Missa Lucida
Messe für Schola, Trompete und Orgel
Christian Pfarr(Composer)
Are Verlag
Published on 8. November 2010
Other
Sheet music
12 pages
4025034320982 (EAN)
Description
Von der Notwendigkeit, die Kirche ins Dorf zu bringen
Einige von denen, die den Geist - zumal den des 2. Vatikanischen Konzils - am liebsten wieder in der Flasche sähen, haben neuerdings verstärkt die kirchenmusikalische Praxis ins Visier genommen und unter dem Motto "Früher war alles besser" Änderungen angemahnt, zum Teil auch schon eingeleitet. Also rückwärts ins Goldene Zeitalter?
Zugegeben und bekräftigt: Die Kirchenmusik blickt auf eine über 1500-jährige beeindruckende Tradition zurück. Aber wer zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine Rückkehr in die Epochen vor 1900 propagiert und die musikalischen Ausdrucksmittel auf die Spanne von der Gregorianik bis zur Spätromantik beschränkt sehen will, riskiert, dass die musikalisch-liturgische Sphäre als "elitär" oder, noch verheerender, als "museal" empfunden wird - einmal ganz davon abgesehen, dass die stilechte Realisierung des Gregorianischen Chorals oder einer Mozart-Messe einen personellen und finanziellen Aufwand erfordert, der nur von großen Kirchengemeinden (und selbst da oft nicht regelmäßig) zu leisten ist. Also vorwärts in die Moderne?
Erfahrungsgemäß akzeptieren musikalische Laien (somit die Mehrzahl der Gemeindemitglieder beziehungsweise Gottesdienstbesucher) unter allen vom dur/moll-tonalen Konzept abweichenden Systemen nur Pentatonik, Kirchentonarten, Bluenote-Skalen und allenfalls noch Ganztonleitern. Weitergehende "Modernismen" wie Freitonalität oder serielle Strukturen (mithin der musikalische Grundwortschatz der Neuen Musik) stoßen auf Unverständnis und Ablehnung, würden dem-entsprechend im liturgischen Umfeld nicht nur ihren Zweck verfehlen, sondern geradezu kontraproduktiv wirken. Also seitwärts in den Pop?
Ein Großteil dessen, was unter "Neues Geistliches Lied" oder "Sacro-Pop" rubriziert wird, verharrt in der popularmusikalischen Idiomatik vergangener Jahrzehnte - sei es, weil die Lieder schon damals entstanden sind, sei es (und das steht zu befürchten), weil sich die Songschreiber auf diesem Retro-Level gemütlich eingerichtet haben. Von Rap, R'n'B und New Rock geprägte Jugendliche und junge Erwachsene sind mit diesem Lagerfeuer-Sound jedenfalls nicht in die Kirche zu locken, zumal die Begleitung durch Wandergitarre oder die dafür schlicht ungeeignete Kirchenorgel die ursprünglich gemeinte musikalische Gestalt oft bis zur Karikatur verzerrt. Rock und verwandte Stilistiken überzeugen nur bei professioneller Umsetzung.
Dem steht aber in aller Regel schon das mangelnde stimmliche Potenzial der Ausführenden, vor allem aber auch die akustische Beschaffenheit des Kirchenraums entgegen, der für Schlagzeug und elektrische Gitarren samt der entsprechenden Lautstärke so ungeeignet ist wie eine Turnhalle für gregorianische Gesänge. Also lieber doch alles so lassen wie es ist?
Dringend gesucht: die Quadratur des Kreises. Eine Kirchenmusik, die nicht nur an Hochfesten in Kathedralen erklingt, sondern auch im sonntäglichen Gottesdienst der Gemeinden an der Basis stattfindet; die traditionelle, moderne und populäre Elemente integriert und zu einer gleichermaßen zeitgemäßen wie zeitlosen Form findet; die sich von Josquin und Bach, aber ebenso von Duke Ellington und Pink Floyd inspirieren lässt; die sowohl künstlerischen als auch praktischen und nicht zuletzt pastoralen Ansprüchen genügt; die die kreative Freiheit hat, sich am Geist und nicht zwangsläufig am tradierten Wortlaut der Liturgie zu orientieren; die in Zeiten abschmelzender Gemeinden und überalterter Kirchenchöre generationsübergreifend wirkt und wirbt; die Banker und Fischer, Schriftgelehrte und Hirten erreicht.
Die vorliegende Missa lucida versucht, hierzu ihren Beitrag zu leisten.
Einige von denen, die den Geist - zumal den des 2. Vatikanischen Konzils - am liebsten wieder in der Flasche sähen, haben neuerdings verstärkt die kirchenmusikalische Praxis ins Visier genommen und unter dem Motto "Früher war alles besser" Änderungen angemahnt, zum Teil auch schon eingeleitet. Also rückwärts ins Goldene Zeitalter?
Zugegeben und bekräftigt: Die Kirchenmusik blickt auf eine über 1500-jährige beeindruckende Tradition zurück. Aber wer zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine Rückkehr in die Epochen vor 1900 propagiert und die musikalischen Ausdrucksmittel auf die Spanne von der Gregorianik bis zur Spätromantik beschränkt sehen will, riskiert, dass die musikalisch-liturgische Sphäre als "elitär" oder, noch verheerender, als "museal" empfunden wird - einmal ganz davon abgesehen, dass die stilechte Realisierung des Gregorianischen Chorals oder einer Mozart-Messe einen personellen und finanziellen Aufwand erfordert, der nur von großen Kirchengemeinden (und selbst da oft nicht regelmäßig) zu leisten ist. Also vorwärts in die Moderne?
Erfahrungsgemäß akzeptieren musikalische Laien (somit die Mehrzahl der Gemeindemitglieder beziehungsweise Gottesdienstbesucher) unter allen vom dur/moll-tonalen Konzept abweichenden Systemen nur Pentatonik, Kirchentonarten, Bluenote-Skalen und allenfalls noch Ganztonleitern. Weitergehende "Modernismen" wie Freitonalität oder serielle Strukturen (mithin der musikalische Grundwortschatz der Neuen Musik) stoßen auf Unverständnis und Ablehnung, würden dem-entsprechend im liturgischen Umfeld nicht nur ihren Zweck verfehlen, sondern geradezu kontraproduktiv wirken. Also seitwärts in den Pop?
Ein Großteil dessen, was unter "Neues Geistliches Lied" oder "Sacro-Pop" rubriziert wird, verharrt in der popularmusikalischen Idiomatik vergangener Jahrzehnte - sei es, weil die Lieder schon damals entstanden sind, sei es (und das steht zu befürchten), weil sich die Songschreiber auf diesem Retro-Level gemütlich eingerichtet haben. Von Rap, R'n'B und New Rock geprägte Jugendliche und junge Erwachsene sind mit diesem Lagerfeuer-Sound jedenfalls nicht in die Kirche zu locken, zumal die Begleitung durch Wandergitarre oder die dafür schlicht ungeeignete Kirchenorgel die ursprünglich gemeinte musikalische Gestalt oft bis zur Karikatur verzerrt. Rock und verwandte Stilistiken überzeugen nur bei professioneller Umsetzung.
Dem steht aber in aller Regel schon das mangelnde stimmliche Potenzial der Ausführenden, vor allem aber auch die akustische Beschaffenheit des Kirchenraums entgegen, der für Schlagzeug und elektrische Gitarren samt der entsprechenden Lautstärke so ungeeignet ist wie eine Turnhalle für gregorianische Gesänge. Also lieber doch alles so lassen wie es ist?
Dringend gesucht: die Quadratur des Kreises. Eine Kirchenmusik, die nicht nur an Hochfesten in Kathedralen erklingt, sondern auch im sonntäglichen Gottesdienst der Gemeinden an der Basis stattfindet; die traditionelle, moderne und populäre Elemente integriert und zu einer gleichermaßen zeitgemäßen wie zeitlosen Form findet; die sich von Josquin und Bach, aber ebenso von Duke Ellington und Pink Floyd inspirieren lässt; die sowohl künstlerischen als auch praktischen und nicht zuletzt pastoralen Ansprüchen genügt; die die kreative Freiheit hat, sich am Geist und nicht zwangsläufig am tradierten Wortlaut der Liturgie zu orientieren; die in Zeiten abschmelzender Gemeinden und überalterter Kirchenchöre generationsübergreifend wirkt und wirbt; die Banker und Fischer, Schriftgelehrte und Hirten erreicht.
Die vorliegende Missa lucida versucht, hierzu ihren Beitrag zu leisten.
More details
Language
German
Latin
Target group
Young adult
Chorleiter, Organisten, Kirchenmusiker, Sänger, Chorsänger,Pfarrer<BR>
Dimensions
Height: 29.7 cm
Width: 21 cm
Weight
150 gr
EAN
4025034320982
Schweitzer Classification