
Regulierung für Algorithmen und Künstliche Intelligenz
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Ob wir einen Flug buchen, einen Kredit beantragen oder auf einer Internetplattform den Lebenspartner suchen - oft wirkt auf der Seite unseres Vertragspartners eine Maschine mit, die auf der Grundlage einer algorithmengestützten Vorauswahl zu einer Entscheidung oder zu einem Vorschlag kommt. Der Einsatz von Algorithmen und künstlicher Intelligenz wirft vielfältige Fragen auf, die teils rechtlicher Natur sind, aber auch Bezüge zu Ethik, Ökonomie und Technik haben.
Das Buch - das die Vorträge und Diskussionen einer Bonner Tagung wiedergibt - geht diesen Fragen nach: In welchen Bereichen bedarf es einer Regulierung, in welchen können Entwicklung und Einsatz von Algorithmen dem Markt überantwortet werden?
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Person
Herausgegeben von:
Prof. Dr. Daniel Zimmer, LL.M.
Mit Beiträgen von:
Miriam Buiten, Markus Gabriel, Jan-Frederick Göhsl, Justus Haucap, Andreas Heinemann, Ulrich Kelber, Jürgen Kühling, Matthias Lehmann, Jörn Lüdemann, Michael Mock, Petra Pohlmann, Maximilian Poretschkin, Timo Rademacher, Johannes Rottmann, Matthias Schaut, Stefan Thomas, Maik Wolf, Stefan Wrobel und Daniel Zimmer.
Content
- Cover
- Regulierung für Algorithmen und Künstliche Intelligenz: Eine Einführung
- I. Aktuelle rechtspolitische Diskussion
- II. Status quo
- III. Regulierungsbedarf und Regelungsvorschläge
- IV. Vorschlag für eine EU-Verordnung für künstliche Intelligenz
- 1.) Verbote bestimmter Praktiken im Bereich der Künstlichen Intelligenz (Titel II)
- 2.) Hochrisiko-KI-Systeme (Titel III)
- 3.) Transparenzpflichten (Titel IV)
- V. Notwendigkeit einer gesellschaftlichen Debatte
- VI. Programm dieses Buches
- Was ist und was soll eine Ethik der K.I.?
- I. Zur Ontologie der K.I.
- II. Ethik der K.I. und der humane Kontext
- III. Ethik der K.I. als Heuristik
- Mögliche Wohlfahrtswirkungen eines Einsatzes von Algorithmen
- I. Einleitung
- II. Einfluss von Algorithmen auf die Preisbildung
- 1. Durch Algorithmen gestützte Kartelle
- 2. Durch Algorithmen induzierte Preisdifferenzierung
- a) Personalisierte Preise
- b) Dynamische Preisbildung
- 3. Fazit
- III. Daten als kritische Ressource für Algorithmen
- IV. Algorithmen und Informationsverzerrungen
- V. Algorithmen und Diskriminierung
- VI. Fazit
- Echokammern und Filterblasen versus Meinungsvielfalt - Algorithmen als Gefahr für die Demokratie?
- I. Einleitung
- II. Wie belastbar sind die Hypothesen?
- 1. Die beiden Denkbilder
- a) Filterblasen
- b) Echokammern
- c) Das Gefahrenszenario
- 2. Belastbarkeit der Hypothesen
- a) Filterblasen
- b) Echokammern
- c) Fazit
- III. Anlass für staatliche Regulierung?
- 1. Kein voreiliger Ruf nach Intervention
- 2. Keine verfassungsrechtliche Pflicht zur Regulierung
- 3. Gefahren für die Freiheitlichkeit der Meinungsbildung
- IV. Ausblick
- Die Verantwortung der Medienintermediäre für den Schutz öffentlicher Kommunikationsräume - Algorithmen als Treiber von Hate speech, Fake News und Filter bubbles?
- I. Einführung
- 1. Der Aufstieg der Medienintermediäre als Treiber der regulatorischen Debatte
- 2. Algorithmengetriebene Inhalteverbreitung: Filterblasen, Hassrede und Falschnachrichten?
- 3. Struktur des Beitrags
- II. Funktionsweise von Algorithmen und mögliche Regulierungserfordernisse
- 1. Vielfältiger Einsatz von Algorithmen durch Intermediäre
- a) Einsatz von Algorithmen - Nutzen und Schaden
- b) Abschottungsbefördernde Algorithmen bei Facebook, Instagram, TikTok und Twitter
- c) Eher "klassische" massenmediale Filtermechanismen bei YouTube
- 2. Denkbare Regulierungserfordernisse
- a) Allgemein: Marktversagen und Regulierungserfordernis
- b) Informationsasymmetrien und externe Effekte aufgrund von Vielfaltsmängeln beim Einsatz von Algorithmen?
- III. Rechtlicher Rahmen für die Verantwortung der Medienintermediäre mit Blick auf die Bekämpfung von "Hate Speech" und "Fake News"
- 1. Allgemeine strukturelle Probleme der Medienintermediäre
- 2. Schlaglicht: grundrechtliche Gestaltungsvorgaben im Grundgesetz
- 3. Kontrollblick 1: Auf dem Weg zu einer grundrechtsadäquaten Entwicklung des Regulierungsrahmens im Kampf gegen Hate speech
- a) Verrohung des öffentliches Diskussionsraums als regulierungsbegründender Ausgangspunkt
- b) Die Etablierung des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes als erster Schritt einer Intermediärs-Verantwortlichkeit
- c) Notwendige Weiterentwicklung des Gesetzes trotz erster positiver Erfahrungen
- d) Richtige Impulse in der jüngsten Novelle des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes
- e) Normative Umhegung des Löschens jenseits des NetzDG
- aa) Überzeugende Leitlinien in der Rechtsprechung - praktische Konkordanz konfligierender Grundrechtspositionen
- bb) Legislative (Nach-)Steuerung gleichwohl sinnvoll
- f) Überlagerung oder Verdrängung durch die Regelungsansätze im Digital Services Act?
- aa) Vorschlag der Kommission zum Digital Services Act zur Ergänzung der E-Commerce-Richtlinie
- bb) Anwendungsbereich: Internet-Intermediärsdienste
- cc) Haftungsfreistellung und materiell-rechtliche Kernvorgaben
- umfassender Grundrechtsschutz
- dd) "Notice-and-take-down"-Verfahren für Online-Plattformen
- ee) Besondere prozedurale und institutionelle Pflichten für große Online-Plattformen
- ff) Institutionelles Zusammenspiel im Mehrebenensystem
- Sanktionen
- gg) Verhältnis zum bisherigen nationalen Recht
- Vergleich der Effektivität
- g) Zwischenfazit
- 4. Kontrollblick 2: parallele Probleme bei der Bekämpfung von "Fake News" und Social Bots
- a) Einsatz von Social Bots und Fake News
- b) Kennzeichnungspflichten für Social Bots im MStV sowie Deepfakes in einer künftigen EU-Verordnung für künstliche Intelligenz
- c) Bekämpfung von Fake News
- 5. Kontrollblick 3: algorithmengestütztes Microtargeting im Rahmen des politischen Wahlkampfes
- a) Bislang begrenztes Problem in Deutschland
- b) Regulatorischer Handlungsbedarf?
- IV. Regulierung des Einsatzes von Algorithmen durch Medienintermediäre zur Vielfaltssicherung als weitere Herausforderung
- 1. Verantwortungsteilung zwischen Staat und Medienintermediären
- 2. Transparenzpflicht und Diskriminierungsverbot als negative Vielfalts-Regulierung
- a) Transparenzpflicht (§ 93 MStV)
- b) Diskriminierungsverbot (§ 94 MStV)
- c) Sinnvolle Ergänzung und Fortführung des Ansatzes des MStV im DSA
- 3. Gegenwärtig keine positive Vielfalts-Regulierung
- a) Gegenwärtig kein Zwang zu vielfaltsorientiertem Zusatzangebot
- b) "Binnenpluralismus"-Modell als Verschärfung des Problems
- c) "Must-be-found"-Regulierung wenig zielführend
- d) Stattdessen: Stärkung der Qualitätsinhalte als Gebot der Stunde
- V. Fazit
- Chancen und Grenzen "erklärbarer Algorithmen" im Rahmen von Haftungsprozessen
- I. Einleitung: Regulierung von Algorithmen
- II. Regulierungsansätze
- 1. Haftungsregime
- 2. Transparenzanforderungen
- III. Künstliche Intelligenz
- 1. Ein undefinierter Begriff
- 2. Abgrenzung des Begriffes
- IV. Transparente Algorithmen
- 1. Transparenz
- 2. Erklärbare Algorithmen: Realisierbare Transparenz
- 3. Haftungsfragen: Nützliche Transparenz
- V. Ausblick
- Zur Systematischen Bewertung der Vertrauenswürdigkeit von KI-Systemen
- I. Einleitung
- II. Verwandte Ansätze
- III. Handlungsfelder für eine vertrauenswürdige Künstliche Intelligenz
- 1. Fairness und Nichtdiskriminierung
- 2. Autonomie und Kontrolle
- 3. Transparenz und Nachvollziehbarkeit
- 4. Verlässlichkeit
- 5. Sicherheit
- 6. Datenschutz
- IV. Prüfansatz für KI-Systeme
- 1. Herangehensweise
- 2. Vorprüfung
- 3. Schutzbedarfsanalyse
- 4. Prüfvorgehen pro Handlungsfeld
- a) Risikoanalyse
- b) Kriterien zur Zielerreichung
- c) Maßnahmen zur Zielerreichung
- d) Beurteilung des Handlungsfeldes
- 5. Abschließende Gesamtbewertung
- V. Zusammenfassung und Ausblick
- VI. Appendix: Beispielfragebogen zur Spezifikation des Prüfgegenstandes
- Darstellung der Risikogebiete
- Algorithmenregulierung nach Kritikalitätsstufen - der Ansatz der Datenethikkommission
- I. Einleitung
- II. Der Ansatz der Datenethikkommission zur Algorithmenregulierung
- 1. Der Begriff der algorithmischen Systeme
- 2. Grundsätze zum Umgang mit Algorithmen
- a) Menschenzentriertes Design
- b) Vereinbarkeit mit gesellschaftlichen Grundwerten / Verfassung
- c) Transparenz, Erklärbarkeit und Nachvollziehbarkeit
- 3. Risikobasierter Ansatz - Systemkritikalität
- 4. Umsetzung
- Algorithmenbasiertes Trading und Finanzmarktstabilität
- I. Die Phänomene
- 1. Algorithmenbasiertes Trading
- 2. Hochfrequenzhandel
- II. Beurteilung aus Sicht der Finanzmarktstabilität
- 1. Ein Beispielsfall: Der "flash crash"
- 2. Risiken für die Finanzmarktstabilität
- a) Programmierfehler: "rogue algorithms"
- b) AT als Katalysator von Krisen
- c) Strukturelle Risiken für die Finanzmarktstabilität
- 3. Positive Wirkungen auf die Finanzmarktstabilität
- a) Verbesserung der Preisbildung, Marktliquidität und -qualität?
- b) Andere positive Wirkungen
- 4. Abschließende Einschätzung
- III. Regulatorische Maßnahmen
- 1. Verbote
- a) Untersagung von AT oder HFT
- b) Bindung an Order
- c) Mindestverhältnis von Order zu Transaktion
- 2. Geschwindigkeitsbegrenzungen
- a) Speed bumps
- b) Batch auctions
- c) Tick Size
- 3. Fiskalische Maßnahmen
- a) Transaction tax
- b) Cancellation fee
- 4. Transparenz, Fairness und Nichtdiskriminierung
- a) Gleicher Informationszugang
- b) Kollokationsdienste
- 5. Sicherheitsmaßnahmen
- a) Erlaubniserfordernis
- b) Organisationsanforderungen
- c) Circuit breaker
- d) Regelung des direkten elektronischen Zugangs
- e) Market Maker Verpflichtung
- f) Einbindung der Handelsplätze
- IV. Schlussfolgerung
- Verdachtsgewinnung durch Algorithmen. Maßstäbe für den Einsatz von predictive policing und retrospective policing bei Gefahrenabwehr bzw. Strafverfolgung
- I. Predictive policing und retrospective policing als Verfahren der automatisierten Verdachtsgewinnung
- II. Aktuelle Anwendungsbeispiele automatisierter Verdachtsgewinnung
- 1. Intelligente Videoüberwachung
- 2. "Risikomanagement" durch die Steuerbehörden
- 3. Fluggastdatenabgleich durch das BKA
- 4. Exkurs: Kommunikationskontrolle durch Filtertechnologien
- III. Die drängendsten Einwände gegen eine algorithmisierte Sicherheitsarchitektur, erste verfassungsrechtliche Regulierungsmaßstäbe, und (viele) offene Fragen
- 1. Fehlerhaft!
- 2. "1984"!
- a) Das Schutzkonzept des BVerfG: Rechtschaffenheitsvermutung und Anlass-Dogmatik
- b) Dogmatische Anmerkungen: Zur Tragfähigkeit der Anlass-Dogmatik
- c) Rechtsphilosophische Anmerkungen: Zur Tragfähigkeit der Rechtschaffenheitsvermutung
- 3. Diskriminierend!
- IV. Ausblick: Überwachungsgesamtrechnung und Überwachungsbalance
- Algorithmenbasierter Handel und Kartellverbot
- I. Die 'machinery question'
- II. Fälle
- 1. Die Poster-Fälle
- 2. Einordnung
- 3. Fahrdienstvermittler
- a) Uber
- b) Webtaxi Luxemburg
- 4. Eturas
- III. Algorithmische Koordination
- 1. Preissoftware
- 2. Stillschweigende Kollusion
- 3. Künstliche Intelligenz
- 4. Ausweg: Beobachtungs- und Interventionspflichten
- IV. Fazit
- Auslegung des Kartellverbots bei Kollusion durch Algorithmen
- I. Einleitung und Problemstellung
- II. Kollusion durch Algorithmen als Marktphänomen
- III. Zur Reichweite des Kartellverbots im Lichte der traditionellen Auslegung
- IV. Lösungsansätze
- 1. Zur Frage einer Personifizierung des Algorithmus
- 2. Zur Frage des Verbots stillschweigender Koordinierung
- 3. Verbraucherschädigende Informationssignale als Zuwiderhandlung
- a) Konzeptionelle Überlegungen
- b) Mögliche Einwände
- V. Zusammenfassung
- Algorithmenbasiertes Marktverhalten als Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung
- I. Eingrenzung und Einordnung der Fragestellung
- II. Daten
- 1. Verweigerung des Datenzugangs
- 2. Art und Weise der Nutzung von Daten
- 3. Umfang der genutzten Daten
- a) Ausbeutung
- b) Keine kontraproduktive oder systemwidrige Marktergebniskontrolle
- c) Fazit
- III. Produktgestaltung (Envelopment)
- 1. Envelopment-Strategien
- 2. Ausbeutung
- 3. Behinderung
- 4. Fazit
- IV. Schnelligkeit und Intransparenz
- 1. Schnelligkeit
- 2. Intransparenz
- 3. Fazit
- V. Dynamische Preise
- 1. Ausbeutung (Preishöhenmissbrauch)
- 2. Kampfpreise
- 3. Fazit
- VI. Individualisierte Preise
- 1. Preisdifferenzierung durch Algorithmen
- 2. Wettbewerb und Preisdifferenzierung 1. Grades
- 3. Preisdifferenzierung 1. Grades als Machtmissbrauch
- 4. Fazit
- VII. Ergebnis
- Auf dem Weg zu einem algorithmisierten Wettbewerbsbegriff?
- I. Problemstellung
- II. Besonderheiten algorithmisch gesteuerten Marktverhaltens
- III. Steigerung horizontaler Reaktionsverbundenheit
- 1. Grundlagen
- 2. Empirische Evidenz und Reaktionsmöglichkeiten
- 3. Algorithmische Preissetzung als abgestimmte Verhaltensweise
- IV. Verändertes Wettbewerbsbild
- 1. Modellgeprägte Wirklichkeit
- 2. Technische Voraussetzungen für Marktteilnehmer
- 3. Integration des Menschen in eine digitalisierte Technostruktur
- V. Fazit
- Tagungsbericht
- I. Vortrag von Prof. Dr. Markus Gabriel
- 1. Referat
- 2. Diskussion
- II. Vortrag von Prof. Dr. Justus Haucap
- 1. Referat
- 2. Diskussion
- III. Vortrag von Prof. Dr. Jörn Lüdemann
- 1. Referat
- 2. Kommentar von Prof. Dr. Jürgen Kühling
- 3. Diskussion
- IV. Vortrag von Prof. Dr. Miriam Buiten
- 1. Referat
- 2. Diskussion
- V. Vortrag von Prof. Dr. Stefan Wrobel
- 1. Referat
- 2. Diskussion
- VI. Keynote Speech von Prof. Ulrich Kelber
- 1. Referat
- 2. Diskussion
- VII. Vortrag von Prof. Dr. Matthias Lehmann
- 1. Referat
- 2. Diskussion
- VIII. Vortrag von Prof. Dr. Timo Rademacher
- 1. Referat
- 2. Diskussion
- IX. Vortrag von Prof. Dr. Andreas Heinemann
- X. Vortrag von Prof. Dr. Petra Pohlmann
- XI. Erkenntnisse der Panel-Diskussion
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