Kein Palandt? Kein Schönfelder?

Die Namen von Juristen, die in der NS-Zeit aktiv waren, werden ersetzt

Der C.H.Beck Verlag hat sich dazu entschlossen, wichtige Jura-Standardwerke umzubenennen: So werden Namen von Autoren oder Herausgebern, die während der nationalsozialistischen Diktatur eine aktive Rolle eingenommen haben, auf den Titeln nicht beibehalten.

Der Verlag schreibt dazu in seiner Pressemitteilung:

"Geschichte kann man nicht ungeschehen machen. Deshalb haben wir zunächst die historischen Namen beibehalten", sagt Verleger Dr. Hans Dieter Beck. "So sollte der Name Palandt bislang als Erinnerung an das dunkelste Kapitel deutscher Rechtsgeschichte sichtbar bleiben. Ein Denkmal sollte ihm damit nicht gesetzt werden. Auf die Problematik haben wir im Vorwort des Werkes ausdrücklich hingewiesen. Um Missverständnisse auszuschließen, haben wir uns nun dazu entschlossen, Werke mit Namensgebern, die in der NS-Zeit eine aktive Rolle gespielt haben, umzubenennen." Diese Entscheidung wurde so auch mit den Autorinnen und Autoren des Verlages abgestimmt. Dr. Beck: "In Zeiten zunehmenden Antisemitismus ist es mir ein Anliegen, durch unsere Maßnahmen ein Zeichen zu setzen."

Folgende Werke aus dem C.H.Beck Verlag sind betroffen:

Der Kurzkommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) wird nicht mehr den Namen Otto Palandts tragen, sondern den des Richters am Bundesgerichtshof Dr. Christian Grüneberg. Diese Änderung wird mit dem Erscheinen der 81. Auflage Ende des Jahres umgesetzt.

Die Gesetzessammlung Deutsche Gesetze (ehemals Schönfelder) wird in Zukunft von Prof. Dr. Mathias Habersack herausgegeben. Diese Änderung wird mit dem Erscheinen der nächsten Ergänzungslieferung umgesetzt.
Wie der C.H.Beck Verlag weiterhin mitteilte, bleiben die alten Ordner vorerst bestehen und werden erst mit den neuen Auflagen geändert. Fortsetzungskunden werden jedoch in den kommenden Monaten Namens-Aufkleber für die Ordner und Kartons bereitgestellt. Ein Austausch der Bestandsordner von Fortsetzungskunden plant der Verlag mit einer späteren Ergänzungslieferung, wenn die erforderliche Menge an Ordnern produziert wurde.

Der Loseblattkommentar zum Grundgesetz (ehemals Maunz/Dürig) wird künftig den Namen Dürig/Herzog/Scholz tragen. Diese Änderung wird mit dem Erscheinen der nächsten Ergänzungslieferung umgesetzt.

Der Kommentar zum EStG, KStG, GewStG (ehemals Blümich) erhält die Namen der Herausgeber Dr. Peter Brandis und Prof. Dr. Bernd Heuermann. Diese Änderung wird mit dem Erscheinen der nächsten Ergänzungslieferung umgesetzt.