10 Jahre Schweitzer Forum: Digitale Bibliotheken

Über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland!

Wir freuen uns sehr, dass unser diesjähriges Schweitzer Forum: Digitale Bibliotheken einen solchen Zuspruch erhalten hat. Mit einer Teilnehmerzahl in dieser Höhe haben wir im Sommer, als wir uns dazu entschieden, die Fachveranstaltung ins Virtuelle zu verlagern, nicht gerechnet. Ein ganz besonderer Dank gilt an dieser Stelle noch einmal unseren Referentinnen und Refe­ren­ten, die mit ihren zukunftsweisenden Vorträgen das Forum bereichert und uns Perspektiven in dieser außergewöhnlichen Zeit aufgezeigt haben.

Trotz des sehr positiven Feedbacks zu unserer Online-Veranstaltung hoffen wir, Sie im kommenden Jahr – am 11. November 2021 – wieder persönlich begrüßen zu dürfen. Das 11. Schweitzer Forum: Digitale Bibliotheken wird im Alten Rathaus in Hannover statt­finden. Weitere Informationen zum Programm und zur Teilnahme folgen.

Sechs topaktuelle Fachvorträge

E-only statt e-preferred: Segen oder Fluch der Covid-19-Pandemie in der Erwerbung?

Dr. Andreas Lütjen | Leitung des Bereich Erwerbung und Katalogisierung im Programmbereich Bestandsentwicklung und Metadaten der Technischen Informationsbibliothek (TIB)

Bisher hat die TIB auf eine abgestimmte e-preferred-Strategie gesetzt. Mit der Umstellung des Sommersemesters 2020 auf die Online-Lehre wurde der Zugang zu digitalen Medien noch dringender erforderlich und die Verlage erweisen sich in der Regel als (befristet) großzügig. Auch wenn das Mehrwertsteuerargument inzwischen Vergangenheit ist, muss man sich stärker denn je mit den elektronischen Angeboten auseinandersetzen, insbesondere ob Preis und Leistung angemessen sind.

Smart Libraries - Technologien, Methoden und Beispiele für den Weg zur Bibliothek der Zukunft

Linda Freyberg | Dozentin zu den Themen Smart Libraries, Augmented Reality und App-Konzeption und
Sabine Wolf | Sachgebietsleitung Aus- und Weiterbildung sowie zertifizierte Verhaltens- und Kommunikationstrainerin

Der Begriff "smart" wird in vielen Bereichen als Beschreibung zeit- oder ressourcensparender Lösungen genutzt, die mit Innovation und Technologieeinsatz oder auch mit Vollautomatisierung assoziiert werden und längst auch im Bibliothekswesen angekommen sind.
Doch was macht eine "Smart Library" aus und wie kann man eine solche werden? In ihrem Vortrag - basierend auf ihrem kürzlich erschienenen Sammelband - präsentieren die beiden Referentinnen eine Konzeptdefinition zu diesem Thema, nationale und internationale Beispiele sowie Methoden wie das 4-Spaces-Model, das Business Model Canvas und Design Thinking, die auf dem Weg zu einer Smart Library genutzt werden können. Der Vortrag stellt einen Beitrag zum Status Quo der Smarten Bibliotheken dar, der als Momentaufnahme zu verstehen ist, da das Konzept wie die Bibliotheken selbst in einem stetigen Wandel begriffen sind.

Automatisierte Inhaltserschließung auf der Basis von Machine-Learning-Methoden als Produktivverfahren an der ZBW

Dr. Anna Kasprzik | Leitung des Vorhabens "AutoSE" an der ZBW in Hamburg

Die ZBW entwickelt Machine-Learning-Lösungen zur Automatisierung der Inhaltserschließung, die nun benutzbar gemacht und nachhaltig in die bibliothekarische Praxis übertragen werden müssen. Wir skizzieren die ersten Schritte auf dem Weg zu einem zukunftsfähigen Produktivsystem und die damit verbundenen Herausforderungen, von technischen Aspekten der Softwarearchitektur über Hürden im bibliothekarischen Datenmanagement bis hin zu einer möglichst großen Offenheit für Weiterentwicklungen.

ONLINE FACILITATOR: Moderiere online wie ein Pro

Karina Hagemann | Online-Trainerin und Mediatorin aus München und
Michael Metzger | Design-Thinking-Berater und Agile Coach aus Berlin

Meeting in Zoom, Besprechung via MS Teams, Workshop auf Miro, neXboard oder Padlet: Corona hat die Digitalisierung quer durch alle Branchen auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt. Wofür gestern noch Treffen in der realen Welt unvermeidbar waren, das findet heute zwangsläufig im Internet statt. Die Folge: Trainer, Manager und Abteilungsleiter betreten sowohl mit technischen Tools als auch mit Abläufen und Arbeitsprozessen Neuland. Denn wer versucht, analoge Formate eins zu eins ins Internet zu übertragen und im digitalen Raum abzubilden, stößt schnell an Grenzen. Digitale Moderation folgt anderen Gesetzen. Wer die nicht berücksichtigt, hat schnell entnervte Teilnehmende und einen ausufernden Arbeitsalltag. Hier schlägt die Stunde der Online Facilitatoren. Karina Hagemann und Michael Metzger, Co-Founder der Online Facilitation Academy, zeigen in diesem kurzweiligen Input, wie sich digitale Räume von physischen Räumen unterscheiden, wie man sich online gut in Szene setzen kann - und welche Vorteile in Online-Formaten schlummern.

Enable! Open Access in den Social Sciences und Humanities als gemeinschaftliche Aufgabe aller Stakeholder des Publizierens

Dr. Karin Werner | Verlegerin beim transcript Verlag

Im journalbasierten STM-Bereich dominiert Open Access mittlerweile das Publikationsgeschehen. Auch in den bislang monographisch orientierten Social Sciences und Humanities wird der Ruf nach offenen Publikationsformen immer lauter, da sie den Wissenschaftler*innen wertvolle Möglichkeiten bieten, zusätzliche Reputationsbühnen zu bespielen. Offen gestellte Inhalte runden das bisherige Spektrum an Ausgaben ab und werden zunehmend nachgefragt. In dieser Situation des Umbruchs haben sich eine Reihe von Stakeholdern des wissenschaftlichen Publizierens in den SSH als Community zusammengefunden, um gemeinsam neue Modelle und Realisierungsformen für das Open-Access-Publizieren zu erdenken und zu erproben. Das erste Resultat dieser Zusammenarbeit ist ein im Mai publiziertes "Mission Statement". Zeitgleich begann die Arbeit in Arbeitsgruppen. Dieser Beitrag präsentiert ein Zwischenergebnis der Aktivitäten der Enable! Community.

Zu diesem Vortrag erfolgte keine Freigabe der Aufzeichnung.

Open Access an der HAW Hamburg - Studierende publizieren für Studierende

Alisa Person und Lea Reinhold | Für das Preisträger-Team TIP-Award 2020 (HAW Hamburg)

In der Projektvorstellung im Rahmen des "Team Award Information Professionals 2020" wird die studentische Open-Access-Zeitschrift "API Magazin" präsentiert. Dabei werden unter anderem Zielsetzung, Projektteam, Entstehung, Projektarbeit, Projektergebnis sowie die Weiterentwicklung näher beleuchtet. API (für Ausbilden | Publizieren | Informieren) ist eine digitale Open-Access-Zeitschrift für Studium, Lehre und Weiterbildung im Bereich Information, Bibliothek und Medien, die in Kooperation mit der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg im Januar 2020 erstmalig erschienen ist.