Die Idee der Gerechtigkeit

 
 
C.H. Beck (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 15. September 2010
 
  • Buch
  • |
  • Hardcover
  • |
  • 493 Seiten
978-3-406-60653-3 (ISBN)
 

Drei Kinder streiten darüber, wem von ihnen eine Flöte gehören sollte. Das erste Kind hat Musikunterricht gehabt und kann als einziges Flöte spielen. Das zweite ist arm und besitzt keinerlei anderes Spielzeug. Das dritte Kind hat die Flöte mit viel Ausdauer selbst angefertigt.
Mit diesem Gleichnis eröffnet Amartya Sen, einer der wichtigsten Denker unserer Zeit, sein Buch über die Idee der Gerechtigkeit. Es ist John Rawls gewidmet und grenzt sich doch von der wirkungsmächtigsten Gerechtigkeitstheorie des 20. Jahrhunderts ab. Wer eine weitere abstrakte Diskussion der institutionellen Grundlagen einer gerechten Gesellschaft erwartet, der wird enttäuscht sein. Wer sich hingegen darüber wundert, was diese Theorien eigentlich zur Bekämpfung real existierender Ungerechtigkeiten beitragen, der wird großen Gewinn daraus ziehen.
Sen nämlich stellt die Plausibilität solcher Anstrengungen der reinen Vernunft in Frage. Seine Theorie der Gerechtigkeit ist weniger an der Ausformulierung einer ethisch perfekten Gesellschaft interessiert als an Argumenten, deren Maßstab die konkrete Überwindung von Ungerechtigkeit ist. Sen eröffnet Perspektiven, die dem westlichen Denken meist fehlen. Seine Kenntnis der hinduistischen, buddhistischen und islamischen Kultur ist wundervoll eingewoben in das Buch und prägt den ganzen Charakter seines Philosophierens. Die Vernunft sucht die Wahrheit, wo immer sie sich finden lässt - und wie der Autor dieses außergewöhnlichen Werkes entdeckt sie auf ihrer weiten Reise viele gangbare Wege zu einer gerechteren Welt.

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
  • Gewebe
  • Höhe: 21.7 cm
  • |
  • Breite: 13.9 cm
  • 784 gr
978-3-406-60653-3 (9783406606533)
Amartya Sen, geb. in Santiniketan, Indien, ist Professor in Harvard und war Master des Trinity College in Cambridge. 1998 erhielt er den Nobelpreis für Ökonomie.
Vorwort

Danksagung

Einleitung

Erster Teil
DIE ANFORDERUNGEN DER GERECHTIGKEIT
1. Vernunft und Objektivität
2. Pro und kontra Rawls
3. Institutionen und Personen
4. Stimme und kollektive Entscheidung
5. Unparteilichkeit und Objektivität
6. Geschlossene und offene Unparteilichkeit

Zweiter Teil
FORMEN DES ARGUMENTIERENS
7. Standort, Relevanz und Illusion
8. Rationalität und die Anderen
9. Die Pluralität unparteiischer Gründe
10. Verwirklichungen, Folgen und Handeln

Dritter Teil
MATERIALIEN DER GERECHTIGKEIT
11. Leben, Freiheiten und Befähigungen
12. Befähigungen und Ressourcen
13. Glück, Wohlergehen und Befähigungen
14. Gleichheit und Freiheit

Vierter Teil
ÖFFENTLICHER VERNUNFTGEBRAUCH UND DEMOKRATIE
15. Demokratie als öffentliche Vernunft
16. Die demokratische Praxis
17. Menschenrechte und globale Imperative
18. Gerechtigkeit und die Welt

ANHANG
Anmerkungen
Personenregister
Sachregister

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