
Ein Tausend Li: Der vierte Fall
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Internationale Politik trifft auf unsterbliche Klinge
Das kriegstreibende Königreich der Cao regt sich wieder, der lang anhaltende Frieden wird durch eine weitreichende Dürre gefährdet. Jetzt müssen sich die benachbarten Königreiche der Wei und Shen verbünden, um sich gegen die Cao zu behaupten, denn sonst breiten sich die Flammen des Krieges erneut über beide Königreiche aus.
Wu Ying wird aufgrund seines Rufs und seiner Stärke in die Verhandlungen involviert, aber der ehemalige Bauer und jetzige Anführer der fahrenden Sammler ist in diesem politischen Fahrwasser wie ein Fisch auf dem Trockenen. Immer mehr fragt er sich, wo die Sterblichkeit und die Zweckmäßigkeit enden, während er dabei zusieht, wie jene in Machtpositionen taktieren und das gierige Mahlwerk des Königreichs der Cao und sein mächtiger König ihren Streit beobachten.
Kann es einen Frieden zwischen Königreichen und Kultivatoren und den Forderungen eines überwältigenden Daos geben, der nicht durch das Ende einer Klinge gewonnen wird?
Ein Tausend Li: Der vierte Fall ist das elfte Buch der Xianxia-Reihe Ein Tausend Li. Es ist das zweite Buch des letzten Handlungsabschnitts von Wu Yings Reise zur Unsterblichkeit, den Prüfungen und Schwierigkeiten, denen er sich stellen muss, und die letzte Etappe seiner Reise. Tao Wong ist der Bestsellerautor hinter der System-Apokalypse, Verborgene Wünsche und Abenteuer in Brad Reihen.
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Kapitel 1
Unheil verkündende schwarze Wolken sammelten sich weit über der Bergkette. Blitze, die an ihrem Äußeren entlangknisterten, warfen Licht auf die Schatten im Inneren. Das dichte Bahrtuch, das die Schatten warf, hüllte die Stadt und die Sekte des Sattgrünen Wassers ein und die Luft darunter war ungewöhnlich trocken und voller aufgeladener Versprechen. Die Wolken wanden sich, unnatürlich und langsam. Es war der Anfang eines Windtunnels, der sich durch die unregelmäßigen Bewegungen der Winde bildete. Büschel von Feuchte und Blättern und Staub kündigten den Eintrittspunkt des Windtunnels an. Er war am anderen Ende der Spitze des Himmlischen Aufstiegs, dem höchsten und steilsten Berg auf der Kette.
Nicht weit entfernt, auf einem Felsvorsprung in der Nähe, schauten die Beobachter mit angespanntem Atem zu. Unter den Zuschauern dieses unnatürlichen Schauspiels befanden sich unzählige berühmte Älteste der Sekte. Die Fee Yang Fa Yuan, die die gefürchtete Organisation der Flüsternden Blüten leitete, ein von Frauen geführter Zirkel aus Individuen, die versuchten, den Missbrauch und die Korruption der dunklen Sekte aufzuhalten und Praktiken mit üblem Beigeschmack in den orthodoxen Sekten zu beseitigen.
Der ehemalige buddhistische Mönch Liu Tou He, der Flammende Stab des Himmels, der weise Worte, Mitgefühl und die sengende Bestrafung der Himmel gleichermaßen bot. Wo Kampfkunstkultivatoren ablehnten, einzuschreiten, trat der Älteste in Aktion, so flüsterten sich die Laien zu. Kein Wunder, dass die Zahl der Antragssteller von Tag zu Tag zunahm.
Die Anführerin der Abteilung der Apotheker des Sattgrünen Wassers, Lee Liu Tsong, die Jadehand. Die Schwächste unter den unzähligen Zuschauern, was die Kultivation betraf, aber dank ihres herausragenden Wissens und Könnens sehr angesehen. Durch den Rückzug von öffentlichen Pflichten anderer, älterer Mitglieder war die Älteste Lee die führende Apothekerin der Sekte.
Ebenfalls anwesend waren viele andere Älteste, die weniger berühmt waren. Nur wenige würden die Gelegenheit verstreichen lassen, noch einem Aufstieg beizuwohnen, obwohl niemand näher stand als jene drei mächtige Persönlichkeiten, deren bloße Anwesenheit die niederen Mitglieder der Sekte den Kopf senken ließ. Keiner war eng mit der Person befreundet, die auf der Spitze saß. Sie war eine Persönlichkeit mit einer eigenen Geschichte.
Und da war noch jemand anderes.
Ein Ehrengast, ein Eindringling. Doch es war jemand, der mehrere Male in die Sekte gekommen war, also widersprach momentan niemand ihrer Anwesenheit. Noch würden sie dies wagen, denn es war ihre Rückkehr, dieses eine letzte Mal nach langer Abwesenheit, die der Auslöser für dieses Ereignis war.
Yang Mu, die Händlerprinzessin der Sieben Königreiche. Die Goldene Händlerin, deren Reichtum und Kontaktnetzwerk sich über tausende von Li und zahlreiche Königreiche erstreckte, selbst in das sagenumwobene Nanyue und den eiskalten Norden. Trotzdem stand sie abseits des Trios. Das schwache Glitzern ihrer Roben und ihre unnatürliche Regungslosigkeit vermittelten den Zuschauern den Eindruck einer silbernen Statue, die auf die Bergspitze - und auf die Person, die dort stand - starrte.
Der Grund des Aufruhrs, die Ursache für die Wolkenbank und die Blitze, die einschlugen.
Long Wu Ying, der Sattgrüne Sammler, Leiter der Abteilung der fahrenden Sammler, verehrter Ältester der Sekte des Sattgrünen Wassers, Träger des Blutigen Ren, Besitzer des Herzens des Jians und Körperkultivator der Sieben Winde.
***
Die Menge unter ihm war für ihn so deutlich, als würde er vor ihr stehen. Eigentlich hätte sein Sehvermögen ihm weniger Informationen mitgeteilt. Denn er konnte spüren, wie sich die Winde um ihre Körper bewegen mussten, wie sie mit jedem Atemzug und jedem ungeduldigen Zucken weggestoßen wurden. Einatmen - und die Welt sickerte in seinen Körper. Der vertraute Geruch von Jasmin und Tee, von ehrlichem Schweiß und Seifenperlen, von all den grundlegenden Elementen des Chis und vieles mehr. Gras und Erde unter, die Feuchte von schweren Wolken über ihm. Eine zuckende Metallflamme und heiße Luft, die sich in seiner Hand vermischte und pulsierte.
Ausatmen - und mit seinem Atem streckte sich seine Aura weiter aus. Sie breitete sich über die Bergspitze und die Hänge darunter, bis zu den Himmeln und den Wolken, die Energie zu ihm hinunterströmen ließen, hin aus. Er webte diese Energie in seinen Körper und seine Aura ein, ehe er sie zu dem lenkte, was er umklammert hielt.
Goldene Runen schwebten um ihn und seine Hände herum, sie tanzten in komplexen Mustern und lösten sich auf, als er die Formation mit bloßer Willenskraft lenkte. Formationsflaggen und Steine, die im Boden um ihn herum versunken waren, waren schon längst durch die intensive Hitze des Gegenstands in seinen Händen zerbrochen und zerstört worden. Währenddessen riss er die Energie aus den Himmeln und zog sie zu sich, sodass sie das pulsierende Herz, das auf seinen Händen lag, umschloss. Ein Herz, das noch immer schlug, aber das nicht mehr blutete - es brannte, schrumpfte aber nicht.
Mit jedem Atemzug schwankte sein Körper und drohte, die Schwelle zwischen Materiellem und Immateriellem zu überschreiten. Mit jedem Augenblick sprossen neue Wunden auf seiner Haut, als alte Verletzungen enthüllt und versengt wurden, damit sich das Fleisch aus wirbelnder Luft neu bilden konnte.
Die Winde, vertraute Gefährten, tanzten über die Bergspitze und brachten das Wissen weit entfernter Ereignisse und naher Tragödien mit sich. Im Süden befleckte der Geruch von altem Teer und verwesendem Fleisch die Luft, als sich ein Bürgerkrieg zusammenbraute und Korruption tief im Inneren eines Königreichs nach außen drang. Aus dem Westen strömten Wüstensand und scharfe Gewürze herbei und neckten Wu Ying mit Hinweisen auf Länder, die er noch nie besucht hatte. Die Erinnerung an esoterische Gesänge und Dankgebete wurden im Wind laut, während ein goldenes Licht über seine Haut tanzte.
Kühle Winde aus dem Norden ließen die Luft kalt werden, kontrollierten die Grenzen der Hitze und schlossen sich der Mixtur des zentralen Windes an, als sie stärker wurden, und drückten die Wärme gen Himmel zu den Wolken. Am meisten von all den sterblichen Winden flüsterte der östliche Wind Wu Ying über marschierende Armeen und trainierende Männer zu.
So viel Wissen, so viele Informationen.
Aber es waren die übernatürlichen Winde der Himmel und der Höllen, auf die sich Wu Ying konzentrierte, deren Puls und Takt er um sich herum fühlte. Die Winde der tausend Höllen streiften durch den Körper des Windkultivators, gruben sich tief in ihn, rissen verbranntes Fleisch mit sich, verzerrten Meridiane und brachen die Knochen seiner verletzten Gestalt. Bestrafung, Segen, Reinigung. Die Winde der Hölle boten ihm all das und noch mehr.
Danach, nachdem die Winde der Hölle Wu Ying blutig und verletzt zurückgelassen hatten, kehrten die himmlischen Winde zurück. Sie hüllten seine wankende Gestalt in überirdisches Licht und den Dao der Ordnung und Synergie und überbrachten gleichermaßen Segen und Missbilligung von oben. Sechs Himmel, sechs Segen, sechs Strafen.
Ein Blitz fuhr erneut vom Himmel herab und traf auf Wu Yings sitzenden Körper. Er schnitt durch sich erhebende Winde und flimmernde Hitzewellen und tanzte an unsichtbaren Pfaden in der Luft entlang, um ihn zu treffen, bevor er in den Boden drang.
Auf sanften Winden erreichten Yang Mus geflüsterte Worte Wu Yings Ohren, während sein verbranntes Fleisch abgestreift wurde und sich seine erblindeten Augen neu formten: "Drei."
Er umklammerte das Herz in seiner Hand. Arkane Glyphen und Schriftzeichen entstanden neu in goldenem Licht, als Wu Ying das Chi der Welt darum bat, seinem Willen zu folgen. Er konnte spüren, wie der Herzschlag langsamer wurde, wie die Energie darin zum ersten Mal merklich weniger wurde.
Der Schmerz war ein Gefährte, ein nörgelnder und ständiger Begleiter, an den sich Wu Ying gewöhnt hatte. In dem Moment, als er damit begonnen hatte, seinen Körper mithilfe des Herzens des Jiufeng1 neu zu formen, hatte Wu Ying gewusst, dass er nicht damit aufhören konnte.
Wie Yang Mu es geschafft hatte, auch nur ein Herz in die Finger zu bekommen, war eine Geschichte für sich, aber das mächtige Organ des himmlischen Phönix verschaffte Wu Ying die einmalige Gelegenheit, sich wieder in Ordnung zu bringen. Die neun menschlichen Köpfe des Jiufeng enthielten ausreichend Wissen, das in dem Organ gespeichert war, um den Windkultivator zurück zu einer perfektionierten menschlichen Gestalt zu leiten. Gleichzeitig kam die große und sagenumwobene Gnade des Phönix und die Einheit aus Yin und Yang aus seiner Brust.
Gemeinsam mit den Formationen und den Techniken, um einen gebrochenen Kultivator komplett neu zu gestalten, eine mächtige Zutat, um seinen Körper zurück in den Zustand der Makellosigkeit zu versetzen, die nötig war, um den Fluss der Sterblichkeit zu überschreiten. Obwohl Wu Ying jahrhundertelang als sterblicher Kultivator hätte existieren können, wäre das alles gewesen, was er je erreicht hätte.
Es benötigte Perfektion, denn die himmlische Bürokratie würde keinen offensichtlichen Makel erlauben. Nicht in ihren gerühmten Hallen, nicht unter den Unsterblichen, die über das Königreich der Mitte wachten. Eine formvollendete Miene aus Ordnung und Perfektion, die sich sowohl auf Sterbliche als auch Unsterbliche richtete.
Und was das über die unvollkommenen Unsterblichen aussagte, die einen solchen Zustand durch Schicksal und Glück erreichten - nun, vielleicht war das etwas, das sich später enthüllen...
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