Vormärz

Deutschlands Aufbruch in die Moderne
 
 
C.H. Beck (Verlag)
  • 1. Auflage
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  • erschienen am 14. März 2019
  • |
  • 336 Seiten
 
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978-3-406-73534-9 (ISBN)
 
Der Vormärz hat einen schlechten Ruf. Die Jahre zwischen 1815 und 1848 gelten als Zeitalter der Restauration und Repression, als verlorene Übergangsepoche, die auf die Umwälzungen der Französischen Revolution und der Napoleonischen Herrschaft folgte. Doch wurden damals zugleich auf vielen Feldern die Grundlagen für die rasante Modernisierung gelegt, die Deutschland in der zweiten Jahrhunderthälfte durchlief. Wilhelm Bleek holt die Epoche des Vormärz aus ihrem Schattendasein und lässt sie in ihrer faszinierenden Vielfalt und Widersprüchlichkeit wiederaufleben.
Kulturell gelten die Jahre des Vormärz als Zeit des Biedermeier, in der sich der deutsche Michel mit Schlafrock und Zipfelmütze ins Private zurückzog und einer behäbigen Spießigkeit hingab. Doch gleichzeitig legte das Bürgertum ein gehöriges Selbstbewusstsein an den Tag, förderte Innovationen und bereitete der Obrigkeit durch ein lebendiges Vereinswesen großes Kopfzerbrechen. Goethe verfasste den zweiten Teil des Faust, die ersten Eisenbahnlinien entstanden, der Telegraf wurde erfunden, die Naturwissenschaftler organisierten und vernetzten sich in neuer Form, Sängervereine provozierten mit nationalen Liedern, Universitäten entstanden, und der preußische König weckte anlässlich der Wiederaufnahme der Arbeiten am Kölner Dom nationale Hoffnungen. Die Epoche mündete in die gescheiterte Revolution von 1848/49. Doch jenseits dieses Scheiterns legte sie die Grundlagen für Deutschlands Aufbruch in die Moderne.
  • Deutsch
  • München
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  • Deutschland
mit 23 Abbildungen
  • 4,80 MB
978-3-406-73534-9 (9783406735349)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Wilhelm Bleek ist Professor em. für Politikwissenschaft an der Universität Bochum.
Vorwort

Der Wiener Kongress (1814 /15)
Fürsten und Diplomaten verhandeln über eine europäische Gleichgewichtsordnung, tanzen miteinander und spionieren sich gegenseitig aus

Die Verfassung von Sachsen-Weimar-Eisenach (1816)
Ein kleines thüringisches Fürstentum geht beim konstitutionellen Fortschritt voran

Das Wartburgfest (1817)
Studenten zelebrieren zum 300. Jahrestag der Reformation einen patriotischen Gottesdienst und verbrennen anschließend Bücher

Die Gründung der Bonner Universität (1818)
Der protestantische König von Preußen errichtet eine akademische Bastion im katholischen Rheinland

Die Ermordung August von Kotzebues durch Carl Sand (1819)
Ein Theologiestudent ersticht einen Lustspieldichter aus nationalistischem Glaubenswahn

Die Uraufführung von Webers «Der Freischütz» (1821)
Romantische Liebesgeschichte im mythischen deutschen Wald

Die Gründung der Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte (1822)
Akademische Vereinsbildung zwischen Geselligkeitsbedürfnis und Wissenschaftsfortschritt

Der Tod von Friedrich Krupp (1826)
Nach dem Ableben des Gründers führen seine Witwe und ihr minderjähriger Sohn eine bankrotte Fabrik zum Weltrang

Der Bau von Bremerhaven (1827)
Die Hansestadt Bremen legt einen neuen Zugang zum Meer an

Die Wiederaufführung der Matthäus-Passion (1829)
Der junge Felix Mendelssohn Bartholdy erweckt Johann Sebastian Bach zu neuem Leben

Die Erstveröffentlichung des «Baedeker» (1832)
Ein Reiseführer läutet den modernen Massentourismus ein

Goethes Lebensende (1832)
Der Dichterfürst vollendet den zweiten Teil seiner Faust-Tragödie und stirbt

Das Hambacher Fest (1832)
Dreißigtausend feiern den europäischen Völkerfrühling

Die Erfindung des elektromagnetischen Telegraphen (1833)
Ein Astronomie- und Mathematikprofessor und sein Physikkollege spannen einen Draht über Göttingen

Die Protestation der Göttinger Sieben (1837)
Professoren gewinnen ihre Auseinandersetzung mit dem hannoverschen König dank der Unterstützung durch diegesamtdeutsche Öffentlichkeit

Der Bau der Eisenbahn zwischen Leipzig und Dresden (1837/39)
Ein neues Verkehrsmittel beschleunigt das allgemeine Zeitgefühl

Das Kölner Dombaufest (1842)
Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. legt den Grundstein zur Vollendung des Kölner Doms als einem deutschen Nationaldenkmal

Karl Marx und die «Rheinische Zeitung» (1843)
Der radikale Philosoph spielt als Redakteur einer liberalbürgerlichen Zeitung Katz und Maus mit der preußischen Zensur

Bettine von Arnims «Dies Buch gehört dem König» (1843)
Eine exzentrische Freifrau macht den preußischen König auf die Misere der Armen vor den Toren Berlins aufmerksam

Das Schleswig-Holstein-Lied (1844)
Nationale Sehnsucht aus deutschen Männerkehlen

Die Einweihung der Münchener St. Ludwigskirche (1844)
Der bayerische König setzt sich mit dem Bau einer Prachtstraße ein Denkmal

Die Hungerunruhen (1847)
Die Armen besorgen sich ihr «täglich Brot»

Die Eröffnung der deutschen konstituierendenNationalversammlung (18. Mai 1848)
Abgeordnete ziehen mit «Zuversicht und Hoffnung» in die Paulskirche ein

Resümee

Danksagung

ANHANG
Bildnachweis
Literaturverzeichnis
Personenregister

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