intrigen wie der Spiegel-Affäre oder dem Adenauer-Fernsehen, wie die Richter in Karlsruhe die Weichen in die Zukunft Deutschlands stellten.

Dörte Hansen – Mittagsstunde | Hörbuch

Die Wolken hängen schwer über der Geest, als Ingwer Feddersen, 49, in sein Hei­mat­dorf zurückkehrt. Er hat hier noch etwas gutzumachen. Großmutter Ella ist da­bei, ihren Ver­stand zu verlieren, Großvater Sönke hält in seinem alten Dorfkrug stur die Stel­lung. Er hat die besten Zeiten hinter sich, genau wie das ganze Dorf. Wann hat dieser Nie­der­gang be­gonnen? In den 1970ern, als nach der Flur­be­rei­ni­gung erst die Hecken und dann die Vö­gel verschwanden? Als die großen Höfe wuchsen und die kleinen star­ben? Als Ingwer zum Stu­dium nach Kiel ging und den Alten mit dem Gasthof sitzen ließ?

Mit großer Wärme erzählt Dörte Hansen vom Verschwinden einer bäuerlichen Welt, von Verlust, Abschied und von einem Neubeginn.

Alfred Neumann – Es waren ihrer sechs

Bereits vor seinem Erscheinen in Deutschland wurde Alfred Neumanns inter­na­tio­naler Erfolgsroman zum Skandal. Inge Scholl, die Schwester von Sophie und Hans Scholl, wendete sich mit einem Brandbrief an die Presse. Und zahlreiche Re­zen­senten warfen Neumann vor, dass er aus dem Exil heraus einen fiktionalen Roman verfasst habe, der die Ereignisse falsch wiedergebe und der »zauberhaft un­schulds­vol­len Jugend der Weißen Rose« (Hans Joachim Wiegand) nicht gerecht wer­de. Denn längst ging es um mehr, als um die Kritik an einem Roman: Die Er­in­ne­rung an die Weiße Rose war zu ei­ner Frage nationaler Selbstvergewisserung ge­wor­den.

Jetzt lässt sich dieser sprachlich virtuose Roman wieder entdecken und seine Re­zep­tionsgeschichte nachvollziehen. Neumanns Helden sind ambivalente, innerlich durch­aus zerrissene Charaktere mit brüchigen Biografien. Und gerade das lässt seine Pro­ta­go­nis­ten für den heutigen Leser so authentisch und lebendig wirken.

Hans Rosling – Factfulness

Es wird alles immer schlimmer, eine schreckliche Nachricht jagt die andere: Die Rei­chen werden reicher, die Armen ärmer. Es gibt immer mehr Kriege, Ge­walt­ver­bre­chen, Natur­katastrophen. Viele Menschen tragen solche beängstigenden Bilder im Kopf. Doch sie liegen damit grundfalsch.

Unser Gehirn verführt uns zu einer drama­tisierenden Weltsicht, die mitnichten der Re­a­lität entspricht, wie der geniale Statistiker und Wissenschaftler Hans Rosling erklärt.

Georg Brunold – Handbuch der Menschenkenntnis

Das Handbuch der Menschenkenntnis versammelt Mutmaßungen und Erkenntnisse über das Wesen des Menschen und sein Verhalten aus 2500 Jahren, von Homer bis zu mo­dernen Verhaltensforschern wie Robert Sapolsky, vom chinesischen Strategen Meis­ter Sun Tsu bis zu Glücksforschern wie Daniel Goleman.
Von jeher versucht der Mensch, das Tun und Lassen seiner Artgenossen zu er­grün­den, ihre Beweggründe und Ziele zu verstehen, einzuschätzen, wie sie den­ken und fühlen. Was an Möglichkeiten steckt in ihnen, was haben wir von ihnen zu er­war­ten? Wie wer­den sie sich in bestimmten Situationen verhalten? Was sollte man beim Umgang mit ihnen tun? Und was sollte man tunlichst sein lassen?

Georg Brunolds Streifzug durch die Menschenkunde lehrt uns nicht nur Er­staun­liches über unsere Mitmenschen, sondern auch Hochpraktisches über den Umgang mit ihnen und uns selbst.

Katharina Adler – Ida

Sie ist eine der bekanntesten Patientinnen des 20. Jahrhunderts: Dora, das jü­di­sche Mäd­chen mit der 'petite hystérie' und einer äußerst verschlungenen Fa­mi­li­en­ge­schich­te. Dora, die kaum achtzehn war, als sie es wagte, ihre Kur bei Sig­mund Freud vor­zei­tig zu beenden, und ihn, wie er es fasste, "um die Befriedigung [brachte], sie weit gründ­licher von ihrem Leiden zu befreien."

Für Katharina Adler war die widerständige Patientin lange nicht mehr als eine Fa­mi­lien-Anekdote: ihre Urgroßmutter, die – nicht unter ihrem wirklichen Namen und auch nicht für eine besondere Leistung – zu Nachruhm kam, und dabei mal zum Op­fer, mal zur Hel­din sti­li­siert wurde. Von ihr, von 'Ida', handelt dieser mitreißende Roman. Mit gro­ßem ge­stal­te­rischem Weitblick und scharfem Auge für jedes Detail er­zählt Katharina Adler die Ge­schich­te einer Frau zwischen Welt- und Ner­ven­krie­gen, Exil und Er­in­ne­rung. Eine Ge­schicht­e, in die sich ein halbes Jahr­hun­dert mit sei­nen Ver­wer­fun­gen ein­ge­schrie­ben hat.

Marilynne Robinson – Zuhause

In "Zuhause" kehrt Glory Boughton nach Gilead zurück, um ihren sterbenden Vater zu pfle­gen. Kurz darauf findet auch ihr Bruder Jack nach 20 Jahren heim, der Bad Boy der Fa­mi­lie, der zu viel trinkt und zu wenig tut. Jack eckt bei allen an - und doch ist er der Lieb­ling des Vaters. Allmählich knüpft er ein enges Band zu seiner Schwes­ter, hütet aber weiter ein großes Geheimnis – einen Konflikt aus dem dunk­len Amerika, in dem Haut­farbe und Lei­den­schaft Hass gebären.

"Zuhause" ist ein auf leise, präzise Art schonungsloses Buch, in dem Marilynne Ro­bin­son die Kontraste ihrer Welt um den fiktiven Ort Gilead noch eindringlicher zeich­net. Sie erzählt mit gro­ßer Meisterschaft von Scham und Würde, von Gnade und Ver­ge­bung, und wieder ge­lingt es ihr, dem Trost ein Zuhause zu geben.

David Graeber – Bullshit Jobs

Ein Bullshit-Job ist eine Beschäftigungsform, die so völlig sinnlos, unnötig oder schäd­lich ist, dass selbst der Arbeitnehmer ihre Existenz nicht rechtfertigen kann. Es geht also ge­ra­de nicht um Jobs, die niemand machen will, sondern um solche, die eigentlich niemand braucht. Im Zuge des technischen Fortschritts sind zahl­rei­che Arbeitsplätze durch Ma­schi­nen ersetzt worden. Trotzdem ist die durch­schnitt­liche Arbeitszeit nicht etwa ge­sun­ken, sondern auf durchschnittlich 41,5 Wo­chen­stun­den gestiegen. Wie konn­te es dazu kommen?

David Graeber, einer der radikalsten politischen Denker unserer Zeit, geht diesem Phä­no­men auf den Grund. Ein packendes Plädoyer gegen die Ausweitung sinnloser Arbeit, die die moralischen Grundfesten unserer Gesellschaft ins Wanken bringt.

Jan Assmann – Achsenzeit

Um das 6. Jahrhundert v.Chr. traten in verschiedenen Kulturräumen der Welt un­ab­hän­gig voneinander Philosophen und Propheten auf, die das bisherige mythische Den­ken über­wan­den: Konfuzius und Laotse in China, Buddha in Indien, Zarathustra in Persien, die Pro­phe­ten des Alten Israel und die vorsokratischen Philosophen in Grie­chen­land. Diese Zeit wurde von Karl Jaspers "Achsenzeit" genannt.

Jan Assmann beschreibt, wie Historiker und Philosophen seit der Aufklärung die er­staun­liche Gleichzeitigkeit der Achsenzeit-Kulturen erklärt und in der Achsenzeit die geis­ti­gen Grundlagen der Moderne gesucht haben. Die Annahme einer Achsenzeit der Welt­ge­schichte wurde so zu einem Gründungsmythos der Moderne. Sie hält einer his­to­rischen Überprüfung zwar nicht stand, wie das Buch anschaulich zeigt, aber an das damit verbundene Be­stre­ben, eine eurozentrische Sicht auf die Ge­schichte zu über­win­den, können wir bis heute anknüpfen.

Mick Herron – Slow Horses

River Cartwright ist ein ausgemusterter MI5-Agent, und er ist es leid, nur noch Müll­säcke zu durchsuchen und abgehörte Telefonate zu transkribieren. Er wittert seine Chance, als ein pakistanischer Jugendlicher entführt wird und live im Netz ent­haup­tet werden soll. Doch ist das Opfer der, der er zu sein vorgibt? Und wer steckt hin­ter den Entführern? Die Uhr tickt, und jeder der Beteiligten hat seine ei­ge­ne A­gen­da. Auch Rivers Chef.

Ian McGuire – Nordwasser | Hörbuch

Henry Drax kennt kein Gewissen. Er ist Harpunierer auf der Volunteer, einem Wal­fang­schiff, das von England Kurs auf die arktischen Gewässer der Baffinbucht nimmt. Eben­falls an Bord ist Patrick Sumner, ein Arzt von zweifelhaftem Ruf, der glaubt, schon alles gesehen zu haben – nicht ahnend, dass seine größte Prüfung noch bevorsteht, nach­dem er Drax einer ungeheuerlichen Tat überführt hat.

Während sich der Konflikt zwi­schen den beiden Männern zuspitzt, wird auch der ei­gent­liche Sinn der ver­häng­nis­vollen Expedition zu­neh­mend klar ...

Massimo Listri – Die schönsten Bibliotheken der Welt

Ob vertäfelte Klosterbibliothek, Büchersaal einer altehrwürdigen Universität, ein von Ka­me­len gezogenes Buchmobil an der kenianisch-somalischen Grenze, die be­rühmte Pri­vat­bi­blio­thek der Medici oder die ei­gene private Bibliothek, die die eigene Biografie ab­bildet, Bü­cher­sammlungen und Bibliotheken sind Wohlfühlorte, Oasen der Stille und zu­gleich ü­ber­bor­dend vor Ideen, Möglichkeiten, Historien, al­ter­na­ti­ven Lebenswelten und un­ent­deckten Dingen. Sie bieten konzentrierter Ar­beit, mo­der­ner Geis­tes­wis­sen­schaft und a­na­lytischem Denken Raum und sind doch auch Orte der Kon­tem­plation, des Träumens und des Er­in­nerns.

Auf dieser Fotoexpedition besucht Massimo Listri einige der ältesten und schönsten Bi­blio­theken der Welt. "Die schöns­ten Bibliotheken der Welt" ist ein Augenschmaus für Bü­cher­freunde, eine Ode an das Lesen und die Schriftkultur und eine kul­tur­his­to­ri­sche Wallfahrt an die Stät­ten, die Archiv und Arche unserer Geschichte sind.

Michael Ondaatje – Kriegslicht

Nach Kriegsende wird der vierzehnjährige Nathaniel mit seiner Schwester Rachel von den Eltern in London zurückgelassen. Der geheimnisvolle "Falter", der sie in Obhut ge­nommen hat, und dessen exzentrische Freunde kümmern sich fürsorglich um sie. Wer aber sind die­se Menschen wirklich? Und was hat es zu bedeuten, dass die Mutter nach langem Schwei­gen aus dem Nichts wieder zurückkehrt? "Meine Sünden sind vielfältig", wiederholt sie, mehr gibt sie nicht preis.

Als er erwachsen ist, beginnt Nathaniel die geheime Vergangenheit seiner Mutter als Spi­o­nin im Kalten Krieg aufzuspüren. Fünfundzwanzig Jahre nach dem "Eng­lischen Pa­tien­ten" hat Michael Ondaatje ein neues Meisterwerk geschrieben.

Neil MacGregor – Leben mit den Göttern

Neil MacGregors neues Buch nimmt uns mit auf eine unvergessliche Reise durch die Welt der Götter und Religionen.

Von der Arktis bis nach Japan, von Indien bis Peru, von Afrika bis Schottland folgt die­ses opulent bebilderte Buch den Spuren der Götter im Leben der Gesellschaften und der Einzelnen. Gerade indem es die zahllosen Geschichten und Mythen, die es überall auf der Welt gibt, nebeneinander stellt und miteinander vergleicht, macht es uns über­raschend klar, wieviel Gemeinsames in den ganz unterschiedlichen Er­zäh­lungen, Ritua­len, Opfern, Sehnsüchten und Ängsten steckt, die unser Leben mit den Göttern seit Jahrtausenden hervorgebracht hat.