
Armes Kind - starkes Kind?
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"Der Sammelband wendet sich an Sozialwissenschaftler und Praktiker der Sozialen Arbeit. Er gibt einen aktuellen Überblick zum Forschungsgegenstand der Kinderarmut. Wissenschaftlern und Praktikern, die sich mit dem Thema Kinderarmut beschäftigen, ist dringend zu empfehlen, diese Publikation durchzuarbeiten." IFP-Infodienst Bildung - Erziehung - Unterricht (Staatsinstitut für Frühpädagogik), 01-02/2008"Es wirkt sympathisch, wenn die Autorin betont, für sie bedeute Förderung der Resilienzfähigkeit von Kindern, 'sie mit ihren eigenen Vorstellungen und in ihrer Eigensinnigkeit ernst zu nehmen' [...], und wenn sie die Resilienz der Kinder nicht - wie in manchen psychologischen Konzepten - als 'Anpassungsfähigkeit, sondern - unter Bezug auf ein tschechisches Märchen ('Borstenkind') - als 'Widerborstigkeit' versteht." www.socialnet.de, 05.03.2008
"Der Ansatz der Autorin birgt viel Potenzial und ist interessant veranschaulicht." www.kinderpolitik.de, 02.04.2008
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"... Resilience, then became the other side of the coin of personal and social problems. New research questions emerged as researchers sought to understand the causes and correlates of positive developmental outcomes.
(Barton 2005, S. 136)
1.1 Pippi Langstrumpf - ein resilientes Kind?
Warum sollte ein Buch, das sich mit dem Phänomen der Resilienz bzw. "psychischer Widerstandsfähigkeit von Kindern auseinandersetzt nicht mit einem Beispiel zu einem "resilienten Kind beginnen? Mit einer Figur aus der Kindheit, die möglichst vielen bekannt ist und anhand derer verschiedene Aspekte zum Einstieg erörtert werden können?
Auf der Suche nach einer solchen Figur bin ich auf einen Vortrag von Manfred Burghardt (2005) zu "Ergebnisse der Resilienzforschung gestoßen, den dieser auf einem pädagogischen Kongress in Karlsruhe gehalten hat. Burghardt schlägt darin vor, "Pippi Langstrumpf, die Mädchenfigur aus Astrid Lindgrens Kinderbuch, als Beispiel für ein "resilientes Kind zu diskutieren:
"Ein sehr schönes literarisches Beispiel für ein resilientes Kind ist Pippilotta Langstrumpf. Ihre Mutter starb sehr früh, ihr Vater ist viel unterwegs und kümmert sich nur sporadisch um sie. ... Bei allen Risiken, die ihre Biografie in sich birgt, verfügt sie über eine herausragende Eigenschaft : Sie hat Zugang zu ihren eigenen Stärken, sie verfügt über ein großes Repertoire an Bewältigungsstrategien. (Burghardt 2005, S. 1).
Spontan würde ich dem Vorschlag zustimmen, vor allem was die Eigenschaften des Kindes betrifft , die der Autor in seinem Vortrag hervorhebt:
"Sie denkt ausgesprochen positiv, hat viele Ideen, wie sich Probleme lösen lassen, ist wissbegierig und fragend und zeigt viel Humor. Sie verhält sich in ihren Anliegen zielorientiert und ist unerschütterlich in ihren Selbstwirksamkeitserwartungen. (Burghardt 2005, S. 1).
Pippi könnte sich m. E. aber auch insofern als Leitfigur für ein "resilientes Kind eignen, als dabei ein Verständnis von Resilienz unterstellt werden könnte, welches die Subjekt- und Kinderperspektive in den Mittelpunkt rückt. Das dabei zu Grunde gelegte Resilienzverständnis würde sich nicht an gängigen Vorstellungen "guten Verhaltens orientieren, d.h. an Normen, die von der Erwachsenenwelt vorgegeben werden, sondern an der persönlichen Art des Kindes selbst, an seiner Fähigkeit mit den Widrigkeiten seiner Lebensumstände klarzukommen.
Dies zu akzeptieren, dürfte pädagogischen Fachkräften sicherlich nicht leichtfallen, und vieles wäre möglicherweise auch diskussionsbedürftig. Ein Weiteres kommt hinzu: Ein solches Resilienzverständnis wäre auch nicht in einem enggefassten Sinne auf die Zukunft sperspektive des Kindes ausgerichtet, sondern vielmehr auf seine Fähigkeit, selbst für sein aktuelles Wohlbefinden zu sorgen.
Insofern könnte sich Pippi Langstrumpf durchaus als Leitfigur anbieten, um einen gewissermaßen gegen den "Strich gebügelten, d.h. sich gegen den entwicklungspsychologischen Mainstream abhebenden Resilienzbegriff zu erörtern. Damit wird aber zugleich die Frage danach aufgeworfen, bei wem die Definitionsmacht darüber liegt, welches Ergebnis letztlich mit der erworbenen Resilienz erzielt werden soll und diese subjektbezogen beantwortet: die Definitionsmacht soll beim Kind selbst liegen!
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