Die Reiter der Apokalypse

Geschichte des Dreißigjährigen Krieges
 
 
C.H. Beck (Verlag)
  • 1. Auflage
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  • erschienen am 15. März 2018
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  • 810 Seiten
 
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978-3-406-72339-1 (ISBN)
 
Mit dem berühmten Prager Fenstersturz im Mai 1618 begann ein gewaltiger Krieg, der Millionen Menschenleben fordern und drei Jahrzehnte andauern sollte. Bis heute ist diese beispiellose historische Katastrophe von Mythen überwuchert. Georg Schmidt, einer der großen Kenner der Epoche, legt aus Anlass des 400. Jahrestages eine Gesamtdarstellung des Dreißigjährigen Krieges auf dem neuesten Stand der Forschung vor.
"Die Reiter der Apokalypse" - das waren Krieg, Hunger und Seuchen, die einen millionenfachen Tod brachten und weite Teile Mitteleuropas verwüsteten. In seiner großen Geschichte des Dreißigjährigen Krieges verknüpft Georg Schmidt souverän das politische und militärische Geschehen mit Tagebuchaufzeichnungen, Predigten und anderen zeitgenössischen Quellen, die beklemmend anschaulich zeigen, wie der Krieg erfahren und durchlitten wurde: als Strafe Gottes, als Kampf um die deutsche Freiheit, als blutiger Weg zu einem neuen Frieden. So ist ein grandioses Panorama entstanden, das zugleich das Geschehen historisch deutet und einordnet: in das große religiöse Ringen von Reformation und Gegenreformation, den Machtkampf zwischen der Habsburgermonarchie und den Reichsständen, die Ziele der Nachbarstaaten und die undurchsichtigen Ränkespiele eines Wallenstein.
  • Deutsch
  • München
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mit 44 Abbildungen und 3 Karten
  • 7,63 MB
978-3-406-72339-1 (9783406723391)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Georg Schmidt ist Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Jena und einer der angesehensten Experten für die Geschichte des Dreißigjährigen Krieges. Sein Wissen-Band zum Thema hat acht Auflagen erlebt. Bei C.H.Beck sind außerdem erschienen: Wandel durch Vernunft. Deutsche Geschichte im 18. Jahrhundert (2009) und Geschichte des alten Reiches (1999).
1 - Cover [Seite 1]
2 - Titel [Seite 3]
3 - Zum Buch [Seite 813]
4 - Über den Autor [Seite 813]
5 - Impressum [Seite 4]
6 - Inhalt [Seite 5]
7 - Prolog [Seite 11]
7.1 - Eine Geschichte [Seite 11]
7.2 - Ein Komet [Seite 14]
7.3 - Die Reiter der Apokalypse [Seite 18]
7.4 - Die Erzählung [Seite 20]
8 - I. Spuren [Seite 27]
8.1 - 1. Ungewissheiten oder warum die Freiheit ängstigte [Seite 29]
8.1.1 - Die humanistische Öffnung [Seite 29]
8.1.2 - Der reformatorische Umbruch [Seite 35]
8.1.3 - Freiheit und Vaterland [Seite 44]
8.1.4 - Deutsche Freiheit [Seite 51]
8.1.5 - Türkenangst [Seite 58]
8.2 - 2. Verhärtungen oder wie die Menschen Gott vereinnahmten [Seite 64]
8.2.1 - Die Konfessionalisierung [Seite 64]
8.2.2 - Der niederländische Freiheitskampf [Seite 74]
8.2.3 - Die französischen Bürgerkriege [Seite 82]
8.2.4 - Die kleine Eiszeit [Seite 87]
8.2.5 - Wachsende Ungleichheit [Seite 93]
8.2.6 - Der Hexenwahn [Seite 99]
8.2.7 - Der prekäre Religionsfrieden [Seite 103]
8.3 - 3. Krise oder wie Krieg zur Option wurde [Seite 108]
8.3.1 - Der Reichs-Staat [Seite 108]
8.3.2 - Union und Liga [Seite 113]
8.3.3 - Der habsburgische Bruderzwist [Seite 119]
8.3.4 - Konfrontation und Kompositionspolitik [Seite 123]
8.3.5 - Meinungen und Inszenierungen [Seite 130]
8.3.6 - Friedensappelle [Seite 139]
8.3.7 - Das europäische Staatengefüge [Seite 143]
9 - II. Dreissig Jahre [Seite 153]
9.1 - 4. Böhmen oder wie ein regionaler Konflikt eskalierte [Seite 157]
9.1.1 - Die Tat [Seite 157]
9.1.2 - Das Zeichen [Seite 167]
9.1.3 - Krieg in Böhmen [Seite 173]
9.1.4 - Zwei Wahlen [Seite 178]
9.1.5 - Weichenstellungen [Seite 186]
9.1.6 - Die Schlacht [Seite 195]
9.1.7 - Kipper und Wipper [Seite 203]
9.2 - 5. An den Rhein und nach Norden oder warum der Krieg immer neue Gebiete erfasste [Seite 210]
9.2.1 - Grenzüberschreitungen [Seite 210]
9.2.2 - Das Ende der Kurpfalz [Seite 218]
9.2.3 - Eine instabile Ordnung [Seite 228]
9.2.4 - Vorstoß nach Norden [Seite 236]
9.2.5 - Die dänische Intervention [Seite 244]
9.3 - 6. Wallenstein oder wie der Krieg funktionierte [Seite 250]
9.3.1 - Der Aufstieg [Seite 250]
9.3.2 - Keplers Horoskope [Seite 255]
9.3.3 - Friedlands Wohlstand [Seite 259]
9.3.4 - Kriegskredite [Seite 261]
9.3.5 - Söldner [Seite 266]
9.3.6 - Militärgesellschaft [Seite 276]
9.3.7 - Waffen [Seite 282]
9.4 - 7. Das Meer oder wie imperiale Visionen scheiterten [Seite 285]
9.4.1 - Siegeszug [Seite 285]
9.4.2 - Widerstand [Seite 292]
9.4.3 - Dänische Niederlage [Seite 299]
9.4.4 - Friedenswunsch und Kriegsziele [Seite 304]
9.4.5 - Der Lübecker Friede [Seite 313]
9.4.6 - Europäische Kriegsschauplätze [Seite 321]
9.4.7 - Das Restitutionsedikt [Seite 326]
9.4.8 - Entlassung [Seite 335]
9.5 - 8. Werkzeug Gottes oder wie Gustav Adolf die Phantasie beflügelte [Seite 343]
9.5.1 - Motive [Seite 343]
9.5.2 - Aufladung [Seite 350]
9.5.3 - Der Leipziger Konvent [Seite 356]
9.5.4 - Magdeburg [Seite 361]
9.5.5 - Breitenfeld [Seite 370]
9.5.6 - Pfaffengasse [Seite 381]
9.6 - 9. Schicksal oder wie der Krieg seinen Helden verlor [Seite 390]
9.6.1 - Die Rückberufung [Seite 390]
9.6.2 - München [Seite 393]
9.6.3 - Gräueltaten [Seite 400]
9.6.4 - Vor Nürnberg [Seite 410]
9.6.5 - Lützen [Seite 415]
9.6.6 - Werkzeug Gottes [Seite 420]
9.7 - 10. Verwirrspiele oder warum Wallenstein sterben musste [Seite 429]
9.7.1 - Der Heilbronner Bund [Seite 429]
9.7.2 - Irrungen und Wirrungen [Seite 433]
9.7.3 - Ein präventiver Mord [Seite 441]
9.7.4 - Ein Kriegsjahr [Seite 453]
9.7.5 - Nördlingen [Seite 459]
9.8 - 11. Der Prager Frieden oder warum der Krieg weiterging [Seite 467]
9.8.1 - Die Prager Koalition [Seite 467]
9.8.2 - Nationale Begeisterung [Seite 477]
9.8.3 - Das Ende einer Illusion [Seite 482]
9.8.4 - Schwedischer Behauptungswille [Seite 488]
9.8.5 - Ein neuer Kaiser [Seite 495]
9.8.6 - Alternative Friedenspläne [Seite 502]
9.9 - 12. Uneinsichtigkeiten oder warum sich das Leiden verlängerte [Seite 506]
9.9.1 - Herzog Bernhards Krieg [Seite 506]
9.9.2 - In Deutschlands Mitte [Seite 519]
9.9.3 - Der Reichstag [Seite 524]
9.9.4 - Schwedische Siege [Seite 527]
9.9.5 - Vor dem Friedenskongress [Seite 533]
9.9.6 - Der dänisch-schwedische Krieg [Seite 536]
9.9.7 - Die Schweden vor Wien [Seite 539]
10 - III. Der Frieden [Seite 547]
10.1 - 13. Arrangements oder was zu regeln war [Seite 549]
10.1.1 - Die Ziele [Seite 549]
10.1.2 - Die Kongressorte [Seite 558]
10.1.3 - Die Delegierten [Seite 562]
10.1.4 - Das Zeremoniell [Seite 566]
10.1.5 - Grundprobleme [Seite 569]
10.1.6 - Entschädigungen [Seite 577]
10.2 - 14. Der Vertrag oder warum es so lange dauerte [Seite 585]
10.2.1 - Der Hessenkrieg [Seite 585]
10.2.2 - Religionsfragen [Seite 589]
10.2.3 - Nebeneinander [Seite 596]
10.2.4 - Letzte Gefechte [Seite 605]
10.2.5 - Verständigungen [Seite 607]
10.2.6 - Das Reichsgrundgesetz [Seite 610]
10.2.7 - Der Exekutionstag [Seite 617]
10.3 - 15. Bilanzen oder wie der Krieg bewältigt wurde [Seite 620]
10.3.1 - Opfer [Seite 620]
10.3.2 - Landwirtschaft [Seite 623]
10.3.3 - Gewerbe, Handel und Geld [Seite 628]
10.3.4 - Fürstenstaaten und Reichs-Staat [Seite 634]
10.3.5 - Deutsche Nation [Seite 643]
10.3.6 - Schule und Wissenschaft [Seite 646]
10.3.7 - Architektur und Kunst [Seite 649]
10.3.8 - Literatur und Musik [Seite 654]
10.3.9 - Konfessionsfragen [Seite 658]
10.3.10 - Friedensfeiern [Seite 661]
11 - Epilog [Seite 672]
11.1 - Gedächtnis [Seite 672]
11.2 - Urkatastrophe [Seite 676]
11.3 - Trauma [Seite 681]
11.4 - Mythos [Seite 684]
11.5 - Fazit [Seite 687]
12 - Dank [Seite 699]
13 - Anmerkungen [Seite 700]
14 - Literaturverzeichnis [Seite 768]
15 - Abbildungsnachweis [Seite 799]
16 - Personenregister [Seite 801]
17 - Karten [Seite 811]

1. Ungewissheiten oder warum die Freiheit ängstigte

 

Die humanistische Öffnung

 

Im 14. Jahrhundert entdeckten Francesco Petrarca und die Humanisten die antiken Texte neu. Sie waren begeistert, weil diese, anders als die christliche Überlieferung, den einzelnen Menschen mit seinen Sorgen und Nöten ins Zentrum rückten und die vollständige Entfaltung seiner Anlagen propagierten. Es schien sich zu lohnen, die alten Sprachen und Kulturen, ihre Werte und Sitten in Form einer Renaissance, einer Wiedergeburt, verfügbar zu machen und zu neuem Leben zu erwecken. Die Sorge galt der Natur und der Würde des unvollkommenen Menschen,[1] dem Gott jedoch die Gabe und die Freiheit verliehen hatte, sich selbst zu formen und zu verbessern. Die Humanisten kämpften für ein ideales Menschentum nach klassisch-antikem Vorbild und gegen die geistige Bevormundung durch die Kirche und ihre allein auf das Jenseits gerichtete Botschaft. In heidnischen Schriften fand sich ihres Erachtens ebenfalls die eine göttliche Wahrheit. Sie musste ergänzend herangezogen werden, um dem Wesen und den Bedürfnissen der Menschen gerecht zu werden.

Die Humanisten wollten die Menschen nicht nur gelehrter, sondern auch sittlich und moralisch besser machen.[2] Ihnen schien das während des Mittelalters verlorene Wissen der Griechen und Römer unverzichtbar zu sein, zumal es den wichtigen Gedanken in die Welt zurückbrachte, dass das Individuum für sein Tun und Lassen verantwortlich sei. Die antiken Schriften forderten eigene Aktivität, um die Zukunft und ein künftig besseres Leben selbst zu gestalten. Darüber hinaus erklärten sie das eigene Gewissen zur letzten Reflexions- und Entscheidungsinstanz. Die volle Tragweite dieses geistig-kulturellen Umbruchs wurde zwar erst in der Zeit der Aufklärung deutlich, doch schon vorher lastete die Diskrepanz zwischen der biblischen Heilsordnung und den Zwängen des diesseitigen Lebens schwer auf den Gläubigen. Die Humanisten hatten jedenfalls das Deutungsmonopol der Bibel gebrochen und eine den irdischen Sorgen und Nöten zugewandte Alternative erschlossen. Die antiken Einsichten wurden allerdings zum Problem, wenn sie mit den offenbarten göttlichen Vorgaben kollidierten.

Aus Sicht der Humanisten war der Mensch durch Erziehung und Bildung in jede Richtung entwicklungsfähig und sollte über seine Kräfte und seinen Willen frei verfügen. Dieser Säkularisierungsschub weckte an den Höfen und in reichen bürgerlichen Milieus ein zuvor unbekanntes diesseitiges Lebensgefühl. Für religiöse Eiferer und den gemeinen Mann war vieles von dem, was er aus den elitären Milieus hörte, schlicht und einfach Sünde. Gott werde die Betreffenden strafen. Das der Verfügungsgewalt der Kirche entwundene, humanistisch justierte Wissen ermöglichte fatale Irrwege wie Hexenglauben, esoterische Geheimlehren oder ein lasterhaftes Leben. Es führte aber auch zu den Entdeckungen bisher unbekannter Naturgesetze und Gebiete der Erde, und es brachte Europa an die Spitze aller Kontinente. Die effektive Nutzung des Schießpulvers, die technischen Verbesserungen der Waffen und Befestigungsanlagen sowie die Kenntnis antiker Taktiken und Strategien ermöglichten darüber hinaus auch die gewaltige Kriegsfurie, die Deutschland im 17. Jahrhundert heimsuchte.

Die scheinbar statische Welt des Mittelalters war freilich schon vor dem Auftreten der Humanisten in Bewegung geraten. Thomas von Aquin hatte den Menschen, um ihre Sünden zu bändigen, eine von Gott gewollte Gemeinschaftsordnung zugebilligt.[3] Marsilius von Padua lehnte den Vorrang der geistlichen Gewalt vor einer weltlich-bürgerlichen Friedensordnung ab, die über das «Mittel zwingender Gewaltsamkeit» verfügte.[4] Das Volk gebe sich seine Gesetze und Herrscher selbst und benötige weder eine göttliche noch eine naturrechtliche Autorität. Marsilius deutete zudem an, dass der Mensch für sich, seine Welt und den Frieden selbst verantwortlich sein könne. Das römische Kaiserreich war für ihn die politische Form, in der die gottgewollte, vom Papst nur vollzogene Herrschaftsübertragung (translatio imperii) an die Franken und danach an die Deutschen stattgefunden habe, um bis zur Endzeit fortzubestehen. Das Heilige Römische Reich verkörperte demnach die letzte Ordnung dieser Welt.

Die von der Renaissance geleiteten Menschen stießen soziokulturell in neue Dimensionen vor. Die humanistische Fokussierung auf den Menschen ermöglichte jedoch auch einen von allen christlichen Schranken befreiten Egoismus. Dieser entfaltete unter dem Deckmantel von Fortschritt, Gemeinwohl oder Staatsräson sein ordnungspolitisches Potential, aber auch seine zerstörerische Kraft. Humanisten waren Berater von Republiken, Monarchen und Despoten.[5] An Höfen und in den Ämtern des werdenden Staates konkurrierten sie mit der adligen Elite. Die über die lateinische Sprache vermittelte Deutungskultur stellte Verschiedenes nebeneinander und verknüpfte rhetorisch sich Widersprechendes. Dies erschien der humanistischen Avantgarde als zukunftsträchtiges entwicklungsoffenes Konzept. Die Gegenwart war nicht mehr ein bloßes Durchgangsstadium auf dem Weg zum Jüngsten Gericht, sondern die gestaltbare Folge unterschiedlicher Traditionen.[6] Dieser Gewinn an innerweltlicher Zukunft wies sowohl den Weg in den Dreißigjährigen Krieg als auch aus ihm heraus.

Es waren Humanisten, die im 15. Jahrhundert kommunale und nationale Traditionen in identitätsstiftender Absicht erfanden und so die politische und kulturelle Differenzierung Staateneuropas beschleunigten.[7] Dazu griffen sie auf antike Völker- und Stammesbezeichnungen - Germanen, Bataver, Gallier, Sarmaten, Britannier etc. - zurück, um auf dieser Basis Traditions-, Erinnerungs- und Erfahrungsgemeinschaften zu konstruieren. Die Sprachen, Gründungslegenden und Mythen sorgten ebenso wie homogenisierende Tugenden, Rechte und Pflichten für ethnisch-kulturelle und politisch-organisatorische Zuordnungen. Die universale, durch Papst und Kaiser repräsentierte Ordnung wurde von staatlich-nationalen Einheiten abgelöst, die im Zusammenspiel mit den neuen Konfessionen und der alten Ständeordnung jedem seinen Platz zuwiesen. Die Nationen versprachen als Vaterländer emotionale Geborgenheit in einer unübersichtlich und vielgestaltig gewordenen Welt. Der «Wettkampf der Nationen»[8], ihrer Gelehrten, Baumeister und Dichter, ihrer Kulturen und ihrer Machtpotentiale, begann im späten Mittelalter. Die im Idealfall friedliche Rivalität, die Fortschritt generierte, mündete häufig in Kriege, weil die politischen Akteure dort keine tragfähigen Kompromisse fanden, wo das herrschaftliche oder staatliche Gewaltmonopol versagte.

Erasmus von Rotterdam, der führende Humanist nördlich der Alpen, war um 1466 als illegitimer Sohn eines Geistlichen geboren worden. Er wurde bei den Brüdern vom gemeinsamen Leben im Geist der Erneuerungsbewegung Devotio moderna erzogen, einer Synthese aus christlichem und antikem Denken. Sein Ideal war eine harmonische und friedliche Gesellschaft. Seine Schriften richteten sich gegen kirchliche und machtpolitische Fehlentwicklungen. Erasmus war 1515 zum Erzieher und Ratgeber des späteren Kaisers Karl V. ernannt worden. Er wollte sich mit den ständigen Kriegen nicht abfinden und die Menschen, die aus seiner Sicht über einen freien Willen verfügten, vom Aberglauben, von sinnlosen Ritualen und von barbarischen Handlungsweisen befreien. Trotz seiner Kritik an der Kirche, mit der er auch der Reformation den Weg bahnte, betonte er die christliche Heilslehre als Voraussetzung sittlichen Handelns. Als Christ lehnte Erasmus Kriege prinzipiell ab, insbesondere jedoch solche aus religiösen Motiven. Sähen Christen sich durch ihren Glauben gezwungen, Argumente für den Krieg zu sammeln, der dem menschlichen Wesen widerspreche, führe dies zu Entartungen und vernichte die ihnen eigene Freiheit. Kriege brächten keine Lösungen, sondern förderten lediglich Gewalt und Unterdrückung.[9]

Der Heilige Krieg, die Verbreitung der christlichen Erlösungsbotschaft durch Gewalt, erschien Erasmus als absurd. In seiner Friedensklage Querela Pacis[10] bezweifelte er die Lehre vom gerechten Krieg und forderte die Kirchenvertreter auf, Gewalt abzulehnen und nur den Frieden zu preisen. Während die christliche Lehre vom gerechten Krieg die in der Bibel genannten...

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