
Copia librorum
Description
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Die Studie rekonstruiert die Geschichte, wie sich gelehrte Autoren des Späthumanismus mit ihren in Texten artikulierten Ideen an einem Problem abarbeiten: dem Problem, wie man die beschleunigt anwachsende Menge der Bücher und des Wissens ordnen und kanalisieren kann. In vierfacher Hinsicht schließt die Arbeit eine Forschungslücke: Erstens rekonstruiert sie den Zeitraum von 1580 bis 1630 als zentrale Periode der Geschichte imaginierter Bibliotheken. Zweitens zeigt sie so, inwiefern die Konzeption imaginierter Bibliotheken eine zentrale Rolle für die Konstruktion von Ordnungen des Wissens in der Frühen Neuzeit spielt. Drittens argumentiert die Studie dafür, dass die Geschichte von Bibliotheken in Literatur als Geschichte von Ideen gelesen werden muss, mit denen Autoren auf Probleme reagieren. Viertens macht sie deutlich, dass der Vorstellungsraum imaginierter Bibliotheken in der untersuchten Periode im Hinblick auf eine Reihe zentraler Aspekte textsortenübergreifend große Homogenität aufweist, dass es aber textsortenintern starke Traditionslinien gibt, die sich untereinander beträchtlich unterscheiden.
Reviews / Votes
"Die umfangreiche Arbeit erschließt eindrucksvoll viele bislang wenig bekannte Texte, die auf unterschiedliche Weise die Transformationen des frühneuzeitlichen gelehrten Wissens reflektieren."Helmut Zedelmaier in: Zeitschrift für Germanistik 3/2010 "Es ist zu hoffen, dass Dirk Werle mit seiner materialreichen Problemgeschichte imaginierter Bibliotheken zu zahlreichen weiteren, für Buch- und Bibliothekshistoriker relevanten Forschungen anregt."Helmut Hilz in: IASLonline 9/2007 "Der Rezensent hat das Buch nicht nur mit Gewinn, sondern auch mit Vergnügen gelesen."Marco Frenschkowski in: Ebernburg-Hefte 2007More details
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Content
- Intro
- ERSTER HAUPTTEIL
- 1. Grundlegendes
- 1.1 Zur Forschungslage - Imaginierte Bibliotheken und ihre Erforschung
- 1.2 Zur Methode - Leistungsfähigkeit und Probleme ideenhistorischer Forschung
- 1.3 Zur Terminologie - Was bedeutet &imaginiert&?
- 1.4 Zum Problemhorizont - Bücher und Wissenschaft um 1600
- 2. Historisches Präludium - Erasmus und die humanistische Bibliothek
- ZWEITER HAUPTTEIL
- 3. Historisches
- 3.1 Variation der Tradition - Bibliothekslyrik
- 3.2 Zwischen Kompilation und Selberdenken - Montaigne, die Kompilatorik und die Essayistik
- 3.3 Konstruktive und destruktive Konzeptionen einer Ordnung des Wissens - Bibliothecae und ihre Parodie
- 3.4 Die Literarisierung eines Problems - Bibliotheken in Utopie und Allegorie
- 3.5 Die Organisation gelehrter Innovation - Lipsius, Naudé und die Bibliothekstraktatistik
- DRITTER HAUPTTEIL
- 4. Aspekte
- 4.1 Eins oder alles - Buch versus Bibliothek
- 4.2 Erinnern und Vergessen - Bibliothek und memoria
- 4.3 Alles oder Nichts - Universalbibliothek und Bibliotheksbrand . . .
- 4.4 Konsens und Dissens, Kanon und Zensur - Formen der Selektion
- 4.5 Enzyklopädie - Die Bibliothek als Ort der Ordnung des Wissens
- 4.6 Labyrinth - Die Bibliothek als Ort der Unordnung des Wissens
- 5. Theoretisch-historischer Epilog - Die Konsequenz der Universalbibliothek
- Literatur
- 1. Quellentexte
- 2. Forschungsliteratur
- Namensregister
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