
Handbuch Handel
Description
Alles über E-Books | Antworten auf Fragen rund um E-Books, Kopierschutz und Dateiformate finden Sie in unserem Info- & Hilfebereich.
Reviews / Votes
"Interessant abgerundet werden die Themen durch eine internationale Perspektive." BBE Chef-Telegramm - Aktueller Beratungsbrief für die Unternehmensführung im Einzelhandel, 10/2006"Das Handbuch liefert auf mehr als 1000 Seiten Führungskräften aus Industrie, Handel und Dienstleistungen wertvolle Orientierungspunkte und zeigt ihnen Leitlinien einer erfolgreichen Unternehmensführung im Handel auf." Fashion Technics Today - Das internationale Fachmagazin für die Textil- und Bekleidungsindustrie, 15/2006
"[...] eine aktuelle Bestandsaufnahme vielfältiger Entwicklungen des Einzelhandels mit besonderer Berücksichtigung der wachsenden Internationalisierung." TextilWirtschaft, 19/2006
"Sauber strukturiert, akademisch korrekt, auf der Höhe der Zeit." Horizont, 18.05.2006
"Joachim Zentes präsentiert im 'Handbuch Handel' den State of the Art des internationalen Handelswissens." Wirtschafts im Saarland (IHK-Journal), 04/2006
More details
Other editions
Additional editions
Person
Content
Fachgeschäfte und Fachmarkte - Erscheinungsformen und künftige Entwicklung
1 Zur begrifflichen Klarstellung (S. 363-364)
Im Jahre 1967 formierte sich der Arbeitsausschuss für Begriffsdefinitionen der Katalogkommission für die handels- und absatzwirtschaftliche Forschung mit dem Ziel, Anregungen und Empfehlungen für eine einheitliche Begriffsbildung zu geben, um bestehende terminologische Unklarheiten und Zweifel vermindern zu helfen (Ausschuss für Begriffsdefinitionen aus der Handels- und Absatzwirtschaft 1970). Zu diesem Zweck wurde der so genannte Katalog E, Begriffsdefinitionen aus der Handelsund Absatzwirtschaft aufgelegt, der in vier Ausgaben - 1970, 1975, 1982 und 1995 - vorliegt. Zwischenzeitlich wird an der fünften Ausgabe gearbeitet, die insbesondere die Integration der Begriffe aus dem E-Commerce vorsieht und neuere Entwicklungen wie RFID, EDLP, CRM, ECR, Category-Management, Supply-Chain-Management usw. aufgreifen wird. Die Katalogkommission setzte und setzt sich jeweils aus führenden Vertretern des Faches aus Wissenschaft so wie Vertretern der Wirtschaft insbesondere aus Verbanden und Kammern zusammen, sodass sichergestellt war und ist, dass die Begriffe auch auf ein breites Echo in der relevanten Öffentlichkeit stoßen.
Betrachtet man die Definitionen der beiden in diesem Beitrag naher zu untersuchenden Begriffe "Fachgeschäft" und "Fachmarkt// lasst sich folgendes aus der Historie des Katalog E ableiten. In allen vier Ausgaben wurde der Terminus " Fachgeschäft" naher umrissen:
1970
"Fachgeschäfte sind Einzelhandelsbetriebe, die Waren einer bestimmten Branche oder Bedarfsgruppe mit ergänzenden Dienstleistungen anbieten" (Ausschuss für Begriffsdefinitionen aus der Handels- und Absatzwirtschaft 1970, S. 13).
1975
"Ein Fachgeschäft ist ein Einzelhandelsbetrieb, der Waren einer Branche mit ergänzenden Dienstleistungen anbietet, wobei in vielen Branchen das Bedienungsprinzip überwiegt" (Ausschuss für Begriffsdefinitionen aus der Handels- und Absatzwirtschaft 1975, S. 19).
1982
"Das Fachgeschäft ist ein Einzelhandelsbetrieb, der ein in sich zusammenhangendes Sortiment in großer Auswahl und in unterschiedlichen Qualitäten und Preislagen mit ergänzenden Dienstleistungen (z.B. Kundenberatung) anbietet" (Ausschuss für Begriffsdefinitionen aus der Handels- und Absatzwirtschaft 1982, S. 25f.)
1995
"Das Fachgeschäft ist ein Einzelhandelsbetrieb, der ein branchenspezifisches oder bedarfsgruppenorientiertes Sortiment in großer Auswahl und in unterschiedlichen Qualitäten und Preislagen mit ergänzenden Dienstleistungen (z.B. Kundendienst) anbietet" (Ausschuss für Begriffsdefinitionen aus der Handels- und Absatzwirtschaft 1995, S. 43).
Ein kurzes Überfliegen des Begriffs in den diversen Ausgaben signalisiert zunächst, dass zwischen den einzelnen Definitionen kein allzu großer Unterschied existiert. Gleichwohl sind die semantischen Feinheiten bemerkenswert. Dass das Fachgeschäft jeweils dem Einzelhandel zugerechnet wird, verwundert nicht. Auch der jeweilige Hinweis auf die so genannten ergänzenden Dienstleistungen erscheint durchgängig, wenn auch offen bleibt, was alles darunter gefasst werden kann bzw. was nicht mehr dazu gehört oder noch zur Basisleistung gerechnet wird. In der dritten und vierten Ausgabe wird für die so genannten "ergänzenden Dienstleistungen" jeweils ein Beispiel angeführt. So wird in der dritten Ausgabe die Kundenberatung als ergänzende Dienstleistung verstanden. Es ist verwunderlich, dass die Kundenberatung im Jahre 1982 nicht als konstitutives Merkmal des Begriffs "Fachgeschäft" interpretiert wird. In der vierten Ausgabe wird der Kundendienst als Beispiel herangezogen.
Die Definition aus dem Jahre 1970 erscheint vor dem Hintergrund der heutigen Perspektive sehr unspezifisch. Sicher kann dies nachvollzogen werden, wenn berücksichtigt wird, dass im Jahre 1970 die Vielfalt der Betriebsformen mit heute kaum vergleichbar war. Seyffert benennt ein zentrales Kapitel in seiner ersten Auflage der Wirtschaftslehre des Handels aus dem Jahre 1951 als "Die normale Betriebsform der Ladenhandlung: Das Fachgeschäft" (Seyffert 1951, S. 174ff.). Daraus kann abgeleitet werden, dass der überwiegende Anteil an Ladenlokalen den Fachgeschäften zuzurechnen war. Insbesondere der weite Interpretationsspielraum der Definition von 1970 bei den Bedarfsgruppen macht die Definition unbrauchbar, denn je nach Auslegung sind alle Betriebsformen heute in dieser Form beschreibbar.
An der aktuellen Definition der Katalogkommission aus dem Jahre 1995 sind vier Parameter besonders wichtig:
das Sortiment in großer Auswahl
unterschiedliche Qualitäten und Preislagen
ergänzende Dienstleistungen
branchenspezifisches oder bedarfsgruppenorientiertes Sortiment.
Durch diesen Vierklang grenzt sich das Fachgeschäft zumindest substanziell von Discountern oder discountnahen Betriebsformen ab.
System requirements
File format: PDF
Copy protection: Watermark-DRM (Digital Rights Management)
System requirements:
- Computer (Windows; MacOS X; Linux): Use the free software Adobe Reader, Adobe Digital Editions, or any other PDF viewer of your choice (see eBook Help).
- Tablet/Smartphone (Android; iOS): Install the free app Adobe Digital Editions or another reading app for eBooks, e.g., PocketBook (see eBook Help).
- E-reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino and many more (only limited: Kindle).
The file format PDF always displays a book page identically on any hardware. This makes PDF suitable for complex layouts such as those used in textbooks and reference books (images, tables, columns, footnotes). Unfortunately, on the small screens of e-readers or smartphones, PDFs are rather annoying, requiring too much scrolling.
This eBook uses Watermark-DRM, a „soft” copy protection. This means that there are no technical restrictions to prevent illegal distribution. However, there is a personalised watermark embedded in the eBook that can be used to identify the purchaser of the eBook in the event of misuse and to provide evidence for legal purposes.
For more information, see our eBook Help page.