
Komplex und Global
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"Wortmann vertritt klar und elegant die These von einer 'komplexe(n) Globalisierung' [...] multinationaler Unternehmen, die sowohl als theoretische Abhandlung als auch als Beitrag zur wirtschaftspolitischen Diskussion über Standortverlagerungen gelesen werden kann." www.zpol.de (Zeitschrift für Politikwissenschaft), 03.02.2009More details
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Im vorangegangenen Kapitel wurden das Ausmaß und die Form des Wachstums multinationaler Unternehmen behandelt. In diesem Kapitel geht es nun darum, welche Position die (produzierenden) Auslandsgesellschaften in den jeweiligen Gesamtkonzern einnehmen und wie sie in die jeweiligen Strategien eingebunden sind. Diese Frage wird in diesem Kapitel auf der Ebene der Konfiguration behandelt. , Zunächst wird untersucht, wie weit die ausländischen Produktionseinheiten der multinationalen Unternehmen in den verschiedenen Regionen auf lokale, nationale Märkte oder auch auf internationale, seien es regionale oder globale Märkte ausgerichtet sind.
In dieser Frage kann auf einschlägige Statistiken zurückgegriffen werden, die in der bisherigen Diskussion über multinationale Unternehmen und Globalisierung kaum Berücksichtigung gefunden haben. Dies sind insbesondere Statistiken aus den USA und aus Frankreich sowie aus Japan. Damit sind die verfügbaren Daten zwar auf eine kleine Zahl von Ländern begrenzt, sie sind in der Aussage aber so eindeutig, dass sich aus ihnen allgemeine Schlussfolgerungen ziehen lassen. Im Folgenden werden zunächst diese statistischen Daten zu diesen drei Ländern präsentiert (Abschnitt 3.1). Anschließend wird in Abschnitt 3.2 die Konfiguration deutscher multinationaler Unternehmen näher untersucht.
Vorab sei hier bereits angemerkt, dass bei allen in diesem Abschnitt präsentierten Daten nicht geklärt ist, wie diese Konfigurationen zustande gekommen sind, d.h. ob z.B. zunehmende Exporte der Auslandsgesellschaften darauf zurückzuführen sind, dass neu aufgebaute oder bestehende Gesellschaften ihre Produktion für den Export ausgeweitet haben oder Unternehmen übernommen wurden, die bereits vor der Übernahme in überdurchschnittlichem Umfang Exporte getätigt hatten.
3.1 Internationale statistische Daten zur Konfigurationsentwicklung
Der hier am häufigsten verwendete Indikator ist der firmeninterne Handel, der nach Angaben der UNCTAD (1999:xix) etwa ein Drittel des weltweiten Handels ausmacht. Aus dieser Tatsache werden häufig zwei Schlussfolgerungen gezogen. Erstens, multinationale Unternehmen sind mächtig, weil sie den Welthandel kontrollieren. Zweitens, multinationale Unternehmen besitzen eine netzwerkartige Struktur. Aber diese Schlussfolgerungen sind aus zwei Gründen unzulässig: Erstens geht ein großer Teil des firmeninternen Handels an Vertriebsgesellschaften, die lediglich die Produkte ihrer Muttergesellschaften auf lokalen Märkten verkaufen. Es ist kaum plausibel, dass ausländische Vertriebsgesellschaften den multinationalen Unternehmen in größerem Umfang zusätzliche "Kontrolle"" über den Welthandel oder zusätzliche Macht über nationale Akteure geben.
Zweitens sagt diese globale Angabe nichts über die Richtung des Handels aus: Zu unterscheiden sind einerseits die Exporte der Mutterkonzerne und andererseits die Exporte der Auslandsgesellschaften. Interessant ist auch, ob die Exporte der Auslandsgesellschaften regionaler oder globaler Natur sind. Statistische Daten über die Absatzstruktur der Auslandsgesellschaften multinationaler Unternehmen sind für die USA (outward und inward), Japan (outward) und Frankreich (inward) verfügbar. Für die Auslandsgesellschaften in den Niederlanden, Schweden, Finnland, Portugal und Polen liegen jüngere Daten über Umsätze und Exporte vor.
Die Tochter- und Beteiligungsgesellschaften multinationaler Unternehmen in den USA sind - ähnlich wie die US-amerikanischen Unternehmen insgesamt - traditionell überwiegend auf den US-amerikanischen Markt ausgerichtet. Ihre Exportquote erhöhte sich von 6,5% im Jahr 1974 auf runde 10% in den 1990er Jahren und hat sich seitdem kaum verändert (vgl. Tabelle 8). Lediglich etwa 4% der Gesamtproduktion bzw. weniger als die Hälfte der Exporte werden an den jeweiligen Mutterkonzern im Ausland geliefert."
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